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Kapitel 3. und 3.1.1. unserer Broschüre Mit Schilddrüsenhormonen leben! (Inhaltsverzeichnis)

Fehlende Schilddrüsenhormone ersetzen = Substitution

Einnahme von Schilddrüsenhormonpräparaten

Oft kann die Schilddrüse z. B. durch eine Autoimmunerkrankung oder nach einer Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie nicht mehr selbst genügend Hormone herstellen. Damit der Körper trotzdem mit ausreichend Schilddrüsenhormonen versorgt wird, ist es notwendig, diese von außen zuzuführen. Die Einnahme der Schilddrüsenhormonpräparate erfolgt in den meisten Fällen dauerhaft.

Eine regelmäßige Einnahme ist wichtig. Über die Bindung derSchilddrüsenhormone an das Thyroxin-bindende-Globulin (TBG) im Blut, haben die Schilddrüsenhormone eine Depotwirkung (siehe Kapitel 2.3). Durch diese Depotwirkung bildet sich ein gleichmäßiger Schilddrüsenhormonspiegel im Blut, so dass bei kurzfristigen Änderungen der Dosis der Schilddrüsenhormontabletten, z. B. bei Vergessen einer Tablette, die Betroffenen keine Änderungen im Befinden wahrnehmen.

Anders als etwa noch vor 100 Jahren ist es heute kein Problem mehr Schilddrüsenhormone herzustellen. Der Herstellungsprozess ist jedoch überaus komplex, um sicherzustellen, dass die exakte Hormondosis auch stabil in den Tabletten vorhanden ist.

Über die Jahre kann sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen ändern, Schwangere benötigen mehr Schilddrüsenhormone und Ältere weniger Schilddrüsenhormone. Auch bei Gewichtszunahme werden höhere Dosen benötigt.

Sollten Sie schon länger Schilddrüsenhormone nehmen, weil Sie vor Jahren einen erhöhten TSH-Wert hatten, so empfiehlt sich die Überprüfung der Notwendigkeit der Einnahme der Schilddrüsenhormone bei Spezialist*innen, um die Vor- und Nachteile einer Schilddrüsenhormonsubstitution abzuwägen.

Welche Schilddrüsenhormonpräparate gibt es?

1. Levothyroxin-Präparate (L-T4) sind die erste Wahl

Frau, die eine kleine weiße Tablette mit einem Glaswaser einnimmt.

Levothyroxin (L-T4) ist das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon T4. Aufgrund seiner Depot-Wirkung und der langen Halbwertszeit ist es für die Substitution gut geeignet. Präparate mit L-T4 haben den Vorteil, dass nur einmal am Tag eine Tablette genommen werden muss. Wenn einmal ein Gleichgewicht aufgebaut ist, dann findet nur sehr langsam ein Abbau statt. Ein einmaliges Vergessen der Tablette ist daher meist kein Problem. L-T4-Präparate sollen nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, am besten nur mit einem mineralarmen Wasser (Leitungswasser), eingenommen werden.

Aufnahme der Schilddrüsenhormone und Magensäure

Für das Schilddrüsenhormon L-T4 ist ein bestimmtes Milieu der Magensäure für die Aufnahme im Dünndarm optimal. Aus diesem
Grund ist auf folgende Punkte zu achten:

  • Schilddrüsenhormone nur mit Wasser mindestens eine halbe
    Stunde vor dem Frühstück einnehmen. Der Abstand zum Frühstück kann dabei auch größer sein. Wichtig ist, dass man auf leeren Magen die Schilddrüsenhormone einnimmt.Die Schilddrüsenhormone sollten auch nicht mit Säften, insbesondere Grapefruit-Saft, nicht mit Milch und ohne Kaffee und Tee eingenommen werden. Achtet man darauf, so ist die Uhrzeit der Einnahme nicht von Bedeutung (z. B. im Urlaub, am Wochenende).
  • Eisen- und Calcium-Präparate sollten mindestens 2, besser 4 Stunden nach den Schilddrüsenhormonen eingenommen
    werden.
  • Bei einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung) kommt
    es zu einer Veränderung der Magensäure ebenso wie bei der Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (Wirkstoffe sind: Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol) oder mit säureneutralisierenden Antazida.
    Nach An- oder Absetzen sind immer auch die Schilddrüsenwerte zu kontrollieren und dann entsprechend die Schilddrüsenhormondosis anzupassen. Eine Infektion mit dem Helicobacter pylori macht oftmals eine Erhöhung der Schilddrüsenhormondosis notwendig, da die Schilddrüsenhormone dann schlecht durch den Dünndarm aufgenommen werden.

