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HTA-Bericht zur PET

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Harald(Bundesgeschäftsführer
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Beitrag:

BeitragHTA-Bericht zur PET

 (p61592)
Verfasst am: 12. Jul 2008, 13:30
Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
Health Technology Assessment (HTA) ist eine Methodik zur systematischen und transparenten Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien unter medizinischen, ökonomischen, juristischen, sozialen und ethischen Aspekten mit dem Ziel, die dazu gehörigen Entscheidungsprozesse zu unterstützen.

(Schulenburg, Die Bewertung von innovativen Technologien - HTA bei Medizinprodukten. Eine methodische Einschätzung. Vortrag 13.9.07; Download 16.6.08)

Die Geschichte der HTA ist mit der neuen evidenzbasierten Medizin (EBM) eng verbunden. Bei dieser neuen, modernen Medizin geht es darum Entscheidungen in der Medizin, aufgrund von Studien zu treffen, die die Wirksamkeit einer Therapie/Diagnose zum Wohle des Patienten nachgewiesen haben.

Die erste HTA-Agentur entstand 1982 in Australien, und es folgten weitere u.a. Anfang der 90er Jahre in Großbritannien.

Die Health Technology Assessment NHS R&D HTA Programme - www.hta.ac.uk - von Großbritannien hat 2007 einen HTA-Bericht zum Einsatz der PET und der PET-CT bei 8 Krebsarten herausgegeben:

Facey, K et.al.:
Overview of the clinical effectiveness of
positron emission tomography imaging
in selected cancers

Health Technology Assessment 2007; Vol. 11: No. 44

Es gibt hierzu ein Summmary (4 Seiten)
Auch der ganze Bericht kann kostenfrei heruntergeladen werden, umfasst jedoch 1MB (ca. 300Seiten):
full monograph

Dieser HTA-Bericht berücksichtigt systematisch Studien bis August 2005 und weitere Erhebungen in Großbritannien bis 2006.

Beim Schilddrüsenkrebs sind daher wichtige Studien nicht berücksichtigt:
  • Palmedo, H, et.al.: Integrated PET/CT in Differentiated Thyroid Cancer: Diagnostic Accuracy and Impact on Patient Management.
    J Nucl Med. 2006, 47: 616-624
    (hiezu mehr siehe Link innerhalb des ForumsThema )

  • Robbins RJ, et.al.: Real-time prognosis for metastatic thyroid carcinoma based on FDG-PET scanning.
    Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2006 91 498–505.


Und obgleich diese wichtigen Studien zur PET beim Schilddrüsenkarzinom fehlen, kommt der HAT-Bericht zum Ergebnis:
Zitat:
FDG-PET had improved diagnostic accuracy over alternatives in:
  • (...)
  • recurrent epithelial thyroid cancer, where elevated biomarkers are not confirmed by 131 I scintigraphy.

Some evidence of the diagnostic accuracy of FDG-PET exists for the following cancers, but more comparative evidence is needed:
  • (...)
  • restaging thyroid
  • recurrent medullary thyroid cancer, where elevated biomarkers are not confirmed by 131 I scintigraphy
  • clinically suspected recurrent thyroid cancer with no other markers.


Ärgerlich an diesem HTA-Bericht ist allerdings, dass in dieser Zusammenfassung am Schluss ein ziemlicher Unsinn steht: Es wird die I131-Szintigraphie mit dem medullären Schilddrüsenkrebs in Verbindung gebracht, die I131-Szintigraphie spielt jedoch beim medullären Schilddrüsenkrebs keine Rolle.

Für das britische Gesundheitssystem empfiehlt der Bericht jedoch nur für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (hierfür gibt es in Deutschland auch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses), und 4 weitere Krebsarten die Kostenübernahme. Für den Schilddrüsenkrebs (und andere Krebsarten) werden weitere Forschungen gefordert (wobei - siehe oben - wichtige neuere Arbeiten in diesen HTA-Bericht noch keinen Eingang gefunden haben):
Zitat:
Implications for healthcare
The strongest evidence for the clinical effectiveness of PET is in staging NSCLC, restaging HL, staging/restaging colorectal cancer and detection of SPN. Some of these may still require clinical audit to augment the evidence base. Other management decisions require further research to show the impact of FDG-PET on patient management or added value in the diagnostic pathway.


Der HTA-Bericht dürfte zusammen mit den oben aufgeführten neueren Studien ein wichtiges Argumentationsmittel ebenso wie die guten internationalen Leitlinien (siehe Link innerhalb des ForumsWas sagen die Leitlinien zur PET bzw. PET/CT?) bei der Kostenübernahme der PET durch die Krankenkassen sein.


Wichtig:
Soll eine PET(-CT) ambulant durchgeführt werden, so muss man noch die Kostenerstattung bei der Krankenkasse individuell beantragen.
Wichtig ist hier, dass vorher mit einer ausreichenden Frist (mindestens 14 Tage) bei der Krankenkasse ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt wird.

Viele Grüße
Harald


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