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5.2 Operation - Broschüre Knoten der Schilddrüse

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Harald(Bundesgeschäftsführer
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Beitrag5.2 Operation - Broschüre Knoten der Schilddrüse

 (p128933)
Verfasst am: 18. Nov 2013, 23:30
Antworten mit Zitat

Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?


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vorangehendes Kapitel: Link innerhalb des Forums5.1 Vor der Operation.

5. Schilddrüsenoperation
5.2 Operation


Schilddrüsenoperationen werden meist mit Hilfe des sogenannten Kocherschen Kragenschnittes durchgeführt. Dabei setzt der operierende Arzt den Schnitt im unteren Bereich des Halses möglichst in einer Hautfalte an, wodurch die Operationsnarbe später kaum noch auffallen wird.

Eine Alternative ist manchmal die Durchführung der Operation auf minimal-invasive Art, wodurch die Narbe am Hals sehr klein gehalten werden kann. Die Narbe ist allerdings immer mindestens so groß wie der größte entfernte Knoten.

Eine weitere Alternative ist die ABBA-Methode, durch die eine Narbe am Hals gänzlich vermieden werden soll. Die Schnitte liegen hier in der Achsel bzw. an der Brustwarze.

Darüber hinaus gibt es weitere Verfahren, bei denen der Schnitt hinter dem Ohr oder im Mundboden erfolgt.
Voraussetzung für all diese Operationsformen ist, dass das Volumen des Schilddrüsenlappens nicht mehr als 20 ml beträgt, der größte Knoten keinen größeren Durchmesser als 2-3 cm hat und kein Verdacht auf Bösartigkeit besteht.

Die minimal-invasive Schilddrüsenoperation hat gegenüber den anderen genannten Methoden den Vorteil, dass wenn sich während der Operation ein Krebsverdacht ergibt, sie in eine konventionelle Schilddrüsenoperation (Kocherscher Kragenschnitt) überführt werden kann.

Die Risiken der Verletzung des Stimmbandnervs oder der Nebenschilddrüsen bestehen bei allen genannten Operationsformen genauso wie bei der konventionellen Schilddrüsenchirurgie, ebenso auch das der Nachblutung. Ob das Risiko für solche Nebenwirkungen höher ist, dazu gibt es bislang keine aussagekräftigen Studien.

Aus medizinischer Sicht haben Operationsformen der Schilddrüse, die rein aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden, keinerlei Vorteile gegenüber einer konventionellen Operation.


Operationsnarbe:

Wie sichtbar eine Narbe später ist, hängt oft davon ab, ob jemand zur Keloidbildung (überschießende Bildung von Narbengewebe) neigt oder nicht. Damit eine Narbe möglichst unsichtbar wird, ist es wichtig, sie in den ersten Monaten vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Sobald die äußere Wundheilung abgeschlossen ist, kann man die Narbe mit einer einfachen Fettcreme gelegentlich massieren.


Eine abschließende Entscheidung, wie viel von der Schilddrüse entfernt werden muss, ist oft erst während der Operation möglich, wenn der Arzt das Gewebe und vorhandene Veränderungen direkt sieht.
Bei der Operation wird sämtliches knotig verändertes Gewebe entfernt, um das Risiko gering zu halten, dass später eine nochmalige Operation (mit höheren Operationsrisiken) erforderlich wird.

Ob intraoperatives Neuromonitoring das Risiko einer Verletzung der Stimmbandnerven (siehe Kapitel 5.3.5) bei einem Ersteingriff wirklich reduzieren kann, lässt sich schwer über Studien beweisen, da das Risiko bereits sehr gering ist. Bei Zweiteingriffen konnte man zeigen, dass das intraoperative Neuromonitoring das Risiko senken konnte.

Bei Ersteingriffen hat das intraoperative Neuromonitoring vor allem den Vorteil, dass bei einer durch das Monitoring vermuteten einseitigen Verletzung des Stimmbandnervs (Verlust des Signals) der Chirurg unter Abwägung der Risiken, die weitere Operation beenden kann, um eine beidseitige Verletzung der Stimmbandnerven zu vermeiden.
Neuromonitoring:

Das intraoperative Neuromonitoring ist eine Methode zur Identifizierung des Stimmbandnervs während der Operation. Dabei werden Nadel– bzw. Tubuselektroden in bzw. an der die Stimmbandmuskulatur platziert. Durch Reizstrom wird jede Muskeltätigkeit der Stimmbänder angezeigt, und der Verlauf des Stimmbandnervs kann genau verfolgt werden.


Neuromonitoring ist nur ein zusätzliches Hilfsmittel für den Chirurgen und sollte nicht das alleinige Kriterium bei der Klinikwahl sein.

Das Risiko einer Verletzung des Stimmbandnervs hängt hauptsächlich von der Erfahrung des operierenden Arztes ab - je mehr durchgeführte Schilddrüsenoperationen, desto geringer ist das Risiko.

Mit Hilfe eines sogenannten Schnellschnittes lassen sich bösartige Zellen evtl. schon während der Operation nachweisen, so dass eine zweite Operation vermieden werden kann.