Für Schilddrüsenhormonpräparate, die nur das Schilddrüsenhormon Liothyronin (L-T3) enthalten, gelten die oben aufgeführten Punkte nicht.

In der Regel erfolgt die Substitution mit einem L-T4-Präparat. Ist noch Schilddrüsengewebe vorhanden, so werden manchmal auch Kombinationspräparate von L-T4 und Jodid verschrieben.

Bis eine eingenommene Menge des Schilddrüsenhormons Levothyroxin (L-T4) zur Hälfte im Körper abgebaut ist, dauert es ca. 8 Tage. Entsprechend lange dauert es, bis der Körper einen stabilen Wert nach einer Dosisänderung aufgebaut hat. Kontrollen einer Dosisänderung mit Hilfe des TSH-Wertes sollen frühestens nach 6 Wochen erfolgen, da sich erst dann die Veränderungen auch im TSH-Wert widerspiegeln.

Umgekehrt machen sich Beschwerden auch nicht sofort bemerkbar, wenn die Hormonaufnahme verändert ist (z. B. Wechsel des Präparates etc.) und es dadurch indirekt zu einer Dosisänderung kommt.

Die meisten Menschen kommen sehr gut mit der Einnahme von Levothyroxin zurecht.

Levothyroxin gibt es in verschiedenen Dosierungen von 25 µg bis 200 µg und von mehreren Herstellern.

Wichtig ist jedoch, dass man bei einer guten Einstellung bei einem Hersteller bleibt. Grund dafür ist, dass durch die unterschiedlichen Träger- und Füllstoffe die Bioverfügbarkeit unterschiedlich sein kann, so dass auch bei gleicher Dosierung die verschiedenen Präparate nicht gleich stark im Körper wirken. Der Wechsel des Präparates kann daher wie eine Dosisänderung wirken.

Hinweisschilder Apotheken-Logo und grünes Kreuz

Apotheke darf Schilddrüsen-Hormon-Medikament nicht austauschen

Wird auf einem Rezept ein bestimmtes Schilddrüsen-Hormon-Medikament verschrieben, dann muss die Apotheke auch dieses Schilddrüsen-Hormon-Medikament abgeben. Die Apotheke darf ein Schilddrüsen-Hormon-Medikament nicht durch ein anderes Medikament ersetzen. Ein Wechsel des Medikaments kann einer Änderung der Dosis gleichkommen, da Medikamente zum Teil unterschiedlich gut aufgenommen werden.

Sollte dennoch der Hersteller gewechselt werden, empfiehlt es sich, nach ca. 4 – 8 Wochen die Blutwerte überprüfen zu lassen.
Viele Präparate enthalten neben anderen Füllstoffen Laktose (andere Schreibweise Lactose, Milchzucker). Für Menschen mit Laktose-Intoleranz gibt es auch Präparate ohne Laktose.

Anfangsdosis

Anfangsdosis:

Nach einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse wird als Anfangsdosis 1,6 μg L-T4 pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen.

Aufgrund der Depot-Wirkung von L-T4 ist eine Dosisanpassung nach minimal 3 Wochen möglich. Es wird jedoch meist ein Abstand von 4 bis 8 Wochen empfohlen.

