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Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse des Körpers. Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Schildknorpels und ist bei Männern und Frauen gleichermaßen ausgebildet und wichtig. Schilddrüsenhormone sind Botenstoffe, die über das Blut im Körper verteilt werden und in allen Organen, bei nahezu allen biologischen Prozessen ihre Wirkung entfalten. Sie steuern und regulieren. Dies gilt bei der Empfängnis, bei der Entwicklung des Kindes im Mutterleib, in der Pubertät und in den sogenannten Wechseljahren. Dies gilt aber auch für die Entwicklung und Leistung des Gehirns, für die Herztätigkeit und für die Kreislaufregulation, für die Darmtätigkeit und für das Wachstum, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Über- und Unterfunktion der Schilddrüse führen zu charakteristischen Beschwerden.

ausführlicher siehe: Funktion der Schilddrüse

Kropf

Das Volumen der Schilddrüse beträgt bei Frauen maximal 18 ml, bei Männern maximal 25 ml. Werden diese Volumina überschritten, sprechen wir von einem KROPF. Etwa 40 % der Deutschen sind Kropfträger. Nur wenn das Spurenelement Jod in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Schilddrüse ihre Hormone erzeugen. Bei guter Jodversorgung ist die notwendige Hormonsynthese bei normal großer Schilddrüse kein Problem. Bei schlechter Jodversorgung dagegen kommt die Schilddrüse in eine Notsituation: Der Körper fordert die notwendigen Schilddrüsenhormone an, die Schilddrüse aber leidet an einem Rohstoffmangel. Durch Vergrößerung des Organs kann es über lange Zeit gelingen, den Jodmangel funktionell auszugleichen. Dies aber bedeutet die Ausbildung eines Kropfes (=> Jodmangelstruma). Wenn die Struma keine Knoten enthält, wird sie als diffus bezeichnet: „Struma diffusa“. Wenn die Struma Knoten enthält, wird sie als nodös bezeichnet: „Struma uninodosa“ bei nur einem Knoten, „Struma multinodosa“ bei mehreren Knoten.

Knotenkropf

Der KNOTENKROPF ist in seiner typischen Ausprägung das Ergebnis einer lange andauernden Schilddrüsenerkrankung, an deren Anfang der Jodmangel steht. Zunächst kommt es zu einer Volumenzunahme der Schilddrüse im Sinne der Jodmangelstruma. Im weiteren Verlauf können regional schlechter durchblutete Schilddrüsenareale knotig umgewandelt werden, d.h. als Folge von Bindegewebseinsprossungen entstehen abgekapselte Drüsenanteile, die meist kugelig geformt sind.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren?

Schilddrüsenautonomie

Die Ausbildung einer Struma ist die eine Art, in der die Schilddrüse auf den Jodmangel reagieren kann. Eine andere Reaktion auf den Jodmangel ist die Ausbildung einer funktionell relevanten SCHILDDRÜSENAUTONOMIE. Dabei vermehren sich die in jeder Schilddrüse vorhandenen autonomen Schilddrüsenzellen bzw. Schilddrüsenfollikel. Diese Vermehrung kann herdförmig (fokal) oder in der gesamten Schilddrüse (disseminiert) geschehen. Autonome Schilddrüsenzellen unterliegen nicht der zentralen Regulation. Ihre Hormonproduktion ist also nicht bedarfsgesteuert, sondern sie erfolgt ungeregelt in Abhängigkeit vom Jodangebot. Wird eine Schilddrüse, in der sich eine funktionell relevante Autonomie ausgebildet hat, einem Jodüberschuss ausgesetzt (z.B. im Rahmen einer Röntgenkontrastmitteluntersuchung), so kann dadurch eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden. Vor einer solchen Untersuchung sollte daher eine relevante Schilddrüsenautonomie ausgeschlossen sein.
Autonome Schilddrüsenzellen können sich nicht in geregelte Schilddrüsenzellen verwandeln. Eine funktionell relevante Schilddrüsenautonomie ist also grundsätzlich nicht rückbildungsfähig. Die Schilddrüsenautonomie bedarf der definitiven Sanierung durch Operation oder Radiojodtherapie. Bis dahin ist Jodkarenz erforderlich. Nach der Operation oder RJT ist im Allgemeinen eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erforderlich.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren?

Schilddrüsenüberfunktion

„Hyperthyreose“ ist keine Diagnose sondern ein Syndrom, dem unterschiedliche Schilddrüsenerkrankungen zugrunde liegen können. Definiert ist die Hyperthyreose durch eine erhöhte Konzentration freier Schilddrüsenhormone im Blut. Die klinischen Zeichen der Hyperthyreose können sein: Schwäche, schneller Puls, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Heißhunger, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Wärmeempfindlichkeit, Schweißneigung, Durchfall, Zittern, Vergrößerung der Augen. Ursachen der Hyperthyreose können sein: Morbus Basedow – Autonomie – Entzündungen.

Die Behandlung bei Schilddrüsenüberfunktion ist immer die Behandlung der auslösenden Schilddrüsenkrankheit. Jodkarenz (Vermeidung einer Jodzufuhr von außen) ist notwendig. Wenn im Falle einer Schilddrüsenautonomie oder eines Morbus Basedow die definitive Sanierung durch Operation oder Radiojodtherapie erforderlich ist, wird man im Allgemeinen vor der Operation Medikamente einsetzen, die die Schilddrüsenfunktion bremsen, sog. Thyreostatika, denn das Narkoserisiko ist bei normaler Schilddrüsenfunktion (euthyreoter Stoffwechsellage) geringer als bei Hyperthyreose. Diese haben jedoch gewisse Nebenwirkungen; Patienten unter thyreostatischer Therapie müssen daher sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Schilddrüsenunterfunktion

„Hypothyreose“ ist keine Diagnose sondern ein Syndrom, dem unterschiedliche Schilddrüsenerkrankungen zugrunde liegen können. Definiert ist die Hypothyreose durch eine verminderte Konzentration freier Schilddrüsenhormone im Blut. Die klinischen Zeichen der Hypothyreose können sein: Müdigkeit, langsamer Puls, Antriebsarmut, Depression, trockene Haut, Konzentrationsschwäche, Kälteempfindlichkeit, raue Stimme, Verstopfung, Gelenkbeschwerden. Ursachen der Hypothyreose können sein:
Zustand nach SchilddrüsenoperationZustand nach Radiojodtherapie – chronische Schilddrüsenentzündungen – extremer Jodmangel.

Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion besteht immer im medikamentösen Ersatz der fehlenden Schilddrüsenhormone im Sinne einer Substitutionstherapie. Die Dosierung ist relativ einfach (eventuell Feinabstimmung T3/T4), Ziel der Behandlung ist die euthyreote (normale) Stoffwechsellage. Die Tabletten werden bei richtiger Dosierung normalerweise gut vertragen. Wichtig ist, dass die Aufnahme der Schilddrüsenhormone aus dem Darm in den Körper nur dann in einer vorhersehbaren Weise erfolgt, wenn die Tabletten etwa 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse kommt es zu einer Wechselwirkung zwischen Rezeptoren an den Zellwänden und Antikörpern im Blut. Das Andocken der Antikörper löst das Krankheitsgeschehen aus. Hierbei werden unterschiedliche Antikörper wirksam: Stimulierende Antikörper lösen die Autoimmunhyperthyreose aus, den Morbus Basedow. Zerstörende Antikörper führen zur chronischen Immunthyreoiditis Hashimoto.

Morbus BASEDOW

Thyreotropin-Rezeptor-AntiKörper (TRAK) sind stimulierende Antikörper. Sie führen zu einer ungesteuerten Steigerung der Schilddrüsenhormonproduktion und damit zu einer schweren Hyperthyreose. Das Schilddrüsenvolumen ist dabei fast immer vergrößert. In einigen Fällen kommt es zur Ausbildung eines Exophthalmus, d.h. zu einer scheinbaren Vergrößerung der Augen, die aus den Augenhöhlen hervortreten. Der Grund dafür ist eine Vermehrung des Bindegewebes in der Augenhöhle hinter den Augäpfeln. Diese „endokrinen Orbitopathie“ ist Ausdruck eines anderen Autoimmunprozesses, ausgelöst durch den Exophthalmus-Produzierenden-Faktor (EPF).

Therapie: Nach der Diagnose wird ein Jahr lang eine konservative Behandlung mit Thyreostatika bei strenger Jodkarenz durchgeführt (zusätzlich erforderlichenfalls eine Behandlung der endokrinen Orbitopathie beim Augenarzt, durch Nebennierenrindenhormone (Cortison), Cyclosporin A und Zytostatika). Nach einem Jahr erfolgt ein Auslassversuch. Im günstigsten Fall ist und bleibt die Erkrankung in Remission. Im Falle eines Rezidives oder der Persistenz der Erkrankung ist die definitive Sanierung durch Radiojodtherapie oder Operation erforderlich. Im Anschluss ist die Substitution von Schilddrüsenhormonen notwendig.

Autoimmunthyreoiditis Hashimoto

Bei der Autoimmunthyreoiditis HASHIMOTO docken zerstörende Schilddrüsenantikörper an Zellrezeptoren an und führen zum Untergang von Schilddrüsengewebe. Die Erkrankung verläuft schmerzlos und mündet früher oder später in einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Symptomatik kann sich so langsam und schleichend entwickeln, dass der Patient und seine Umgebung die sich allmählich einstellenden Veränderungen gar nicht bemerken. Es ist immer wieder zu beobachten, dass Patienten, die einen Morbus Basedow durchgemacht haben, im weiteren Verlauf eine Hashimotothyreoiditis bekommen können, oder auch umgekehrt.

Therapie: Der Autoimmunprozess kann in keiner Weise beeinflusst werden. Die Therapie der Hashimotothyreoiditis beschränkt sich daher auf die Behandlung der Hypothyreose, d.h. die konsequente Durchführung und Überwachung einer Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen. Ziel der Behandlung ist eine normale (euthyreote) Stoffwechsellage. Die Schilddrüsenhormontherapie muss lebenslang erfolgen.

Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen: Thyreoiditis

Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen: akute bakterielle Thyreoiditis (sehr selten), subakute viral induzierte Thyreoiditis de Quervain (im Rahmen von Virusinfekten allgemeiner Art), chronische fibrosierende Thyreoiditis (ebenfalls extrem selten). Therapie: Breitbandantibiotika, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Operation …

Schilddrüsen-Tumore

a) ADENOME:

Schilddrüsenadenome sind gutartige Neubildungen in der Schilddrüse, die in Form von Knoten auftreten.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren? Inhaltsverzeichnis

b) KARZINOME (Schilddrüsenkrebs):

Schilddrüsenkarzinome sind seltene vorkommende bösartige Neubildungen der Schilddrüse.
Welcher Schilddrüsenkrebs und welche Therapie?.

Quelle:
So … ich, @Beate, hoffe, es ist mir gelungen, die Zusammenhänge einigermaßen zu vereinfachen und deutlich zu machen; es handelt sich bei diesem Artikel überwiegend um Ausschnitte/Zusammenfassungen aus der Internet-Seite von Dr. H Proschek (Download 2003; Diese Seite existiert nicht mehr).


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Knoten der Schilddrüse

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.
Titelbild unserer Broschüre. Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.

Mit unserer Broschüre Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten oder behandeln/operieren? möchten wir Sie als Schilddrüsenpatient(in) informieren, damit Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt zu einer rationalen und nicht übereilten Entscheidung über die weiteren Behandlungsschritte entschließen können.

Inhaltsverzeichnis


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Es gibt diverse Selbsthilfegruppen, -organisationen und Foren zu Schilddrüsenerkrankungen, siehe Links


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Dieser Beitrag ist für alle interessant, die das Medikament A.T. 10 nehmen.

Aktualisierung: Seit 30. Juli 2021 gibt es nun endlich offizielle Empfehlungen:

https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/unterfunktion-nebenschilddruesen-standardmedikament-nicht-mehr-erhaeltlich.php

Ganz am Ende dieser Meldung ist ein Text für betroffene Patienten und ein Text für Ärzte verlinkt mit genauen Anweisungen.


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 02.08.2021 von InSeNSU W-Nummer: 233646

Übersicht zu allen Wissensbeiträgen zu Hypoparathyreoidismus


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 02.08.2021 von InSeNSU W-Nummer: 233646

Die neue Website unseres Bundesverbandes bietet eine Vielzahl von neuen Funktionen.
Natürlich ist nicht alles Neu, auch wenn es in einem neuen Gewand (Layout) mit einem neuen Logo unseres Bundesverbandes daher kommt.

Das wurde erhalten:

  • Alle Beiträge des Selbsthilfe-Forums und Profile wurden erhalten und in das neue Forum transferiert. Die Links in den Beiträgen funktionieren weiterhin.
  • Gruppen zu Regionalen Selbsthilfegruppen, Online-Selbsthilfegruppen nach Diagnose, Therapien sowie bestimmen Problemen und Beschwerden.
  •  Gast-Schreiberecht: Zu Beginn einer Krebserkrankung fällt es vielen schwer, die Krankheit als einen Teil der eigenen Lebensgeschichte zu akzeptieren. Anonym auch als Gast Fragen zu stellen, ist hier ein niederschwelliges Angebot für Betroffene, das wir auch im neuen Forum anbieten.
  • Warnhinweis: Ratschläge können keinen Arztbesuch ersetzen!
  •  Links / Karten zu Praxen und Kliniken, die einen Schwerpunkt Schilddrüse haben.
  • Suche nach den alten t-Nummern, ….
  • Neuste Themen/Beiträge lesen: über alle Foren findet sich nun direkt oben bei den Foren. Wenn man einen neuen Beitrag gelesen hat, kommt man über den Zurück-Button des Browsers schnell wieder zu dieser Liste der neusten Foren-Themen/Beiträge.

Das ist neu:

  • Zurück auf eine vorangehende Seite kommt man nun einfach mit dem Zurück-Button des Browsers
  • Alle unsere Seiten haben nun einen aussagefähigen Link (für diese Seite hier z.B. https://www.sd-krebs.de/wissensbereich/hilfe-zu/was-ist-neu-auf-der-neuen-website/ ), der einfach kopiert werden kann.
  • Wissensbereich: Ein eigener Wissensbereich, der grundlegende Informationen zur Selbsthilfe, zu den Organen, ihren Krankheiten und Therapien sowie Informationen zu sozialen Rechten anbietet. Die Artikel können strukturiert werden, so dass Ratsuchende je nach Erkenntnisstand von einfachen Erklärungen, über Empfehlungen der medizinischen Leitlinien bis hin zu richtungsweisenden Studien sowie speziellen Erfahrungsberichten, die für sie richtigen Informationen finden.
  • Datensparsamkeit: Im Selbsthilfe-Forum können die Schreibenden nun einstellen, dass ein Thema nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden soll, – wenn sie es möchten.
  • Aktivitäten: Wie in anderen Sozial-Media Kanälen kann man über das Profil Aktivitäten kundtun und von anderen einsehen, wenn man dies möchte. Parallel und zusammen mit dem Selbsthilfe-Forum können so kurze Mitteilungen dazu beitragen, mehr Teilhabe am Befinden der anderen zu haben.
  • Forums-Beiträge können nun wie in einem Text-Programm geschrieben werden
  • Mit @nutzername in einem Forums-Beitrag erhält der Betreffende eine Nachricht, dass du ihn in diesem Beitrag erwähnt hast.
  • Profil-Einstellungen: Überblick über sämtliche Gruppen-Newsletter, Avatar-Bild auch über Kamera aufnehmen (nicht bei alle Browsern möglich)
  • Was soll nach meinem Tod mit meinen Forums-Beiträge geschehen? Alle registrierten Nutzer*innen unseres Selbsthilfe-Forums können nun in ihrem Profil einstellen, was geschehen soll, wenn sie sterben: – alle Beiträge löschen / alle Beiträge erhalten / Benachrichtung der Forums-Freunde und Aufnahme in die Gruppe In Memoriam

Wie kann ich mitmachen?

Zunächst indem man keine Scheu hat, Fragen zu stellen. Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur schlechte Erklärungen. Zu jedem Wissensartikel kann man Fragen stellen!

Im Wissensbereich haben wir Informationen zu häufig gestellten Fragen zur Schilddrüse, den Nebenschilddrüsen, Krankheiten, Therapien sowie Patientenrechten erstellt.

Unter der Rubrik Hilfe zu … finden sich auch Tipps zur Nutzung unseres Selbsthilfe-Forums oder wie man selbst eine regionale Selbsthilfegruppe gründen kann.

Die Wissensartikel können wie ein Wiki gemeinsam durch die Mitglieder unserer Arbeitsgruppen bearbeitet werden. Folgende Arbeitsgruppen bearbeiten Wissensartikel:

Werde Mitglied in unseren Arbeitsgruppen und mach mit, damit unsere Website möglichst vielen anderen Betroffenen hilft!




Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.06.2021 von Beate W-Nummer: 234112

Such-Funktion

Viele Hilfe-Beiträge zu den verschiedensten Themen finden sich noch im Forum. Auch viele Glossar-Beiträge sind noch nicht aktualisiert. Über die Suche (Symbol „Lupe“ oben rechts) in den verschiedenen Bereichen findest du die entsprechenden Informationen. Die Bereiche sind:

  • Glossar (wenn alle Glossar-Beiträge aktualisiert sind, ist die Suche über das Glossar eine wichtige Orientierungshilfe. Darum auch an erster Position)
  • Vereinssuche (durchsucht die Seiten der Rubrik Verein)
  • Forum
  • Wissensbereich
  • Nutzer*innen (alle registrierte Nutzer*innen unseres Selbsthilfe-Forums)
  • Gruppen (Diagnose, Regionen, Therapien und Problem sowie Interessen und Arbeitsgruppen unseres Vereins)
  • Links (und Landkarten zu Praxen und Kliniken, Selbsthilfegruppen, …)

Fragen

Zu jedem Wissensbeitrag gibt es oben rechts den Button: Fragen zu diesem Thema

Oder direkt ein Neues Thema schreiben


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.06.2021 von Beate W-Nummer: 234112

Ich suche allgemeine Informationen zur Krankheit

Die einfachste Form ist über unsere Suchfunktion, wenn du den Suchbegriff im Glossar suchst. Die Glossar-Beiträge führen dich dann meist gezielt weiter zu dem gewünschten Wissensbereich.

Ich suche Betroffene aus meiner Region/ mit der selben Diagnose / mit den selben Problemen

Wir haben Forums-Gruppen zu:

Landkarten zu Praxen und Kliniken

Um Praxen und Kliniken zu finden, die für Schilddrüsenerkrankungen in Frage kommen, haben wir einen Umfangreiche Link-Liste mit Adressen, denen wir unser Infomaterial zusenden . Um Praxen und Kliniken in seiner Region zu finden haben wir diverse Landkarten (siehe unten).

Endokrinolog*innen sind Ärzt*innen, die sich mit den endokrinen Organen („Hormondrüsen“) und der Wirkung von Hormonen im
Körper beschäftigen. Nuklearmediziner*innen setzen radioaktive Stoffe in der Diagnostik und Therapie ein. Nicht alle Endokrinolog*innen und Nuklearmediziner*innen richten ihren Schwerpunkt auf die Schilddrüse. Ferner gibt es auch Internist*innen mit dem Schwerpunkt Schilddrüse.

Eine Operation der Schilddrüse wird in Deutschland durch Allgemein und Viszeralchirurg*innen durchgeführt. Es gibt durch die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) zertifizierte Zentren (Karte).

Aus unserer Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben!

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Als Gast kann man bei uns Beiträge schreiben. Kurz nach dem Schreiben findet man seinen Beitrag am besten über den Button Neuste Themen/Beiträge lesen?
Hier sind die Beiträge für eine Woche bzw. Monat aufgelistet, später ist der Beitrag nur noch über die Suche auffindbar.

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Im Profil kann man dann seine Beiträge unter Themen finden.

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Der Unterschied zu „Abonnieren“ gegenüber „Favoriten“ besteht darin, dass du zwar auch gerne wie bei den „Favoriten“ informiert werden möchtest, wenn es ein Update bzw. eine Antwort gibt, jedoch ist das Thema für dich nicht so wichitg, dass du es auch jederzeit, sowie deine Favoriten wiederfinden möchtest. Deine Abonnierten Themen werden daher auch nicht in deinem Profil aufgelistet.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 1141

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 1141

Einleitung

Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse des Körpers. Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfes und ist normalerweise von außen nicht sichtbar.


Grafik zur Lage der Schilddrüse am Hals
Die Schilddrüse hat eine Form wie ein Schmetterling und besteht aus zwei Lappen.

Schilddrüsenhormone

Mit Hilfe des mit der Nahrung aufgenommenen Jods produziert die Schilddrüse in den Follikelzellen Schilddrüsenhormone. Die beiden Schilddrüsenhormone Levothyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden über das Blut im ganzen Körper verteilt. Sie beeinflussen fast alle biologischen Prozesse, wie beispielsweise das Wachstum, die Tätigkeit von Herz, Kreislauf und Gehirn, Stoffwechsel, Darmtätigkeit, aber auch die Psyche.

