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FAQ: Was sind Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)?

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Harald(Bundesgeschäftsführer
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BeitragFAQ: Was sind Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)?

 (p42470)
Verfasst am: 18. März 2007, 17:51
Antworten mit Zitat

FAQ: Was sind Tyrosinkinase-Inhibitoren? - Überblick
Update: 3.07.2019


Hallo,
in diesem Beitrag versuche ich zu erklären, was Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind. Aufgrund der Entwicklung der schnell fortschreitenden Studienlage und ständig neuer Erkenntnisse aus Studien, ist es jedoch schwer diesen Artikel immer vollständig auf den neusten Stand zu halten.
Dieser Artikel erhebt also nicht Anspruch sämtliche Entwicklungen erfasst zu haben, auch wenn ich es natürlich versuche.


Inhalt-Übersicht:


Worin unterscheiden sich Krebszellen von gesunden Zellen?
Hintergrund:

Bei Krebs unterscheidet sich die Neubildung von Zellen quantitativ zu der Neubildung von gesunden Zellen.
Das bedeutet, dass Krebs wesentlich schneller Zellen bildet als gesunde Zellen.
Die klassische Chemotherapie setzt hier mit Giften an, die vor allem sich schnell teilenden Zelle Probleme bereiten.
Der wenig-differenzierte und medulläre Schilddrüsenkrebs wächst jedoch sehr lange relativ langsam, was einer der Gründe sein dürfte, dass die klassischen Chemotherapien hier nicht wirken.

Es gibt jedoch auch qualitative Unterschiede zwischen dem Zellwachstum von Krebszelle und gesunden Zellen.

Unterschiede hat man gefunden beim
  • Invasionsverhalten, Krebszellen dringen in das Nachbargewebe ein. Gutartige Tumore (z.B. Warzen) respektieren die Grenzen und verdrängen lediglich das Nachbargewebe
  • Apoptose = "natürlicher Zelltod", findet täglich milliardenfach im Körper statt. Bei der Zellteilung finden natürliche Kontrollmechanismen statt. Wird eine Zelle als Fehlerhaft entdeckt, läuft ein "Selbstmordprogramm" an. Bei Krebs wird dieser Mechanismus ausgesetzt.
  • Gefäßversorgung = Angiogenese - hier setzt die Anti-Angiogenese an;
    Die Tyrosinkinasen Link innerhalb des ForumsVEGFR unterstützen das Gefäßwachstum. Durch eine Blokade dieser Tyrosinkinasen (Inhibiert) wird der Tumor von der Blutversorgung abgeschnitten, ein weiteres Wachstum soll so nicht möglich sein.VEGFR gibt es allerdings auch in den Hautzellen. Eine typische, sehr unangenehme Nebenwirkung ist daher das Hand-Fuß-Haut-Syndrom. Beim Hand-Fuß-Haut-Syndrom wird die Haut an Händen und Füßen rötlich und schmerz empfindlich bei Kontakten.
    (siehe auch FAQ-Hilfe: Link innerhalb des ForumsFAQ: Angiogenesehemmer - Therapiehoffnung bei med. SD-Krebs.
  • rezeptorvermittelte Unterschiede der Signalübertragung - Tyrosinkinasen
    Es werden Mutationen (Veränderungen) der so genannten Link innerhalb des ForumsTyrosinkinasen vermutet, die zu einem ungebremsten Zellwachstum führen.

    Auf diese rezeptorvermittelten Unterschiede in der Signaltransduktion (= Signalübertragung) setzen nun Therapien mit Tyrosinkinase-Inhibitoren an. Diese sollen so den Stoffwechsel der Krebszellen lahmlegen. Da es eine Vielzahl von solchen Rezeptoren gibt, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Tyrosinkinase-Inhibitoren, welche auch beim Schilddrüsenkrebs nun auf ihre Wirksamkeit in Studien überprüft werden. Obgleich Throsinkinase-Inhibitoren vielfach als zielgerichtete Therapie angepriesen werden, blockieren sie meist mehrere Tyrosinkinasen, z.T. unterschiedlich gut, und entsprechend gibt es auch nicht unbeträchtliche Nebenwirkungen (s.u.).

    In einem Artikel der "Essener Unikate" 25/2005 werden von Dr. Martina Bröcker-Preuß und Prof. Klaus Mann diese Grundlage für neue Therapieoptionen auch sehr gut erklärt:
    <a href="https://www.uni-due.de/unikate/ressourcen/grafiken/PDF's/EU_25/25_Br%F6_Mann.pdf" target="_blank">Molekulare Signalübertragung beim Schilddrüsenkarzinom</a> (PDF)

    Sehr zu empfehlen zum Verständnis, was aus einer gesunden Zelle eine Krebszelle macht, und wie die neuen Therapien wirken ist das Link innerhalb des Forums Buch: Transformation eine Zelle wird zu Krebs (Klußmeier 2016).



Inhalt-Übersicht

Tyrosinkinasen und Mutationen beim Schilddrüsenkrebs
Beim Schilddrüsenkrebs wurden bislang folgende Tyrosinkinasen und Mutationen gefunden:
Ausführlich zu den Mutationen Link innerhalb des ForumsFAQ: Molekulare Mutationen beim Schilddrüsenkrebs.