Bei bestimmten Schilddrüsenkrebspatient*innen wird zu Beginn eine TSH-Unterdrückung angestrebt (TSH ≤ 0,1 mU/l; siehe Kap. 4.; S. 78)

Nahrungsmittel, aber auch Kaffee, Tee und Milch können die Aufnahme der Schilddrüsenhormone (L-T4) verhindern. Die Schilddrüsenhormone sollen daher mit reichlich Abstand vor bzw. nach den Mahlzeiten nur mit Leitungswasser eingenommen werden.

Bioverfügbarkeit

Wenn Medikamente mit der gleichen Dosis eines Wirkstoffes durch die Menschen unterschiedlich gut aufgenommen bzw. verwertet
werden, spricht man von einer unterschiedlichen Bioverfügbarkeit.

Bioäquivalenz-Grenzen

Innerhalb einer Produktionscharge und des Haltbarkeitszeitraums darf es beim zur Verfügung stehenden Wirkstoff nur eine geringe Schwankung geben. Die Bioäquivalenzgrenzen sollten bei Schilddrüsenhormonen möglichst gering sein. Von den zuständigen Behörden wird eine Schwankung von 80 % – 125 % akzeptiert, die jedoch in den nächsten Jahren verkleinert werden soll. Einige Hersteller haben diese Grenze bereits auf 90 % – 111 % verringert.

In einer Studie wurde die Schilddrüsenhormonaufnahme verglichen zwischen einer Einnahme 30 Minuten vor dem Frühstück und einer Einnahme eine Stunde vor dem Mittagessen. Hier zeigte sich,
dass die Schilddrüsenhormone vor dem Mittagessen trotz größeren Abstands schlechter aufgenommen werden.

Einige Studien zeigen, dass durch eine abendliche Einnahme eine bessere Resorption (Aufnahme) erreicht wird.

Manchen Betroffenen, die unter Herzrasen und Unruhe – vor allem in der Zeit nach der morgendlichen Einnahme des L-T4-Präparates – leiden bzw. gelitten haben, geht es wesentlich besser, wenn sie die Schilddrüsenhormone vor dem Schlafengehen (Abendeinnahme) einnehmen. Die Empfehlungen, wie lange man vor dem Schlafengehen nüchtern sein soll, liegen zwischen 2 bis 3 Stunden (siehe Erfahrungsbericht Abendeinnahme von Levothyroxin (L-T4) sowie Forums-Gruppe: Abendeinnahme von L-Thyroxin (L-T4)).

Aufbewahrung

Aufbewahrung der Schilddrüsen-Hormon-Tabletten

Medikamente sind in den meisten Fällen licht- und temperatur-empfindlich und sollten deshalb nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden.

Die richtige Lagertemperatur ist auf der Verpackung vermerkt und sollte 25 Grad nicht überschreiten, da sonst die deklarierte Wirkstoffmenge nicht für den Haltbarkeitszeitraum gewährleistet ist.

Die Tabletten daher bei Raumtemperatur aufbewahren. In Hitzeperioden im Sommer bzw. in klimatisch sehr warmen Ländern kann die Lagerung bei Raumtemperatur zum Problem werden, wenn keine Klimaanlage vorhanden ist.

Die Lagerung der Schilddrüsen-Hormon-Tabletten im Kühlschrank wird nicht empfohlen, da hier vermutet wird, dass durch die Feuchtigkeit im Kühlschrank sich die Wirkstoffmenge bei dieser Lagerung verringert.

Ausnahme: Flüssige Schilddrüsen-Hormone müssen immer im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Grundsätzlich Medikamente immer in der Originalpackung mit Beipackzettel aufbewahren.

2. L-T3-Präparate

3. Präparate aus getrockneten Schilddrüsen von Tieren und andere Schilddrüsenhormonpräparate

Exkurs: Schilddrüsenhormone in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln

Unserer Broschüre Mit Schilddrüsenhormonen leben! (Inhaltsverzeichnis)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 05.05.2022 von Harald W-Nummer: 407350

Einnahme von Tabletten mit Schilddrüsen-Hormonen

Wenn die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsen-Hormone produziert, kann man diese in Tablettenform ersetzen.

Eine regelmäßige Einnahme ist wichtig.

