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InSeNSU
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Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Dosierung von Calcitriol

| Beitrags-ID: 469434

Hallo zusammen,

so einfach ist es leider nicht. Man kann auch mit PTH im unteren Normbereich Hypopara haben, weil das PTH bei ansteigendem Calciumbedarf (körperliche Belastung, Schwitzen, etc.) auch direkt und stark ansteigen muss. Tut es das nicht, bleibt das Calcium zu niedrig und entsprechende Beschwerden treten auf.

Allerdings, fehlen mir bei dir, Kayi, die Laborwerte für Calcium. Nur nach Gefühl kann man das nämlich nicht einstellen. Man kann auch trotz gut eingestelltem Calcium Kribbeln und Krämpfe haben, die z.B. durch Ungleichgewicht der Elektrolyte (z.B. auch zu hohes anorganisches Phosphat) oder ganz andere andere Ursachen (Vitamin B12-Mangel, Magnesiummangel, HWS-Probleme,u.a.) auftreten können. Auch psychischer Stress (z.B. Angst vor Calciummangelsymptomen) kann leider über die Hyperventilation tetanische Beschwerden auslösen.

Calcium sollte morgens nüchtern oder nach mindestens 4 Stunden ohne Nahrung und Tablette gemessen werden. Dazu sollte Albumin gemessen werden, um das korrigierte Calcium zu berechnen, das den Status im Körper noch präzieser darstellt.

Da nicht nur eine zu hohe Dosierung von Calcium die Nierenfunktion gefährden kann (erhöhte Ausscheidung im Urin) sondern auch ein erhöhter Phosphatwert, darf auch Calcitriol nicht überdosiert werden. Calcitriol fördert leider nicht nur die Aufnahme von Calcium im Darm, sondern auch die Aufnahme von Phosphat. Phosphat hat man bei Nebenschilddrüsenunterfunktion aber leider ohnehin oft zu viel. Die Therapie muss also die Kombination von Calciumpräparaten und Calcitriol insofern sehr gut auf die entsprechenden Laborgergebnisse abstimmen. Das erfordert Geduld und vor allem eine möglichst wöchentlich Kontrolle von Calcium und Phosphat im Blut, bis die richtige Balance gefunden ist. Danach muss noch die Calciumausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin geprüft werden.

Für die Einstellungsphase empfehlen wir unseren Behandlungsausweis, wo die Werte dann eingetragen werden können. Er kann auch helfen, den Hausarzt von der Notwendigkeit dieses Aufwandes zu überzeugen.

Den Ausweis und weitere Informationen  kann man sich kostenlos zuschicken lassen und findet sie auch auf unseren Info-Seiten:

https://hypopara.de/cms/infomaterial-nebenschilddruesenunterfunktion/

und hier im Wissensbereich:

https://www.sd-krebs.de/wissensbereich/schilddruese-neben-sd/hypopara-uebersichtsbeitrag/

Viele Grüße

Frauke

 

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