Probleme einzuloggen?

Registrieren

Zurück
Foren-Übersicht Substitution Substitution (allg.) Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-...
Thema: [url=t28780] 

Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen

[/url].
im Forum: 
Seite 1 von 2
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema schreiben im Forum: 
 

Antwort erstellen auf Thema:  Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen Funktion steht nur registrierten Forums-Nutzer*innen zur Verfügung Bei Antworten zu diesem Thema benachrichtigen Funktion steht nur registrierten Forums-Nutzer*innen zur Verfügung
Autor Beitrag
miesekröte(aktives Vereinsmitglied)Offline
Avatar

Anmeldung: 08.12.17
Beiträge: 170
pap. SD-Ca. pT1a N0 Mx
Griechenland
weiblich
40+
Beitrag:

BeitragMuskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen

 
Verfasst am: 08. Apr 2018, 23:57
Danke! sagen : dolores, Maude, dkr, Mrs.Watson, Susanna-Maria und weitere 2 Nutzer*innen
Antworten mit Zitat

Da ich mich seit einiger Zeit mit Muskelkrämpfen, ungewohnter Muskelschwäche, Muskelschmerzen (wie starker Muskelkater), Steifigkeit und gelegentlichen Muskelzuckungen in den Beinen insbesondere nach körperlicher Belastung herumschlage, habe ich mich im Internet auf die Suche gemacht, ob dies vielleicht mit den Schilddrüsenhormonen zu tun haben kann. Des Rätsels Lösung habe ich zwar (noch?) nicht gefunden, aber doch einige Infos über Muskelerkrankungen bei Funktionsstörungen der Schilddrüse, die ich hier für alle Muskelgeplagten zusammentragen möchte (s. u.).

Im Forum gibt es bereits die Gruppe: Link innerhalb des ForumsMuskelschmerzen (nicht Muskelkrämpfe)

Einige Beiträge zu diesem Thema habe ich bereits hier im Forum gefunden, z. B. von
@gemaLink innerhalb des Forums Muskelprobleme? (u. Leitlinie),
@bambi36Link innerhalb des ForumsFrage an alle mit Muskelschmerzen aufgrund Überfunktion und
@UrsulaF Link innerhalb des Forums Muskelschwäche unter L-Thyroxin oder
@elekind Link innerhalb des Forums Muskelschmerzen oder
@Nane1974 Link innerhalb des Forums Starke Gelenk und Muskelschmerzen am ganzen Körper.
Wie geht es Euch heute?

Mein Eindruck beim Lesen dieser und weiterer Beiträge war, dass Muskelbeschwerden bei Schilddrüsenfehlfunktion oft stiefmütterlich verkannt werden, was zu manch diagnostischen Irrwegen und damit unnötigem Leid für die Betroffenen führt.

Muskuläre Symptome, insbesondere Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe können sowohl bei Schilddrüsen-Überfunktion als auch Unterfunktion auftreten und sind gar nicht selten sind (s. u.); siehe auch Link innerhalb des Forums FAQ: Symptome / Beschwerden einer Schilddrüsen-Überfunktion. bzw. Link innerhalb des Forums FAQ: Symptome / Beschwerden einer Schilddrüsen-Unterfunktion.

Exclamation Achtung:
  • Die folgenden Informationen beziehen sich nicht auf Hypoparathyreoidismus (Unterfunktion der Nebenschilddrüsen). Ein solcher kann aber ganz ähnliche Beschwerden machen und sollte bei muskulären Problemen gerade nach Schilddrüsenoperationen immer mitbedacht werden.
    siehe Link innerhalb des ForumsFAQ-Hilfe: Hypoparathyreoidismus (Übersicht).

  • Auch Vitamin-D-Mangel kann zu ganz ähnlichen Muskelproblemen führen: diffuse Muskelschmerzen, selten Muskelschwäche (Gliedmaßen körpernah) mit Muskelschwund. Hierauf gehe ich hier jedoch nicht weiter ein.

Leider geht die von mir gefundene Literatur nicht auf die spezielle Situation der SD-Hormontherapie nach Schilddrüsen(teil)entfernung ein, sondern unterscheidet lediglich in Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse gleich welcher Ursache.


Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen:

„Die Muskelschwäche ist das Leitsymptom der Muskelbeteiligung bei Erkrankungen des Schilddrüsenstoffwechsels.
Gangbild, Händedruck oder Stimme des Patienten erlauben dem erfahrenen Kliniker bereits rasch eine entsprechende Verdachtsdiagnose …“
(Pongratz et al.)


Häufigkeit:

Unter UF entwickeln 79 % (an anderer Stelle: 30-40 %) der Patienten muskuläre Beschwerden. Die Ausprägung der Muskelsymptome korreliert mit Ausmaß der UF und deren Dauer.

60-80 % aller Patienten mit ÜF haben eine Muskelschwäche im Bereich der Oberschenkel/des Beckengürtels (wechselnde Angaben zur Häufigkeit muskulärer Symptome je nach Literatur: 60 %, 90 %, 2/3). Keine strenge Korrelation zwischen Ausprägung der Muskelsymptome und Ausmaß der ÜF. Je länger die ÜF besteht, desto häufiger kommt es zu Muskelbeteiligung.


Betroffene Muskeln:

Sowohl bei UF als auch ÜF Muskelschwächen/Schmerzen vorwiegend körpernaher Muskeln: Oberschenkel/Beckengürtel, manchmal auch Schultergürtel/Oberarme oder körperferne Muskelgruppen.

Bei UF Zwerchfell- und Herzbeteiligung möglich.

Bei ÜF seltener auch körperferne Muskeln oder Zunge, Schlund, Gaumen, Speiseröhre betroffen, auch Augenbeteiligung möglich, evtl. Atemnot.


Beschwerden:

Sowohl bei UF als auch ÜF kommt es zu Muskelschwäche (= belastungsabhängige übermäßige Ermüdbarkeit, Schwäche beim Treppensteigen und/oder Über-Kopf-Arbeiten wie Wäsche aufhängen, bei extremer Ausprägung bis hin zur Gangunfähigkeit), Muskelschmerzen (tief im Muskel empfunden, muskelkaterartig) und Krämpfen.

UF: Es gibt eine hypertrophe und eine atrophe Form: Trotz Muskelschwäche kann ein Muskelzuwachs bestehen – „athletischer“ Körperbau kann diagnostisch in die Irre führen! Seltener ist die atrophe Form mit Abnahme des Muskelumfangs/Muskelschwund.