Der Bedarf an Schilddrüsen-Hormonen kann sich über die Jahre ändern. Eine etwa einmal jährliche Kontrolle der Blutwerte ist notwendig. Bei Änderungen einer Medikation, d. h. wenn neue Medikamente hinzukommen oder die Dosis der Schilddrüsen-Hormone geändert wird, sind auch häufigere Kontrollen erforderlich.

Einnahme der Schilddrüsen-Hormone (Levothyroxin-Präparate)

Levothyroxin-(L-T4)-Präparate sollen nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, am besten nur mit einem mineralarmen Wasser (Leitungswasser), eingenommen werden.

Einnahme von Calcium- und Eisen-Präparaten in einem Abstand von 2 bis 4 Stunden (siehe auch Kap. 3.4 Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln)

Alternativ können L-T4 Präparate auch vor dem Schlafengehen genommen werden, zuvor sollte man jedoch 2 bis 3 Stunden nichts gegessen haben (siehe Erfahrungsbericht: Abendeinnahme, das Leben hat mich wieder


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 05.05.2022 von Harald W-Nummer: 407350

Der Erfahrungsaustauch zur Substitution mit Schilddrüsenhormonpräparaten findet in folgenden Foren statt:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 05.05.2022 von Harald W-Nummer: 407350

Hier nur eine willkürliche Sammlung von Verweisen auf andere Wiki-Artikel und Studien:

Anfangsdosis

Nahrungsmittel

LT4 fördert Krebswachstum?

Leicht erhöhtes Risiko für Krebs in Assoziation mit L-Thyroxin  Einnahme.

LT3 fördert Krebswachstum?

  • Leese GP, Soto-Pedre E, Donnelly LA. Liothyronine use in a 17 year observational population-based study – the tears study. Clin Endocrinol (Oxf). 2016;85(6):918–925. https://doi.org/10.1111/cen.13052 („The TEARS data (38) raised the possibility of increased breast cancer risk.“ Johnklaas 2021, S.177)
  • Eine schwedische Studie konnte bei LT3 keine Assoziation zu Krebserkrankungen sehen:
    Tereza Planck, et al., 2021. Liothyronine Use in Hypothyroidism and its Effects on Cancer and Mortality. Thyroid. 2021 May; 31(5): 732-739. https://doi.org/10.1089/thy.2020.0388


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 05.05.2022 von Harald W-Nummer: 407350

Hypoparathyreoidismus – Übersicht


Autor: firiel | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 07.02.2022 von Harald W-Nummer: 400109

Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Titelblatt des Merkblatt Hypoparathyreoidismus
Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Um die Aufklärung vor einer Schilddrüsenoperation zu verbessern wurde vom Netzwerk Hypopara unseres Vereins ein von der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) unterstütztes und geprüftes Merkblatt Hypoparathyreoidismus erstellt, das ein Arzt dem Patienten als Ergänzung zum Aufklärungsbogen über Schilddrüsen­operationen mitgeben kann bzw. sollte.

Das Merkblatt und die hier gezeigten Materialien kann in unserer Bundesgeschäftsstelle kostenlos bestellt werden und wird von uns an die Chirurgischen Kliniken in größerer Stückzahl verschickt.

Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Vorschau des Falblattes
Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Das Patienten-Faltblatt basiert auf der Europäischen Leitlinie zum Hypoparathyreoidismus, die zusammen mit den Selbsthilfegruppen entwickelt wurde. Unser Netzwerk Hypopara war auch aktiv dabei und wird auch unter den (Patienten-)Organisationen gelistet, die weitere Informationen anbieten.

Behandlungsempfehlungen für postoperativen Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Vorschau der Behandlungsempfehlungen
Behandlungsempfehlungen für postoperativen Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Offizielle Empfehlung der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie zur Behandlung des postoperativen Hypoparathyreoidismus (2018). Die Empfehlung ist vor allem für Hausärzt*innen gedacht, die Patient*innen mit einem postoperativen Hypoparathyreoidismus als erste in der Versorgung nach einer Operation betreuen müssen.
Das Faltblatt wird von unserem Bundesverband daher vor allem an die Chirurgischen Kliniken verteilt, damit diese die Empfehlung dem Entlassungsbrief an die Hausärzt*innen beilegen.