Gesteuert wird die Tätigkeit der Schilddrüse durch den Hypothalamus und die Hirnanhangdrüse. Diese bildet das Hormon TSH (Schilddrüse = Thyroid (englisch) stimulierendes Hormon). Ein Anstieg des TSH veranlasst die Schilddrüse, mehr Schilddrüsenhormone zu bilden, ein Absinken des TSH drosselt hingegen die Hormonproduktion in der Schilddrüse.

Wenn sich zu wenige Hormone im Blut befinden, spricht man von einer Unterfunktion – Stoffwechselprozesse laufen verlangsamt ab. Der TSH-Wert ist erhöht, weil die Schilddrüse mehr Schilddrüsenhormone produzieren soll.

Befinden sich dagegen zu viele Hormone im Blut, so hat man eine Überfunktion – die Stoffwechselprozesse sind beschleunigt. Der TSH-Wert ist erniedrigt, damit nicht noch mehr Schilddrüsenhormone in den Blutkreislauf von der Schilddrüse ausgeschüttet werden.


Regelkreis und Aktivierung der Schilddrüsenhormone

RegelkreisGrafik zur Erklärung des Regelkreis der Schilddrüsenhromonsteueurng

C-Zellen in der Schilddrüse

In den parafollikulären Zellen der Schilddrüse wird das Hormon Calcitonin (Ctn) produziert. Die Zellen heißen daher auch C-Zellen. Das Calcitonin ist der Gegenspieler zum Parathormon der Nebenschilddrüsen und führt zu einer Reduzierung des Calcium im Blut. Nach einer Schilddrüsenoperation muss meist mit Schilddrüsenhormonen substituiert werden. Calcitonin wird hingegen nicht subsituiert, da es für die Calcium Regulation im Blut weitere Regelmechanismen gibt, siehe Vitamin D -Synthese (Grundlagen)

Die C-Zellen können jedoch ebenso wie die Follikelzellen der Schilddrüse zu Krebs mutieren, dem sehr seltenen medullären Schilddrüsenkrebs (auch C-Zell-Karzinom genannt); siehe Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie? , und insbesondere: Medullärer Schilddrüsenkrebs

An wen wende ich mich bei Schilddrüsenproblemen?

Erster Ansprechpartner bei Problemen mit der Schilddrüse ist Ihr Hausarzt. Er wird Sie dann zur weiteren Diagnostik zu einem Facharzt überweisen. Dies sind zumeist Endokrinologen oder Nuklearmediziner.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann durch größere Mengen an Jod noch verstärkt werden. Sofern bei Ihnen eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde, sollten Sie deshalb keinesfalls Jodtabletten oder andere jod­haltige Medikamente (z.B. bestimmte Röntgenkontrastmittel, Desinfektionsmittel) einnehmen bzw. anwenden. Auch sollten Sie jodreiche Nahrung wie Meeresfische und Algenprodukte, ebenso Multivitaminprodukte mit Jod meiden. Kochen mit Jodsalz ist im Allgemeinen unbedenklich, da darin nur eine geringe Menge Jod enthalten ist.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) liegen vor, wenn das Immunsystem Antikörper produziert, die sich gegen die Schilddrüse richten. Bein einem Morbus Basedow sollten keine Jodtabletten eingenommen werden.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Knoten der Schilddrüse

Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten/behandeln oder operieren.

siehe Infomaterial

Schilddrüsenhormone

Mit Schilddrüsenhormonen leben! Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

siehe Infomaterial


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Diagnostik des Knoten der Schilddrüse

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich in der Schilddrüse Knoten bilden. Eine häufige Ursache kann Jodmangel sein. Nur wenn das Spurenelement Jod in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Schilddrüse ihre Hormone erzeugen.

Bei normal großer Schilddrüse und guter Jodversorgung ist die notwendige Hormonsynthese kein Problem. Bei schlechter Jodversorgung dagegen kommt die Schilddrüse in eine Notsituation: Der Körper fordert die notwendigen Schilddrüsenhormone an, die Schilddrüse leidet jedoch an einem Rohstoffmangel und fängt an zu wachsen. Durch eine solche Vergrößerung des Organs kann es über lange Zeit gelingen, den Jodmangel funktionell auszugleichen. Dies aber führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, zur Ausbildung einer Struma, umgangssprachlich als Kropf bezeichnet.

Bei Vorliegen einer Struma wird Ihr Arzt zunächst den Halsbereich durch Abtasten untersuchen (Tastuntersuchung = Palpation) und anschließend eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchführen. Falls Knoten in der Schilddrüse vorhanden sind, lassen sich damit deren Merkmale und Größe erkennen.

Bild eines Ultraschalls
Sonografie der Schilddrüse

Knoten, die durch ihre Größe und Lage Luft- oder Speiseröhre einengen und dadurch beim Atmen oder Schlucken behindern, können operativ (siehe Kap. 5) oder nuklearmedizinisch mit einer Radiojodtherapie (siehe Kap. 6) behandelt werden.

Schilddrüsenwerte im Blut

Die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut (siehe auch Kap.2) liefert weitere Anhaltspunkte für die Diagnostik.

Im Allgemeinen wird zunächst der TSH – Wert bestimmt, und bei einer Abweichung danach die freien Schilddrüsenwerte fT3 und fT4, um die Schilddrüsenstoffwechsellage zu bestimmen.

Findet man Knoten (≥1 cm) in der Schilddrüse und ist der TSH-Wert erniedrigt (Schilddrüsenüberfunktion) oder im Referenzbereich kann die Funktion vorhandener Knoten mit einer Szintigrafie abgeklärt werden (siehe unten).

Blutwerte und Autoimmunerkrankungen:

Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung werden die Antikörper bestimmt:

  • TRAK = Thyreoidea Rezeptor Antikörper. TRAK sind Antikörper, die bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow gebildet werden. Es gibt zwei verschiedene Typen: die einen wirken wie TSH, die anderen haben die entgegengesetzte Wirkung.
  • TPO-AK = die Thyrodieale Peroxidase Antikörper. Eine Erhöhung der TPO-Antikörper kann auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten. Ein erhöhter TPO-AK Wert kann jedoch auch andere Ursachen haben (Addison-Krankheit, Typ-1-Diabetes mellitus, chronische Hepatites B und C). Zu dem kommt eine leichte Erhöhung auch bei gesunden Menschen vor.

Szintigrafie

Die über aktiven Bereiche werden auch als heiße Knoten bezeichnet. Sie sind behandlungsbedürftig, wenn sie eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen, die mit Medikamenten, so genannten Thyreostatika nicht in den Griff zu bekommen ist. Thyreostatika stoppen die Hormonproduktion der Schilddrüse. Heiße Knoten sind fast immer gutartig und brauchen nicht mit der Feinnadelpunktion untersucht werden.

Bei den wenig oder gar nicht aktiven Bereichen spricht man von kalten Knoten.

Auch wenn fast alle Schilddrüsenkarzinome sich als kalte Knoten zeigen, ist die Diagnose eines kalten Knotens für sich allein keine Indikation für eine Schilddrüsenoperation, da es sonst zu viele falsch positive Ergebnisse (=unnötige Operationen) gibt (siehe 1.3. Risiken verstehen).

Technetium – Schilddrüsenszintigrafie:

Untersuchung der Schilddrüse, um Knoten als heiß oder kalt zu identifizieren. Dabei wird schwach radioaktives Technetium in die Vene gespritzt, das von den Schilddrüsenzellen wie Jod aufgenommen wird.
Mittels einer speziellen Kamera lässt sich sodann erkennen, wo sich das Technetium angereichert hat.

Heiße Knoten der Schilddrüse nehmen besonders viel Technetium auf und sind im Szintigramm „merhspeichernd“.

Kalte Knoten nehmen weniger Material auf als normales Schilddrüsengewebe, sie stellen sich minderspeichernd im Vergleich zur Umgebung dar.

Szintigrafie einer gesunden Schilddrüse
Szintigrafie einer gesunden Schilddrüse
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem heißen Knoten
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem heißen Knoten
 Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem kalten Knoten
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem kalten Knoten

Knoten und Krebsverdacht

Verdächtig sind schnell wachsende Knoten sowie Knoten, die sich bei der Tastuntersuchung durch den Arzt nicht verschiebbar zeigen.

Verdacht auf Bösartigkeit besteht insbesondere, wenn sich im Ultraschall eine Kombination folgender Merkmale darstellt:

  • echoarm (hypoechogen)
  • Mikroverkalkungen
  • Fehlen eines Randsaums (Halo-Zeichen)
  • unregelmäßige Form
  • verstärkte Durchblutung (Hypervaskularität)
  • Veränderungen benachbarter Lymphknoten
  • elastographisch hartes Gewebe (siehe Elastographie)

Ein Merkmal allein ist nicht ausreichend für einen Krebsverdacht. Es empmfiehlt sich die Anwendung eines TIRADS (Kalkulationssystem);
mehr im Detail: Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TI-RADS oder TIRADS))

Feinnadelpunktion

Bei einzelnen Knoten, die größer als 1 cm, im Szintigramm „kalt“ erscheinen oder im Ultraschall verdächtig sind, wird zur weiteren Abklärung eine Feinnadelpunktion durchgeführt werden. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Gewebe aus dem betroffenen Schilddrüsenbereich entnommen und mikroskopisch untersucht.

Die Ergebnisse der Feinnadelpunktion können dabei recht unterschiedlich ausfallen:

  1. Kann nicht diagnostiziert werden, weil das Material zu wenig oder unbrauchbar (z.B. zystisch) war => Wiederholung der Feinnadelpunktion
  2. Benigne = gutartig => 4. Beobachten und Medikamente
  3. Follikuläre Neoplasie =>diagnostische Operation (Molekular-genetische Tests; siehe unten)
  4. Malignitätsverdächtig =>diagnostische Operation (Molekular-genetische Tests; siehe unten)
  5. Maligne = Krebs => Operation (5. Schilddrüsenoperation)

Selbst wenn man die Feinnadelpunktion nur einsetzt, wenn im Ultraschall wenigstens zwei krebsverdächtige Kriterien vorliegen, so liefern doch ca. 20% der Feinnadelpunktionsergebnisse das Ergebnis follikuläre Neoplasie, welches sowohl ein gutartiges follikuläres Adenom als auch ein follikuläres Schilddrüsenkarzinom oder die follikuläre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms sein kann. Bei einer follikulären Neoplasie wird daher heute noch zur Operation geraten, wenn nicht in einer Szintigraphie ein konkordanter autonomer Knoten zur Darstellung kommt. Nach der Operation und der histologischen Aufbereitung durch den Pathologen erweisen sich derzeit ca. 20% dieser follikulären Neoplasien als Schilddrüsenkarzinome. Sofern nicht andere Gründe für eine Operation vorlagen wie zum Beispiel Schluck– und Atembeschwerden, waren die anderen Operationen aus therapeutischer Perspektive unnötig. Es war dann nur eine Operation zur diagnostischen Abklärung.

Diagnostische Schilddrüsenoperation

Bei einer diagnostischen Operation wird meist zunächst nur die Hälfte der Schilddrüse entfernt, die den verdächtigen Knoten bzw. die follikuläre Neoplasie enthält. Je nach Befund des Schnellschnitts bzw. der histologischen Aufbereitung bei einer follikulären Neoplasie wird dann auch die andere Hälfte der Schilddrüse in dieser bzw. einer zweiten Operation entfernt.

Sofern bei der Feinnadelpunktion bösartige Zellen gefunden werden und damit feststeht, dass Schilddrüsenkrebs vorliegt, werden bei der dann notwendigen Operation die ganze Schilddrüse und ggf. auch einige Lymphknoten entfernt, so dass keine zweite Operation mehr erforderlich ist.

Welche Formen des Schilddrüsenkrebs es gibt, wird in diesem Beitrag beschrieben:
Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Molekular-genetische Diagnostik

Es gibt inzwischen auch erste diagnostische Tests, die nach genetischen Veränderungen (BRAF, HRAS, KRAS, NRAS, RET, PAX8/PPARG) im bei der Feinnadelpunktion entnommenen Material suchen. Die Tests kommen vor allem bei follikulären Neoplasien und verdächtigen Feinnadelpunktionsergebnissen zum Einsatz, um unnötige Operationen zu vermeiden, oder bei positiven Befunden, damit in der Operation dann gleich die ganze Schilddrüse entfernt wird. Auch bei den molekular-genetischen Tests besteht das Problem falsch positiver und falsch negativer Befunde, so dass auch diese Tests nur gezielt angewendet werden sollten (siehe Risiken verstehen).

Tumormarker im Blut?

Die meisten Schilddrüsenkarzinome gehen mit normalen Schilddrüsenwerten einher. Nur für das seltene medulläre Schilddrüsenkarzinom gibt es einen Tumormarker im Blut, das Calcitonin (Siehe Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?), der bestimmt wird, wenn ein Knoten im Ultraschall verdächtig ist.
In den Leitlinien wird empfohlen, vor jeder Schilddrüsenoperation den Calcitonin-Wert zu bestimmen.

PET-CT

= Positronen-Emissions-Tomographie kombiniert mit einer Computertomographie (CT). Die PET ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, in dem mit Hilfe radioaktiver Substanzen biochemische und physiologische Funktionen sichtbar gemacht werden. Die PET-CT wird in den Leitlinien nicht als regelhafte Diagnostik zur Abklärung von Schilddrüsenknoten empfohlen.

Tc-99m-MIBI-Szintigraphie

Die MIBI-Szintigraphie ist ein weiteres nuklearmedizinisches Verfahren, um Knoten bezüglich eines Krebsverdachts beurteilen zu können bzw. um einen Krebsverdacht auszuschließen. In den nationalen und internationalen Leitlinien bzw. Empfehlungen zur Abklärung des Schilddrüsenknotens gibt es keine Empfehlung für die MIBI-Szintigraphie.
Eine verminderte Anreicherung im Szintigramm lässt mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 97 % vermuten, dass der Knoten gutartig ist (=negativer prädiktiver Wert).

Bei einer vermehrten Anreicherung ist allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Knoten um ein Karzinom handelt, gering. In Studien werden Zahlen von unter 10% bis 65% genannt.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TI-RADS oder TIRADS)

Die Anwendung eines TIRADS bei einer Ultraschalluntersuchung eines Knotens in der Schilddrüse kann als ein Qualitätskriterium betrachtet werden, da es besser zwischen gutartigen und krebsverdächtigen Knoten der Schilddrüse unterscheidet als eine grobe Einschätzung durch Expert*innen.

TIRADS ist ein Kalkulationssystem, in dem verschiedene Merkmale eines Knoten in der Schilddrüse (=Thyroid), die im Ultraschall (=Imaging) zu sehen sind, dokumentiert und bezüglich des Krebsrisikos gewichtet werden.
Es gibt verschieden Versionen des Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TIRADS), die nach Autor*innen bzw. nach Fachgesellschaften unterschieden werden.
Allen TIRADS ist gemeinsam, dass in der Regel um die 5 Gruppen unterschieden werden und es entsprechend eine Empfehlung gibt, ob der Knoten und ab welcher Größe dieser punktiert werden soll, oder ob eine Feinnadelpunktion unnötig ist, da gutartig bzw. nur ein sehr geringes Krebsrisiko besteht:

  • 1 – unverdächtig, keine Indikation für eine Feinnadelpunktion
  • (…)
  • 5 – Verdacht auf Schilddrüsenkrebs => Feinnadelpunktion ab 1cm

Es gibt verschiedene TIRADS, die sich in Puncto Komplexität für die Untersucher*innen, Sensitivität, Spezifität und damit Akkuratheit der diagnostischen Urteile unterscheiden:

  • ACR TIRADS – sehr komplex, höchste Akkuratheit 0,7
    ACR TI-RADS Calculator (2017)
  • ATA 2015, einfach zu handhaben, zweit höchste Akkuratheit 0,6
    Studie: ATA-Ultraschallkriterien sind nützlich zur Vorhersage (Valderrabano 18)
  • AACE/ACE/AME, zweit höchste Akkuratheit 0,61
  • EU-TIRADS, Akkuratheit 0,59
  • K-TIRADS, sehr sensitiv, es wird fast jeder Knoten punktiert, Akkuratheit daher niedrig: 0,55

    Akkuratheit nach: Grani G (2019): Reducing the Number of Unnecessary Thyroid Biopsies While Improving Diagnostic Accuracy: Toward the „Right“ TIRADS. J Clin Endocrinol Metab. 2019 Jan 1;104(1):95-102. doi: 10.1210/jc.2018-01674 Abstract auf PubMed

Links zu TIRADS:

Bethesda Category / Kategorie

Kategorien zur Einordnung von Feinnadelpunktions (GlossarFNA)-Ergebnissen (direkt in der Klammer dahinter wie häufig die jeweilige Kategorie/Ergebnis auftritt, wenn man eine FNA macht):

  • I (<10%) – (Entnommenes Material nicht ausreichend / unbefriedigend) (Risiko, dass Krebs 5-10%; Empfehlung FNA zu wiederholen)
  • II (60-70%) – gutartig / benigne (Risko, dass doch Krebs 0-3%)
  • III (<7%) –AUS/FLUS – Material lässt sich nicht beurteilen (Risiko, dass Krebs 6-18%; Empfehlung FNA zu wiederholen)
  • IV (keine Angaben) – verdächtig bzgl einer follikulären Neoplasie (FN/SFN; Risiko, dass Krebs 10-40%)
  • V (keine Angaben) – krebsverdächtig (= SUSP; Risiko, dass Krebs 45-60%)
  • VI (3-7%) – bösartig/maligne = Krebs (Risiko, dass tatsächlich Krebs 94-96%)

Molekular-genetische Diagnostik

  • Luc G. T. Morris (2020): Molecular Profiling of Thyroid Nodules—Are These Findings Meaningful, or Merely Measurable?A Review
    in: JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. Published online July 30, 2020. doi:10.1001/jamaoto.2020.1851

    Die Test werden in den Amerikanischen und europäischen Leitlinien nicht empfohlen, da Nutzen noch unklar ist, selbst bei „intermediate“ Knoten der Schilddrüse. Es ist zu klären wie die Ergebnisse dieser sehr teuren Tests im Vergleich zu anderen klinischen und radiologischen Merkmalen stehen.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.
(siehe auch: Diagnostik des Knoten der Schilddüse)

differenzierter Schilddrüsenkrebs

Das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom sind die beiden häufigsten Arten von Schilddrüsenkrebs. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Krebszellen normalen Schilddrüsenzellen noch sehr ähnlich und deshalb in der Regel – nach einer Schilddrüsenoperation – sehr gut mit einer Radiojodtherapie behandelbar sind, weil die Schilddrüsenkrebszellen wie gesunde Schilddrüsenzellen (radioaktives) Jod aufnehmen. Weil sie diese Eigenschaft der gesunden Schilddrüsenzellen haben, nennt man diese beiden Formen auch differenzierter Schilddrüsenkrebs.
Die Heilungschancen sind mit Operation und Radiojodtherapie sehr gut. Sind diese beiden Therapien erfolgreich, hat man eine ganz normale Lebenserwartung wie jeder andere Mensch.

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom metastasiert vor allem über die Lymphbahnen. Je nach Stadium empfehlen die Leitlinien auch die prophylaktische chirurgische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich.

Beim unifokalen papillären Mikrokarzinom (kleiner 1 cm) und wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen, ist die operative Entfernung des Knoten als Therapie ausreichend.

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom bildet in der Regel keine Metastasen über die Lymphbahnen. Eine prophylaktische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich wird von den Leitlinien daher nicht empfohlen. Beim follikulären Schilddrüsenkarzinom unterscheidet man zwischen einer minimal-invasiven und einer grob-invasiven Form.

Ein minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (MIFCT) liegt dann vor, wenn weniger als 5 Gefäßinvasionen und/oder weniger als 5 Kapselpenetrationen vorliegen. Wenn der Pathologe keine Gefäßinvasion im entnommenen Gewebe nach einer Teil-Operation der Schilddrüse findet, so gilt hier unabhängig von der Größe des Tumors die chirurgische Entfernung des Knotens als ausreichende Therapie. Andernfalls sowie beim grob-invasiven follikulären Schilddüsenkrebs (WIFTC) wird immer eine Komplettierungsoperation empfohlen.
Mehr im Detail: differenzierter Schilddüsenkrebs

wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs

Der wenig-differenzierte Schilddrüsenkrebs speichert kein oder nur wenig Jod. Eine Radiojodtherapie ist daher nicht immer erfolgversprechend. Eine Schilddrüsenoperation ist auch hier der erste Schritt.

medullärer Schilddrüsenkrebs

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den Calcitonin-produzierenden C-Zellen in der Schilddrüse aus; daher auch C-Zell-Karzinom genannt. Die Heilungschancen hängen wesentlich davon ab, wie weit der Krankheitsverlauf bereits fortgeschritten ist. Aufgrund des langsamen Wachstums des medullären Schilddrüsenkarzinoms ist jedoch auch bei fortgeschrittenem Stadium ein Leben mit der Erkrankung möglich. Da das medulläre Schilddrüsenkarzinom von den C-Zellen ausgeht, ist eine Radiojodtherapie nach der Operation nicht sinnvoll.

Mehr unter: medullärer Schilddrüsenkrebs (Überblick)

anaplastischer Schilddrüsenkrebs

Das anaplastische (undifferenzierte) Schilddrüsenkarzinom ist extrem selten. Es wächst im Gegensatz zu den anderen Formen sehr schnell, und die Heilungschancen sind entsprechend schlecht.
mehr Informationen unter anaplastischer Schilddrüsenkrebs (Überblick)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 23.07.2021 von Harald W-Nummer: 518

Knoten der Schilddrüse

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.

Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?

Alle Schilddrüsenkarzinome, speziell differenzierte Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber Krebs der Schilddrüse

Die blauen Ratgeber Nr. 9, Krebs der Schilddrüse; Herausgeber Deutsche Krebshilfe.

medulläre Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber: Diagnose medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom)
  • Diagnose: Medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom). Ein kleiner Ratgeber für betroffene Patienten. Herausgeber Selbsthilfegruppe C-Zell-Karzinom e. V.
  • Link innerhalb des ForumsUnser Infomaterial

anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Weiterführende Ratgeber:
Psychosoziale Unterstützung für Menschen mit Krebs – ein Wegweiser. Hrsg. Krebs-Selbsthilfe-Organisationen im Haus der Krebs-Selbsthilfe

Alle aufgeführten Ratgeber sind über den Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. (Link innerhalb des ForumsInfomaterial) beziehbar

Weiterführende Links zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 23.07.2021 von Harald W-Nummer: 518

Alle Schilddrüsenkarzinome haben den ICD-10-Schlüssel C73 (= Bösartige Neubildung der Schilddrüse). Dieser Schlüssel ist jedoch wenig brauchbar, da sich die Schilddrüsenkarzinome in ihrer Prognose und Therapie sehr unterscheiden

International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O)

Eine wichtige weitere Unterscheidung aller Arten von Schilddrüsenkrebs ist die Klassifikation nach dem International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O), kurz ICD-O . Entsprechend der ICD-O sind die einzelnen Schilddrüsenkarzinome aufgeleistet und ihre Therapieoptionen kurz erklärt:

Schilddrüsenkrebs nach ICD-O

Maligne Genveränderungen

Beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs sind diese ICD-O zunehmend zweitrangig, und es wird wichtiger welche Genveränderung vorliegt. Da der Begriff Mutation meist mit bösartig (maligne) in Verbindung gebracht wird, es jedoch eine Vielzahl von Mutationen gibt, die für die Gesundheit nicht in Verbindung gebracht werden, und weil es andere Genveränderungen wie z.B. Fusionen, Rearrangement, .. gibt, wird vorgeschlagen stattdessen den Begriff maligne Genveränderungen zu benutzen:
Genetische Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 23.07.2021 von Harald W-Nummer: 518

1. Was ist Hypoparathyreoidismus?

Wie entsteht eine Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus)?

2. Informationen

3. Diagnostik

4. Therapie

5. Kontrolluntersuchungen während der Therapie

6. Wie oft soll im verlauf der Erkrankung kontrolliert werden?

7. Probleme, Komplikationen und Langzeitfolgen

8. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

9. Schwangerschaft bei Hypopara

10. Alltag mit Hypopara

11. Rechtsfragen

  • 11.1 Bekommt man wegen Hypopara einen Behindertenausweis? (in Bearbeitung)

Mitarbeit willkommen – Anmeldung unter
Netzwerk Hypopara (ehemals Arbeitsgruppe Hypopara)
.


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 187992

Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Vroscha des Merkblattes.
Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Um die Aufklärung vor einer Schilddrüsenoperation zu verbessern wurde ein von der Netzwerk Hypopara unseres Vereins ein von der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) unterstütztes und geprüftes Merkblatt Hypoparathyreoidismus erstellt, das ein Arzt dem Patienten als Ergänzung zum Aufklärungsbogen über Schilddrüsen­operationen mitgeben kann bzw. sollte.

Das Merkblatt kann in unserer Bundesgeschäftsstelle kostenlos bestellt werden und wird von uns an die Chirurgischen Kliniken in größerer Stückzahl verschickt.

Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Vorschau des Falblattes
Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Das Patienten-Faltblatt basiert auf der Europäischen Leitlinie zum Hypoparathyreoidismus, die zusammen mit den Selbsthilfegruppen entwickelt wurde. Unsere Netzwerk Hypopara war auch aktiv dabei und wird auch unter den (Patienten-)Organisationen gelistet, die weitere Informationen anbieten.

Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Vorschau Hypopara-Pass
Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Der Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass löst den alten Notfallausweis für Patienten mit Nebenschilddrüsenunterfunktion ab.

Der Pass wird herausgegeben durch das Netzwerk Hypopara im Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.. Der Ausweis wird unterstützt durch die Sektion Knochenstoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Er hat das praktische DIN-A7-Format und ist ein kleiner Pass von 12 Seiten für das Portmonee.

Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.

Patienten-Information zur Ernährung beim chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Titelbild der Broschüre
Broschüre: Ernährung beim chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Studien über die richtige Ernährung bei Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) gibt es bislang nicht. Das Netzwerk Hypopara hat deshalb anhand von Literatur und Nährwerttabellen Hinweise zusammengestellt, die Betroffenen helfen sollen, hier die richtige Wahl zu treffen. Weil der Hypoparathyreoidismus Auswirkungen auf den Calcium- und Phosphathaushalt hat, gilt es neben der Einnahme der entsprechenden Medikamente auch verstärkt auf diese Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Getränken zu achten. Anhand dieser Broschüre kann man die Zusammenhänge besser verstehen und sich dann eine abwechslungsreiche, aber an die speziellen Gegebenheiten angepasste Ernährung zusammenstellen, die zum Wohlbefinden beiträgt.


Im Selbsthilfe-Forum ist die Broschüre zu finden unter FAQ: Ernährung und Hypopara

Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor

Vroschau des Flyers
Flyer in dem sich das Netzwerk Hypopara vorstellt.

Mit diesem Flyer Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor gibt diese Arbeitsgruppe zum Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) unseres Bundesverbandes einen Überblick über ihre Arbeit. Wer unseren Bundesverband und die Arbeit des Netzwerk Hypoapra unterstützen möte – Online-Formulare:

Dieser Flyer im DIN-Lang-Format (8 Seiten) kann bei unserer Geschäftsstelle bestellt werden.
Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 187992

Lage

Die Nebenschilddrüsen (Parathyroidea), auch Epithelkörperchen genannt, meistens vier, liegen rechts und links am oberen und unteren Ende hinter der Schilddrüse. Größere Variationen sind möglich, sie können auch innerhalb der Schilddrüse liegen oder im Mediastinum, (= Brustraum hinter dem Brustbein). Die Nebenschilddrüsen sind etwa so groß wie Weizenkörner. Oft werden sie durch die gleichen Arterien mit Nährstoffen versorgt wie die Schilddrüse.

Grafik einer Schilddrüse mit en vier erbsengroßen Nebenschilddrüsen

Funktion

Die Nebenschilddrüsen, befinden sich, wie der Name schon sagt, in der Nähe der Schilddrüse, sie haben aber eine andere Funktion. Sie steuern den Calcium- und Phosphatstoffwechsel durch die Ausschüttung von Parathormon (PTH). Calcium wird außer zum Knochenaufbau im Körper vor allem zur Signalübertragung benötigt. Calciummangel im Blut (Hypocalcämie) führt zu einer Übererregbarkeit des Nervensystems, was sich in Kribbeln und Krämpfen der Muskulatur äußern kann. Bei der Regulation des Calcium-Haushalts durch das Parathormon, geschieht dies u.a. durch die Einwirkung auf die Vitamin D – Synthese (Grundlagen).


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 945

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 945

Vitamin D – Synthese (Grundlagen)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 945

Wirkung des Schilddrüsenhormone in den Zellen: Transportmoleküle, Deiodasen und T3-Rezeptoren

Organe

Die Schilddrüsenhormone wirken in einer Vielzahl von Organen. Dies tun Sie jedoch nicht überall gleich.

Der Regelkreis: Die Hypophyse produziert das TSH, welches die Schilddrüse veranlasst, Schilddrüsenhormone zu produzieren und
freizusetzen. Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut, so ist die negative Rückkopplung über den Hypothalamus und die Hypophyse vermindert, so dass die Hypophyse mehr TSH ausschüttet. Die Schilddrüse produziert überwiegend T4, in geringen Mengen auch das aktive Schilddrüsenhormon T3.

Speicher-Hormon und aktives Schilddrüsen-Hormon

Das aktive Schilddrüsen-Hormon ist T3.
T4 ist das Speicher-Hormon, aus dem sich der Körper selbst das aktive T3 herstellt.
Diese Umwandlung von T4 in T3 kann gestört sein und aus unterschiedlichen Gründen schlechter funktionieren.

Transportmoleküle

Etwa 20 % des im Blut vorhandenen T3 stammt dabei direkt von der Schilddrüse, die übrigen 80 % werden durch die sogenannte Dejodase, vor allem in den Zellen von Leber und Muskeln, aus dem Schilddrüsenhormon T4 gebildet. Damit die Schilddrüsenhormone in diese Zielzellen gelangen können, braucht es Transportmoleküle.

In den letzten Jahren wurde hier eine Reihe unterschiedlicher Moleküle entdeckt, die den Transport der Schilddrüsenhormone in
die Zellen stören.

Allan-Herndon-Dudley-Syndrom
Ein Transportmolekül, welches Schilddrüsenhormone in die Zelle transportiert, ist der Monocarboxylase Transporter 8 (MCT8). Kinder mit einer MCT8-Mutation weisen durch die Störung des Transportes der Schilddrüsenhormone in das Gehirn schwere neurologische Defekte auf. Diese Krankheit wurde erstmals 1944 beschrieben und nach ihren Entdeckern Allan-Herndon-Dudley-Syndrom benannt.
Dass eine MCT8-Mutation die Ursache dieser Krankheit ist, wurde erst im 21. Jahrhundert entdeckt.

Mittlerweile wurden eine ganze Reihe von Transportmolekülen für die Schilddrüsenhormone entdeckt (MCT8, MCT10, OATP1C, LAT2…). Je nach Zielorganen spielen die einzelnen Transportmoleküle eine unterschiedliche Rolle, so dass es auch an dieser Stelle zu einer Regulierung der Aktivität der Schilddrüsenhormone kommt. Diese unterschiedliche Aufnahme der Schilddrüsenhormone in die einzelnen Zellen der Zielorgane könnte eine der möglichen Erklärungen sein, dass Patient*innen Beschwerden einer Schilddrüsenüber- und -unterfunktion völlig unterschiedlich, auch je nach Organ, erfahren können. Dies ist selbst dann der Fall, wenn die Schilddrüsenwerte im Blut innerhalb der Referenzwerte liegen.

Dejodase (Deiodase)

In den Zellen finden sich bestimmte Enzyme: Dejodasen (siehe Grafik). Bei der Dejodase wird aus dem Depot-Schilddrüsenhormon T4 ein Jod-Atom gelöst und so u. a. in das aktive Schilddrüsenhormon T3 oder in das inaktive Reverse-T3 (rT3) umgewandelt. Im Körper kommen 3 Dejodasen vor, die je nach Organ unterschiedlich stark von Bedeutung sind: Die Typ 1 Dejodase kommt so z. B. vor allem in der Leber vor, während Typ 2 vor allem im Gehirn und in der Hypophyse von Bedeutung ist. Für die Herstellung der Dejodasen wird zudem das Spurenelement Selen benötigt. Auch innerhalb der Zielzellen kommt es so zu einem eigenen Aktivierungs- und Regulierungsmechanismus der Schilddrüsenhormone.

Low-T3-Syndrom
Bei schweren Erkrankungen kommt es zu einer stärkeren Dejodase Aktivität hin zu rT3, so dass weniger vom aktiven Schilddrüsenhormon T3 gebildet werden kann. Dies ist einer der möglichen Mechanismen, die zu dem Low-T3-Syndrom führen. Es wird vermutet, dass dies ein Schutzmechanismus des Körpers ist, um den Stoffwechsel herunterzufahren.

T3-Rezeptoren

Ein weiterer Regulierungsmechanismus der Schilddrüsenhormone sind die T3-Rezeptoren (Schlüssel-Schloss-Prinzip), die in allen Zellen vorhanden und zur Aktivierung der einzelnen Stoffwechselprozesse der Zellen notwendig sind. Auch hier gibt es ganze Familien von T3-Rezeptoren: TRα (= Thyroid Hormone Receptor alpha), TRβ1 und TRβ2 (= Thyroid Hormone Receptor beta1 bzw. 2). Neuere Studien (Flamant 2017) legen nahe, dass man diese jedoch besser entsprechend der Signalwege in vier Typen (siehe Grafik) unterscheiden sollte. Physiologisch relevant scheinen v.a. die Mechanismen 1 und 2 zu sein: Bei der Schilddrüsenhormonwirkung Typ 1 bindet der TR im Zellkern an die DNA und beeinflusst die Genexpression und letztlich auch die Proteinausstattung der Zelle.
Dieser Mechanismus vermittelt u.a. die TSH-Suppression in der Hirnanhangdrüse und die Entwicklung des Hörvermögens.
Beim Typ 2 Mechanismus aktiviert der TR direkt verschiedene Signalwege. Dieser Mechanismus ist daher unabhängig von Genexpression und Proteinsynthese und trägt zur Gefäßerweiterung und möglicherweise zur Feineinstellung des Blutdrucks bei.

In unterschiedlichen Organen finden sich unterschiedliche Formen der T3-Rezeptoren und diese können sich noch mit anderen Rezeptoren, wie denen von Retinsäure oder Vitamin D, verbinden. Diese Prozesse ändern die Aktivierung der T3-Rezeptoren, d. h. eine identische Konzentration von T3 im Blut oder in der Zelle hat eine unterschiedlich starke Wirkung. Dies gilt auch für andere Substanzen wie z. B. das L-Carnitin, welches sich vor allem an die T3-Rezeptoren der Herzmuskelzellen heften kann, und so das T3 in
seiner Wirkung auf das Herz blockiert (siehe Kapitel: L-Carnitin zur Minderung von Überfunktionssymptomen, S. 82)

Betrachtet man den komplexen Aktivierungs- und Regelmechanismus
der Schilddrüsenhormone, so wird klar, dass die Schilddrüsenwerte im Blut ( Surrogatparameter) nur einen Anhalt für deren Wirkung in den einzelnen Zielorganen geben. Auch unterliegen diese gemessenen Schilddrüsenwerte im Blut noch anderen Faktoren, so dass die Interpretation nicht immer ganz leicht ist und für eine Therapieentscheidung oft weitere Aspekte einbezogen werden müssen. Meist braucht man die Bestätigung durch eine zweite Messung und die individuelle Betrachtung der Beschwerden des Betroffenen.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 233938

Die Radiojodtherapie ist eine Behandlungsmethode sowohl für gutartige als auch für bösartige Schilddrüsenerkrankungen.

Schilddrüsenzellen speichern radioaktives Jod ebenso wie normales Jod und werden durch die davon ausgehende β-Strahlung (Reichweite wenige Millimeter) gezielt zerstört.

Zur Durchführung einer Radiojodtherapie ist es notwendig, sich in eine Klinik mit nuklearmedizinischer Station zu begeben, die nach Einnahme des radioaktiven Jods einige Tage nicht verlassen werden darf.

Nahaufnahme der offenen Blei-Box von Iod 131(I-131)Radioaktive Isotope zur Behandlung von einer Hyperthyreose oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms
Nahaufnahme der offenen Blei-Box von Iod 131(I-131)Radioaktive Isotope zur Behandlung von einer Hyperthyreose oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms

Eine Schwangerschaft sollte in den ersten Monaten nach der Radiojodtherapie vermieden werden.

Bei der Radiojodtherapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen geht es meist um die Zerstörung von Schild­drüsenzellen, die zu viele Schilddrüsenhormone produ­zieren. Bei der Therapie von Schilddrüsenkrebs geht es darum, nach einer Schilddrüsenoperation noch vorhandenes Schilddrüsenrestgewebe und eventuell vorhandene Metastasen zu zerstören.

Die beiden Radiojodtherapien unterscheiden sich in der eingesetzten Strahlenaktivität und in ihrer Durchführung zum Teil erheblich:

  1. RJT bei gutartigen Erkrankungen
  2. RJT bei bösartigen Erkrankungen

siehe auch unsere Merkblätter

1. RJT bei gutartigen Erkrankungen

Heiße Knoten, autonome Bereiche in der Schilddrüse, vergrößerte Schilddrüsen, die z.B. nicht operiert werden können, oder Morbus Basedow können in vielen Fällen mit einer Radiojodtherapie behandelt werden.
Eine Radiojodtherapie ist Erfolg versprechend, wenn die Knoten nicht zu groß sind, kein Verdacht auf Bösartigkeit besteht und die vergrößerte Schilddrüse kleiner als 60 ml ist und die Luftröhre nicht einengt. Diese Form der Therapie hat gegenüber der Operation den Vorteil, dass die bei Schilddrüsenoperationen möglichen Nebenwirkungen nicht auftreten können. Da jedoch eine radioaktive Substanz verabreicht wird, darf zum Zeitpunkt der Behandlung keinesfalls eine Schwangerschaft vorliegen.

Kalte Knoten lassen sich durch eine Radiojodtherapie dagegen nicht behandeln, da sie kein oder nur wenig Jod aufnehmen. Zudem können sie in manchen Fällen bösartig sein und müssen deshalb nach Entfernung pathologisch untersucht werden. Je größer die Schilddrüse ist und je schlechter die Jodaufnahme, desto eher ist eine Operation anzuraten. Auch das Ausmaß einer etwaigen Schilddrüsenüberfunktion und die Frage, wie schnell der Therapieerfolg eintreten soll, spielen bei der Entscheidung eine Rolle.

Falls ein niedriger TSH nicht bereits vorliegt werden vor der Radiojodtherapie die gesunden Schilddrüsenzellen durch Herbeiführung eines niedrigen TSH-Wertes „stillgelegt“ (ggf. durch Einnahme von Schild­drüsenhormonen). Die autonomen Schilddrüsenzellen dagegen nehmen das radioaktive Jod auf und werden davon zerstört. Das gesunde Gewebe wird gleichzeitig weitestgehend geschont.

Der Erfolg der Radiojodtherapie zeigt sich nach etwa drei Monaten.

Nebenwirkungen

  • Schilddrüsenunterfunktion (siehe Kap. 7. Nach OP und/oder RJT)
  • Strahlenthyreoiditis (selten): Vorübergehende Schwellung der Schilddrüse und Druckschmerzen
  • Chronische Entzündung der Speicheldrüsen (selten bei RIT gutartiger Schilddrüsenerkrankungen)
  • Entwicklung einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse
  • Erstmanifestation oder Zunahme der endokrinen Orbitopathie bei Morbus Basedow

Weiterführende Links:

2. RJT bei bösartigen Erkrankungen

Wenn bei einer Operation ein papilläres oder folli­kuläres Karzinom gefunden wurde, wird danach üblicherweise eine Radiojodtherapie durchgeführt. Sie dient dazu, vereinzelte noch vorhandene Schilddrüsenzellen (Ablation) sowie etwaige Metastasen zu zerstören.

Schilddrüsenkrebs ist in der Regel mit der Radiojodtherapie gut zu behandeln.

Damit das radioaktive Jod möglichst gut von den Schilddrüsen– bzw. Schilddrüsenkrebszellen aufgenommen wird, darf in den letzten 3 Monaten vor einer RJT keine Computertomographie (CT) mit jodhaltigem Kontrastmittel erfolgt sein. Auch dürfen 4-6 Wochen vor einer RJT keine jodhaltigen Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Desinfektionsmittel verwendet werden, und in den letzten 1-2 Wochen vor der RJT ist auf eine jodarme Ernährung zu achten.

Zur Vorbereitung der Radiojodtherapie muss ein TSH-Wert von mindestens 30 mU/l vorliegen. Dies kann auf zwei Wegen erreicht werden: Entweder wird eine Schilddrüsenunterfunktion herbeigeführt, indem nach der Operation keine Schilddrüsenhormone eingenommen werden dürfen, oder der notwendig hohe TSH-Spiegel wird durch Spritzen von gentechnisch hergestelltem TSH erzeugt.

Bei Vorliegen eines papillären Mikrokarzinoms (Durchmesser kleiner als 1 cm) oder eines minimal-invasiven follikulären Schilddrüsenkarzinoms kann unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Komplettierungsoperation und Radiojodtherapie verzichtet werden (siehe Kapitel 3.2 Schilddrüsenkrebs)

Mehr Infos zur Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs im durch die Deutsche Krebshilfe herausgegebenen blauen Ratgeber (Nr.9): Krebs der Schilddrüse sowie unsere Merkblätter zum Strahlenschutz und der jodarmen Ernährung (siehe Infomaterial).

nächstes Kapitel: 7. Nach OP und/oder RJT
siehe auch:


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Die Radiojodtherapie (RJT) wird mit unterschiedlichen Aktivitäten durchgeführt. Es gibt keine feste Einteilung für eine niedrige bzw. hohe Aktivität ( im englischen low bzw. high activites). In der Regel versteht man unter:

  • niedrig = 1110 MBq = 30 mCi
  • hoch = 3700 MBq = 100 mCi

Bei Metastasen werden höhere Standardaktivität bzw. höhere Aktivitäten mit Hilfe einer Dosimetrie eingesetzt:

  • Lungenmetastasen 100-200 mCi (= 3,7 – 7.4 GBq); Bei Patienten älter als 70 Jahr nicht mehr als 150 oder Dosimetrie (ATA 2015, S. 78)
  • Knochenmetastasen 100-200 mCi (= 3,7 – 7.4 GBq) oder Dosimetrie (ATA 2015)
  • mit Dosimetrie an „maximal sicherer Aktivität“ 12,5 GBq (10,4 bis 14,6 GBq; siehe: Studie: Maximale Sichere Aktivität von I-131 bei der RIT)

siehe auch:

Für die Strahlenbelastung des Patienten bzw. der Patientin ist jedoch die Äquivalentdosis im Blut/Körper von Bedeutung; die Maßeinheit ist Sv (Sievert) (siehe Diagnostische Referenzwerte im Strahlenschutz)


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Meine RJT im Rechts der Isar Klinikum / München (Nov 2012) von Glückskinder

Hallo zusammen!