Anhaltende Muskelsteife (verstärkt oder ausgelöst durch starke körperliche Belastung und/oder Kälte). Durch die verlangsamte Erschlaffung des Muskels nach Anspannung kann es zu Krämpfen kommen.

Manchmal (10-15%? 1/3 der Fälle?) begleitendes Myxödem (teigige Schwellungen, s. u.).

Reflexe oft verlangsamt.

Sonderform Hoffman-Syndrom = Muskelsteifigkeit, Muskelzuwachs + Unterfunktion beim Erwachsenen. Beim Kind wird das entsprechende Störungsbild als Kocher-Debre-Semelaigne-Syndrom bezeichnet.


Bei ÜF oft Muskelabnahme (bei langer Dauer/Schwere der Überfall, jedoch geringer, als das Ausmaß der Schwäche vermuten lässt), Muskelzuckungen. In ca. 20 % sind auch körperferne Muskeln betroffen.
Oft sehr lebhafte Reflexe (Muskelkontraktion und -erschlaffung sind beschleunigt).



Besonderheiten:

UF: begleitende Polyneuropathie (Nervenspitzenschädigung) kann ebenfalls Muskelkrämpfe und/oder Missempfindungen verursachen.
Erhöhtes Risiko einer Muskelschädigung unter Statinen (bestimmte Fettsenker wie Simvastatin oder Pravastatin)
.

ÜF: Thyreotoxische periodische (hypokaliämische) Paralyse (TTP): selten (1 Fall auf 1000 Hyperthyreosen), häufig Asiaten, meist männlich, oft assoziiert mit Morbus Basedow. Akute neurologische Erkrankung! Wiederkehrende Lähmungen und Kaliumabfall im Blut. Diese Phasen von Lähmungen können der Diagnosestellung einer Schilddrüsenüberfunktion Monate bis Jahre vorausgehen.


Ursachen:

Auf zellulärer Ebene nicht endgültig geklärt, angenommen werden:

UF: Hauptgrund gestörter Energiestoffwechsel des Muskels mit verminderter mitochondrialer Enzymaktivität, reduzierter Glykogenolyse (= Umwandlung von Speicherzucker des Muskels zu Glukose) sowie gebremstem Fettstoffwechsel? Man nimmt an, dass vor allem Typ-2-Muskelfasern empfindlich auf erniedrigte T4-Spiegel reagieren, da diese Fasern eine höhere Glykogenabhängigkeit aufweisen.

ÜF: erhöhte Konzentration von Schilddrüsenhormon → Energiegewinnung in den Mitochondrien ↑, Proteinabbau ↑, Fettoxidation ↑, Stimulation β-adrenerges System.
Glykogenabbau + verminderte Glukoseaufnahme → Ermüdbarkeit.

Myosin-ATPase-Aktivität ↑ + erhöhte Calciumaufnahme ins sarkoplasmatische Retikulum evtl. verantwortlich für Verkürzung der Muskelkontraktion.

Relativer Kaliummangel kann zur Muskelschwäche beitragen.



Verlauf:

UF: (Habe keine Angaben gefunden zu einem evtl. verzögerten Beginn.)
Langsamer Rückgang der Symptome unter adäquater SD-Hormontherapie: „Nach erfolgreicher Substitutionsbehandlung bestehen im Gegensatz zur Hyperthyreose bei 33 % der Patienten nach einem Jahr noch Residualsymptome“ (Wenninger et al., s. u.).


ÜF: Auftreten der Symptome bis zu Monate nach Beginn der ÜF.
Unter Therapie vollständiger Rückgang der Symptome!



Untersuchungsmethoden:

CK im Blut (Kreatinkinase):
Zeigt das Ausmaß des Muskelfaseruntergangs:

UF: CK in 57-90 % erhöht (bis 10fach), oft LDH und GOT erhöht.
Muskelschwäche korreliert nicht mit CK-Erhöhung.
CK kann schon vor Auftreten der Symptome erhöht sein.
Negative Korrelation zwischen CK-Erhöhung und T3-Erniedrigung.


ÜF: CK leicht erhöht, häufig aber normal.

EMG (Elektromyografie):
Zum Nachweis eines Muskelschadens, insbesondere zur Unterscheidung einer reinen Muskelkrankheit von einer durch Nervenschaden bedingten muskulären Störung. Die genaue Ursache der Muskelstörung kann hiermit jedoch nicht festgestellt werden.

UF: EMG häufig normal. Evtl. ENG (Elektroneurografie) sinnvoll: Motorische und sensible Nervenleitgeschwindigkeit in 50 % verlangsamt (durch Nervenbeteiligung, s. o.)

ÜF: Häufig (90 %) EMG der körpernahen Muskulatur pathologisch, seltener auch der körperfernen.

Sonografie kann zur Erkennung eines Muskelumbaus sinnvoll sein, evtl. Kernspintomografie.

EKG und Echokardiografie (= „Echo“, Herz-Ultraschall): Bei UF und Verdacht auf Herzbeteiligung sinnvoll.

Muskelbiopsie:
Nur bei deutlichen Hinweisen einer Muskelkrankheit, deren Ursache nicht anderweitig gefunden werden kann bzw. zum Ausschluss anderer Muskelerkrankungen, am besten in einem zertifizierten neuromuskulären Zentrum. Bei schilddrüsenbedingter Muskelerkrankung eher unspezifische Veränderungen, abhängig von Krankheitsdauer. Bei UF evtl. Zunahme, bei ÜF evtl. Abnahme des Muskelfaserumfangs.


Mein Fazit:

Die Diagnostik bei Muskelbeschwerden und gleichzeitiger Schilddrüsenerkrankung und evtl. Hormontherapie ist vielleicht in Abgrenzung zu anderen Muskelerkrankungen schwierig, lohnt sich aber, denn im Gegensatz zu vielen anderen Myopathien sind diejenigen, welche durch SD-Fehlfunktion bedingt sind, gut behandelbar.

Die u. g. S1-Leitlinie Diagnostik von Myopathien empfiehlt erste diagnostische Schritte durch den Hausarzt/die Hausärztin, welcher beispielsweise durch genaue Anamnese bezüglich Schmerzen, Schwäche etc., den körperlichen Untersuchungsbefund und die Bestimmung von Schilddrüsenwerten, Elektrolyten und evtl. Muskelenzymen (z. B. CK) bereits die Verdachtsdiagnose einer Muskelerkrankung stellen und an einen Neurologen/eine Neurologin überweisen kann. Dieser hat spezifische diagnostische Möglichkeiten und Kenntnisse. In differenzialdiagnostisch schwierigen Fällen sollte man sich an ein neuromuskuläres Zentrum (davon gibt es wohl 26 in Deutschland, zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke, DGM) wenden.


