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Studie: Schilddrüsenwerte und Lebenserwartung (Bano 2017)

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Harald(Bundesgeschäftsführer
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BeitragStudie: Schilddrüsenwerte und Lebenserwartung (Bano 2017)

 
Verfasst am: 04. Okt 2017, 18:12
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Studie: Niedrige Schilddrüsenhormonwerte korrelieren mit höherer Lebenserwartung - Rotterdam-Studie (Bano et. al.2017)


Originaltitel:
    Association of Thyroid Function With Life Expectancy With and Without Cardiovascular Disease
    The Rotterdam Study


    Autoren: Arjola Bano et.al

    in: JAMA Intern Med. Published online September 18, 2017
    doi:10.1001/jamainternmed.2017.4836


Bei dieser Studie wurden Daten aus der Rotterdam Studie ausgewertet. Es handelt sich dabei um eine prospektive Kohortenstudie.

In der Rotterdamer-Studie wurden ältere Einwohner*innen des Rotterdamer-Stadtviertels Ommoord seit dem Jahr 1989 untersucht.
Bei der Eingangsuntersuchung wurden unter anderem auch das frei Schilddrüsenhormon GlossarfT4 bestimmt so wie das Schilddrüse stimulierende Hormon GlossarTSH.

Zu Beginn hatten 7.785 Teilnehmer*innen, die im Mittel 64,7 Jahre alt waren, Schilddrüsenwerte innerhalb der Referenzwerte. 1.357 Teilnehmer*innen sind inzwischen verstorben.

Bei der Analyse des fT4-Schilddrüsenwertes zeigte sich, dass das Drittel der Teilnehmer*innen, welche höhere fT4-Werte innerhalb des Referenzbereichs hatten, ein höheres Sterberisiko hatten (die Korrelation gab es entsprechen auch mit dem niedrigeren TSH-Wert; der TSH-Wert wird niedriger je mehr fT4 vorhanden ist).
    Anmerkung Harald: Ein Drittel der Teilnehmer*innen ist nicht gleichzusetzen mit z.B. dem "oberen Drittel" innerhalb des Referenzbereichs!


Die Autoren betonen:
    Trotz dieser Korrelation bleibt der Einfluss der Schilddrüsenhormone auf das höhere Risiko von Herz-Kreis-Lauferkrankungen und die Lebenserwartung weiter ungeklärt.


Im Detail:

In die Auswertung der Daten der Rotterdam-Studie wurden nur Menschen eingeschlossen, die keine Schilddrüsenerkrankung hatten und deren fT4-Werte im Referenzbereich lagen.
Glossar :
GlossarReferenzwerte
Um Blutwerte beurteilen zu können, werden durch das einzelne Labor für eine bestimmte Untersuchung Referenzwerte festgelegt. Referenzwerte definieren sich im allgemeinen dadurch, dass das Blut von gesunden Menschen untersucht wird. Mit dem Referenzbereich wird dann der Bereich definiert, in dem sich die Werte von 95 von 100 gesunden Menschen befinden.
Es gibt daher auch immer einen kleinen Teil (im allgemeinen 5%) von gesunden Menschen, deren „normale“ Blutwerte außerhalb des Referenzbereichs liegen.
Es gibt bzw. kann auch unterschiedliche Referenzbereiche für Teilgruppen (Männer, Frauen, Alter, ethnische Herkunft, ...) geben.


Es wurde dann statistische Analysen durchgeführt bezüglich
  • der Lebenserwartung,
  • der Lebenserwartung mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Ergebnisse:
  • Das mittlere Alter der 7.785 Teilnehmer*innen war 64.7 Jahre, und 52.5% waren Frauen.
  • die mittlere Nachbeobachtung betrug 8,1 Jahre
  • Es traten 789 Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 1.357 Todesfälle auf.

    Es wurden dann die TeilnehmerInnen in drei Gruppen aufgeteilt (Tertile) und miteinander verglichen:
  • Das Drittel von Männern und Frauen mit einem höheren TSH-Wert lebten im Durchschnitt 2-Jahre (Männer) bzw. 1,4 Jahre (Frauen) länger als das Drittel mit einem niedrigeren TSH-Wert.

    Bezogen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren es 1,5 Jahre (Männer) bzw. 0,9 Jahre (Frauen) länger bevor eine Herz-Kreislauf-Erkrankung auftrat.

  • Beim fT4-Wert zeigte sich, dass Männer und Frauen mit einem höheren fT4-Wert im Vergleich zum Drittel mit einem niedrigeren fT4-Wert, die Lebenserwartung der Männer um 3,2 Jahre reduziert war; bei den Frauen war die Lebenserwartung um 3,5 Jahre reduziert.

    Bezogen auf das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen, waren es 3,1 Jahre (Männer) und 2,5 Jahre (Frauen) weniger ohne das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen.


Die Autoren schlussfolgern, dass ab einem Alter von 50 Jahren die Teinehmer*innen mit einer geringeren Schilddrüsenhormonproduktion im Mittel bis zu 3,5 Jahre länger leben und im Mittel bis zu 3,1 Jahre länger haben, bis eine Herz-Kreislauferkrankung auftritt.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Referenzbereiche für Schilddrüsenwerte neu definiert werden müssen.

Anmerkungen Harald:
    Auch andere Studie haben gezeigt, dass das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem niedrigen TSH-Wert korreliert. Beim differenzierten Schilddrüsenkrebs wird daher bezüglich der TSH-Unterdrückung eine Risikoabwägung getroffen; siehe Link innerhalb des ForumsFAQ-Hilfe: TSH-Unterdrückung nach Schilddrüsenkrebs - eine Risikoabwägung .

    Etwas im Gegensatz steht dazu die TRUST-Studie. In der TRUST-Studie wurden ältere Patient*innen mit einer subklinischen Hypopthyreose mit L-T4 behandelt. Hier zeigte sich, dass die Behandlung keinen Vorteil (außer weniger schläfrig) brachte. Auf der anderen Seite zeigt die TRUST-Studie aber auch, dass bezüglich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen es keinen Nachteil brachte (wie es z.B. die Rotterdam-Studie zumindest bezüglich einer Korrelation bei den Schilddrüsenwerten nahelegen würde),
    siehe auch: TRUST-Link innerhalb des ForumsStudie: L-T4 bei subklinischer Hypothyreose bei Älteren kein Vorteil (David J. Stott 2017)
    Die beiden Studien sind allerdings nur schwer zu vergleichen, handelt es sich doch bei der TRUST-Studie,um eine kontrollierte prospektive Studie bei der die Patient*innen immer unter ärztlicher Kontrolle sind.


weitere Studien:


Viele Grüße
Harald

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