Ich möchte euch auch von meine RJT berichten, zumal ich es für mich immer sehr wichtig fand, DIE Erfahrungsberichte zu lesen, von der Klinik, wo man hingeht. Daher habe ich mich auch dafür entschieden. Aber Achtung: lang Wink

Meine Diagnose: nach SD Operation: pap. SD Mikrokarzinom links.

Montag – Donnerstag (November 2012) RJT / Rechts der Isar in München

Am Sonntag und Montag habe ich je eine Thyrogenspritze erhalten. Am Samstag musste ich nur kurz wegen der Spritze ins KH, dann konnte ich wieder heim. Am Montag vormittag bin ich dann stationär aufgenommen worden und bekam gleich zu Beginn meine 2. Spritze.

Nach der 2. Spritze habe ich ca. nach 1-2 Stunde eine sog. Mini-Kapsel erhalten, nur ganz wenig Jod, wichtig für die 1. Ganzkörperszintigrafie, um messen zu können, wieviel Restgewebe noch vorhanden ist.
Von der Mini Kapsel habe ich aber gar nichts gemerkt und ich konnte noch den Rest des Tages auf der Station rumlaufen bzw. hätte ich das KH auch noch verlassen können mit Unterschrift. Das war der Montag.

Dienstag früh dann die GKS und noch ein paar weitere Untersuchungen wie Blutabnahme etc. Dienstag nachmittag 14.30 Uhr Visite, dann umziehen in das schöne Krankenhaushemd (aber nur wegen dem vielen ausspucken der Zitronen… mehr dazu später) und um 15.30 Uhr kam DIE Pille. Alles sehr unheimlich und beängstigend, aber da muss man wohl durch. Pille wird auf einem Wagen angeschoben, man darf nichts berühren, muss die Pille über ein Reagenzglas gleich in den Mund fallen lassen, ja nicht anfassen die Pille! „Meine“ Pille: 3700 MBq.

Kurz nach Einnahme der Pille habe ich leider schon relativ heftige Kopfschmerzen bekommen, aber ich habe mich ins Bett gelegt und Musik gehört – Zeit hat man ja nun genug. Ab dato hatte ich Ruhe und keiner kam mehr. 1/2 nach Pilleneinnahme musste ich mich den Zitronen anfangen (diese muss man auslutschen und gleich wieder ausspucken, um die Speicheldrüsen anzuregen, da sich im Kiefer und Co. auch das radioaktive Zeug lagert und damit das schnell wieder ausgespült wird.)

Wichtig: selber mitnehmen!!! Zitronenbonbons o.ä (alles,was sauer ist) oder das kauen anregt wie Kaugummis etc.

Die Kopfschmerzen haben die ganze Nacht angedauert. Nachts kam auch 2-3x eine Schwester und hat mich geweckt wegen der Zitronen. Zudem muss man mit Eismanchetten die ganze Zeit den Hals kühlen.

Am Mittwoch früh dann erste Messung. Wert ist schon deutlich runter. Zitronen auslutschen geht weiter und es stellte sich heraus, das Krankenhaushemd macht Sinn, denn es kleckert schon überall, da man das Zeug ja gleich wieder inkl. Spucke ausspucken muss. Mittwoch nachmittag dann Visite, aber nichts neues dazu. Leider hatte ich morgens an dem Mittwoch schon recht Halsschmerzen und meine Speicheldrüsen haben sich entzündet – was angeblich lt. Ärzte nur selten vorkommt. Ich bekam Schmerztabletten und langsam geht das wieder.
Was ich schlimmer fand: mein Zahnschmelz war so in Mitleidenschaft geraten von den Zitronen,dass mir alle Zähne weh taten – das ist/war furchtbar. Das war der Mittwoch.

Donnerstag früh dann Messung und Wert lag im grünen Bereich. Ich darf entlassen werden. Es wurde dann vormittags nochmals ein PET-CT gemacht um zu schauen, ob irgendwo Metastasen sind bzw. zu schauen, wie die SD auf das Jod reagiert hat. Bei mir aber alles im grünen Bereich. Dann nochmals Blutabnahme und noch eine zweite Untersuchung in einer anderen Röhre – dann konnte ich ca. um 13h nach Hause gehen.

Die RJT hat quasi für mich ca. 4 Tage gedauert.

Jetzt zum KH ansich. Ich war eigentlich sehr skeptisch, da ich in der Schilddrüsenambulanz schlechte Erfahrungen mit einem bestimmten Arzt gemacht habe und mein Vertrauen schon dahin war. Aber meine NUK meinte, dass ich dort in den richtigen Händen bin und ich habe ihr vertraut … und habe es nicht bereut. Ganz besonderen Dank an Dr. S., der wirklich sehr nett war und alle Pfleger/Schwestern.

Man hat alles erklärt bekommen, bis ins kleinste Detail, man kam sich nicht doof vor, man hatte das Gefühl, man wird ernst genommen.

Okay, die Räumlichkeiten könnten deutlich schöner sein. Aufgrund meiner Hochtherapie wg. Krebs war ich nochmals abgeschirmter von den anderen Patienten mit RJT. Meine Zimmertür war ungefähr 35 cm breit und ließ sich nur elektronisch öffnen. Es war ein 2-Bett-Zimmer, man wird aber alleine reingelegt und bekommt das Bett zum Fenster. Gut so und für das KH mit Sinn dahinter, man ist so weiter von der Türe weg. Man hat ein kleines WC mit Waschbecken im Zimmer, Dusche auf dem Flur, man darf aber nur alle 2 Tage duschen. Dafür bekommt man 1-2 Münzen, zusammen kann man damit 6 Minuten duschen,das hat aber vollkommen gereicht. Große, gepflegte Dusche mit reichlich Platz. Ansonsten Fernseher und DVD Player auf dem Zimmer, man kann selber seine DVD´s mitbringen oder sich über das KH welche ausleihen. Essen war meiner Meinung nach lecker, hab schon schlechter in KH gegessen. Das Fenster konnte man auch kippen, was wohl auf anderen Isolierstationen auch nicht geht. Modern ist was anderes, aber es war okay für die Zeit dort.

Es gibt einen kleinen Aufenthaltsbereich, wo man sich Getränke holen kann, frisches Obst, wo mal jemand vielleicht sitzt und Mittwoch abends spielt da für 1/2 ein Klavierspieler.

Alles in allem habe ich von den anderen Mitpatienten aber gar nichts mitbekommen, jeder macht dort „sein“ Ding.

Die RJT war für mich nicht wirklich toll. Ich habe es mir ehrlich gesagt leichter vorgestellt. Ich bin leider nicht der Typ Mensch, der lange alleine sein kann bzw. diese Ruhe hat mich wahnsinnig gemacht. Auch,dass man doch nur selten jemanden zu Gesicht bekommt. Ich bin froh, dass ich es erstmal rum habe.

In 4-6 Monaten muss man meist nochmals hin zur RJD (Diagnostik), aber nur für 2 Tage, um zu schauen, was sich getan hat. Die Pille hat dann auch nur noch 10% der Erstmenge.

Ach ja, nehmt nicht zu viel mit. Handtücher bekommt man vom Krankenhaus, damit alles gleich richtig gewaschen werden kann. Es heißt, man kann alles mit nach Hause nehmen, aber komisch ist das schon. Ich habe erstmal alles gewaschen und was nicht zu waschen geht, in einen Sack verstaut und in die Garage gelegt, da liegts jetzt erstmal – bis ich es irgendwann wieder hervor hole Wink

Viel Glück bei eurer Therapie und alles Gute!

Valentina


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Was möchte ich? Was sind meine Ziele?

Was möchte ich selbst?

Welche persönlichen Wünsche und Ziele habe ich mit meiner Selbsthilfegruppe? Möchte ich den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen oder Mitgliedern aus dem Forum persönlich kennenlernen? Anderen Menschen mit Informationen und / oder Vorträgen von Fachleuten helfen? Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

Wen möchte ich erreichen?

Betroffene und ggf. deren Angehörige aus meiner Region könnten eine Zielgruppe sein, oder nur Mitglieder aus dem Selbsthilfe-Forum sowie Patient*innen mit Schilddrüsenkrebs oder weiteren Erkrankungen der Schilddrüse oder auch mit anderen Krebserkrankungen.

Wie häufig sollten die Treffen stattfinden
Zeitlicher Vorlauf zu den Treffen


Aus unserer Erfahrung sollten mindestens 4 Treffen pro Jahr stattfinden (Gruppenzusammenhalt).

Mindestens zwei Wochen vor den Treffen sollten die Termine im Kalender und in
der Mitgliedergruppe des Forums eingetragen werden, Rundmails an selten oder nicht aktive Teilnehmer*innen im Forum versandt werden und ggf. eine Bekanntmachung über die sozialen Medien stattfinden.
Siehe: Thema: FAQ: Wie setzte ich einen Termin für die Gruppe ins Forum.

Wo sollten die Treffen stattfinden

Der Raum muss nicht besonders groß sein. Je nachdem was für einen Charakter die Treffen haben sollen, kann dies auch ein Raum / Tisch in einem Restaurant oder Café sein. Zu einem normalen Treffen werden meist so um die 10 Personen kommen, es können aber auch nur 4 oder bis zu 20 sein. Letzteres dürfte bei Schilddrüsenkrebs eher die Ausnahme sein.

Der Raum sollte auf jeden Fall möglichst rauchfrei und ruhig sein (wichtig vor allem für Betroffene mit Verletzung des Stimmbandnervs), so dass man sich ohne Mühe mit allen verständigen kann.

Räumlichkeiten werden über die regionalen Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstellen empfohlen (siehe regionale Unterstützung), aber auch Arztpraxen, Kliniken, Krankenkassen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Städte und Gemeinden können Räume zur Verfügung stellen.

Bitte bei Treffen in der Gastronomie unbedingt vorher die Rahmenbedingungen wie z.B. Mindestumsatz oder Raummiete abklären.

Auf jeden Fall sollte der Raum zentral liegen und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Unterstützung

Unterstützung durch den Bundesverband

Um leichter Treffen organisieren zu können, wird im Forum eine Mitgliedergruppe eingerichtet. Dadurch hat die Gruppenleitung einen Überblick über Interessenten und kann per Rundmail z.B. Informationen über das nächste Treffen verschicken.

Unterstützung der Gruppenleitung vor Ort

In jeder Region gibt es Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen, je nach Stadt und Bundesland nennen sich diese Anlaufstellen unterschiedlich (z.B. KiBis, Kiss, usw.), daher sollte hier eine Suche mit den Begriffen *Selbsthilfe Ort* im Internet passende Einträge bringen.

Diese Kontaktstellen der SHG sind für die regionalen Besonderheiten die richtigen Ansprechpartner*in, wenn es zum Beispiel um Förderanträge, Räumlichkeiten und Werbung geht. Darüber hinaus stellen sie ggf. gerne einen Kontakt zu anderen regionalen Selbsthilfegruppen zum Austausch her.

Gruppenname

Sinnvoll ist es das angesprochene Krankheitsbild im Namen sowie den Ort aufzunehmen (z.B. SHG Schilddrüsenkrebs Braunschweig).

Finanzierung

Für die Finanzierung der Selbsthilfegruppe u.a. für Flyer, Raummiete, Visitenkarten, Honorare und andere Dinge gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der passenden Förderung. Genauere Informationen hierzu sind unter 5. Finanzen aufgeführt.

Link zum Merkblatt Reiseosten und Ehrenamtspauschale noch einfügen.

Werbung

Werbung und Bekanntmachung der Gruppe

Zum einen erfolgt die Werbung für die Gruppe über das Selbsthilfe-Forum im Unter-Forum Termin/Treffen und über die Liste Gruppen: Regionen

Flyer bieten die Möglichkeit auf die Gruppe bei endokrinologischen, onkologischen und nuklearmedizinischen Praxen sowie in Kliniken mit passenden Schwerpunkten aufmerksam zu machen. Wichtig ist, dass man die Ärzt*innen vor Ort nicht nur um Erlaubnis bittet, das Informationsmaterial auszulegen, sondern auch darum, die Patient*innen direkt auf die Gruppe aufmerksam zu machen. Vielleicht ergibt sich so auch die Möglichkeit, dass ein*e Ärzt*in sich bereit erklärt, vor der Gruppe einen Vortrag zu einem speziellen Thema zu halten, dann kommen sicher auch mehr Teilnehmer*innen zu den Treffen.

Unser Bundesverband hat umfangreiche Adresslisten von Ärzt*innen und Kliniken. Die Geschäftsstelle versendet für euch gerne die Flyer in der Region (bitte teilt uns die PLZ-Bereiche mit). Ihr bekommt dann von uns auch eine Liste mit den angeschriebenen Ärzt*innen und Kliniken.

Internetadresse

Du kannst die Gruppenbeschreibung als Website für deine eigene Gruppe benutzen. Wir können dir eine einfache URL einrichten, die direkt zur Forums-Gruppe führt; zum Beispiel:

E-Mail-Adresse

Wir können dir eine E-Mail-Adresse mit (Name SHG) @sd-krebs.de einrichten.

Die örtlichen Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstellen bieten ebenfalls die Möglichkeit der Werbung über deren Homepage sowie in regionalen Flyern an.

Soziale Medien sind inzwischen auch in der Selbsthilfe angekommen, gerade bei Facebook gibt es einige Gruppen von Betroffenen zum Austausch. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Werbung für die eigene Selbsthilfegruppe.

Über die regionalen Tages- und kostenlosen Wochenzeitungen kann ebenfalls Werbung über z.B. den Veranstaltungskalender oder im Rahmen einer Vorstellung der SHG bzw. Berichte über Treffen erfolgen.

Pharmaunternehmen?

Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen und Wirtschaftsunternehmen

In der Zusammenarbeit mit Pharma- und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitswesen gelten die „ergänzenden Bewilligungsbedingungen
für Krebs-Selbsthilfeorganisationen und deren Untergliederungen zur Zusammenarbeit mit Pharma- und anderen Wirtschaftsunternehmen im
Gesundheitswesen“, welche durch die Deutsche Krebshilfe vorgeben werden in der jeweils aktuellsten Fassung.

Es werden z.B. Fragen von Zuwendungen sowie zur Neutralität gegenüber Anbieter*innen von Produkten und Gesundheitsleistungen (z.B. Kliniken) angesprochen und ab wann ein Logo verwendet werden darf.

Es gelten zudem auch die „Leitsätze der Selbsthilfe für die Zusammenarbeit mit Personen des privaten und öffentlichen Rechts, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen, insbesondere im Gesundheitswesen“.

Haftung

Seit Januar 2013 gilt, dass ehrenamtlich für den Verband tätige Personen von Schäden durch den Verband freizuhalten sind, die durch leichte Fahrlässigkeit entstehen. Grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzlich begangene Handlungen sind nach wie vor nicht versichert.

Treffen der Gruppenleiter*innen

Jährliche Treffen der Gruppenleiter*innen des Bundesverbandes

Die Gruppenleiter*innen treffen sich einmal pro Jahr zu einem gemeinsamen Treffen. Zu dieser Weiterbildung sind die Gruppenleiter*innen und bis zu zwei Stellvertreter*innen eingeladen. Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist nicht notwendig.

Über diese Treffen wollen wir eine persönliche Vernetzung der einzelnen Gruppen untereinander fördern, aktuelle anstehende Themen gemeinsam diskutieren sowie eine bessere Verzahnung der einzelnen Gruppen mit unserem Informationsmaterial erreichen.
Ebenso gibt es regelmäßig Vorträge von Referent*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Aufwandsentschädigung

Für die Gruppenleitung wird unter bestimmten Voraussetzungen eine jährliche Aufwandsentschädigung bezahlt.
Siehe hierzu auch 5. Finanzen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 227106

Broschüren

Fortbildungsveranstaltungen

Über die regionalen Selbsthilfekontaktstellen sowie Krebsgesellschaften werden diverse Fortbildungsveranstaltungen für Leiter*innen von Selbsthilfegruppen angeboten.

Unser Bundesverband bietet zu dem spezifisch für Selbsthilfegruppen zu Schilddrüsenkrankheiten und insbesondere zu Schilddrüsenkrebs an. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppenleiter*innen ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 227106

Vorwort

Die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe – Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten!

Liebe*r Gruppenleiter*in,

wir wollen dir mit diesem Ordner eine kleine Hilfestellung zur Gründung bzw. langfristigen Führung einer Selbsthilfegruppe an die Hand geben.

Die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe läuft unter dem Motto:
„Alles kann, nichts muss.“

Du selbst als Leitung der Selbsthilfegruppe entscheidest über die Häufigkeit der Treffen, ob es einen reinen Erfahrungsaustausch gibt oder weitere Aktivitäten wie z.B. Vorträge oder Informationstage.

Selbsthilfearbeit erfolgt immer auf freiwilliger Basis.

Und somit sind deinen Vorstellungen und Ideen keine Grenzen gesetzt.

Unterstützung

Örtliche Unterstützung findest du über die regionalen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen.
Die Kontaktstellen sind im Internet unter
https://www.nakos.de/adressen/rot/ aufgeführt.

Der Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. unterstützt dich sehr gerne über diesen Ordner hinaus. Die AG SHG Unterstützung, die für alle Belange der Gruppenleiter*innen erste Ansprechpartnerin ist, ist per Mail unter

shg-unterstuetzung@sd-krebs.de

zu erreichen.

Viele weitere Informationen sind auch auf unserer Homepage www.sd-krebs.de zu finden.

Wir wünschen dir ganz viel Spaß und Erfolg bei der Führung deiner Selbsthilfegruppe, gute Gespräche und einen regen Erfahrungsaustausch sowie ganz tolle neue Impulse auch für dich.

Viele Grüße

Die AG SHG-Unterstützung
des Bundesverbandes Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.

Inhaltsverzeichnis


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1290

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1290

In diesem Beitrag sind alle Beiträge zum Thema Anschlussheilbehandlung (AHB) und Rehabilitation (Reha) aufgelistet.

Eine AHB/Reha Beantragen

FAQ: Vorgehen bei KUR-Antrag / Reha / AHB

FAQ: Fragenkatalog an die REHA-Kliniken zu Schilddrüsenkrebs (Klinik-Suche)

Musterschreiben für Wunsch Reha-Klinik(Musterbrief)

AHB / REHA – Patientenfragebogen (für Erfahrungsberichte)

Gesund fühlen trotz Krebs- Ziel auch der Psychoonkologie

Heckenlabyrint mit Aussichtsturm zur Orientierung

Wiedereingliederung

Nachsorge

Adressen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 27.07.2021 von Harald W-Nummer: 377

Unser Faltblatt

Mit diesem Faltblatt AHB* /Reha bei Schilddrüsenkrebs. Was bringt mir das möchten wir Schilddrüsenkrebspatienten für die Sinnhaftigkeit und Ziele einer Reha sensibilisieren:

Vorschau des Faltblattes AHB*/Reha bei Schilddrüsenkrebs
  • Folgen der Operation
  • Eine bedrohlich empfundenen Diagnose
  • Wiedereinstieg
  • Eine Erfahrung
  • Ihr gutes Recht
  • Wo soll die Reha stattfinden?
  • Wahlrecht des Patienten
  • Was sind ihre Reha-Ziele?
  • Ihre Mitarbeit ist gefragt
  • Gut vorbereitet
  • Eine Klinik finden
    • Kliniken die auf unseren Fragebogen geantwortet haben: interaktive Karte
    • (alle Reha-Kliniken: interaktive Karte; die zwar Formal für die Reha Schilddrüsenkrebs eine Zulassung haben, aber meist nur sehr wenige Patient*innen behandeln)
  • Wie komme Sie zu Ihrer AHB/Reha?

Unser Faltblatt: AHB/Reha bei Schilddrüsenkrebs. Was bringt mir das? ( Beitrag oder PDF – über die Geschäftsstelle auch kostenlos zu bestellen)

*AHB = Anschlussheilbehandlung

Broschüren


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 27.07.2021 von Harald W-Nummer: 377

Gerichtsurteile


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 27.07.2021 von Harald W-Nummer: 377

Literatur

Gerichtsurteile

Urteil: GdB bei Schilddrüsenkrebs und Stimmbandlähmung


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schwerbehinderung | Letzte Aktualisierung: 07.07.2021 von Harald W-Nummer: 234073

Resolution


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schwerbehinderung | Letzte Aktualisierung: 07.07.2021 von Harald W-Nummer: 234073

In unserem Selbsthilfe-Forum gibt es unterschiedliche Formen von Benachrichtigungen.

Zum einen als Benachrichtigung in Meinem Profil und/oder per E-Mail.