Quellen:

Pongratz DE, Späth M: Schilddrüse und Muskulatur. In: Seibel MJ, Weinheimer B, Ziegler R (Hrsg.): Schilddrüse 1999, Die Schilddrüse und ihre Beziehung zum Organismus. Wissenschaftliche Fortbildungsveranstaltung der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie unter Beteiligung der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie – CAEK –, der Arbeitsgemeinschaft Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin und der Sektion Angewandte Endokrinologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie / Henning-Symposium, 14. Konferenz über die Menschliche Schilddrüse, Heidelberg. Berlin: De Gruyter 2000, 282-291 [Seite 285 online leider nicht angezeigt], ISBN 3-11-016845-6 (online abgerufen 08.04.2018
http://books.google.gr/books?id=UU2acUrLf_EC&pg=PA282&lpg=PA282&dq=myopathie+Schilddr%C3%BCse&source=bl&ots=HtLX_4ZCJh&sig=XwzI-1N_VkRGVH8RyA7fScc8dyc&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiMr4L95ZnaAhWtiKYKHbFSA-M4ChDoAQgyMAI#v=onepage&q=myopathie%20Schilddr%C3%BCse&f=false

Wenninger S, Schoser B (2011): Angeborene und endogene endokrine Myopathien. Z Rheumatol 2011 · 70:760-766, DOI 10.1007/s00393-011-0787-5, Online publiziert: 10. September 2011, Copyright Springer-Verlag (online abgerufen 08.04.2018
http://www.researchgate.net/profile.....us-endocrine-myopathy.pdfLink verläßt das Forum, neues Fenster wird geöffnet

Berlit P (Hrsg.): Klinische Neurologie (1999). Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 269-272 (online abgerufen 08.04.2018)
http://books.google.gr/books?id=7aezBgAAQBAJ&pg=PR4&lpg=PR4&dq=Berlit+P+#v=onepage&q=Berlit%20P&f=false

Sharma V, Borah P, Basumatary LJ, Das M, Goswami M, Kayal AK (2014): Myopathies of endocrine disorders: A prospective clinical and biochemical study. Ann Indian Acad Neurol, Jul-Sep; 17(3): 298-302, doi: 10.4103/0972-2327.138505 (online abgerufen 07.04.2018)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4162016/
Anm.: Prospektive Studie zu hormonell bedingten Muskelschwächen mit allerdings nur wenig Untersuchten (10 mit UF, 7 mit ÜF). Jedoch werden u. a. Aussagen zum Verlauf gemacht: Die Prognose ist unter Therapie gut, es kann jedoch eine Weile dauern, bis die Muskelbeschwerden verschwinden.

Duyff RF, Van den Bosch J, Laman DM, van Loon BJ, Linssen WH (2000): Neuromuscular findings in thyroid dysfunction: a prospective clinical and electrodiagnostic study. J Neurol Neurosurg Psychiatry 68(6): 750-5 (online abgerufen 07.04.2018)
http://jnnp.bmj.com/content/68/6/750

Nehls V: Myopathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen
http://immunendokrinologie.de/html/myopathien.html

Deschauer M. et al.: S1-Leitlinie Diagnostik von Myopathien. 2016. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie (abgerufen am 08.04.2018).
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-115l_S1_Myopathien-Diagnostik_2016-08.pdf

Qianrui Li, Yuping Liu, Qianying Zhang, Haoming Tian, Jianwei Li, Sheyu Li, Gaurav Malhotra (Hrsg): Myopathy in hyperthyroidism as a consequence of rapid reduction of thyroid hormone – A case report, Medicine (Baltimore). 2017 Jul; 96(30): e7591. Published online 2017 Jul 28. doi: 10.1097/MD.0000000000007591
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5627834/
Fallbeschreibung und Literatur-Review: Myopathie durch relative Unterfunktion nach Thyreoidektomie, RJT oder Thyreostatika wg. Morbus Basedow. Diverse ähnliche Fallberichte werden zitiert, hingewiesen wird auf die schwierige Abgrenzung zu Muskelbeschwerden als Thyreostatika-Nebenwirkung.

Espiritu RP, Stan MN: Rhabdomyolysis after withdrawal of thyroid hormone in a patient with papillary thyroid cancer. Endocr Pract. 2008 Nov; 14(8):1023-6.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19095604
Interessante Fallbeschreibung: Patient mit papillärem Schilddrüsenkarzinom entwickelt 6 Wochen nach totaler Thyreoidektomie und 2 Wochen nach Ende einer SD-Hormontherapie (welche, wird im Abstract nicht genannt. L-T3?) während Vorbereitung für die RJT in UF eine zunehmende allgemeine Schwäche und Muskelschmerzen. Ursächlich ist eine Rhabdomyolyse (akuter Muskelzellzerfall mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Hyperkaliämie und Nierenversagen). Die Autoren fordern, während des Hormonentzugs bei Patienten verstärkt auf Muskelsymptome zu achten und möglichst rhTSH (Thyrogen®) anstelle eines Hormonentzugs einzusetzen.

Lanska DJ: Myopathies associated with thyroid disease, Neurology MedLink, Originalarbeit von 1995, letztes Update 18.04.2017, verfügbar bis 18.04.2020, Copyright© 2001-2018 MedLink Corporation.
http://www.medlink.com/scripts/mpdf/print_friendly.php?title=myopathies_associated_with_thyroid_disease&action=print&channel=public_content&entryid=20088
Ausführliche Übersichtsarbeit zu mit Schilddrüsenerkrankungen assoziierten Muskelerkrankungen, zahlreiche Literaturangaben.

__________________________________________________________

In dieser Literatur kommen viele Fachausdrücke vor:
Myasthenie = Muskelschwäche
Myalgie = Muskelschmerz
Myotonie = Muskelsteife, verzögerte Erschlaffung des Muskels
Crampi = Muskelkrämpfe
Faszikulationen = Muskelzuckungen
Muskelatrophie = Muskelschwund
Muskelhypertrophie = Muskelzuwachs, Umfangsvermehrung der Muskulatur
Myxödem = teigige Schwellung von Haut, Unterhaut und Fettgewebe durch bindegewebigen Umbau. Bei Druck darauf bleibt keine Delle zurück wie bei Ödemen (Wassereinlagerungen) durch Herz-, Nieren- oder Lympherkrankungen.
Polyneuropathie = Nervenspitzenschädigung
__________________________________________________________


Liebe Grüße

miesekröte

PS: Dies ist keine ärztlich geprüfte diagnostische Leitlinie oder gar Handlungsanweisung, sondern entspringt nur einer kleinen laienhaften Googelei. Sollte jemand Fehler finden, bitte Bescheid geben.