Schnellschnitt:

Beim Schnellschnitt werden verdächtige Knoten noch während der Operation (intraoperativ) fein geweblich untersucht. Sollten dabei Krebszellen gefunden werden, kann gleich weiter operiert und die ganze Schilddrüse sowie einige Lymphknoten entfernt werden.
Nicht jedes Karzinom lässt sich allerdings im Schnellschnitt feststellen, manchmal wird deshalb trotz Schnellschnitt eine zweite Operation notwendig.
Der Schnellschnitt ist eine weitere wichtige Diagnosemethode, er ersetzt jedoch nicht die präoperative Feinnadelpunktion.


Nach jeder Schilddrüsenoperation wird das gesamte entnommene Gewebe nochmals pathologisch untersucht.

Eine Komplettierungsoperation der Schilddrüse ist ggf. notwendig, wenn nach einer Teiloperation der Schilddrüse durch den Pathologen nach histologischer Aufbereitung des entnommen Schilddrüsenknotens ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wurde.

Bei allen Schilddrüsenkarzinomen wird eine Komplettierungsoperation in den Leitlinien empfohlen. Eine Ausnahme ist das unifokale papilläre Mikrokarzinom (kleiner 1cm), wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, perkutane Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen. Eine Komplettierungsoperation wird dann in den Leitlinien nicht empfohlen.

In der AWMF-Leitlinie zur Schilddrüsenoperation (maligne) aus dem Jahr 2012 wird bei follikulären Schilddrüsenkarzinomen bis zu einer Größe von 4 cm zwischen minimal-invasiven follikulären (Verzicht auf eine Komplettierungsoperation) und grob-invasiven follikulären Schilddrüsekarzinomen (Komplettierungsoperation empfohlen) in der Therapie unterschieden. Die amerikanischen und europäischen Leitlinien äußern sich hierzu nicht.

Zeitpunkt der Komplettierungsoperation
„Der operativ-technisch günstigste Zeitpunkt für eine prophylaktische Komplettierungsoperation ist innerhalb der ersten vier postoperativen Tage oder 3 Monate nach dem Primäreingriff gegeben. Bei fehlenden Hinweisen für residuelles [=restliches] Tumorgewebe stellt die nach 3 Monaten durchgeführte Nachoperation kein erhöhtes onkologisches Risiko dar.“ (AWMF 2012)


Wie lange ist man im Krankenhaus?

Die durchschnittliche Liegedauer beträgt 4 bis 5 Tagen. Bei einer Kompletiterungsoperation verlängert sich die Zeit entsprechend.


Erfahrungsbericht einer Schilddrüsenoperation:
„Ich bin 42 Jahre alt und seit einigen Jahren kämpfte ich mit mir und der Angst vor der SD Operation.
Nun habe ich sie hinter mir und bin total erleichtert.
Am OP Tag musste ich morgens kurz vor 7 im KH sein und um 7:15 ging es schon in Richtung OP. Die OP hat dann allerdings fast 3 Stunden gedauert. Im Aufwachraum ging es mir dann auch schnell gut und ich konnte schnell wieder in mein Zimmer zurück.
Den OP Tag hab ich dann nicht so bewusst mehr wahrgenommen. Schmerzen an der Wunde hatte ich gar keine. Schlucken war sehr anstrengend und mir tat dann mein Genick doch sehr heftig weh.
Essen gab es dann gleich am nächsten Morgen und ich war erstaunt, dass ich doch so gut schlucken konnte. Schmerzen im Genick ließen dann auch nach ..ich konnte mich immer mehr bewegen und somit wurde auch das besser.
Drei Tage später war auf der Histologie Befund da....SD wurde komplett entfernt ... das ahnte ich allerdings vorher...beim Vorgespräch hieß es...wie viel entfernt wird oder ob alles wird während der OP entschieden.
Links war ein ziemlich großer Knoten, und rechts ein kleiner der dann allerdings bösartig war....Das ich mich nun endlich zur OP endschieden hatte, war also das absolut richtige...
Normal hätte ich nach 3 Tagen entlassen werden können...es ging mir auch total gut...dann fing das Kribbeln und die Krämpfe an. Kalziumwert war tief im Keller. Dann fing es an....erst eine Infusion mit Calciumspritze half sofort, nur kam das Kribbeln wieder. Dann Calcium Brause, Frubiose, Infusion... zum Schuss AT 10...und der Wert ging auf und ab: Eine Woche hat mich das zusätzlich im KH gehalten.“
( Link innerhalb des ForumsThema (t19588) )


Literatur Tipp:
Merkblatt: Was man gegen die Angst vor einer Operation tun kann. Hrsg. durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Oktober 2009 Link innerhalb des ForumsLU52


weiterführende Links:


nächstes Kapitel: Link innerhalb des Forums5.3. Risiken der Operation

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_________________
Link innerhalb des ForumsSymposium und Fest zu 20 Jahre Selbsthilfe - www.sd-krebs.de - Berlin, 26.10.2019
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine verbindlichen Online-Anmeldung ist notwendig bis 30.09.2019.


Zuletzt bearbeitet von Harald am 19. Feb 2014, 17:01, insgesamt 8-mal bearbeitet
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