Themen abonnieren oder als Favorit speichern

Es gibt die Möglichkeit Foren oder Themen zu abonnieren:

  • Forum abonnieren: Hier bekommt man eine Nachricht, wenn in diesem Forum ein neues Thema geschrieben wird
  • Thema abonnieren: Hier bekommt man eine Nachricht, wenn jemand eine neue Antwort zu diesem Thema schreibt
SCreenshot, um zu zeigen wo sich die Button "Abonnieren" und "Favoriten" befinden.

Artikel im Wissensbereich und Themen im Forum kann man auch als Favorit speichern.

Über Antworten bei Favoriten wirst Du auch benachrichtigt. Der Unterschied zum „Abonnieren“ ist, dass du die Favoriten in deinem Profil gelistet hast, um so besser diesen Wissensartikel bzw. Forums-Thema wieder zu finden; siehe auch: Wie finde ich Informationen auf dieser Seite?

Wen mich jemand in einem Beitrag erwähnt:

Wenn Dich jemand in einem Forums-Beitrag mit @nutzername erwähnt, so bekommst Du eine E-Mail-Benachrichtigung.

Dies kann man abbestellen in Meinem Profil Einstellungen.

Anfragen zu Freundschaften

(in arbeit)

Neue Gruppenmitglieder

(in Arbeit)

Neue Termine einer Gruppe

(in Arbeit)

E-Mails direkt oder täglich

Eine Benachrichtigung kann man direkt bekommen oder als Zusammenfassung nur einmal täglich.

Die Einstellung findet sich am Ende von Mein Profil Einstellungen Benachrichtigungen per E-Mail


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 397780

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 397780

Was ist Neu?

Suchen und Finden

Schreiben

Benachrichtigungen

Archiv

Link zum alten Übersichtsbeitrag:
Hilfe zum Forum


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 397482

Ein neues Thema eröffnen

Wenn Du ein neues Thema eröffnen möchtest, dann gehst Du zunächst in das Forum, in welchem das neue Thema erscheinen soll.

Ein Überblick über alle Foren erhältst Du über den Link: Foren

Sowohl beim Überblick der Foren als auch bei jedem einzelnen Forum, findest du oben einen blauen Botton „Neues Thema schreiben bzw. „Neues Thema

Wenn man über ein bestimmtes Forum geht, wird das Thema in diesem Forum platziert. Ruft man das Formular über die Forums-Übersicht aus, muss man ein Forum auswählen.

Screenshot eines Formulars, in dem nach dem Beitragstext das Forum zur Auswahl markiert ist.

Wie schreibe ich eine Antwort?

Am Ende eines jeden Themas findet sich ein Formular um eine Antwort zu schreiben.

Im alten Forum konnte man einfach eine URL einfügen wie z.B. https://www.nuklearmedizin.de/ .

Diese URL wurde dann automatisch erkannt.

Im neuen Forum haben wir einen Visuellen Editor. Mit dem kann man den Link auch schöner einfügen.

Die obige URL führt zur Seite der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Wir markieren zunächst den Text, auf den wir einen Link setzen möchten und klicken dann auf den Link-Verknüpfungs-Button, den man auch mit der Tasten-Kombination (Ctrl+K) auswählen kann.

Screenshot des Formulars, in dem der Text "Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin" markiert ist, und der Button "Link einfügen/ändern" ausgewählt wurde.

Es öffnet sich ein kleines Fenster, Eingabe-Formular, in das man die URL einfügen kann.

Wichtig: Nach dem Einfügen oder Ändern der URL muss man auf den Blauen „Enter-Button“ in diesem kleinen Eingabe-Formular drücken, damit der Link bzw. die Änderung übernommen wird.

Screenshot des Formulars mit dem Eingabefenster, und Hervorhebung des Enter-Buttons, damit der Link bzw. die Linkänderung übernommen wird.

Danach ist der Link eingefügt und sieht dann so wie hier im Wissensbereich aus: Link zur Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Verlinken von Seiten von sd-krebs.de

Auf eine Seite oder einen Forums-Beitrag von www.sd-krebs.de kann man sehr leicht verlinken:

Zum einen wie oben, in dem man die URL kopiert,
oder
in dem man am Ende eines Beitrags, Themas, Artikel im Wissensbereich auf den Teilen-Button klickt, es erscheint üdann ein Pop-up Menü. Im ersten Feld wird der Short Code angeboten und im zweiten, die vollständige URL.

Klickt man auf eines dieser Felder, in unserem Fall auf das Code-Feld, so wird dieses vollständig markiert. Mit der äußeren Maustaste kann das ganze Feld kopiert werden.

Es wird das Pop-up-Menü gezeigt, welches erscheint wenn man den Teilen-Button anklicktu
Der Teilen-Code wurde im Fenster anklickt und markiert. Mit der äußeren Maustase erhält man ein Menü des Browsers zum kopieren.

Im Forums-Beitrag kann man dann den Code einfügen. Der Code besteht aus Eckigen-Klammern und dem Wort „Linktext„. Diese Linktext kann ich nach belieben ändern, z.B. Link zum Hilfe – Übersichtsbeitrag

Es wird der Short Code, der in Eckigen-Klammern erscheint, für den Link angezeigt. Das Wort Linktext ist markiert, als Zeichen dafür, dass diese Teil nach belieben geädenrt werden kann.

Ich kann jedoch auch das Wort Linktext und den schließen Code entfernen, dann wird automatisch der Titel des Artikels bzw. Forums-Beitrag als Linktext angezeigt.

Bild mit dem Short Code für den Link. Blau markiert ist der Teil, der entfernt werden kann. Wird dieser Teil entfernt, wird der Link mit dem Titel automatisch eingefügt.

Dies ergibt dann im Forums-Beitrag:

Link auf eine Übersicht der Hilfe-Artikel
bzw.
Einen Forums-Beitrag schreiben

Verweisen auf die Nummer

Man kann auch auf die Nummer eines Artikels oder Beitrags verweisen. Beim Artikel im Wissensbereich befindet sich die W-Nummer am Ende. Bei einem Forums-Beitrag oben.

Screen Shot um zu zeige, wo am Ende eines Wissensartikels die W-Nummer ist.
Screen Shot um zu zeigen, wo sich die Nummer des Beitrags, die Beitrags-ID, sich befindet

Mit der W-Nummer und der Beitrags-ID lassen sich die Artikel im Wissensbereich bzw. die Forums-Einträge über unsere Suche direkt aufrufen. W-Nummer und Beitrags-ID sind vor allem dann nützlich, wenn man keine lange URL teilen kann, z.B. in gedruckten Informationen.

Eine meist 6-stellige Zahl ist, dann wesentlich einfach in unsere Suche einzugeben.

Smilies, Emojis und Sonderzeichen einfügen

Bei einem Tablet und Smarthone lässt sich einfach die Tastur wechseln, zu den Auswahlmenüs für die Smilies.

Beim Windows-Desktop Computer drückt man die Windows-Taste + die Punkt-Taste. Es öffnet sich dann ein Auswahl-Menü

Screen-Shot vom Emoji-Menü beim Windows-Desktop-PV

Zeitsteuerung

Mit der Zeitsteuerung kann man beim ersten Beitrag eines Themas einstellen, dass zu einer bestimmten Zeit der Status dieses Themas geändert wird. Zum Beispiel ein Termin hervorgehoben wird, wenn die Zeit naht, oder eben nicht mehr, wenn der Termin verstrichen ist. Auch kann man ein ganzes Thema löschen, wenn man einen Beitrag nicht für immer der Nachwelt überlassen möchte. [Im Moment nur für Administratoren]

Dateien und Bilder einfügen

Am Ende des Formulars lassen sich Dateien und Bilder einfügen

Scrennshot des Eingabeformualr um eine Datei hochzuladen
Und auch danach direkt wieder entfernen bzw. später im Bearbeitungsmodus

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 02.08.2021 von Harald W-Nummer: 397009

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 02.08.2021 von Harald W-Nummer: 397009

Broschüre:
Mit Schilddrüsenhormonen leben!
Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.

Zusammenfassung

Unsere Broschüre bietet sowohl ausführliche Erklärungen, zur Funktion und Wirkung der Schilddrüsenhormone, zu den Schilddrüsenwerten im Blut und was bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten ist, als auch Hinweise in einfacher Sprache.

Ergänzt werden diese Informationen mit Erfahrungsberichten – von „Alles Gut!“ bis zu Berichten zur Geduld bei der Einstellung, der Abendeinnahme und der Substitution mit L-T4 und L-T3. (Verzeichnis der Erfahrungsberichte)

Mit Hilfe dieser unterschiedlichen Erfahrungsberichten zur Substitution mit Schilddrüsenhormonen, zeigen wir Lösungswege auf, wenn es mit der Schilddrüsenhormoneinstellung mal nicht auf Anhieb funktioniert und die Betroffenen über eine geringere Lebensqualität klagen.

In speziellen Kapiteln wird auf die Risikoabwägung der TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs, die Schilddrüsenhormonsubstitution in der : Schwangerschaft oder auf Probleme wie Haarverlust oder Gewichtszunahme unter einer Schilddrüsenhormonsubstitution eingegangen.

Der Ratgeber basiert auf den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung und räumt mit vielen überholten Vorstellungen zu den Wirkungen der Schilddrüsenhormone sowie der Substitution mit Schilddrüsenhormonen auf. Die medizinische Beratung erfolgte durch namhafte Fachärzt*innen aus Endokrinologie und Nuklearmedizin.

Medizinische Beratung:

  • PD Dr. med. Joachim Feldkamp, Klinikum Bielefeld Mitte
  • Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Markus Luster, Universitätsklinikum Marburg
  • Prof. Dr. med. Lars Möller, Universitätsklinikum Essen

Redaktion:

  • Bella, dkr, Harald, Herkulessa, MareikeP, Maria2, Mausi2, Mrs. Watson, Tvista, UteSt

Inhaltsverzeichnis:

6. Verzeichnisse

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 233379

Dieser Beitrag beruht auf einem frei zugänglichen Artikel der beiden Pathologen Susan J Hsiao und Yuri E Nikiforov (2014). Er gibt einen guten Überblick über den Stand des Wissen über somatische Mutationen und Genveränderungen beim Schilddrüsenkrebs.

Diesen Überblicksartikel zu genetischen Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs wird von uns durch weitere speziellere Studien ergänzt und aktualisiert.

Wozu ist das Wissen über genetische Veränderungen nützlich?

Das Wissen kann/könnte (!) hilfreich sein bei der:

Hierzu braucht es jedoch noch mehr Wissen und Studien.
In allen neueren Leitlinien zu den Schilddrüsenkarzinomen wird auf diese Mutationen bereits eingegangen.
Am weitesten ist das Wissen beim familiären medullären Schilddüsenkarzinom; siehe dazu auch die Broschüre Familiäres medulläres Schilddrüsenkarzinom (MEN2).

Dieser Beitrag hier soll ein wenig helfen Ausführungen zu genetischen Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs zu verstehen.
Diese ist im wesentlichen eine gekürzte und von uns übersetzte Wiedergabe des ersten angeführten Artikels (ohne Gewähr!).
Auf die verschieden Einsatzmöglichkeiten neuer molekularer Marker bei der Feinnadelpunktion und genexpressions Test mit mRNA, die ein groß Teil des Textes ausmachen, gehen wir ins diesem Beitrag nicht ein.

Mutation? – Anmerkungen zur Begrifflichkeit

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist der Begriff „Mutation“ gebraucht, wenn es um genetische Veränderungen geht, die zu Krebs führen. Eine Mutation ist jedoch nur eine von vielen Veränderungen des Bauplans einer Zelle, die zu Krebs führen können. Es gibt zu dem Mutationen, die völlig harmlos sind. Auch zeigt sich, dass manche genetische Veränderungen weniger, und andere stärker das Wachstum von Krebszellen bestimmen (Treiber), oder erst die Kombination mehrerer Veränderungen zu einem Wachstum desTumor führen.

Für das Verständnis diese Veränderungen, ist es nützlich, zu wissen wie eine Zelle funktioniert und wie sie zu einer Krebszelle wird.
Hier empfiehlt sich die Buch-Lektüre: Transformation eine Zelle wird zu Krebs (Klußmeier 2016).

Liste der genetischen Veränderungen

Konnte man 1990 die Pathogenese der Schilddrüsenkarzinome zu ca. 25 % verstehen (RAS und RET/PTC), so liegt dies im Jahr 2014 nach Hsiao & Nikiforov bei ca. 90%:

Somatische Mutationen beim Schilddrüsenkrebs:

  • RAS
  • RET/PTC
  • TP53
  • TRK
  • PTEN
  • β-catenin
  • PAX8/PPARγ
  • BRAF
  • PIK3CA
  • BRAF/AKAP9
  • AKT1
  • ETV6/NTRK3
  • STRN/ALK

(Hsiao & Nikiforov 2014)

Liste der Karzinome und ihre Genveränderungen

Aus der Thyroid cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines (2019) stammt folgende gekürzte Tabelle (1):

Folgende Mutationen / Genveränderungen können (!; nicht müssen) bei folgenden Schilddrüsenkarzinomen vorkommen:
(siehe auch Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie? )


(Figur 2; Vergrößerung im original Artikel auch als Powerpoint-Download für die Lehre möglich.)

Signalwege (engl. Pathways)

Man hat vor allem zwei so genannte Signalwege identifiziert, die für das Wachstum von Schilddüsenkrebszellen verantwortlich sind:

  • MAPK – Signalweg

  • PI3K/AKT – Signalweg
    auch MET (hepatocyte growth factor receptor)-PI3K (phosphoinositide-3-kinase)-AKT (α-serine/threonine-protein kinase) Signalweg

Molecular approaches to thyroid cancer diagnosis. Thematic Review
Autor*innen:
Susan J Hsiao and Yuri E Nikiforov
in: Endocr Relat Cancer. 2014 Oct;21(5): T301-13.
doi: 10.1530/ERC-14-0166

Der MAPK-Signalweg ist meist aktiviert / hoch reguliert durch ein Punktmutationen des BRAF und RAS-Gens und Rearrangements (=Umstrukturierung) der RET/PTC und TRK.

Diagnose anhand der Mutation?

Die Punktmutation BRAF findet man bei ca. 45% der Papillären Schilddrüsenkarzinome (die Spanne reicht je nach Land jedoch zwischen 20-80%; in Deutschland bei 40-50 %; Musholt 2104). Zu 98-99% handelt es sich um die BRAF V600E (Betrifft Codon 600), in den anderen Fällen u.a. um BRAF K601E.

RAS-Gene (HRAS,KRAS und NRAS) sind G-Proteine die beide Signalwege betreffen.
Punktmutation der RAS-Genen findet man bei 40-50% der follikulären Schilddrüsenkrarzinome und bei 10-20% der papillären Schilddrüsenkarzinome (meist die follikuläre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms)
Allerdings sieht man auch in 20-40% in den gutartigen follikulären Adenomen RAS-Mutation. HRAS und KRAS Mutationen findet man auch im medullären Schilddrüsenkarzinom.

  • Update 5.6.2020: RAS-mutated sporadic medullary thyroid cancer: A single-center experience.
    (Quelle: ASCO 2020, Spandana Brown, et.al, The University of Texas MD Anderson Cancer Center; DOI:
    10.1200/JCO.2020.38.15_suppl.6584 )
    Unter 218 Patient*innen mit sporaischen Medullären Schilddrüsenkrebs (sMTC) hatten 42 (19%) eine RAS-Mutation; davon
    • 28 eine HRAS-Mutation (meist HRAS Q61R)
    • 14 eine KRAS-Mutation
    Die Patient*inne waren bei erst Diagnose im Mittel 50 Jahre (28-78 Jahre); 26 (63%) hatten brereits Stage IV.
    Zitat: HRAS Q61R mutations were associated with a better prognosis, with 100% 10-year OS compared with 10-year OS of 39% and 51% (p = 0.02) for other HRAS and KRAS mutations respectively.

  • Update: 2.6.2016: Not All RAS Mutations Mean Thyroid Cancer, New Review Finds
    American Association of Clinical Endocrinologists 2016 Annual Meeting; May 28, 2016; Orlando, FL. Abstract 1168 (Quelle: medscape.com(2.6.2016)

Das RET-Gen ein Rezeptor Tyrosinkinase und kommt in den C-Zellen vor.

RET-Rearrangements kommen hingegen bei 10-20% der papillären Schildrüsenkarzinome vor. Am häufigsten sind die Typen RET/PTC1 und RET/PTC3. Diese werden meist bei Kindern und Jugendlichen sowie Patienten, die in der Vergangenheit erhöhter Strahlung ausgesetzt waren, gefunden.

PAX8/PPARγ – Rearrangements werden in 30-40% der follikulären Schilddrüsenkarzinome gefunden, aber auch in geringem Maße auch bei der follikulären variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms als auch gutartigen follikulären Adenomen/Neoplasien.

Die Bedeutung des PI3K/AKT Siganlweg wird durch Mutationen in PIK3CA und AKT1 genauso aktiviert wie druch die Inktivierung von PTEN (negative Regulierung). die PTEN-Mutationen wurden in follikulären und anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen gefunden.
PIK3CA wurde in follikulären, wenig-differenzierten und anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen gefunden.
AKT1 findet man in Metastasen des Schilddrüsenkarzinoms

Weitere Genmutation betreffen TP53 und CTNNB1 (β-catenin). TP53 ist ein Tumorsuppressor-Gen, das eine wichtige Rolle in der der Regulation des Zell-Zyklus und der DNA-Reperatur spielt. Diese Gen-Mutationen betreffen vor allem mehr aggressive Tumore (anaplastische Schilddrüsentumore sowie in 22% von onkozytären follikulären Schilddrüsenkarzinomen).

Ferner spielen Mutationen beim TSH-Rezeptor (TSHR) eine Rolle bei der Entwicklung von gut und bösartigen Schilddrüsentumoren. Kommt zusätlich einen Mutation in GNAS vor, dann sei dies ein Marker für einen gutartigen Tumor.

Die Mutation des RET Gen wird beim medullären Schilddrüsenkrebs gefunden, sowohl beim sporadisch auftreten als auch beim familiären Schilddrüsenkrebs.
Wobei die Mutation RET M918T in 75% der medullären Schilddrüsenkarzinome gefunden wird.

Neue molekulare Marker zur Diagnose von Schilddrüsenkrebs

Zusätzlich zu den Rearrangements von RET/PTC und PAX8/PPARg , welche in ca. 15% der Schilddrüsentumore gefunden werden, werden neue Rearrangements gefunden, welche NTRK und BRAF betreffen.
Weitere neue Rearrangements, die eher selten sind: AKAP9, NTRK1, MAPK, ETV6-NTRK3, STRN, ALK.

Von größerem Interesse ist eine Mutation des Telomerase reverse transcriptase (TERT) promoter. TERT wird nicht in gutartigen Tumoren gefunden, und scheint vor allem einer Rolle beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinom zu spielen.

  • 8% (n=25) beim PTC
  • 17% (n=12) beim FTC
  • 29% (n=9) beim PDTC
  • 33% (n=12) beim ATC

Molekulare Marker und Prognose für Schilddrüsenkrebspatienten

Molekulare Marker dürften in der Zukunft eine größere Rolle bei der Prognose sein, und besser die Patienten zu identifizieren zu können, welcher einer aggressiveren Behandlung bedürfen.
Am meisten dürfte hier BRAF V600E beim papillären Schilddüsenkrebs von Bedeutung sein, es wird jedoch betont, dass das Risiko für ein Rezidiv auch bei vorliegen einer BRAF-Mutation immer noch sehr gering ist, auch wenn es schlechter ist, wie wenn diese Mutation nicht vorliegt. Mit BRAF lässt sich sehr sicher ein pappilläres Schidldüsenkarzinom erkennen (hohe Senistiviät), die BRAF-Mutation sage jedoch wenig über die Prognose aus, ob es sich um eine aggressivere Variante des Schilddrüsenkrebs handelt (geringe Spezifität).

Aggressiver seien vor allem Tumore bei denen mehrere Mutationen vorliegen (PIK3CA, AKT1, oder TP53) zusätzlich zu BRAF oder RAS.
Ebenso spielten Mutationen des TERT Promoter ein Rolle beim aggressiven Schilddrüsenkrebs. Beim follikulären Schilddrüsenkrebs wurden die TERT-Mutationen C228T und C250T gefunden.

weitere Marker, die nicht in diesem Artikel erwähnt werden:

  • Lopez-Campistrous A 2016: PDGFRα Regulates Follicular Cell Differentiation Driving Treatment Resistance and Disease Recurrence in Papillary Thyroid Cancer.

weitere Literatur:

Neue Therapieoptionen bei bestimmten Genveränderungen

Siehe Neue Therapieoptionen für fortgeschrittene (SD-)Karzinome


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 30.06.2021 von Harald W-Nummer: 233344

Genetische Veränderungen spielen je nach Art des Schilddrüsenkrebs eine unterschiedliche Rolle in der Diagnostik und je nachdem wie weit fortgeschritten der Schilddrüsenkrebs ist.
Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 30.06.2021 von Harald W-Nummer: 233344


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 30.06.2021 von Harald W-Nummer: 233344

Es gibt mehrere Arten von Vitamin D!