__________________________________________________________


Update 16.04.2018:
  • Bug („Breitband-Format“) behoben.
  • Studie von Duyff RF et al. im Volltext gefunden und statt der Kurzversion eingefügt.
  • Studie von Qianrui Li et al. ergänzt.
  • Studie von Espiritu RP et al. ergänzt (interessant: schwerwiegende Myopathie durch Hormonentzug vor RJT wg. pap. SD-Ca.)
  • Übersichtsarbeit von Lanska DJ ergänzt.


Zuletzt bearbeitet von miesekröte am 16. Apr 2018, 22:22, insgesamt 3-mal bearbeitet
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
ElkeM(Fördermitglied)Offline
Anmeldung: 22.03.12
Beiträge: 1068
SD OP beidseitig (Fe...
NRW
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163053)
Verfasst am: 09. Apr 2018, 07:34
Antworten mit Zitat

Hey, vielen Dank für diesen sehr informativen Bericht.
Ich habe permanent Muskelschmerzen, habe es aber aufgegeben, die Ursache zu finden. Meine Ärzte meinen immer, es wäre sowohl SD- Hormonmässig wie auch beim Kalzium alles OK. Sie erklären sich die Schmerzen mit Wechseljahrsbeschwerden. Merkwürdigerweise sind sie erst seit der SD OP vorhanden.Sad
Nach Belastung sind sie so extrem, dass das Laufen, ja sogar Hände zur Faust schließen, schon zur Qual wird. Aber nach 1 bis 2 Tagen geht es dann wieder.

Allerdings muss ich sagen, dass ich das sowohl in UF wie in ÜF aber auch im gut eingestellten SD Hormon-Bereich habe. Ich werde aber beim nöchsten Endobesuch mal den CK wert testen lassen- sofern die Ärtzin sich darauf einlässt.

Gruß Elke
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
Cira(Fördermitglied)Offline
Anmeldung: 20.10.11
Beiträge: 14
60+
Beitrag:

Beitrag

 (p163055)
Verfasst am: 09. Apr 2018, 09:49
Antworten mit Zitat

Auch von mir ein DANKESCHÖN für Deine Zusammenstellung !!
Sowohl Gelenk- als auch Muskelbeschwerden plagen mich seit Jahren, aber in der Nachsorge heißt es immer, das kann mit der Schilddrüse nichts zu tun haben.
Nachdem ich immer wieder in der Uniklinik (Nuklearmedizin) über meine Schmerzen geklagt habe, wurde letzten Herbst eine 2+3-Phasen-Skelettszinzigraphie vorgenommen, wo letztendlich festgestellt wurde, dass so ziemlich alle Gelenke entzündet sind und eine Erkrankung aus dem "rheumatoiden Formenkreis" vorliegen könnte. In der Rheumaklinik wurde dies jedoch ausgeschlossen, aber dort wurde erstmals der Creatinkinase-Wert erhoben, der tatsächlich erhöht ist.
Mit Deinen "Forschungen" komme ich sicher bei meinem nächsten Arztbesuch weiter Very Happy.
Lieben Dank
Cira
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
Harald(Bundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin)
Offline
Avatar

Anmeldung: 12.05.99
Beiträge: 14455
fol. SD-CA 97 (oxyphil)
keine Angaben
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163058)
Verfasst am: 09. Apr 2018, 11:02
Antworten mit Zitat

Liebe Miesekröte,

ganz herzlichen Dank für diesen Beitrag!!

Werde diesen Beitrag noch entsprechend verlinken.

Eine Ergänzung habe ich schon eingefügt:

Im Forum gibt es bereits die Gruppe: Link innerhalb des ForumsMuskelschmerzen (nicht Muskelkrämpfe)

Viele Grüße
Harald

_________________
Als Link innerhalb des ForumsFördermitglied kannst du schon mit 5 € im Jahr unserem Link innerhalb des ForumsVerein sehr helfen! Gemeinsam sind wir stärker!!! Daumen hoch
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
schildkröte2Offline
Avatar

Anmeldung: 02.12.15
Beiträge: 142
Vitiligo,Hashi,TD 11...
Österreich
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163068)
Verfasst am: 09. Apr 2018, 17:59
Antworten mit Zitat

Hi ganz kurz nur: ich hatte und habe diese Muskel und Gelenksschmerzen ja auch seit der SD Entfernung. Bin deswegen seit einigen Wochen an der Rheumaklinik sowie auf der Dermatologie bei uns am UK in Behandlung. Da bei mir auch eine Psoriasis beteiligt ist, die erstmals einige Tage nach der Totalentfernung auftrat.

LG Schildkröte 2

PS: Totalentfernung war im September 2015 (kein Krebs)
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
miesekröte(aktives Vereinsmitglied)Offline
Avatar

Anmeldung: 08.12.17
Beiträge: 170
pap. SD-Ca. pT1a N0 Mx
Griechenland
weiblich
40+
Beitrag:

Beitrag

 (p163070)
Verfasst am: 09. Apr 2018, 22:42
Danke! sagt : schildkröte2
Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich freue mich sehr über Eure lieben Rückmeldungen! Wenn wir unsere Erfahrungen zu diesen Muskelproblemen austauschen, kommen uns vielleicht gute Ideen zu deren Lösung. Zumindest – und deswegen habe ich diese Infos zusammengetragen – können wir unseren Ärzten gegenüber anders auftreten, wenn wir wissen, es gibt Forschungsergebnisse und sogar Leitlinien, die die Existenz von Muskelerkrankungen durch Schilddrüsen-Fehlfunktion belegen.

Es hat nichts mit eingebildeter Krankheit zu tun, wenn wir uns nach einem ausgiebigen Spaziergang nicht mehr rühren können vor Muskelkater, wir vor lauter Steifigkeit nur noch breitbeinig staksen können, wenige Treppenstufen zur Qual werden oder die Fußsohlen schon morgens beim Sockenanziehen oder beim ersten Betätigen des Gaspedals schmerzhaft verkrampfen.