Online Version

Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Vorschau Hypopara-Pass
Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Der Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass löst den alten Notfallausweis für Patienten mit Nebenschilddrüsenunterfunktion ab.

Der Pass wird herausgegeben durch das Netzwerk Hypopara im Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.. Der Ausweis wird unterstützt durch die Sektion Knochenstoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Er hat das praktische DIN-A7-Format und ist ein kleiner Pass von 12 Seiten für das Portmonee.

Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.

Patienten-Information zur Ernährung beim chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Studien über die richtige Ernährung bei Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) gibt es bislang nicht. Das Netzwerk Hypopara hat deshalb anhand von Literatur und Nährwerttabellen Hinweise zusammengestellt, die Betroffenen helfen sollen, hier die richtige Wahl zu treffen. Weil der Hypoparathyreoidismus Auswirkungen auf den Calcium- und Phosphathaushalt hat, gilt es neben der Einnahme der entsprechenden Medikamente auch verstärkt auf diese Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Getränken zu achten. Anhand dieser Broschüre kann man die Zusammenhänge besser verstehen und sich dann eine abwechslungsreiche, aber an die speziellen Gegebenheiten angepasste Ernährung zusammenstellen, die zum Wohlbefinden beiträgt.


Im Selbsthilfe-Forum ist die Broschüre zu finden unter FAQ: Ernährung und Hypopara

Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor

Vroschau des Flyers
Flyer in dem sich das Netzwerk Hypopara vorstellt.

Mit diesem Flyer Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor gibt diese Arbeitsgruppe zum Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) unseres Bundesverbandes einen Überblick über ihre Arbeit. Wer unseren Bundesverband und die Arbeit des Netzwerk Hypoapra unterstützen möte – Online-Formulare:

Dieser Flyer im DIN-Lang-Format (8 Seiten) kann bei unserer Geschäftsstelle bestellt werden.
Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.


Autor: firiel | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 07.02.2022 von Harald W-Nummer: 400109

Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse des Körpers. Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Schildknorpels und ist bei Männern und Frauen gleichermaßen ausgebildet und wichtig. Schilddrüsenhormone sind Botenstoffe, die über das Blut im Körper verteilt werden und in allen Organen, bei nahezu allen biologischen Prozessen ihre Wirkung entfalten. Sie steuern und regulieren. Dies gilt bei der Empfängnis, bei der Entwicklung des Kindes im Mutterleib, in der Pubertät und in den sogenannten Wechseljahren. Dies gilt aber auch für die Entwicklung und Leistung des Gehirns, für die Herztätigkeit und für die Kreislaufregulation, für die Darmtätigkeit und für das Wachstum, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Über- und Unterfunktion der Schilddrüse führen zu charakteristischen Beschwerden.

ausführlicher siehe: Funktion der Schilddrüse

Kropf

Das Volumen der Schilddrüse beträgt bei Frauen maximal 18 ml, bei Männern maximal 25 ml. Werden diese Volumina überschritten, sprechen wir von einem KROPF. Etwa 40 % der Deutschen sind Kropfträger. Nur wenn das Spurenelement Jod in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Schilddrüse ihre Hormone erzeugen. Bei guter Jodversorgung ist die notwendige Hormonsynthese bei normal großer Schilddrüse kein Problem. Bei schlechter Jodversorgung dagegen kommt die Schilddrüse in eine Notsituation: Der Körper fordert die notwendigen Schilddrüsenhormone an, die Schilddrüse aber leidet an einem Rohstoffmangel. Durch Vergrößerung des Organs kann es über lange Zeit gelingen, den Jodmangel funktionell auszugleichen. Dies aber bedeutet die Ausbildung eines Kropfes (=> Jodmangelstruma). Wenn die Struma keine Knoten enthält, wird sie als diffus bezeichnet: „Struma diffusa“. Wenn die Struma Knoten enthält, wird sie als nodös bezeichnet: „Struma uninodosa“ bei nur einem Knoten, „Struma multinodosa“ bei mehreren Knoten.