Formen von Vitamin D und ihre Namen:

  1. Colecalciferol, (Cholecalciferol, Calciol, „natives Vitamin D3“ ), wird vom Körper selbst mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut erstellt, kann als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden und in geringem Maße auch über Nahrungsmittel aufgenommen werden.
  2. Calcidiol wird in der Leber aus Colecalciferol gebildet.
  3. Calcitriol wird in den Nieren aus Calcidiol hergestellt. Dieser Prozess wird vom Parathormon (PTH) der Nebenschilddrüsen in Gang gesetzt.

Vitamin-D-Analoga sind dem Vitamin D ähnliche Präparate. Siehe dazu unten die Fallstricke sowie den Artikel Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“. In diesem Artikel finden sich auch die Handelsnamen bekannter Vitamin-D-Präparate.

Synthese – Haut, Leber, Nebenschilddrüse und Niere

Grafik zur Veranschaulichung der Vitamin D Synthese über Haut, Leber und Niere, sowie die Rolle des Parathormons dabei

1. Colecalciferol (Cholecalciferol,natives Vitamin D3)

Mit Hilfe des Sonnenlichts kann der Körper über die Haut Colecalciferol selbst herstellen. Das fettlösliche Colecalciferol findet sich auch in Nahrungsmitteln wie fetten Fischen. Nahrungsmittel ohne Zusätze können jedoch nur in geringem Maß den Vitamin-D3-Bedarf decken. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Colecalcifereol in Apotheken und Drogerien erhältlich. Hoch dosierte Präparate sind verschreibungspflichtig; siehe dazu Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

Im Blut nachweisbar:
Nach der Bildung von Colecalciferol über die Haut oder durch die Zuführung über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel ist Colecalciferol im Blut nur kurz nachweisbar, so dass die Bestimmung von Colecalcifereol im Blut wenig über den Vitamin-D-Status aussagt. In der Regel wird zur Prüfung der Versorgungssituation der Calcidiol-Spiegel bestimmt und dabei etwas ungenau als „Vitamin D-Spiegel“ bezeichnet.

2. Calcidiol

Über die Leber wird Calcidiol aus Colecalciferol gebildet.

Im Blut nachweisbar:
Calcidiol ist im Körper längere Zeit (einige Monate) speicherfähig und im Blut nachweisbar als 25-OH-D3

Ein sogenannter Vitamin-D-Mangel entsteht meist im Winter, wenn die Haut zu wenig Sonnenlicht bekommt. Ein Vitamin-D-Mangel wird über 25-OH-D3 im Blut nachgewiesen. Der Mangel kann durch Einnahme von Colecalciferol ausgeglichen werden, z.B. Vigantol mit 500 oder 1000 Internationalen Einheiten pro Tablette. Höher dosierte Präparate, wie Vigantol-Öl oder Dekristol 20 000 I.E. sind verschreibungspflichtig.

Achtung: Das 25-OH-D3 im Blut kann durch die Gabe von Calcitriol oder Alphacalcidol (im Arztjargon auch oft als „Vitamin-D-Präparat“ bezeichnet) NICHT erhöht werden!

3. Calcitriol

Damit die Nieren aus Calcidiol das aktive „Vitamin-D-Hormon“ Calcitriol machen, benötigen sie den Befehl dazu von den Nebenschilddrüsen über das Parathormon (PTH). Bei einer Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus) sollte daher das aktive Vitamin-D-Hormon, Calcitriol, gegeben werden, um die Calciumaufnahme im Darm zu erhöhen.

Im Blut nachweisbar:
Calcitriol wird in den Nieren aus Calcidiol hergestellt, sobald Calciummangel im Blut auftritt. Wenn der Calciummangel behoben ist, wird Calcitriol wieder abgebaut. Calcitriol ist daher sehr kurzlebig, so dass der Blutspiegel von Probe zu Probe stark schwanken kann. Die Formel dafür ist 1,25-OH-D3

Calcium Regulation im Blut

Zu wenig wie auch zu viel Calcium im Blut kann zu erheblichen Beschwerden und Schäden führen. Im Körper gibt es daher verschieden Regelmechanismen um das Calcium im Blut zu regulieren:

  1. Erhöhte Aufnahme von Calcium über den Darm durch Calcitriolbildung bei Calciummangel im Blut.
  2. Verringerung der Calciumausscheidung durch die Nieren bei Calciummangel, Erhöhung der Ausscheidung bei zu großem Calciumangebot.
  3. Bei Mangel an Calcium im Blut kurzfristig vermehrter Abbau von Calcium aus den Knochen durch das Parathormon (PTH) der Nebenschilddrüsen

  4. Bei hohem Calciumangebot Hemmung des Abbaus von Calcium aus den Knochen durch Calcitonin. Calcitonin ist ein Gegenspieler des Parathormon und wird von den C-Zellen der Schilddrüsen produziert.
  5. Fallstricke in der Behandlung eines Hypoparathyreoidismus:

    1. Die Gabe von extrem viel Cholecalciferol kann die Calciumaufnahme im Darm auch ohne den Umweg über die Calcitriol-Bildung, aber somit auch ohne Mengenkontrolle durch die Nebenschilddrüsen erhöhen. Jede Einnahme von hoch dosiertem Cholecalciferol ist genau wie die Gabe von Calcidiol oder Calcitriol stets mit engmaschiger und langfristiger Kontrolle von Calcium im Blut und auch von der Calciumausscheidung im Urin (24-Std-Sammelurin) zu begleiten!
    2. Zur Behandlung des Hypoparathyreoidismus wird auch ein Präparat namens A.T.10 eingesetzt. Dessen Wirkstoff Dihydrotachysterol, der aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt wird, erhöht weder den Spiegel an 25-OH-D3 noch das 1,25-OH-D3! Er erhöht aber trotzdem den Calciumspiegel im Blut.
    3. Zu viel Calcium im Blut und im Urin kann großen Schaden anrichten. Entscheidend für Gabe jeglicher Vitamin-D-Präparate beim Hypoparathyreoidismus ist deshalb nicht irgendein Vitamin-D-Wert im Blut, sondern die daraus resultierenden Calciumwerte in Blut und Urin!


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 05.08.2021 von Harald W-Nummer: 233430

Therapie des Vitamin D Mangels

Für Ärzt*innen zu diesem Thema kann man diesen Text der DGE ausdrucken:
http://blog.endokrinologie.net/fallstricke-behandlung-vitamin-d-mangel-694/

Achtung:A.T.10. dessen Wirkstoff DHT aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt wird, erhöht weder den Spiegel an 25-OH-D3 noch das 1,25-OH-D3! Es erhöht aber trotzdem den Calciumspiegel im Blut.

Es gibt einen ausführlichen Text zu den sonstigen Wirkungen von Vitamin D3 von der Dt. Ges. für Ernährung hier:
http://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf

Therapie des Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Therapie des Hypoparathyreoidismus

Übersicht zu Beiträgen zum Themenkomplex Hypoparathyreoidismus

Hypoparathyreoidismus – Überblick


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 05.08.2021 von Harald W-Nummer: 233430

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Betroffene mit dem differenzierten (papillär, follikulär, …) Schilddrüsenkrebs in der Nachsorge
siehe dazu auch: Welcher Schilddrüsenkrebs und welche Therapie?

Einfach erklärt:

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papilläre, follikulär) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele:

  • Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen.
    siehe Broschüre Mit Schilddrüsenhormonen leben
  • Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 1153

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papillär, follikulär, …) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele: Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen. Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papilläre, follikulär) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele: Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen. Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.

Individualisierte Risikoabwägungen bei der TSH-Unterdrückung
Empfehlungen der amerikanischen Leitlinie für die Langzeitnachsorge von Patient*innen mit dem differenzierten Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 1153

Termine werden auf unserer neuen Website über die Gruppen eingegeben und zugeordnet.

Kalender-Einträge sind völlig unabhängig vom Forum.

Termin erstellen

Screenshot vom Kalender und Formular

Zunächst auf die Gruppe gehen, dann im Untermenü der Gruppe auf Kalender und unter dem Monats-Kalenderblatt findet sich das Formular für die Termin-Eingabe.

Termin im Forum bekannt geben

Wichtig: Um einen Termin im Forum bekannt zu geben, muss der Gruppe ein Forum zugeordnet sein.

Wenn der Termin eingetragen ist, kann man in dem man den Link auswählt um mehr Informationen zu diesem Termin zu bekommen.

Mehr Infos zum Termin anzeigen

Den Termin im Forum bekannt geben, über den Button: Ankündigung erstellen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 08.07.2021 von Harald W-Nummer: 233568

Inhalt dieses Beitrags:

In diesem Beitrag werden alle Arten von Schilddrüsenkrebs entsprechend der International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O) aufgelistet und ihre Therapieoptionen kurz erklärt.

Alle Schilddrüsenkarzinome haben den ICD-10-Schlüssel C73 (= Bösartige Neubildung der Schilddrüse). Dieser Schlüssel ist jedoch wenig brauchbar, da sich die Schilddrüsenkarzinome in ihrer Prognose und Therapie sehr unterscheiden

Man unterscheidet im groben vier verschiedene Arten des Schilddrüsenkrebs, die in sich noch weitere Unterarten kennen:

  1. differenzierter (papillärer, follikulärer, onkozytärer) Schilddrüsenkrebs (DTC)
    1. papillärer Schilddrüsenkrebs
    2. follikulärer Schilddrüsenkrebs
    3. Hürthle-Zell-Karzinom (onkozytäres Schilddrüsenkarzinom)
  2. wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs (PDTC)
  3. medullärer Schilddrüsenkrebs (MTC), auch C-Zell-Karzinom
  4. anaplastischer Schilddrüsenkrebs (ATC) (= undifferenzierter Schilddrüsenkrebs)
    siehe auch:
  5. Gutartige Tumore und Tumore mit unsicherem Malignitätspotential der Schilddrüse

Hier nun im einzelnen:

1. differenzierter (papillärer, follikulärer, onkozytärer) Schilddrüsenkrebs (DTC)

differenzierter (papillären oder follikulären) Schilddrüsenkrebs (DTC). Dieser Schilddrüsenkrebs ist im allgemeinen nach einer teil- oder vollständigen operativen Entfernung der Schilddrüse, und je nach Risikoklassifikation mit einer anschließenden Radiojodtherapie (RJT) sehr gut behandel und heilbar. Diese Krebszellen haben die Eigenschaft Jod aufzunehmen (=differenzierter Schilddrüsenkrebs). Nimmt man radioaktives Jod in der RJT auf, so werden die Zellen von innen durch die Strahlung zerstört (siehe auch FAQ: Was für Strahlen gehen vom radioaktivem Jod aus?). Es ist allerdings nicht immer eine totale Schilddrüsenoperation und RJT notwendig, oftmals reicht bereits die Entfernung des Tumors je nach Untergruppe.

Man unterscheidet beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom weiter:

1.1. Papilläre Schilddrüsenkarzinome

  • papilläres Mikrokarzinom (Forums-Gruppe: Mikrokarzinom; RJT meist nicht notwendig) ICD-O code: 8341/3
  • Tall-Cell (= großzellige Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom) hat eine etwas schlechtere Prognose

weitere Unterformen:

  • columnar-cell = Kolumnäre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom ICD-O code: 8344/3
  • onkozytäre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom
  • hobnail Variante des papillären Schilddüsenkarzinom

1.2. follikuläre Schilddrüsenkarzinome ICD-O code: 8330/3

  • Gekapselt angioinvasive follikuläre Schzilddrüsenkarzinome ICD-O code: 8339/3

1.3. Hürthle-Zell-Karzinom (onkozytäres Schilddrüsenkarzinom)

Eine weitere Unterform ist das onkozytäre Schilddrüsenkarzinom(Forums-Gruppe; = oxyphiles Karzinom = engl. Hurthle Cell Carzinoma).
Das sind Tumore mit Gefäßinvasion und/oder Kapseldurchbruch ICD-O code: 8290/3. Onkozytäre Tumore speichern in der Regel nicht so gut Jod wie die anderen differenzierten, papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom.
Wichtig:
Nicht-invasive Tumore werden als Hürthle-Zell-Adenome bezeichnet (ICD-O code: 8290/0)
Für die Beurteilung, ob eine Hürthle-Zell-Tumor eher benigne oder eher maligne ist, gelten die selben Kriterien (Gefäßeinbruch, Kapseldruchbruch) wie beim follikulären Schilddrüsenkarzinom (Quelle: Vortrag Schmid 2017).
siehe insbesondere auch:

2. wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs

wenig-differenzierter bzw. gering-differenzierter Schilddrüsenkrebs (poorly differentiated thyroid carcinoma = PDTC) – speichert kein oder nur wenig Jod. Eine Radiojodtherapie hat daher zum Teil nur wenig Sinn.
(ICD-O code: 8337/3)
Das PDTC ist in sich keine einheitliche Tumorentität. Es gibt verschiedenen Varianten: solide/insulär/trabeculär. Manche Tumore speichern noch Iod andere nicht mehr. Im Jahr 2006 gab es das Turin Proposal für eine einheitliche Diagnostik des PDTC (Volante 2007) Nach dieser Definition machen PDTC weniger als 0,5% aller Schilddrüsentumore aus (Akaishi J. 2019).
Es gibt inzwischen eine Reihe neuer Substanzen zur Behandlung dieser Krebsformen.
Hier ist es wichtig, dass man am besten in eines der Zentren für den nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs geht.
siehe insbesondere auch unsere Forums-Gruppe: wenig differenzierter Schilddrüsenkrebs sowie FAQ: Was kann man tun, wenn die Radioiodtherapie versagt?.

3. Medullärer Schilddrüsenkrebs (C-Zell-Karzinom)

medullärer Schilddrüsenkrebs, auch C-Zell-Karzinom genannt, tritt sehr selten auf (ICD-O code: 8345/3). Im ICD-O Code wird nicht unterschieden zwischen den spontanen, familiären medullären Schilddrüsenkarzinomen und MEN 2A sowie MEN 2B.
Dieser Schilddrüsenkrebs besitzt in Teilen auch eine erbliche Komponente, und mit dem Tumormarker Calcitonin kann man früh erkennen, ob ein medullärer Krebs vorliegt. Die Therapie besteht vor allem darin möglichst frühzeitig die Schilddrüse und eventuelle Metastasen operativ zu entfernen.
siehe FAQ: Medullärer Schilddrüsenkrebs?
sowie

4. Anaplastischer Schilddrüsenkrebs

anaplastischer Schilddrüsenkrebs (ATC) (= undifferenzierter Schilddrüsenkrebs), diese Krebsform ist sehr selten und wächst sehr schnell (ICD-O code: 8020/3) . Betroffen sind meist ältere Patienten. Die Chance einer Heilung (5-Jahres-Überlebensrate) liegt bei ca. 5%. Eine frühzeitige operativen Entfernung der Schilddrüse, äußere Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie ist die erste Therapie. Es können dann danach – am besten im Rahmen von Studien – auch neuere Substanzen eingesetzt werden.
Auch hier ist es wichtig in ein Zentren für den nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs aufzusuchen.

Zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs können wir bisher wenig Hilfe anbieten.
Bislang haben sich hierzu im Forum nur sehr selten Betroffene, meist auch Angehörige gemeldet. Wir habe auch hier eine Forums-Gruppe anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (und Angehörige).
mehr Informationen unter anaplastischer Schilddrüsenkrebs (Überblick)

Laufende europäische Studien: FAQ: Studien zu selten Erkrankungen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Übersetzung medizinischer Texte | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1171

Eine einfache Erklärung zu den unterschiedlichen Arten des Schilddrüsenkrebs, mit ihren unterschiedlichen Therapien und Prognosen findet sich hier: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Ratgeber


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Übersetzung medizinischer Texte | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1171

Hat die Diagnose des Schilddrüsenknoten erbracht, dass eine Schilddrüsenoperation notwendig ist, ist der weitere Ablauf dieser:

(siehe auch: Therapien zur Entfernung von gutartigen (benigne) Knoten der Schilddrüse – Überblick)

5. Schilddrüsenoperation

5.1. Vor der Operation

Klinik der Wahl sollte eine durch die CAEK zertifizierte Klinik für Schilddrüsenchirurgie (ML12) oder eine Klinik mit einigen hundert Schilddrüsenoperationen jährlich sein, da bei einem erfahrenen Operateur das Risiko von Nebenwirkungen wesentlich geringer ist.

Vor einer Operation der Schilddrüse sind folgende Unter­suchungen notwendig:

Darüber hinaus können – je nach Fragestellung – auch noch weitere bildgebende Verfahren eingesetzt werden, z.B. um zu kontrollieren, wie weit und wohin die Schilddrüse gewachsen ist.

Der Anästhesist (Narkosearzt) benötigt für die Narkose möglichst genaue Informationen über den Patienten. Im eigenen Interesse sollte man im Vorgespräch deshalb alle Fragen (z.B. nach Nikotin- und Alkoholgenuss, Medikamenteneinnahme und Gewicht) wahrheitsgemäß beantworten. Der Anästhesist beantwortet auch sonstige Fragen wie etwa zur Verträglichkeit der Narkose.

Blutverdünnende Medikamente müssen in der Regel vor der Operation abgesetzt werden. Bitte teilen Sie es rechtzeitig Ihrem Arzt mit, wenn Sie solche Medikamente einnehmen.

5.2. Operation

Schilddrüsenoperationen werden meist mit Hilfe des sogenannten Kocherschen Kragenschnittes durchgeführt. Dabei setzt der operierende Arzt den Schnitt im unteren Bereich des Halses möglichst in einer Hautfalte an, wodurch die Operationsnarbe später kaum noch auffallen wird.

Eine Alternative ist manchmal die Durchführung der Operation auf minimal-invasive Art, wodurch die Narbe am Hals sehr klein gehalten werden kann. Die Narbe ist allerdings immer mindestens so groß wie der größte entfernte Knoten.

Eine weitere Alternative ist die ABBA-Methode, durch die eine Narbe am Hals gänzlich vermieden werden soll. Die Schnitte liegen hier in der Achsel bzw. an der Brustwarze.

Darüber hinaus gibt es weitere Verfahren, bei denen der Schnitt hinter dem Ohr oder im Mundboden erfolgt.
Voraussetzung für all diese Operationsformen ist, dass das Volumen des Schilddrüsenlappens nicht mehr als 20 ml beträgt, der größte Knoten keinen größeren Durchmesser als 2-3 cm hat und kein Verdacht auf Bösartigkeit besteht.

Die minimal-invasive Schilddrüsenoperation hat gegenüber den anderen genannten Methoden den Vorteil, dass wenn sich während der Operation ein Krebsverdacht ergibt, sie in eine konventionelle Schilddrüsenoperation (Kocherscher Kragenschnitt) überführt werden kann.

Die Risiken der Verletzung des Stimmbandnervs oder der Nebenschilddrüsen bestehen bei allen genannten Operationsformen genauso wie bei der konventionellen Schilddrüsenchirurgie, ebenso auch das der Nachblutung. Ob das Risiko für solche Nebenwirkungen höher ist, dazu gibt es bislang keine aussagekräftigen Studien.

Aus medizinischer Sicht haben Operationsformen der Schilddrüse, die rein aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden, keinerlei Vorteile gegenüber einer konventionellen Operation.

Operationsnarbe:
Wie sichtbar eine Narbe später ist, hängt oft davon ab, ob jemand zur Keloidbildung (überschießende Bildung von Narbengewebe) neigt oder nicht. Damit eine Narbe möglichst unsichtbar wird, ist es wichtig, sie in den ersten Monaten vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Sobald die äußere Wundheilung abgeschlossen ist, kann man die Narbe mit einer einfachen Fettcreme gelegentlich massieren.

Eine abschließende Entscheidung, wie viel von der Schilddrüse entfernt werden muss, ist oft erst während der Operation möglich, wenn der Arzt das Gewebe und vorhandene Veränderungen direkt sieht.
Bei der Operation wird sämtliches knotig verändertes Gewebe entfernt, um das Risiko gering zu halten, dass später eine nochmalige Operation (mit höheren Operationsrisiken) erforderlich wird.

Ob intraoperatives Neuromonitoring das Risiko einer Verletzung der Stimmbandnerven (siehe Kapitel 5.3.5) bei einem Ersteingriff wirklich reduzieren kann, lässt sich schwer über Studien beweisen, da das Risiko bereits sehr gering ist. Bei Zweiteingriffen konnte man zeigen, dass das intraoperative Neuromonitoring das Risiko senken konnte.

Bei Ersteingriffen hat das intraoperative Neuromonitoring vor allem den Vorteil, dass bei einer durch das Monitoring vermuteten einseitigen Verletzung des Stimmbandnervs (Verlust des Signals) der Chirurg unter Abwägung der Risiken, die weitere Operation beenden kann, um eine beidseitige Verletzung der Stimmbandnerven zu vermeiden.

Neuromonitoring:

Das intraoperative Neuromonitoring ist eine Methode zur Identifizierung des Stimmbandnervs während der Operation. Dabei werden Nadel– bzw. Tubuselektroden in bzw. an der die Stimmbandmuskulatur platziert. Durch Reizstrom wird jede Muskeltätigkeit der Stimmbänder angezeigt, und der Verlauf des Stimmbandnervs kann genau verfolgt werden.

Neuromonitoring ist nur ein zusätzliches Hilfsmittel für den Chirurgen und sollte nicht das alleinige Kriterium bei der Klinikwahl sein.