Noch weiß ich nicht, ob mein "Muskeltheater" auf die noch nicht lang zurückliegende UF oder eine relative ÜF zurückzuführen ist (ich schlucke meine Hormönchen noch nicht lange). Meine Schilddrüsenwerte waren zuletzt hübsch im Normbereich. Meine Psyche war es nicht. Also erhöhte ich meine Hormondosis minimal – die Psyche freut`s, aber die Muskulatur streikt immer häufiger. Die Werte liegen vermutlich immer noch hübsch im Normbereich. Was aber, wenn das für meinen Körper vielleicht schon ÜF bedeutet, weil er jahrelang nur grenzwertige Unterfunktion kannte?

Auch wenn die von mir gefundene Literatur sich nicht speziell auf die Situation der meisten von uns, nämlich derjenigen ohne Schilddrüse, bezieht, so kann ich mir doch vorstellen, dass unsere Hormonsubstitution eben auch eine Schilddrüsenfehlfunktion in weiterem Sinne darstellt. Es ist eine künstliche Situation, die nachweislich zu Änderungen der komplizierten hormonellen Regelkreise führt, siehe z. B. die Triggerung der Bildung von T3 aus T4 durch TSH bei vorhandener Schilddrüse, wohingegen diese Umwandlung bei Schilddrüsenlosen von der Menge des zur Verfügung stehenden T4 abhängt, aber nicht mehr vom TSH (siehe z. B. im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Regelkreis TSH-Schilddrüsenhormone komplexer als angenommen: Der TSH-T3-Shunt). Das quasi automatische Negieren eines Zusammenhanges einer geklagten Störung mit der (fehlenden) Schilddrüse durch manche Ärzte und Ärztinnen, weil die Schilddrüsenwerte schließlich „normal“ seien, greift m. E. zu kurz. Erst recht, wenn man beachtet, dass sich eine Fehlfunktion des Schilddrüsenstoffwechsels teilweise mit einer zeitlichen Verzögerung von Monaten auf die Muskulatur auswirken kann.

Auch wenn, zum Beispiel wegen dieses u. U. zeitversetzten Auftretens von Muskelbeschwerden nach einer Dosisänderung, der ursächliche Zusammenhang schwierig herzustellen sein mag, sollten, finde ich, unsere Ärzte/-innen gemeinsam mit uns nach einer Lösung suchen.
Zum Beispiel: Was kann man tun, wenn durch die oft notwendige Unterdrückung des TSH nach Schilddrüsenkrebs die Muskulatur eifrig überfunktioniert und vor lauter Kontraktionen irgendwann nur noch mit Schmerz reagiert, allmählich aber nachweislich schwächer und schwächer wird? Vielleicht gibt es bereits Medikamente, die in der Lage sind, an den entsprechenden Enzymschnittstellen, Ionenkanälen oder wo auch immer im Muskel die Signalübertragung zu verlangsamen, sodass die zu schnellen Muskelaktionen auf ein verträglicheres Maß abgebremst werden? Vielleicht hilft uns der Hausarzt/die Hausärztin durch Überweisung zu einem cleveren Neurologen/Neurologin, der ein Mittel kennt? Ich weiß hierüber leider nichts, werde aber am Ball bzw. am Muskel bleiben und lesen und berichten, wenn ich fündig werde …

… und bis dahin versuche ich, trotz allem mich körperlich so viel zu bewegen wie früher, weil ich befürchte, sonst in null Komma nix gar keine Kraft mehr in den Beinen zu haben. Ich stelle mir vor, dass meine Muskeln vielleicht lernen können, mit der veränderten Hormonlage umzugehen.
Mir hilft, wenn ich mir nach körperlicher Anstrengung sofort viele warme Klamotten überziehe. Kälte verschlimmert.
Mir hilft auch Magnesium gegen die extreme Muskelsteifigkeit. Auch die Krämpfe treten deutlich weniger auf, seit ich Magnesium nehme.

@ElkeM: Liebe Elke, tja, wofür die Wechseljahre nicht alles herhalten müssen … Confused Dass Du diese Beschwerden sowohl in ÜF, UF als auch dazwischen hast, liegt vielleicht an der zeitlichen Verzögerung, mit der die Muskelbeschwerden auftreten und wieder abklingen. Eine CK-Bestimmung sollte für Deine Ärztin aber drin sein, finde ich, das kostet sicher nicht die Welt. Und eine Überweisung zum Neurologen, der die Muskelerkrankung bei einer körperlichen Untersuchung vermuten und mittels EMG nachweisen kann, vermutlich auch nicht. Blöde Sparmaßnahmen!

@Cira: Siehste mal, Du hast sogar eine erhöhte CK! Diese kann zwar auch von übermäßiger körperlicher Anstrengung vor der Blutentnahme herrühren oder von einer Spritze in einen Muskel oder vom Anstoßen am Türrahmen, sie kann aber eben auch eine Myopathie anzeigen. Lass uns weiterforschen!

Kennst Du übrigens die Aufsätze von Volker Nehls? Liebe @schildkröte2, das ist vielleicht auch für Dich wegen Deiner Gelenkbeteiligung interessant. Von der oben verlinkten Seite kommt man auch zu seinen Ausführungen zu Gelenk- bzw. rheumatischen Beschwerden in Zusammenhang mit der Schilddrüse. Ich meine dort gelesen zu haben, dass eine sog. Chondrokalzinose, bei der irgendwas fälschlicherweise zu viel in den Gelenkknorpel eingebaut wird, durch Schilddrüsenhormonstörungen begünstigt werden kann. Aber da müsste ich noch mal nachforschen Wink

Cira, sorry, ich sehe gerade, das mit Nehls war quasi ein "Kurzschluss" - den kennst Du ja bereits und hattest ihn in Deinem Link innerhalb des ForumsBeitrag verlinkt.

Lieber @Harald, vielen Dank für Dein Feedback und das Verlinken!
Dass es die Gruppe „Muskelschmerzen (nicht Muskelkrämpfe)“ gibt, habe ich gesehen. Warum aber werden die Muskelkrämpfe ausgeklammert? Das hat mich etwas verwirrt. Krämpfe können sowohl bei ÜF als auch UF auftreten und gehören zu meinem „Muskeltheater“ leider dazu Sad

Liebe Grüße

miesekröte

PS: Seht ihr diesen Thread auch in dieser komischen Überbreite wie ich? Ich weiß nicht, woran es liegt. Sollten euch aber nun die Handmuskeln schmerzen vom vielen Rechts-links-Scrollen, so ist vermutlich nicht die Schilddrüse schuld, sondern ich, die miese🐢 (Anm.: Bug behoben am 16.04.18)


Zuletzt bearbeitet von miesekröte am 16. Apr 2018, 22:24, insgesamt einmal bearbeitet
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
schildkröte2Offline
Avatar

Anmeldung: 02.12.15
Beiträge: 142
Vitiligo,Hashi,TD 11...
Österreich
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163072)
Verfasst am: 10. Apr 2018, 08:51
Antworten mit Zitat

@ Miese...