Knotenkropf

Der KNOTENKROPF ist in seiner typischen Ausprägung das Ergebnis einer lange andauernden Schilddrüsenerkrankung, an deren Anfang der Jodmangel steht. Zunächst kommt es zu einer Volumenzunahme der Schilddrüse im Sinne der Jodmangelstruma. Im weiteren Verlauf können regional schlechter durchblutete Schilddrüsenareale knotig umgewandelt werden, d.h. als Folge von Bindegewebseinsprossungen entstehen abgekapselte Drüsenanteile, die meist kugelig geformt sind.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren?

Schilddrüsenautonomie

Die Ausbildung einer Struma ist die eine Art, in der die Schilddrüse auf den Jodmangel reagieren kann. Eine andere Reaktion auf den Jodmangel ist die Ausbildung einer funktionell relevanten SCHILDDRÜSENAUTONOMIE. Dabei vermehren sich die in jeder Schilddrüse vorhandenen autonomen Schilddrüsenzellen bzw. Schilddrüsenfollikel. Diese Vermehrung kann herdförmig (fokal) oder in der gesamten Schilddrüse (disseminiert) geschehen. Autonome Schilddrüsenzellen unterliegen nicht der zentralen Regulation. Ihre Hormonproduktion ist also nicht bedarfsgesteuert, sondern sie erfolgt ungeregelt in Abhängigkeit vom Jodangebot. Wird eine Schilddrüse, in der sich eine funktionell relevante Autonomie ausgebildet hat, einem Jodüberschuss ausgesetzt (z.B. im Rahmen einer Röntgenkontrastmitteluntersuchung), so kann dadurch eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden. Vor einer solchen Untersuchung sollte daher eine relevante Schilddrüsenautonomie ausgeschlossen sein.
Autonome Schilddrüsenzellen können sich nicht in geregelte Schilddrüsenzellen verwandeln. Eine funktionell relevante Schilddrüsenautonomie ist also grundsätzlich nicht rückbildungsfähig. Die Schilddrüsenautonomie bedarf der definitiven Sanierung durch Operation oder Radiojodtherapie. Bis dahin ist Jodkarenz erforderlich. Nach der Operation oder RJT ist im Allgemeinen eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erforderlich.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren?

Schilddrüsenüberfunktion

„Hyperthyreose“ ist keine Diagnose sondern ein Syndrom, dem unterschiedliche Schilddrüsenerkrankungen zugrunde liegen können. Definiert ist die Hyperthyreose durch eine erhöhte Konzentration freier Schilddrüsenhormone im Blut. Die klinischen Zeichen der Hyperthyreose können sein: Schwäche, schneller Puls, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Heißhunger, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Wärmeempfindlichkeit, Schweißneigung, Durchfall, Zittern, Vergrößerung der Augen. Ursachen der Hyperthyreose können sein: Morbus Basedow – Autonomie – Entzündungen.

Die Behandlung bei Schilddrüsenüberfunktion ist immer die Behandlung der auslösenden Schilddrüsenkrankheit. Jodkarenz (Vermeidung einer Jodzufuhr von außen) ist notwendig. Wenn im Falle einer Schilddrüsenautonomie oder eines Morbus Basedow die definitive Sanierung durch Operation oder Radiojodtherapie erforderlich ist, wird man im Allgemeinen vor der Operation Medikamente einsetzen, die die Schilddrüsenfunktion bremsen, sog. Thyreostatika, denn das Narkoserisiko ist bei normaler Schilddrüsenfunktion (euthyreoter Stoffwechsellage) geringer als bei Hyperthyreose. Diese haben jedoch gewisse Nebenwirkungen; Patienten unter thyreostatischer Therapie müssen daher sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Schilddrüsenunterfunktion

