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FAQ: Verhütung aus Sicht der Frau und des Mannes nach RJT

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Harald(Bundesgeschäftsführer
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BeitragFAQ: Verhütung aus Sicht der Frau und des Mannes nach RJT

 
Verfasst am: 22. Apr 2008, 15:38
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Hallo,

die Handlungsempfehlung: Radioiodtherapie (RIT) beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom (2015) der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedzin (DGN) geben bezüglich der Verhütung einer Schwangerschaft nach einer Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs folgende Empfehlung:

Zitat:
Ausschluss Schwangerschaft und Stillperiode. Nach ablativer RIT/RIT von Metastasen wird die Vermeidung einer Schwangerschaft durch konsequente Kontrazeption für 6 - 12 Monate bei gebärfähigen Patientinnen bzw. für 4 Monate bei Patienten empfohlen. Beschrieben sind erhöhte Abort- und Frühgeburtraten bei Patientinnen mit Schilddrüsenkarzinom, die innerhalb des ersten Jahres nach einer Radioiodtherapie schwanger wurden (Schlumberge 1996). Bei Patienten mit einem Schilddrüsenkarzinom ist der Lebenszyklus der Spermatozoen von 4 Monaten Basis dieser Empfehlung (Pacini 2006).Das Stillen ist etwa 8 Wochen vor einer I-131-Applikation zu beenden, um die Strahlenexposition der Mammae und des Kindes zu begrenzen.

Pacini F, Schlumberger M, Dralle H, Elisei R, Smit JWA, Wiersinga W and the European Thyroid Cancer Taskforce. European consensus for the management of patients with differentiated thyroid carcinoma of the follicular epithelium. Eur J Endocrinol 2006; 154: 787-803.

Schlumberger M, de Vathaire F, Ceccarelli C et al. Exposure of radioactive iodine-131 for scintigraphy or therapy does not preclude pregnancy in thyroid cancer patients. J Nucl Med 1996; 37: 606-612.

Download 4.02.2017

Ergänzung 30.4.08
Auf dem Nuklearmedizinischen Kongress hat Prof. Dietlein bezüglich der neuen Leitlinien hierzu noch weiter ausgeführt, dass wenn bei jungen Männern, wenn sie zu einer höhere Risikogruppe gehören und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Gesamtdosis der noch durchzuführenden RJT > 15 GBq sein wird, diesen Männern empfohlen wird ihr Sperma konservieren zu lassen, da das Risiko einer Azoospermie (= es werden nicht mehr ausreichend Samenzellen gebildet) besteht.

siehe dazu: Link innerhalb des ForumsKrankenkasse muss nicht für Einfrieren von Samenzellen zahlen.

Zur Konservierung von Eizellen liegen keine Daten vor.

Zur Reduzierung der Strahlenbelastung der Geschlechtsdrüsen wird geraten, reichlich zu trinken und häufig die Harnblase zu entleeren, sowie eine Verstopfung zu vermeiden.
(siehe auch FAQ: Link innerhalb des ForumsWas für Strahlen gehen vom radioaktivem Jod aus? Strahlenschutz)

Studien:
  • Impact on testicular function of a single ablative activity of 3.7 GBq radioactive iodine for differentiated thyroid carcinoma.
    Bourcigaux N, et al.
    in Hum Reprod. 2018 Jun 15. doi: 10.1093/humrep/dey222. (pubMed)


Viele Grüße
Harald

Update: 22.6.2018

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Zuletzt bearbeitet von Harald am 22. Jun 2018, 12:09, insgesamt 10-mal bearbeitet
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sd-wirbel(aktives Vereinsmitglied)Offline
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 (p58854)
Verfasst am: 22. Apr 2008, 16:41
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Harald, gut dass Du das gefunden hast und reinstellst.

Ich hatte vor und nach der RJT Gespräche mit Radiologen u. anderen Ärzten (die die Wirkungen der Radioaktivität ausschließlich nach den Grenzwerten der Strahlenschutzbehörden beurteilen) die Strahlungs-Obergrenze unterschritten, also: -> "raus aus dem KH" -> "keine Vorsorge nötig!".
Da gab es keine Diskussionsbasis!

Es ist uns selbst überlassen uns, unsere Kinder und unsere Umwelt durch Vorsichtsmaßnahmen zu schützen.
Man muss es nur immer wieder bekannt machen.

Das bedeutet nicht, dass wir eine solche radiologische Therapie / Untersuchung gar zukünftig meiden, nur sollten wir verantwortungsvoll damit umgehen.