Hallo Krötchen!

Ich finde zwar den verlinkten link oben aber die Aufsätze von Volker Nehls blieben mir verborgen.
Entweder bin ich zu blöde um sie zu finden oder blind.... eines von beiden wird wohl zutreffen...
LG Schildkröte 2
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
miesekröte(aktives Vereinsmitglied)Offline
Avatar

Anmeldung: 08.12.17
Beiträge: 170
pap. SD-Ca. pT1a N0 Mx
Griechenland
weiblich
40+
Beitrag:

BeitragGelenke & Schilddrüse bei V. Nehls

 (p163073)
Verfasst am: 10. Apr 2018, 09:10
Danke! sagt : schildkröte2
Antworten mit Zitat

Guten Morgen Schildkrötchen,

ich schicke Dir eben mal die entsprechenden Kapitel.

Arthropathien und Immunopathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen

Systemische und gewebespezifische Versorgung mit Schilddrüsenhormon. Zur Rolle der Deiodinasen bei der Polyarthrose

Rheumatologische Aspekte von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Wenn Du auf der Seite bist, siehst Du links im roten Auswahlmenü ziemlich weit unten „Schildkröte", quatsch „Schilddrüse“ steht da natürlich Wink. Wenn Du da draufklickst, öffnet sich ein Untermenü mit den verschiedenen Kapiteln.
Ich finde die Seiten ganz spannend, auch wenn ich dann, wenn es um zelluläre Feinheiten geht, nicht mehr mitkomme.

Liebe Grüße!

miesekröte
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
dkr(Bundesvorsitzender
Leiter SHG Rhein-Main)
Offline
Avatar

Anmeldung: 19.07.09
Beiträge: 4634
multifok. pap. SD-CA...
Ober-Ramstadt
männlich
60+
Beitrag:

Beitrag

 (p163077)
Verfasst am: 10. Apr 2018, 17:53
Danke! sagen : Harald, miesekröte
Antworten mit Zitat

Liebe Miesekröte,

herzlichen Dank für die ausführliche Recherche.

An einigen Stellen finden sich ja Verbindungen zur neurologischen Problemen, von denen mich, da selbst betroffen, besonders die Neuropathien aber auch hirnorganische Zusammenhänge in Form von Leistungsstörungen und psychiatrischen Verbindungen interessieren.
Irgendwann hatte ich mal angefangen dazu zu recherchieren, leider habe ich das nie konsequent bis auf die Quellen getan, weil einfach die zeit fehlte.

Das ist ein breites Feld, ich denke auch da sind viele Fragen offen und es gibt viele Betroffene, die leiden aber nicht wirklich ernst genommen werden. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass es für alle diese Störungen mannigfaltige Ursachen gibt, die größtenteils nichts mit der (fehlenden) Schilddrüse zu tun haben müssen.

Vielleicht schaffen wir es auch hierzu mal eine Sammlung anzulegen und als Beitrag aufzuarbeiten. Ich beteilige mich gern daran.

Viele Grüße
Karl

_________________
Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg


Mitglied werden! Link innerhalb des ForumsFördermitglied oder Link innerhalb des Forumsaktives Mitglied
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
schildkröte2Offline
Avatar

Anmeldung: 02.12.15
Beiträge: 142
Vitiligo,Hashi,TD 11...
Österreich
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163081)
Verfasst am: 11. Apr 2018, 10:34
Antworten mit Zitat

Beitrag: ( Link innerhalb des ForumsBeitrag (p163068) )
Verfasst am: 09. Apr 2018, 18:59



Was mir da noch dazu eingefallen ist: Besonders arg treten diese Muskelschmerzen dann auf wenn ich gerade was gegessen hatte so ca. 10 Minuten danach und werden begleitet von einer schon fast extremen Müdigkeit, die wenn ich mich wo hin setzte und ausruhe in einem Kurzschlaf enden. Muss zwar nicht im direkten Zusammenhang stehen könnte aber eventuell.
Zucker und restliche Blutwerte sind aber ok

LG Schildkröte2
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
Harald(Bundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin)
Offline
Avatar

Anmeldung: 12.05.99
Beiträge: 14455
fol. SD-CA 97 (oxyphil)
keine Angaben
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163126)
Verfasst am: 12. Apr 2018, 18:12
Antworten mit Zitat

miesekröte hat folgendes geschrieben:
@Harald:
Dass es die Gruppe „Muskelschmerzen (nicht Muskelkrämpfe)“ gibt, habe ich gesehen. Warum aber werden die Muskelkrämpfe ausgeklammert? Das hat mich etwas verwirrt. Krämpfe können sowohl bei ÜF als auch UF auftreten und gehören zu meinem „Muskeltheater“ leider dazu Sad


Liebe Miesekröte,

mir ging es damals als ich die Gruppe eingerichtet habe darum, dass hier nicht zwei mögliche Ursachen vermischt werden. Muskelkrämpfe durch Kalziummangel beim Hypopara lassen sich ja durch die Gabe von Kalzium beheben.

Für die Probleme der Betroffenen in dieser Gruppe, die nach Entfernung der Schilddrüse auftreten, gibt es noch keine Therapie. Es scheint irgendwie mit der Schilddrüsenhormonsubstitution zusammen zu hängen, und ich habe mich damals an den Beschwerden dieser Betroffenen orientiert für die Gruppenbeschreibung.
Dein Beitrag hat mich überzeugt, dass auch Muskelkrämpfe hierzu gehören können.

Habe den Titel der Gruppe etwas abgeändert, sowie den erklärenden Text.:
Forums-Gruppe: Link innerhalb des ForumsMuskelschmerzen, .... (nicht Muskelkrämpfe wie bei Hypopa)
Zitat:
Eigenartige Muskelschmerzen vor allem in der Bein-Muskulatur, aber auch im Rücken und in der Schulter (nicht wie Muskelkater).

Keine Kraft in den Beinen. Verhärtung des Muskels.

Es können auch Muskelkrämpfe auftreten.


Besser so?

Bin auch dabei, die Links in deinem Beitrag kürzer zu machen, und weiter am verlinken.