Hypothyreose“ ist keine Diagnose sondern ein Syndrom, dem unterschiedliche Schilddrüsenerkrankungen zugrunde liegen können. Definiert ist die Hypothyreose durch eine verminderte Konzentration freier Schilddrüsenhormone im Blut. Die klinischen Zeichen der Hypothyreose können sein: Müdigkeit, langsamer Puls, Antriebsarmut, Depression, trockene Haut, Konzentrationsschwäche, Kälteempfindlichkeit, raue Stimme, Verstopfung, Gelenkbeschwerden. Ursachen der Hypothyreose können sein:
Zustand nach SchilddrüsenoperationZustand nach Radiojodtherapie – chronische Schilddrüsenentzündungen – extremer Jodmangel.

Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion besteht immer im medikamentösen Ersatz der fehlenden Schilddrüsenhormone im Sinne einer Substitutionstherapie. Die Dosierung ist relativ einfach (eventuell Feinabstimmung T3/T4), Ziel der Behandlung ist die euthyreote (normale) Stoffwechsellage. Die Tabletten werden bei richtiger Dosierung normalerweise gut vertragen. Wichtig ist, dass die Aufnahme der Schilddrüsenhormone aus dem Darm in den Körper nur dann in einer vorhersehbaren Weise erfolgt, wenn die Tabletten etwa 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse kommt es zu einer Wechselwirkung zwischen Rezeptoren an den Zellwänden und Antikörpern im Blut. Das Andocken der Antikörper löst das Krankheitsgeschehen aus. Hierbei werden unterschiedliche Antikörper wirksam: Stimulierende Antikörper lösen die Autoimmunhyperthyreose aus, den Morbus Basedow. Zerstörende Antikörper führen zur chronischen Immunthyreoiditis Hashimoto.

Morbus BASEDOW

Thyreotropin-Rezeptor-AntiKörper (TRAK) sind stimulierende Antikörper. Sie führen zu einer ungesteuerten Steigerung der Schilddrüsenhormonproduktion und damit zu einer schweren Hyperthyreose. Das Schilddrüsenvolumen ist dabei fast immer vergrößert. In einigen Fällen kommt es zur Ausbildung eines Exophthalmus, d.h. zu einer scheinbaren Vergrößerung der Augen, die aus den Augenhöhlen hervortreten. Der Grund dafür ist eine Vermehrung des Bindegewebes in der Augenhöhle hinter den Augäpfeln. Diese „endokrinen Orbitopathie“ ist Ausdruck eines anderen Autoimmunprozesses, ausgelöst durch den Exophthalmus-Produzierenden-Faktor (EPF).

Therapie: Nach der Diagnose wird ein Jahr lang eine konservative Behandlung mit Thyreostatika bei strenger Jodkarenz durchgeführt (zusätzlich erforderlichenfalls eine Behandlung der endokrinen Orbitopathie beim Augenarzt, durch Nebennierenrindenhormone (Cortison), Cyclosporin A und Zytostatika). Nach einem Jahr erfolgt ein Auslassversuch. Im günstigsten Fall ist und bleibt die Erkrankung in Remission. Im Falle eines Rezidives oder der Persistenz der Erkrankung ist die definitive Sanierung durch Radiojodtherapie oder Operation erforderlich. Im Anschluss ist die Substitution von Schilddrüsenhormonen notwendig.

Autoimmunthyreoiditis Hashimoto

Bei der Autoimmunthyreoiditis HASHIMOTO docken zerstörende Schilddrüsenantikörper an Zellrezeptoren an und führen zum Untergang von Schilddrüsengewebe. Die Erkrankung verläuft schmerzlos und mündet früher oder später in einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Symptomatik kann sich so langsam und schleichend entwickeln, dass der Patient und seine Umgebung die sich allmählich einstellenden Veränderungen gar nicht bemerken. Es ist immer wieder zu beobachten, dass Patienten, die einen Morbus Basedow durchgemacht haben, im weiteren Verlauf eine Hashimotothyreoiditis bekommen können, oder auch umgekehrt.