Inhalt-Übersicht


Inhalt-Übersicht

Zugelassene Tyrosinkinase-Inhibitoren
Cabozantinib - lange zeit auch unter=XL184 bekannt - wurde 2013 bzw. 2014 unter dem Namen Cometriq Registrierte Marke von der FDA bzw. der EMA für die Behandlung des medullären Schilddrüsenkrebs zugelassen.


Lenvatinib - 2015 unter dem Namen Lenvima Registrierte Marke von der FDA bzw. der EMA für die Behandlung des gering-differenzierten, nicht-mehr jod-speichernden Schilddrüsenkrebs zugelassen.
siehe auch: Link innerhalb des Forums Erfahrungsberichte mit Lenvatinib.


Sorafenib - 2013 bzw. 2014 unter dem Namen Nexavar Registrierte Marke von der FDA bzw. der EMA für die Behandlung des gering-differenzierten, nicht-mehr jod-speichernden Schilddrüsenkrebs zugelassen.

(siehe auch Link innerhalb des Forums NCCN-Leitlinie (V 1.2015): Lenvatinib vor Sorafenib)

Vandetanib - lange zeit auch unter=ZD6474=Zactima Registrierte Marke bekannt - wurde 1.8.2011 unter dem Namen Caprelsa Registrierte Marke von der FDA für die Behandlung des medullären Schilddrüsenkrebs zugelassen. Der Name Zactima wurde von der FDA nicht akzeptiert, da eine Ähnlichkeit mit einem anderen Produktnamen bestünde. Die Zulassung durch die EMA erfolgte im Frühjahr 2013.



Ferner sind folgende Tyrosinkinase-Inhibitoren bei anderen Krebserkrankungen zur Behandlung zuglassen und können im Off-Label-Use eingesetzt werden (siehe Link innerhalb des ForumsFAQ: Was ist Off-Label-Use?): Bevacizumab (Avastin Registrierte Marke), Pazopanib (Votrient Registrierte Marke), Sorafenib (Nexavar Registrierte Marke),Sunitinib (Sutent Registrierte Marke), Vermurafenib, Dabrafenib, Trametinib, ...

Inhalt-Übersicht

Wichtige Nebenwirkungen

Für den Erfahrungsaustausch gibt es die Mitglieder-Gruppe : Link innerhalb des ForumsTyrosinkinase-Inhibitoren

Link innerhalb des ForumsIQWiG (2012): Axitinib bei den Nebenwirkungen besser wie Sorafenib bei der Therapie des Nierenzellkarzinom.

Wichtige Forums-Diskussionen:
Nicht alle der folgenden Nebenwirkungen treten immer auf. Zur Häufigkeit der Nebenwirkungen, siehe auch Beiträge beim jeweiligen Medikament (siehe Tyrosinkinase-Inhibitoren - neue Medikamente beim Schilddrüsenkrebs).

  • Verlängerung des QT-Intervall im Elektrokardiogramm (EKG) - siehe dazu Link innerhalb des ForumsVandetanib steht für die Behandlung in den USA zur Verfügung (29.4.2011), dort insbesondere das REMS-Programm zur Minderung der Risiken
  • schwere Infektionen - siehe Link innerhalb des Forums Studie: Nebenwirkung-Infektionen von VEGFR-TKIs (Ma 2015).
  • Hand-Fuß-Syndrom - Hautausschlag = Rash (engl.)
  • Durchfall = Diarrhea (engl.)
  • Übelkeit/Brechreiz = Nausea (engl.)
  • Bluthochdruck = Hypertension (engl.)
  • Erschöpftheit = Fatigue
  • Appetitlosigkeit = Anorexia (engl.)

  • TSH-Anstieg: Eine Nebenwirkung die oft auftritt, ist dass die Tyrosinkinase-Inhibitoren auch in den Schilddrüsenstoffwechsel (Deiodase) eingreifen. Die Schilddrüsenhormondosis muss daher oft angehoben werden.
    ua. Quelle:Kappers MH: Sunitinib-Induced Hypothyroidism Is due to Induction of Type 3 Deiodinase Activity and Thyroidal Capillary Regression. J Clin Endocrinol Metab. 2011, auf PubMed

    auch von Intersse:
    Link innerhalb des Forums Studie: SD-Unterfunktion zeigt TKI-Erfolg an (Lechner 2018) allerdings bei Nicht-Schilddrüsenkrebspatient*innen /b]

  • ...


Inhalt-Übersicht

[b]Wechselwirkungen:


Inhalt-Übersicht

Quellen und Literatur

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Hintergrund- und weitere Informationen zum Nutzen von Medikamenten:


Inhalt-Übersicht

Politik und Patientenrechte



Viele Grüße
Harald


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_________________
Link innerhalb des ForumsSymposium und Fest zu 20 Jahre Selbsthilfe - www.sd-krebs.de - Berlin, 26.10.2019
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine verbindlichen Online-Anmeldung ist notwendig bis 30.09.2019.


Zuletzt bearbeitet von Harald am 30. Mai 2014, 23:36, insgesamt 6-mal bearbeitet
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