Wichtig scheint mir vor allem, dass es kaum/keine (bzw. mir keine bekannte) Studien gibt, die das Problem bei uns Schilddrüsen losen, beschreibt.

Viele Grüße
Harald

_________________
Als Link innerhalb des ForumsFördermitglied kannst du schon mit 5 € im Jahr unserem Link innerhalb des ForumsVerein sehr helfen! Gemeinsam sind wir stärker!!! Daumen hoch
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
miesekröte(aktives Vereinsmitglied)Offline
Avatar

Anmeldung: 08.12.17
Beiträge: 170
pap. SD-Ca. pT1a N0 Mx
Griechenland
weiblich
40+
Beitrag:

Beitrag

 (p163134)
Verfasst am: 12. Apr 2018, 23:25
Antworten mit Zitat

Lieber Harald und alle Muskelgeplagten,

nach allem, was ich gelesen habe, ist genau dies
Zitat:
„… mir ging es damals als ich die Gruppe eingerichtet habe darum, dass hier nicht zwei mögliche Ursachen vermischt werden.“

ein ziemliches Problem: Anhand des Symptoms „Muskelkrämpfe“ lässt sich eben nicht unterscheiden, ob die muskulären Beschwerden auf eine Nebenschilddrüsen-Unterfunktion oder eine andere endokrine, z. B. schilddrüsenhormonbedingte Muskelerkrankung zurückzuführen sind.

Hier sehe ich gerade bei Hypopara-Betroffenen die Schwierigkeit, dass evtl. die Calcium- oder Vitamin-D-Analoga-Medikation verändert wird im Glauben, man habe die Muskelbeschwerden wegen einer Calcium-Unterversorgung – in Wahrheit liegt aber möglicherweise die Ursache in der noch nicht stimmigen Schilddrüsenhormon-Dosis.

Meiner Meinung nach müsste man bei solchen Muskelbeschwerden wie oben beschrieben an beides denken: sowohl die Möglichkeit eines Hypopara als auch einer hormonellen Unstimmigkeit seitens der Schilddrüsenhormone, als auch einen Vitamin-D-Mangel (und manches mehr).

Wenn sich die Forumsgruppe „Muskelschmerzen …“ vornehmlich an diejenigen richtet, bei denen kein Hypopara vorliegt, so werden Nutzer/-innen mit Muskelschmerzen und/oder Muskelkrämpfen sich hierdurch
Zitat:
„(nicht Muskelkrämpfe wie bei Hypopa[ra])“

vielleicht immer noch nicht eingeladen fühlen. Die Formulierung spricht Betroffene mit Muskelkrämpfen ja immer noch nicht an Confused Denn sie haben ja Muskelkrämpfe „wie bei Hypopara“, Krampf bleibt Krampf, egal welcher Ursache Sad
Wie wäre es also damit: „Muskelschmerzen, -schwäche, -krämpfe (nicht Hypopara)“?

In der Beschreibung der Gruppe würde ich auch dies
Zitat:
„Eigenartige Muskelschmerzen … (nicht wie Muskelkater)“

(Hervorhebung durch mich)
ändern, und zwar das „nicht“ streichen, denn es ist gerade ein Charakteristikum einer Myopathie, also einer primären Muskelerkrankung wie u. a. der unsrigen, dass der Schmerz eben wie Muskelkater sein kann. Guck mal hier, das ist aus den Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie (S. 6 unten), die ich oben verlinkt habe:
Zitat:
„Nur der muskelkaterähnliche, tief im Inneren der großen Extremitätenmuskeln empfundene Schmerz kann als Charakteristikum einer Myopathie gelten.“

Das
Zitat:
„Bin auch dabei, die Links in deinem Beitrag kürzer zu machen, und weiter am verlinken.“

wäre prima, vielleicht bringt das den Thread wieder in ein normales Format, die Überbreite erschwert die Lesbarkeit doch sehr.

Und hier
Zitat:
„Wichtig scheint mir vor allem, dass es kaum/keine (bzw. mir keine bekannte) Studien gibt, die das Problem bei uns Schilddrüsen losen, beschreibt.“

besteht wahrscheinlich wirklich noch Forschungsbedarf. Aber wer mag schon forschen, wo endokrine Myopathien doch nur einen kleinen Teil aller Myopathien ausmachen, Schilddrüsenkrebs auch nicht gerade häufig ist und das Thema Neurologen und Endokrinologen an einen Tisch Keine Ahnung bringen müsste, wie Wenninger et al. (Link siehe oben) m. E. treffend schreiben:
Zitat:
„Eine klinisch manifeste Myopathie stellt eine seltene Manifestationsform einer erworbenen oder endokrinen hormonellen Dysbalance dar. Daher erfordert diese vom Kliniker einen Brückenschlag zwischen Neurologie und Endokrinologie. Asymptomatische oder Forme-fruste-Varianten sind sicher häufiger und ggf. auch unterdiagnostiziert.“

Aber: Es gibt noch ein paar Literaturstellen, winzige, aber prospektive Studien wie die oben verlinkte, die für uns vielleicht von Bedeutung sind. Ich brauche nur etwas Zeit dafür …

Liebe Grüße

miesekröte
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
ElkeM(Fördermitglied)Offline
Anmeldung: 22.03.12
Beiträge: 1068
SD OP beidseitig (Fe...
NRW
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163141)
Verfasst am: 13. Apr 2018, 08:31
Danke! sagen : Harald, miesekröte
Antworten mit Zitat

Hallo,

Ja, es fühlt sich tatsächlich an wie ein extremer Muskelkater. Nur kommt der nicht erst, wie man das kennt, am nächsten Tag sondern viel schneller. Das merkwürdige ist ja, dass es noch nichtmal viel Belastung braucht. 1 Stunde etwas zügiger spazieren gehen, reicht da bei mir schon aus. Und das seltsame ist, dass dann nicht nur die Beine Schmerzen sondern sogar die Hände. Das ist als wenn die gesamte Muskulatur Probleme hat sich an die Belastung anzupassen.
Auch ich habe versucht, meine Muskeln an die Belastungen zu "gewöhnen" ( vor der OP war ich zwei bis dreimal die Woche joggen) leider hab ich es nicht geschafft und bin mittlerweile echt unsportlich geworden.

Ach so. Als langjähriger Hypopara merkt man den Unterschied. Wenn Kalzium fehlt, krampft die Muskulatur eher oder es kribbelt. Ich habe schon mit Kalzium experimentiert. Ich bin eine Stunde vor dem Labor zur Blutabnahme rumgelaufen und habe dann Kalzium bestimmen lassen- alles OK.