Ich danke Dir für den Beitrag.

Gruß vom Wirbel


Zuletzt bearbeitet von sd-wirbel am 18. Jan 2009, 13:15, insgesamt einmal bearbeitet
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GolfrauschOffline
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 (p58867)
Verfasst am: 23. Apr 2008, 06:33
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Danke Harald für diesen Auszug,

denn hatte bisher nichts aus Sicht des Mannes gefunden, ab wann man nach einer RJT mit der Familienplanung wieder anfangen kann.
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Harald(Bundesgeschäftsführer
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 (p59146)
Verfasst am: 30. Apr 2008, 15:26
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Hallo,

auf dem Nuklearmedizinischen Kongress hat Prof. Dietlein bezüglich der neuen Leitlinien hierzu noch weiter ausgeführt, dass wenn bei jungen Männern, wenn sie zu einer höhere Risikogruppe gehören und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Gesamtdosis der noch durchzuführenden RJT > 15 GBq sein wird, diesen Männern empfohlen wird, ihr Sperma konservieren zu lassen, da das Risiko einer Azoospermie (= es werden nicht mehr ausreichend Samenzellen gebildet) besteht.

Viele Grüße
Harald

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Sven1982(aktives Vereinsmitglied)Offline
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 (p67727)
Verfasst am: 18. Jan 2009, 09:11
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Harald, diese Empfehlung bezieht sich wenn ich es richtig verstehe rein auf die rein technisch vielleicht nicht mehr gegebene Fähigkeit Kinder zu zeugen, oder?

Gibt es Meinungen und Berichte zu möglichen Schädigungen des ungeborenen Kindes durch RJT/RJD und wie verhält es sich mit einem möglicherweise stark erhöhten Risiko an SD-Krebs zu erkranken für das Kind?
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Sven1982(aktives Vereinsmitglied)Offline
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 (p72554)
Verfasst am: 05. Mai 2009, 18:32
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Wenn ich es richtig verstanden habe gelten die 4 Monate nur nach der letzten Radiojodtherapie.

Eine eventuelle Radiojoddiagnostik stellt wegen der erheblich geringeren Aktivität wohl kein Problem dar.

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rike 5880Offline
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 (p72693)
Verfasst am: 07. Mai 2009, 14:08
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so, gebe hier jetzt auch mal meinen senf dazu....

ich bin im juli 08 an sd ca operiert worden und ende august zur rjt gegangen. habe dann vom pius hospital ol bzw von dem oberarzt gesagt bekommen, halbes jahr nicht schwanger werden... daraufhin habe ich mir ein schreiben von den nukis geben lassen womit das belegt wird das ich verhüten muss und habe das dann bei der krankenkasse vorgelegt und die haben dann die pille bzw die kosten übernommen... gleiches spiel im nov da war dann ne rjd angesagt und wieder ne beleg geholt und noch mal halbes jahr pille auf kosten der krankenkasse... mein gyn hatte mir ohne probleme ein kassenrezept aufgeschrieben. meine schonzeit is mittlerweile um, aber kinderkriegen is noch nicht drin... bzw nicht geplant... Cool

liebe grüße rike
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x103(Fördermitglied)Offline
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Beiträge: 6
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 (p92557)
Verfasst am: 06. Sep 2010, 14:40
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Abgesehen vom Thema Verhütung. Geht bzw. wie lange geht eine Gefahr von Körperflüssigkeiten (Sperma/Vagina) nach einer RJT aus? Gibt es hier Empfehlungen? Sollte noch einige Tage mit dem Geschlechtsverkehr usw. gewartet werden?
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Harald(Bundesgeschäftsführer
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 (p92560)
Verfasst am: 06. Sep 2010, 15:05
Antworten mit Zitat

x103 hat folgendes geschrieben:
Abgesehen vom Thema Verhütung. Geht bzw. wie lange geht eine Gefahr von Körperflüssigkeiten (Sperma/Vagina) nach einer RJT aus? Gibt es hier Empfehlungen? Sollte noch einige Tage mit dem Geschlechtsverkehr usw. gewartet werden?


Hallo ,

gute Frage.
Ich glaube nicht, dass dieser Frage schon nachgegangen wurde.

Würde mich erstmal an den Empfehlungen orientieren, in denen es darum geht, dass man ein separates Handtuch für eine bestimmte Zeit benutzen soll.
Und am besten den behandelnden Nuklearmediziner bei der Entlassung fragen.

Viele Grüße
Harald

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