Das Risiko einer Verletzung des Stimmbandnervs hängt hauptsächlich von der Erfahrung des operierenden Arztes ab – je mehr durchgeführte Schilddrüsenoperationen, desto geringer ist das Risiko.

Mit Hilfe eines sogenannten Schnellschnittes lassen sich bösartige Zellen evtl. schon während der Operation nachweisen, so dass eine zweite Operation vermieden werden kann.

Schnellschnitt:

Beim Schnellschnitt werden verdächtige Knoten noch während der Operation (intraoperativ) fein geweblich untersucht. Sollten dabei Krebszellen gefunden werden, kann gleich weiter operiert und die ganze Schilddrüse sowie einige Lymphknoten entfernt werden.
Nicht jedes Karzinom lässt sich allerdings im Schnellschnitt feststellen, manchmal wird deshalb trotz Schnellschnitt eine zweite Operation notwendig.
Der Schnellschnitt ist eine weitere wichtige Diagnosemethode, er ersetzt jedoch nicht die präoperative Feinnadelpunktion.

Nach jeder Schilddrüsenoperation wird das gesamte entnommene Gewebe nochmals pathologisch untersucht.

Eine Komplettierungsoperation der Schilddrüse ist ggf. notwendig, wenn nach einer Teiloperation der Schilddrüse durch den Pathologen nach histologischer Aufbereitung des entnommen Schilddrüsenknotens ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wurde.

Bei allen Schilddrüsenkarzinomen wird eine Komplettierungsoperation in den Leitlinien empfohlen. Eine Ausnahme ist das unifokale papilläre Mikrokarzinom (kleiner 1cm), wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, perkutane Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen. Eine Komplettierungsoperation wird dann in den Leitlinien nicht empfohlen.

In der AWMF-Leitlinie zur Schilddrüsenoperation (maligne) aus dem Jahr 2012 wird bei follikulären Schilddrüsenkarzinomen bis zu einer Größe von 4 cm zwischen minimal-invasiven follikulären (Verzicht auf eine Komplettierungsoperation) und grob-invasiven follikulären Schilddrüsekarzinomen (Komplettierungsoperation empfohlen) in der Therapie unterschieden. Die amerikanischen und europäischen Leitlinien äußern sich hierzu nicht.

Zeitpunkt der Komplettierungsoperation
„Der operativ-technisch günstigste Zeitpunkt für eine prophylaktische Komplettierungsoperation ist innerhalb der ersten vier postoperativen Tage oder 3 Monate nach dem Primäreingriff gegeben. Bei fehlenden Hinweisen für residuelles [=restliches] Tumorgewebe stellt die nach 3 Monaten durchgeführte Nachoperation kein erhöhtes onkologisches Risiko dar.“ (AWMF 2012)

Wie lange ist man im Krankenhaus?

Die durchschnittliche Liegedauer beträgt 4 bis 5 Tagen. Bei einer Kompletiterungsoperation verlängert sich die Zeit entsprechend.

Tipp:
Was hilft gegen Ängste vor einer Operation?. Hrsg. durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), letzte Aktualisierung 2018


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung

Das Kapitel Operation stammt aus unserer Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten oder behandeln/operieren?
hier das Inhaltsverzeichnis
nächstes Kapitel: Nebenwirkungen der Schilddrüsenoperation


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Erfahrungsbericht einer Schilddrüsenoperation:
„Ich bin 42 Jahre alt und seit einigen Jahren kämpfte ich mit mir und der Angst vor der SD Operation.
Nun habe ich sie hinter mir und bin total erleichtert.
Am OP Tag musste ich morgens kurz vor 7 im KH sein und um 7:15 ging es schon in Richtung OP. Die OP hat dann allerdings fast 3 Stunden gedauert. Im Aufwachraum ging es mir dann auch schnell gut und ich konnte schnell wieder in mein Zimmer zurück.
Den OP Tag hab ich dann nicht so bewusst mehr wahrgenommen. Schmerzen an der Wunde hatte ich gar keine. Schlucken war sehr anstrengend und mir tat dann mein Genick doch sehr heftig weh.
Essen gab es dann gleich am nächsten Morgen und ich war erstaunt, dass ich doch so gut schlucken konnte. Schmerzen im Genick ließen dann auch nach ..ich konnte mich immer mehr bewegen und somit wurde auch das besser.
Drei Tage später war auf der Histologie Befund da….SD wurde komplett entfernt … das ahnte ich allerdings vorher…beim Vorgespräch hieß es…wie viel entfernt wird oder ob alles wird während der OP entschieden.
Links war ein ziemlich großer Knoten, und rechts ein kleiner der dann allerdings bösartig war….Das ich mich nun endlich zur OP endschieden hatte, war also das absolut richtige…
Normal hätte ich nach 3 Tagen entlassen werden können…es ging mir auch total gut…dann fing das Kribbeln und die Krämpfe an. Kalziumwert war tief im Keller. Dann fing es an….erst eine Infusion mit Calciumspritze half sofort, nur kam das Kribbeln wieder. Dann Calcium Brause, Frubiose, Infusion… zum Schuss AT 10…und der Wert ging auf und ab: Eine Woche hat mich das zusätzlich im KH gehalten.“
( Link innerhalb des ForumsThema (t19588) )

Im Selbsthilfe-Forum unter t19588

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung

Das Kapitel Operation stammt aus unserer Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten oder behandeln/operieren?
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Patientenleitlinie

Es gibt bislang keine deutschsprachige Patientenleitlinie

Ärztliche Leitlinien

  • AACE / AME / ETA Guidelines (2010): Thyroid Nodul; in ENDOCRINE PRACTICE Vol. 16
  • Cooper, D.S., Doherty, G.M., Haugen, B.R. et al. (2009):
    American Thyroid Association (ATA) Guidelines Taskforce on Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Revised American Thyroid Association management guidelines for patients with thyroid nodules and differentiated thyroid cancer. Thyroid (19): S. 1167-1214.
  • Pacini, F. et al. and the European Thyroid Cancer Taskforce
    (2006): European consensus for the management of patients with differentiated thyroid carcinoma of the follicular epithelium. European Journal of Endocrinology (154): S. 787-803.

Übersichtsarbeiten

Cochraine: Minimalinvasive Therapien von gutartigen Knoten (2014)

Weitere Quellen

Die Liegedauer beträgt 4,3 (± 4,3) Tage und die Krankenhaussterblichkeit bei Schilddrüsenoperationen liegt bei 0,1%;

Philipp Baum, et.al. Sterblichkeit und Komplikationen nach viszeralchirurgischen Operationen, Eine bundesweite Analyse basierend auf den diagnosebezogenen Fallgruppen der deutschen Krankenhausabrechnungsdaten, Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 739-46;
DOI: 10.3238/arztebl.2019.0739



Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Leitlinie der American Thyroid Association (ATA): differenzierter Schilddrüsenkrebs 2015: Übersicht, Übersetzungen & Kommentare

(vorangehende Leitlinie: ATA-Leitlinie differenzierter Schilddrüsenkrebs 2009: Übersetzungen & Kommentare).

Es ist wie man sieht eine sehr umfangreiche Leitlinie von insgesamt 134 Seiten.

Ein Inhaltsverzeichnis findet man im Original auf Seite 6ff. Hier in Tabelle 5 sind die Empfehlungen aufgelistet und sind auch wesentliche Änderungen zur vorangehenden Leitlinie gekennzeichnet.

Hier in diesem Beitrag findet ihr ein noch vollständig angelegtes Inhaltsverzeichnis, in dem wir einzelne Übersetzungen (hier ist Mitarbeit gefragt) von einzelnen Empfehlungen verlinken, ähnlich wie bei der FAQ: ATA-Leitlinie differenzierter Schilddrüsenkrebs 2009: Übersetzungen & Kommentare.

Nicht autorisierte Übersetzungen für uns Patienten. Übersetzungen ohne Gewähr!!

Übersicht:

Kapital A: Schilddrüsenknoten

A11 Was ist die Rolle der Feinnadelpunktion(FNA). Interpretation der Zytologie, Molekularertests bei Patienten mit Schilddrüsenknoten.

A12 Zytologie kann nichtuntersucht werden
A13 gutartige (=benigne) Zytologie
A14 bösartige (=maligne) Zytologie
A15 unbestimmbare (=indeterminate) Zytologie ( AUS/FLUS, FN, SUSP)
A16 Rolle von Molekularen Tests
A17 AUS/FLUS in der Zytologie
(Matetrial in der Feinnadelpunktion mit unbestimmter Bedeutung/ Follikuläre Läsion von unklarer Bedeutung)
A18 follikuläre Neoplasie (FN)/Verdächtig bezüglich einer follikulären Neoplasie (SFN) in der Zytologie
A19 Krebsvertächtig SUSP) in der Zytologie
A20 Rolle der PET bei unbestimmbaren Ergebnissen in der Zytologie
A21 Welches ist die richtige Operation bei unbestimmbarer Zytologie
A22 Wie sollen Schilddrüsen mit mehreren Knoten beurteilt werden.
A23 Langzeit Nachsorge von Patienten mit Schilddrüsenknoten
(….)
A28Schwangere mit Knoten in der Schilddrüse

  • ….
  • R31Schwangere mit einem Ergebnis maligne oder unbestimmbar in der Zytologie der Feinnadelpunktion (FNA)

Kapitel B: Differenzierter Schilddrüsenkrebs (DTC): Initiales Therapiemanagement

B2 – Ziele der ersten Therapie
B3 – Rolle der Bild-Diagnostikat und von Blutwerten vor der Operation
B4 – Ultraschall des Halses

B17 – Was ist die Bedeutung der postoperativen Risikoklassifizierung?
siehe: Risikogruppen beim differenzierten Schilddrüsenkrebs
B25 – Wie soll die initiale Risikoeinschätzung über die Jahre modifiziert werden?

B33Postoperativer Tg-Wert als Entscheidungshilfe, ob RJT bei low-risk und intermediate-risk Patienten indiziert ist.
B36 – Was ist die Rolle der Radioiodtherapie nach einer Operation?

B40 Welche Aktivität von I-131 sollte zur Ablation von Restschilddrüsengewebe und als ergänzende Therapie appliziert werden?

  • R55 (Ablation)
  • R56(Verdacht auf mikroskopische Schilddrüsenkrebsrestzellen)

B45 Gibt es eine Rolle für die adjuvante perkutane Strahlentherapie oder Chemotherapie?

Kapitel C: Langzeit Nachsorge und Therapie des fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs

C1 Was sind die angemessenen Methoden in der Langzeit-Nachsorge
C5 Welche Bedeutung hat die Tg-Wert Bestimmung in der Nachsorge

  • R62
  • R63

C9 Bedeutung des Ultraschall und anderer Bilddiagnostik (Radioiod, SECT/CT, MRT, PET/CT) in der Nachsorge.
C10 Die Rolle des Ultraschalls in der Nachsorge
C11 Die Rolle der Radiojodiagnostik

C12 FDG-PET.
C13 CT und MRT
C14 Risiko Stratifikation nach Erfolg bzw. nicht Erfolg von Therapien für die langzeit Beobachtung und das Therapiemanagement
C15 Bedeutung der TSH-Unterdrückung

  • R70

C16 Was ist das beste Management von Patienten mit Fernmetastasen
C17 Was ist die optimale Behandlung mit einem lokalen Rezidiv (Behandlung eines Rezidivs im Hals (Neck Dissection))

C23 Wie ist bei einem Eindringen des Tumors in den Bereich der Luft- oder Speiseröhre das operative Vorgehen?

C25 Welche Aktivität von I-131 zur Behandlung von regionalen oder Fernmetastasen (siehe auch I-124-PET – Übersichtsartikel)
C26 rhTSH zur Vorbereitung der Radioiodtherapie bei Metastasen (R74 u. R75)

C29 Behandlung von Lungenmetastasen

  • R77 Radioiodtherapie bei kleinen Mikrometastasen in der Lunge
  • R78 Radioiodtherapie bei großen Lungenmetastasen

C30 Behandlung von Knochenmetastasen

C31 Wann sollte eine empirische Radioiodtherapie (RIT) in Betracht gezogen werden, bei Tg-Positiven und negativen Ganzkörperszinti nach Radioioddiagnistik (RID)

  • R80 Beobachten oder Indikation für RIT
  • R81 Empirische Aktivität (100-200 mCi) oder Dosimetrie und Abwägung zu Langzeit Risiken; radioiodrefraktärer Schilddrüsenkrebs
  • R82 Wiederholung der RIT bei Erfolg

C32 Management von Komplikationen der RIT
….
C36 Definition des radioiodrefraktären Schilddrüsenkrebs
(siehe auch Bundesweites Register für seltene Tumore der Schilddrüse)
….
C39 Behandlung von Gehirnmetastasen
C40 Welche Patient*innen sollen für klinische Studien ausgewählt werden?
C41 Die Bedeutung von systemischen Therapien
C47 Substanzen gegen Knochenmetastasen

  • R101

Kapitel D: Zukünftige Forschungsfelder

D2 – Optimierung von molekularen Markern, Prognose und gezielter Therapie
….
D9 – Nachsorge der geheilten Schilddrüsenkrebspatienten (Survivor)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 563

Knoten der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse kommen relativ häufig vor.

Schilddrüsenkrebs ist hingegen eine seltene Erkrankung.

Um gute von bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden braucht es ein gute Diagnostik.

Eine Einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenknoten – Diagnostik

Welcher Schilddrüsenkrebs, welche Therapie?

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.

Eine einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenkrebs

Was ist eine Leitlinie, was ist eine Richtlinie?

In Leitlinien ….


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 563

Original Titel

Ritter A et al, 2020:

Detecting recurrence following lobectomy for thyroid cancer: Role of thyroglobulin and thyroglobulin antibodies.

J Clin Endocrinol Metab 105:1–7. PMID: 32219303.

Für wen ist diese Studie von Interesse?

Diese Studie ist von Interesse für Betroffenen mit einem differenzierten Schilddrüsenkrebs, deren Therapie nur eine Lobektomie (=Entfernung nur einer Hälfte der Schilddrüse; genauer Hemithyreoidektomie) war.

Bei folgenden Diagnosen ist eine Lobektomie nach den aktuellen Leitlinien ausreichend:

  • papilläres Mikrokarzinom (Tumor kleiner als 1 cm)
  • minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom

    Nicht mehr zu den Schilddrüsenkarzinomen, weil die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv extrem selten, zählen:
  • NIFTP (= noninvasive follicular thyroid neoplasm with papillary-like nuclear features; wird nicht mehr zu den Karzinomen gezählt)
    siehe auch:
  • Gutartige Tumore und Tumore mit unsicherem Malignitätspotential der Schilddrüse
  • follikuläres Adenom

Methode

Es wurden die Daten von 167 Patient*innen der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Petach Tikva, Israel, ausgewertet, die in einem Zeitraum von 15 Jahren eine Lobektomie hatten, und die Länger als ein Jahr in der Nachsorge waren.

Die Tumore hatten ein Durchmesser im Mittel von 9,5mm.

Ergebnis der Studie

One-hundred sixty-seven patients met the inclusion criteria. Average tumor size was 9.5 ± 6 mm. Following lobectomy, Tg was 12.1 ± 14.8 ng/mL. Of 52 patients with Hashimoto’s thyroiditis, 38% had positive TgAb with titers of 438 ± 528 IU/mL, and in patients without TgAb the mean Tg level was 14.7 ± 19.0 ng/mL. In 34 patients with contralateral nodules ≥1 cm, Tg was 15.3 ± 17 ng/mL. During the first 2 years of follow-up, Tg declined ≥1 ng/mL in 42% of patients (by 5.1 ± 3.7 ng/mL), remained stable in 22%, and increased in 36% (by 4.9 ± 5.7 ng/mL). During a mean follow-up of 6.5 years (78 ± 43.5 months), 18 patients had completion thyroidectomy and 12 were diagnosed with contralateral cancer (n = 8) or lymph node metastases (n = 4). In patients with recurrence followed for >2 years, there was a rise in Tg in 3 cases, Tg was stable in 2 cases, and in 1 TgAb decreased from 1534 to 276 IU/mL despite metastatic lymph nodes. Basal Tg and Tg dynamics did not predict disease recurrence.

Schlussfolgerung

Die Autor*innen dieser Studie komme zum Schluß, dass Thyreoglobulin (Tg) und Thyreoglobulin-Antikörper (TAK) nach einer Schilddrüsenlobektomie nicht ausreichend sind, um ein seltenes Wiederauftreten des Schilddrüsenkrebs zu erkennen. Sie empfehlen eine Ultraschallüberwachung sowie weitere Untersuchungen, wenn ein Thyreoglobulin-Wert vorliegt, der den Verdacht auf ein erneutes Auftreten des Schilddrüsenkrebs besteht.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 582

Welcher Schilddrüsenkrebs, welche Therapie?

Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkrebs bei Hemithyrektomie

Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkrebs nach Totalthyrektomie

Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkrebs nach Operation und Radiojodtherapie

Nachsorge des medullären Schilddrüsenkrebs

Nachsorge des anaplastischen Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 582

Krankheitsbild

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den Calcitonin produzierenden C-Zellen aus, die in der Schilddrüse liegen, es heißt daher auch treffender C-Zell-Karzinom.

siehe auch: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Die C-Zellen nehmen kein radioaktives Jod auf, eine Radioiodtherapie ist daher beim medullären Schilddrüsenkrebs nicht von Nutzen.

Für das medulläre Schilddüsenkarzinom wird oft die englische Abkürzung MTC (=medullary Thyroid Cancer) benutzt.

Es gehört zu den sehr selten Erkrankungen mit einer Inzidenz (Erkrankungshäufigkeit) von 1,8 bis 3 neue Erkrankungen pro eine Million Einwohner pro Jahr. Es macht 1-5 % aller Schilddrüsenkarzinome aus, jedoch ca. 18% aller Todesfälle
(Quelle: Gortzki 2019).

Primär Diagnostik

Primäre Therapie

Die primäre Therapie des medullären Schilddrüsenkrebs besteht aus einer totalen Schilddrüsenoperation, und gegebenenfalls einer Entfernung der Lymphknoten, da der Krebs früh in die loko-regionären Lymphknoten streut.

Die Operation eines medullären Schildddrüsenkrebs sollte möglichst in einem Zentrum durchgeführt werden.

Diagnostik in der Nachsorge

Die Nachsorge erfolgt angepasst auf das individuelle Risiko für ein Rezidiv (= Wiederauftreten des Krebses) und nicht nach einem gleichen Nachsorgeschema für alle Schilddrüsenkrebspatient*innen.

Für alle Patient*innen mit dem medullären Schilddrüsenkrebs sieht die Nachsorge in den Leitlinien jedoch vor:

  • Ultraschall des Halses durch einen mit Schilddrüsenkrebs erfahrenen Arzt;
  • Bestimmung der Tumormarker Calcitonin (Ct) – Hormon, das von den C-Zellen innerhalb der Schilddrüse bzw. C-Zell-Krebszellen produziert wird – sowie des Carcino-embryonalen Antigens (CEA).

Ist der basale Calcitonin-Wert normal und steigt das Calcitonin bei einer Stimulation nicht an, gilt der Patient als geheilt. Der TSH-Wert sollte unter der Thyroxin-Therapie im altersspezifischen Referenzbereich (z. B. 0,4-3,6 mU/l) liegen.

Wenn 2-3 Monate nach der ersten Operation das Calcitonin erhöht ist, stellt sich als Erstes die Frage, ob die Operation ausreichend war. Falls nein, erfolgt eine Nachoperation. Der Umfang dieser Operation ist abhängig vom Ausmaß der Erkrankung. Die Operation sollte in einem Zentrum mit Erfahrung erfolgen.

Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, wird empfohlen alle 6 Monate eine Calcitonin- und CEA-Bestimmung durchzuführen. Wenn der Calcitoninwert unter 150 pg/ml liegt, ist eine Bildgebung nicht erfolgversprechend. Ansonsten wird eine Bildgebung alle 6-12 Monate angeraten. Es sollte zumindest ein Ultraschall von Hals und Bauch und ggf. CT oder MRT durchgeführt werden.

aus: Nachsorgeheft – medullärer Schilddrüsenkrebs

Therapie des fortgeschrittenen, symptomatischen medullären Schilddrüsenkrebs

Nuklearmedizinische Therapieansätze:

Termine:

Archiv (Infotage – Protokolle jeweils im ersten Beitrag):


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Medullärer Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 29.07.2021 von Harald W-Nummer: 371

Dies ist ein Überblicks-Artikel
zur Diagnose und Therapie des extrem seltenen anaplastischen Schilddrüsenkrebs (engl.: Anaplastic Thyroid Cancer = ATC)

Achtung:
Die Krebszellen des differenzierten und wenig-differenzierte (= poorly differentiated thyroid carcinoma = PDTC) Schilddrüsenkarzinom entdifferenzieren sich zwar weiter, d.h. sie verlieren zunehmend durch weitere Mutationen die Eigenschaft gesunder Schilddrüsenzellen, wenn der Krebs durch Therapien nicht geheilt werden kann. Diese Krebsarten sind jedoch vom anaplastischen Schilddrüsenkrebs zu unterscheiden, weil auch im fortgeschrittenen Stadium diese meist langsamer fortschreiten als der anaplastische Schilddrüsenkrebs, der sehr rasch wächst und oftmals jeder einzelne Tag zählt.

