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FAQ: Organspende nach Schilddrüsenkrebs möglich?

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dkr(Bundesvorsitzender
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BeitragFAQ: Organspende nach Schilddrüsenkrebs möglich?

 (p139495)
Verfasst am: 08. März 2015, 00:11
Antworten mit Zitat

Hallo,

in einigen Beiträgen wurde schon früher die Frage nach der Organspende aufgeworfen. Es war unklar, ob es als Krebspatient und speziell als SD-Krebspatient möglich ist, Organspender zu sein und ggf. unter welchen Voraussetzungen.

Es gab dazu unterschiedliche Meinungen, wobei man eher davon ausging, dass eine Spende nicht möglich sei.

Meine eigene Recherche ergab ebenfalls Widersprüchliches, von lebenslang nicht mehr möglich bis wird durch die Transplantationsmediziner entschieden.

Bei Spenden von Blut- und Blutbestandteilen sowie Stammzellen ist die Situation klar und eindeutig. Nach den gegenwärtigen Reglungen sind Spenden nach einer Krebsdiagnose lebenslang ausgeschlossen ohne Ausnahme.

Ich selbst hatte schon vor einigen Jahren die Lösung gefunden, dass ich einen Organspendeausweis bei mir trage, in dem ich die Erlaubnis zur Organentnahmen im Falle meines festgestellten Hirntodes gebe, bei dem sich aber im Bemerkungsfeld ein Hinweis auf die Diagnose findet:

Zitat:
Cave: SD-Ca 07/2009 ohne Hinweise auf aktive Metastasen oder Rezidive


Der natürlich angepasst werden müsste, wenn sich daran etwas ändert.
Damit informiere ich die verantworltichen Medizinier und überlasse ihnen gleichzeitig die Entscheidung, ob und welche Organe Verwendung finden können.

Unbefriedigend blieben trotzdem die widersprüchlichen Aussagen. Ich habe daher Anfang des Jahres eine Anfrage an die DSO (Deutsche Stiftung Organspende) geschickt und um Aufklärung und Mitteilung der aktuell geltenden Regelungen gebeten. Darauf erhielt ich folgende Antwort:

Zitat:
Sehr geehrter Herr Dr. Rinast,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Das von Ihnen gewählte Verfahren eines Hinweises auf Ihre Erkrankung sowohl auf dem Organspenderausweis als auch in Ihrer Patientenverfügung ist absolut sinnvoll und richtig.

Die widersprüchlichen Informationen zur Organspende von Personen mit/nach Schilddrüsenkrebs sind z.T. überholt bzw. lassen die unterschiedlichen Typen von Schilddrüsenkrebs und deren zeitlichen Verlauf außer Acht. Eine generelle Kontraindikation besteht nicht. Daher muss im Vorfeld einer möglichen Organspende eine Einzelfallbetrachtung stattfinden, in der geklärt wird, ob und für welche Organe eine Organspende möglich ist. Ein Hinweis auf die Erkrankung –wie Sie es selbst gehandhabt haben- ist dabei ausgesprochen hilfreich.


Deweiteren wurde ausgeführt, dass anaplastische Karzinome in jedem Fall eine absolute Kontraindikation darstellen, was sich eigentlich von selbst verstehen sollte, und dass minimalinvasive follikuläre sowie gekapselte papilläre Karzinome ein Standardrisiko darstellen, also keine Kontraindikation sind.

Der Antwort entnehme ich, dass es in jedem Fall sinnvoll ist in einem evtl. mitgführten Organspendeausweis einen Hinweis auf die Diagnose zu geben, sodass im Falle einer möglichen Organspende entsprechend nachgeforscht werden und anhand der Befunde entschieden werden kann, ob eine solche infrage kommt.

Für mich heißt dies, dass es auf jeden Fall auch als SD-Krebspatient sinnvoll ist, sich Gedanken zur Organspende zu machen und, falls man zu dem Ergebnis kommt, dass für einen selbst eine solche infrage kommt einen Organspendeausweis mit einem Hinweis mitzuführen. Die Entscheidung, ob es dann letztlich zur Spende kommt, können wir getrost den Transplantationsmedizinern überlassen.

Außerdem möchte ich noch darauf verweisen, dass es auch im Falle, dass man sich gegen eine Organspende entscheidet, sinnvoll ist, einen Organspendeausweis mitzuführen, weil man auf dem auch diese Entscheidung dokumentieren kann und damit im Eventualfall seinen Angehörigen ggf. eine unangenehme Entscheidung in einer belastenden Situation erspart. Darüberhinaus ist die Abfassung einer Patientenverfügung natürlich immer sinnvoll.

Viele Grüße
Karl

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