Liebe Grüße
Elke
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
miesekröte(aktives Vereinsmitglied)Offline
Avatar

Anmeldung: 08.12.17
Beiträge: 170
pap. SD-Ca. pT1a N0 Mx
Griechenland
weiblich
40+
Beitrag:

Beitrag

 (p163150)
Verfasst am: 13. Apr 2018, 19:35
Antworten mit Zitat

Hallo,

@Elke, danke, dass Du das so gut beschrieben hast! Ja, starker Muskelkater, aber eben viel zu früh, nämlich gleich nach Belastung, das trifft es auch bei mir exakt.

Schmunzeln muss ich über Deinen heroischen Selbstversuch vor dem Labor. Und finde es beruhigend, dass Du merkst, was vom Hypopara kommt und was nicht.

Vorhin habe ich meine Hunderunde gedreht, nix Aufregendes: etwas über eine Stunde mehr oder weniger zügiges Spazierengehen. Während des Spaziergangs verliert sich das anfängliche Schwächegefühl recht schnell, meine Muskulatur ist zwar schwächer als früher, aber irgendwann laufe ich einfach, ohne darüber nachzudenken.

Kaum aber bin ich zurück und sitze, beginnt binnen Minuten dieser Muskelkaterschmerz in den Oberschenkelvorderseiten, oft verbunden mit einem Hitzegefühl im Muskel, manchmal mit einem innerlichen „Blubbern“ oder „Brodeln“ in dieser Muskulatur, die auch fühlbar verhärtet ist. Alles fühlt sich steif an.

Wenn ich dann aufstehe, gehe ich manchmal mit einem Gefühl wie „Gummibeine“, manchmal breitbeinig unsicher. Und wenn ich die Muskeln an der Oberschenkelvorderseite brauche, zum Beispiel beim Vornüberbeugen, merke ich, dass sie nicht tragen, viel schwächer sind als früher. Ich vermute, dass auch die Beckenmuskulatur betroffen ist, denn aufrechtes Sitzen ist dann auch schwierig – als würde die Kraft nicht ausreichen, den Oberkörper gerade zu halten.

Seit einigen Tagen bemerke ich auch gelegentliche Probleme mit den Händen. Es betrifft die Kleinfingerballen und die Handflächen beidseits, die sich anfühlen wie in einer Dauerkontraktion.

Außerdem gibt es seit Kurzem lästige Lidzuckungen, eine seltsame Sache, die ich zuletzt in der Kindheit hatte, und nun tritt es jeden Abend am linken Auge auf, wenn ich auf den Monitor schaue. Als wäre das bisschen Augenoffenhalten schon zu viel verlangt …

Elke, genau diesen Eindruck
Zitat:
„Das ist als wenn die gesamte Muskulatur Probleme hat sich an die Belastung anzupassen.“

habe ich auch und wüsste brennend gerne, in welche Richtung ich denn an der Dosisschraube drehen soll, um das Muskelproblem zu beeinflussen. Ich will noch mehr versuchen herauszufinden über die zeitlichen Verläufe. Also mit welchem Abstand ungefähr es bei UF oder ÜF zu Muskelsymptomen kommt. War die alte Hormondosis zu niedrig oder ist die jetzige zu hoch? Keine Ahnung, und einen fitten Neurologen, der rausfinden kann, ob nun meine Muskelkontraktionen zu schnell (ÜF) oder zu langsam (UF) sind, habe ich hier auf der Insel nicht. Also sitze ich es aus: Warten, was die nächsten Laborwerte zeigen, warten, ob sich was von alleine ändert.

Liebe Grüße

miesekröte
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
schildkröte2Offline
Avatar

Anmeldung: 02.12.15
Beiträge: 142
Vitiligo,Hashi,TD 11...
Österreich
weiblich
50+
Beitrag:

Beitrag

 (p163151)
Verfasst am: 13. Apr 2018, 22:40
Antworten mit Zitat

hört sich an als sei ich das die ihre Symptome beschreibt.

Denkt mal kurz um die Ecke. Da ich mir hauptsächlich wegen der Psoriasis ein Team gesucht habe, weil mir die Juckerei und Kratzerei nicht mehr erträglich schien würde ich euch empfehlen das eventuell mal zusätzlich in Erwägung zu ziehen und auch Richtung Rheuma zu gucken. Die Rheumatologin fragte mich nämlich auch nach diesen Muskelschmerzen und diesem "Schwächegefühl. Auch an Stellen wo ich dies nie im Leben dem Rheuma zugeschrieben hätte hätte. Wer darüber mehr Auskunft haben will kann mich gerne mit ner privaten Mail kontaktieren. Vielleicht nützt es euch etwas. Kann gerne darüber berichten nur nicht allgemein, dass würde eventuell zuviel vom Hauptforum hier ablenken. Bin seit einigen Wochen in Behandlung und habe in diesem Punkt wenn auch klitzekleine Besserungserfolge verzeichnen können.

LG und guts Nächtle wünscht euch eure Schildkröte2
Zurück   Nach oben
Profil anzeigen Private Nachricht senden Ein Gästebuch Beitrag schreiben Danke dieser Beitrag hat mir geholfen. email print
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Drucke Thema: Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen
Thema: 

Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen

im Forum: 

Antwort erstellen auf Thema:  Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-Funktionsstörungen Funktion steht nur registrierten Forums-Nutzer*innen zur Verfügung Bei Antworten zu diesem Thema benachrichtigen Funktion steht nur registrierten Forums-Nutzer*innen zur Verfügung
Neues Thema schreiben im Forum: 
 
Du kannst nicht einen Termin in diesem Forum posten.
Zurück   Nach oben  
Foren-Übersicht Substitution Substitution (allg.) Muskelbeschwerden bei Schilddrüsen-...
Pfeil Förderer: Krebshilfe-Logo GKV-Logo
Unterstütze uns mit
Deinen Online-Einkäufen!
verlaesst Seiten von sd-krebs.de
Der gemeinnützige Verein Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V. finanziert sich über Spenden, Sponsoring, öffentliche Zuwendungen und Mitgliedsbeiträge (Fördermitglied werden ab 5 Euro im Jahr).
Home | Datenschutz | Seiten-Übersicht | Kontakt | Verein | Impressum

Navigation neu laden | Alle Cookies löschen, die durch das Forum gesetzt wurden  |  Zur Mobilen Version wechseln (Beta)
        Based on: phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
nach oben