Einfach erklärt:

Betroffene und Angehörige:

Diagnose, Häufigkeit und Prognose

Das anaplastischer Schilddrüsenkrebs (= undifferenzierter Schilddrüsenkrebs) ist sehr selten, überaus aggressiv und wächst sehr schnell (Daten aus dem amerikanischen Krebsregister Haymart 2013)

Betroffen sind meist ältere Patient*innen. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei ca. 5% (Wendler 2016).

Nach dem Robert Koch-Institut (RKI) machen Betroffene mit dem anaplastischen Schilddrüsenkarzinom unter allen Betroffenen mit Schilddrüsenkrebs, ca. 2% bei den Frauen [n= ca. 104 Betroffene pro Jahr], und ca. 4% bei den Männer [n= ca. 91 Betroffene pro Jahr] aus (siehe Krebs in Deutschland für 2015/2016 (Hrsg. RKI 2019)). [in eckiger Klammer eigene Berechnung]

Therapie (kurze Darstellung)

Eine frühzeitige operativen Entfernung der Schilddrüse, äußere Bestrahlung sowie auch eine Chemotherapie (Erstlinientherapie) folgt eine Zweitlinientherapie unter Einschluss von Studien und/oder im Off-Label-Use eine Therapie mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) und Immuntherapie „unter Ausnutzung der molekularen Signatur des Tumors“ (siehe Protokoll: Multimodale Therapie des anaplastischen Schilddrüsenkarzinoms 2015)
Auch hier ist es wichtig in ein Zentrum für den nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs aufzusuchen.

In der Verzweiflung werden oftmals auch alternative Therapien von den Betroffenen und den Angehörigen im Internet gesucht. Keinesfalls sollte man unnötige Zeit verstreichen lassen mit dem Beginn der hier in diesem Beitrag aufgeführten Therapien und Studien und so schnell wie möglich ein entsprechendes „Zentrum“ aufsuchen.

siehe auch:

Ratgeber

Diese und andere Ratgeber sind über den Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. (Infomaterial) beziehbar.

Leitlinien

Neue zugelassene Therapien

wenn keine BRAF-Mutation dann:

(laufende)Studien zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs

Einzelne Studien und Fallberichte

Fallberichte in der medizinischen Literatur:

Nicht mehr aktuell (Archiv):

Linkliste: SD-Krebs anapl. (anaplastisches Schilddrüsenkarzinom)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 693
  • undifferenziertes Schilddrüsenkarzinom
  • entdifferenziertes Schilddrüsenkarzinom
  • englisch: anaplastic thyroid cancer (ATC); diese Abkürzung wird auch im deutschen häufig benutzt
  • undifferentiated thyroid carcinoma (UTC); dieser Name und Abkürzung wird nur selten benutzt

Achtung:

Die Krebszellen des differenzierten und wenig-differenzierte (= poorly differentiated thyroid carcinoma = PDTC) Schilddrüsenkarzinom entdifferenzieren sich zwar weiter, d.h. sie verlieren zunehmend durch weitere Mutationen die Eigenschaft gesunder Schilddrüsenzellen, wenn der Krebs durch Therapien nicht geheilt werden kann. Diese Krebsarten sind jedoch vom anaplastischen Schilddrüsenkrebs zu unterscheiden, weil auch im fortgeschrittenen Stadium diese meist langsamer Fortschreiten als der anaplastische Schilddrüsenkrebs, der sehr rasch wächst und oftmals jeder einzelne Tag zählt.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 693

Es gibt keine zertifizierten Zentren für das anaplastische Schilddrüsenkarzinom.

Als „Zentren“ kann man die Kliniken betrachte, die im Bundesweites Register für seltene Tumore der Schilddrüse und/oder bundesweiten Online Tumorboard Schilddrüse für den fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs zusammenzuarbeiten und an denen Studien zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs stattfinden;
siehe in diesem Beitrag als auch:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 693

Namen

Skelettformel des RET-Inhibitor Selpercatinib
  • Selpercatinib (Freiname = Wirkstoffname von der WHO festgelegt)
  • LOXO-292 (Name in der Produktentwicklung des Pharmaunternehmens Loxo Oncology, Inc)
  • Handelsname:
    • Retsevmo® (in Europa)
    • Retevmo™ (in den Usa)

Wirkmechanismus und Ziele

Selpercatinib ist ein selektiver RET-Inihibitor der durch die Firma Loxo Oncology, Inc. u.a. beim medullären Schilddrüsenkrebs (mit einer erbliche oder erworbenen RET-Mutation), beim papillären Schilddrüsenkarzinom (mit eine Rearrangement des RET) erforscht wird.
Selpercatinib wird bzw. wurde von von der Firma Loxo Oncology, Inc. entwickelt und gehöhrt nun zu Lilly (Pharmaunternehmen Lilly kauft Loxo).

Ein weiterer selektiver RET-Inhibitor ist Pralsetinib der von der Firma Blueprint Medicines Corporation entwickelt wird.

RET

das RET-Gen reguliert eine Tyrosinkinase, die für das Wachstum von bestimmten Krebszellen verantwortlich ist. Beim medullären Schilddrüsenkrebs findet sich bei ca. 60% (sporadisch > 60%; erblich >90%) eine Mutation des RET-Gens, während beim papillären Schilddrüsenkrebs oftmals ein so genanntes Rearrangement des RET (RET/PTC) vorliegt (bei 10-20%).
In der Forschung werden derzeit verschiedene Medikamente getestet, die diese Tyrosinkinasen blockieren bzw. hemmen sollen = Tyrosinkinase-Inhibitoren; siehe auch:

Wichtig:

Auch wenn es sich beim medullären Schilddrüsenkarzinom nicht um ein MEN2A bzw MEN2B (welche immer eine RET-Mutation haben), so kann der (fortgeschrittene) Tumor auch eine RET-Mutation haben, welche über eine Gewebeentnahme des Tumors nachweisbar ist oder in dem zell-freie DNA (cfDNA) über die next generation sequencing (NGS) Methode nachgewiesen wird. Der Nachweis über NGS gilt jedoch noch als nicht sicher, insbesondere wenn die RET im NGS anfänglich negativ ist (siehe ASCO 2018 Poster-Abstract zu LOXO-292).

Zulassungen

Update 16.2.2021: Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat Selpercatinib am 10.12.2020 ( EMA 10.12.2020) eine Zulassungsempfehlung gegeben (alle Tumore mit RET-Fusion oder RET-Mutation). Die Zulassung durch die Europäische Kommission erfolgt im Februar 2021. In Europa wird Selpercatinib von Eli Lilly unter dem Namen Retsevmo vermarktet.

Ein Wertmutstropfen bei diesem Positiv Opinion ist:

Zitat:
Retsevmo as monotherapy is indicated for the treatment of adults and adolescents 12 years and older with advanced RETmutant medullary thyroid cancer (MTC) who require systemic therapy following prior treatment with cabozantinib and/or vandetanib.
(aus EMA 10.12.2020)

Das bedeutet, dass die Betroffenen erst mit Vandetanib oder Cabozantinib behandelt werden müssen, bevor sie Selpercatinib bekommen können.

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat Selpercatinib am 8.5.2020 (FDA News Release) die Zulassung zur Behandlung erteilt.
Erstmals wurde dabei die Zulassung für Lungenkrebspatient*innen und Schilddrüsenkrebspatient*innen an eine bestimmte Mutation oder Fusion geknüpft:

  • Erwachsene mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und einer RET-Fusion
  • Erwachsen und Kinder ab 12 und älter mit einem forgeschrittenen oder metastisierten medullären Schilddrsüenkarzinom, wenn eine RET-Mutation vorliegt, und eine systhemische Therapie notwendig ist.
  • Patient*innen mit dem fortgeschrittenen oder metastisierten Schilddrüsenkarzinom bei dem eine RET-Fusion vorliegt und die eine systemische Therapie benötigen und deren Krebszellen kein Jod mehr aufnehmen ( Radioiod-refraktäres Schilddrüsenkarzinom (RR-DTC)) oder erst gar nicht für eine Radioiodtherapie in Betracht kamen.

Die FDA-Zulassung erfolgte über ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ( accelerated approval)

Glossar :
accelerated approval
= beschleunigte Zulassung; die accelerated approval durch die us-amerikanische Zulassungsbehörde FDA geschiet, wenn ein beträchtlicher Zusatznutzen vermutet wird. Die Zulassung basiert dabei einzig auf Daten von Surrogatparametern (z.B. Verringerung der Tumorgröße) und nicht auf Patienten relevanten Endpunkten (z.B. Lebensverlängerung oder Reduzierung von Schmerzen).
Die beschleunigte Zulassung bedarf jedoch noch weiterer Phase-IV-Bestätigungsstudien.
Die beschleunigte Zulassung sowie das europäische Pendant das Conditional Marketing Authorisation sind in der Evidenzbasierten Medizin (EbM) umstritten, weil nur Surrogatparameter für die Zulassung herangezogen werden und doppelt-verblindete, randomisierte Studie (RCT) mit der höchsten Evidenz erschwert bzw. unmöglich gemacht werden.
Siehe auch:
Zulassung von Arzneimitteln (Übergeordneter Beitrag)
FDA erlaubt Pembrolizumab bei allen soliden Tumoren
FAQ-Hilfe: EBM – Was sind patientenrelevante Endpunkte?
Phasen klinischer Studien

Dass ein solches beschleunigtes Zulassungsverfahren auch eine Berechtigung hat, siehe Selpercatinib im Compassionate Use – meine Erfahrung von Steffen69
Die Firma hat vor der EMA-Zulassung Patient*innen, die nicht in die Studien aufgenommen werden konnten, den Compassionate Use angeboten.
Zur Problematik Zulassung und Nutzenbewertung siehe:

Nutzenbewertung durch das IQWiG

  • IQWiG – frühe Nutzenbewertung von Seplercatinib unsere Patientenbeteiligung (Vereins-Forum 7.4.2021)
    Bei der Nutzenbewertung durch das IQWiG im Auftrag des G-BA geht es darum, wie viel die gesetzliche Krankenkasse für ein Medikament bezahlen wird (AMNOG). Für die Preisverhandlungen zwischen Pharmaunternehmen und den gesetzlichen Krankenkassen ist, daher die Nutzenbewertung durch das IQWiG entscheidend. Das Pharmaunternehmen muss entsprechend qualitativ hochwertige Studien vorlegen, um zu Zeigen, dass das Medikament einen höheren Nutzen als eine andere Therapie hat.
    Im ersten Jahr nach Zulassung, kann das Unternehmen den Preis für das Medikament noch frei festlegen. Der Preis für Selpercatinib (80 mg, 60 Hartkapseln) beträgt mit einem Privatrezept: 7.380,94 €

Studien (Publizierte Ergebnisse)

Laufende Studien

Folgende laufenden Studien, auch im deutschen Sprachraum sind bekannt:

Erfahrungsberichte


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Medullärer Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 13.07.2021 von Harald W-Nummer: 397196

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Diese Beitrag ist nur für Schilddrüsenkrebspatient*innen von Bedeutung, die einen fortgeschrittenen nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs haben, und eine RET-Mutation oder RET-Fusion haben; siehe

Einfach erklärt:

Kap. 3.2. Schilddrüsenkrebs unserer Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?

Einführender Beitrag:

Achtung:

Es gibt noch eine weitere Substanz, die durch die Firma Loxo Oncology, Inc. für das Schilddrüsenkarzinom entwickelt wird:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Medullärer Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 13.07.2021 von Harald W-Nummer: 397196

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.
Titelbild unserer Broschüre. Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.

Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?


Diese Broschüre sowie anderes Infomaterial ist auch kostenlos über die Geschäftsstelle zu beziehen.

Inhaltsverzeichnis:

Medizinische Beratung:

  • Prof. Dr. med. Lars Möller, Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Thomas J. Musholt Universitätsklinikum Mainz
  • Prof. Dr. med. Markus Luster, Universitätsklinikum Marburg

Texte und Redaktion:

Maria2, firiel, InSeNSU, Harald

Diese Broschüre sowie anderes Infomaterial ist auch kostenlos über die Geschäftsstelle zu beziehen.

Berlin, 2013 (8. Auflage im Juni 2019)



Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021 von Harald W-Nummer: 1265

Die TNM-Klassifikation steht für eine weltweit einheitliche Klassifikation der Primär-Tumore, Lympknotenmetastasen (= lymph nodes) und Fern-Metastasen.

Herausgegeben wird die Klassifikation durch die International Union Against Cancer (UICC).
Sie wurde dabei mehrmals überarbeitet und ist 2016 (deutsch 2017) in einer 8. Version erschienen.

  • 7. Version – 2009 (deutsch 2010)

Die TNM-Klassifikation wird dabei je nach Krebsart etwas unterschiedlich angewendet, auch werden zur TNM-Klassifikation weitere Kleinbuchstaben angehängt; zum Teil werden auch noch ältere Klassifikation angewandt (s.u.).

Das kleine x steht dafür, dass zum Zeitpunkt der Klassifikation dieses Stadium nicht beurteilt werden kann.

Bei den Tumoren in der Schilddrüse gilt folgende Klassifikation:

T = Primärtumor

Tx – Primärer Tumor kann nicht beurteilt werden

T0 – kein Hinweis auf Primärtumor

T1 – Tumor gleich oder kleiner als 2cm

8.Auflage 2017: auch Tumore mit minimaler extrathyrodaler Ausbreitung[Überprüfen ob richtig]

T2 – Tumor mehr als 2 cm, aber nicht mehr als 4 cm in größter Ausdehnung, begrenzt auf Schilddrüse

T3 – Tumor mehr als 4 cm in größter Ausdehnung, oder

7. Auflage (2010): Tumor mit minimaler extrathyreoidaler Ausbreitung (= extrathyroidal extension =ETE) => 8.Auflage 2017: pT1 [noch überprüfen ob richtig]
Eine retrospektive Studie von Tran (2018) konnte zeigen, dass die Zuordnung nach der 7. Auflage bessert ist.

8. Auflage (2017): nur Tumore mit makroskopischer/breiter extrathyreoidaler Ausbreitung (= extrathyroidal extension =ETE)

8. Auflage (2017): T3b – mit makroskopischer/breiter Ausbreitung nur in das Muskelgewebe des Halses [Strap muscles only]

T4a – Tumor jeder Größe mit Ausbreitung jenseits der Schilddrüse und Invasion einer oder mehrerer der folgenden Strukturen: Weichgewebe unter der Haut (subkutan), Kehlkopf (=Larynx), Trachea (Verbindung zwischen Kehlkopf und Lunge), Speiseröhre (=Ösophagus), Stimmbandnerv (Nervus recurrens)

T4b – Tumor infiltriert Bindegwebe vor der Wirbelsäule (=prävertebrale Faszie), mediastinale Gefäße (Mediastinum = Brusthöhle) oder umschließt die Aorta carotis (=Schlagader die den Kopf mit Blut versorgt)

Das anaplasitsches Schilddrüsenkarzinom ist immer eine T4-Klassifikation:

T4a -entdifferenzierte Tumor ist auf die Schilddrüse beschränkt und lässt bzw. ließ sich operativ vollständig entfernen.

T4b – entdifferenzierte Tumor hat sich über die Schilddrüse hinaus ausgebreitet und lässt sich nicht mehr vollständig chirurgisch entfernen.

Das „p“ in „pT“ bedeutet pathologischer oder postoperativer Befund, ohne T ist es der klinische (präoperative) Befund, welches manchmal mit einem vorgestellten c für clinical gekennzeichnet wird. Die Definitionen sind identisch.

Solitärer vs. multifokaler Tumor

  • neu [seit wann?]
    • s solitärer Tumor
    • m bzw. (m) multifokaler Tumor (der größte Tumor ist für die Klassifikation bestimmend)

    • T1a = kleiner gleich 1 cm = Papilläres Mikrokarzinom (= PTMC = Papillary Thyroid Micro Carcinom)
    • T1b = > 1 bis ≤ 2 cm


  • alt [seit wann?]:
    • a. solitärer Tumor
    • b. multifokaler Tumor (der größte Tumor ist für die Klassifikation bestimmend), wird mit (m) gekennzeichnet

Mit der AWMF-Leitlinie: Operative Therapie maligner Schilddrüsenerkrankungen (2012) wird beim follikulären Schilddrüsenkarzionm (FTC) zu dem unterschieden zwischen:

  • Minimal-invasives follikuläres Karzinom (MIFTC) – liegt keine histologisch nachweisbare Angioinvasion (Eindringung in die Bludgefäße) vor, so ist die chirurgische Entfernung des Tumors ausreichend, unabhängig davon wie groß der Tumor ist. Die Prognose ist sehr gut (Empfehlung E25 in AWMF-Leitlinie: Operative Therapie maligner Schilddrüsenerkrankungen (2012))

  • Breit-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (WIFTC)– liegt eine Angioinvasion vor, so ist eine totale chirurgische Entferung der Schilddrüse mit anschließener Radiojodtherapie erforderlich, da bei ca. 1/3 der Fälle Fernmetastasen vorliegen. Das WIFTC ist oftmals schon im Schnellschnitt erkennbar.

    Bei Unklarheiten, ob ein MITFC oder WIFTC vorliegt, muss unbedingt ein Referenzpahologe einbezogen werden, da die Prognose und das therapeutische Vorgehen so unterschiedlich ist.

N = Regionäre Lymphknoten

  • NX Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
  • N0 Kein Anhalt für regionäre Lymphknotenmetastasen
  • N1 Regionäre Lymphknotenmetastasen
    (eventuell steht dahinter die Anzahl, z.B. „1/17“, das heißt dann „17 Lymphknoten entnommen und untersucht, davon war 1 befallen)
  • N1a Metastasen in ipsilateralen Halslymphknoten
  • N1b Metastasen in bilateralen, in der Mittellinie gelegenen oder kontralateralen Halslymphknoten oder in mediastinalen Lymphknoten

M = Fernmetastasen

  • MX Das Vorliegen von Fernmetastasen kann nicht beurteilt werden (meist nach einer OP, und vor einer RJT); das x wird in der aktuellen Tumorklassifikation nicht mehr verwandt.
  • M0 Keine Fernmetastasen
  • M1 Fernmetastasen
    • Lunge PUL
    • Knochenmark MAR
    • Knochen OSS
    • Pleura PLE
    • Leber HEP
    • Peritoneum PER
    • Hirn BRA
    • Haut SKI
    • Lymphknoten LYM
    • Andere Organe OTH

Das ist jetzt natürlich grauenhaft „kurz und knapp“, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, kann man leicht einen furchtbaren – und nicht unbedingt berechtigten – Schreck bekommen : aber man muss wissen, dass auch bei einer nicht so tollen Prognose, z.B. sehr großes, eventuell schon gestreutes Karzinom, der SD-Krebs zu einer der am besten behandelbaren Krebsarten gehört! Dank der Eigenschaft der SD-Zellen (und NUR der SD-Zellen!), Jod zu speichern, kann man sie fast immer ziemlich einfach zerstören, indem man ihnen radioaktives Jod anbietet (Radiojodtherapie).

Diese Einstufung ist wirklich nur als kleine Hilfestellung gedacht – mit allen weiteren Fragen wendet euch bitte direkt ans Forum, wo wir euch sicher nähere Auskünfte geben können!

Hier noch ein paar Zusatzinfos, aus dem Internet (z. B. bei krebs-kompass.de):

Die folgende Definition der G-Kategorien wird bei Tumoren aller Kopf-Hals-Regionen außer der Schilddrüse (von manchen Ärzten aber auch bei SD-Tumoren) angewandt. Der Grad der Differenzierung erlaubt eine gewisse Aussage über den Malignitätsgrad des Tumors.

G = Grad der Differenzierung

  • GX – Der Grad der Differenzierung kann nicht bestimmt werden
  • G1 – Gut differenziert
  • G2 – Mäßig differenziert
  • G3 – Schlecht differenziert
  • G4 – Undifferenziert

R = Residualtumor:

  • RX = Vorhandensein kann nicht beurteilt werden,
  • R0 = kein Residualtumor,
  • R1 = mikroskopischer Residualtumor
  • R2 = makroskopischer Residualtumor

Und falls irgendwo auch noch ein C auftauchen sollte : Wie stark die Diagnose methodisch abgesichert ist, wird hinter jedem einzelnen Merkmal mit dem Buchstaben „C“ (engl. certainty: Sicherheit) in dem Bereich 1 bis 5 (5 bedeutet „mit größter denkbarer Sicherheit“) angegeben, zum Beispiel als T2C2 N1C2 M0C1.

Es gibt dann noch eine erweiterte Tumorklassifikation, die aber selten benutzt wird:

L = Lymphgefäßinvasion

  • L0 Keine Lymphgefäßinvasion
  • Lx Lymphgefäßinvasion nicht beurteilbar
  • L1 Lymphgefäßinvasion (Lymphangiosis carcinomatosa =LC)

V = Veneninvasion

Dieser Artikel wurde am 5.6.2020 überarbeitet.
Die TNM: Klassifikation maligner Tumoren, 8. Auflage (2017) brachte einige Neuerungen.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 23.07.2021 von Harald W-Nummer: 188001

siehe Schilddrüsenkrebs nach ICD-O


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 23.07.2021 von Harald W-Nummer: 188001

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