Therapie: Der Autoimmunprozess kann in keiner Weise beeinflusst werden. Die Therapie der Hashimotothyreoiditis beschränkt sich daher auf die Behandlung der Hypothyreose, d.h. die konsequente Durchführung und Überwachung einer Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen. Ziel der Behandlung ist eine normale (euthyreote) Stoffwechsellage. Die Schilddrüsenhormontherapie muss lebenslang erfolgen.

Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen: Thyreoiditis

Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen: akute bakterielle Thyreoiditis (sehr selten), subakute viral induzierte Thyreoiditis de Quervain (im Rahmen von Virusinfekten allgemeiner Art), chronische fibrosierende Thyreoiditis (ebenfalls extrem selten). Therapie: Breitbandantibiotika, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Operation …

Schilddrüsen-Tumore

a) ADENOME:

Schilddrüsenadenome sind gutartige Neubildungen in der Schilddrüse, die in Form von Knoten auftreten.

siehe Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.
Beobachten oder behandeln/operieren? Inhaltsverzeichnis

b) KARZINOME (Schilddrüsenkrebs):

Schilddrüsenkarzinome sind seltene vorkommende bösartige Neubildungen der Schilddrüse.
Welcher Schilddrüsenkrebs und welche Therapie?.

Quelle:
So … ich, @Beate, hoffe, es ist mir gelungen, die Zusammenhänge einigermaßen zu vereinfachen und deutlich zu machen; es handelt sich bei diesem Artikel überwiegend um Ausschnitte/Zusammenfassungen aus der Internet-Seite von Dr. H Proschek (Download 2003; Diese Seite existiert nicht mehr).


Autor: Beate | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 11.08.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Knoten der Schilddrüse

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.
Titelbild unserer Broschüre. Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung.

Mit unserer Broschüre Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten oder behandeln/operieren? möchten wir Sie als Schilddrüsenpatient(in) informieren, damit Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt zu einer rationalen und nicht übereilten Entscheidung über die weiteren Behandlungsschritte entschließen können.

Inhaltsverzeichnis


Autor: Beate | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 11.08.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Es gibt diverse Selbsthilfegruppen, -organisationen und Foren zu Schilddrüsenerkrankungen, siehe Links


Autor: Beate | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 11.08.2021 von Harald W-Nummer: 1284

Die neue Website unseres Bundesverbandes bietet eine Vielzahl von neuen Funktionen.
Natürlich ist nicht alles Neu, auch wenn es in einem neuen Gewand (Layout) mit einem neuen Logo unseres Bundesverbandes daher kommt.

Das wurde erhalten:

  • Alle Beiträge des Selbsthilfe-Forums und Profile wurden erhalten und in das neue Forum transferiert. Die Links in den Beiträgen funktionieren weiterhin.
  • Gruppen zu Regionalen Selbsthilfegruppen, Online-Selbsthilfegruppen nach Diagnose, Therapien sowie bestimmen Problemen und Beschwerden.
  •  Gast-Schreiberecht: Zu Beginn einer Krebserkrankung fällt es vielen schwer, die Krankheit als einen Teil der eigenen Lebensgeschichte zu akzeptieren. Anonym auch als Gast Fragen zu stellen, ist hier ein niederschwelliges Angebot für Betroffene, das wir auch im neuen Forum anbieten.
  • Warnhinweis: Ratschläge können keinen Arztbesuch ersetzen!
  •  Links / Karten zu Praxen und Kliniken, die einen Schwerpunkt Schilddrüse haben.
  • Suche nach den alten t-Nummern, ….
  • Neuste Themen/Beiträge lesen: über alle Foren findet sich nun direkt oben bei den Foren. Wenn man einen neuen Beitrag gelesen hat, kommt man über den Zurück-Button des Browsers schnell wieder zu dieser Liste der neusten Foren-Themen/Beiträge.

Das ist neu:

  • Zurück auf eine vorangehende Seite kommt man nun einfach mit dem Zurück-Button des Browsers
  • Alle unsere Seiten haben nun einen aussagefähigen Link (für diese Seite hier z.B. https://www.sd-krebs.de/wissensbereich/hilfe-zu/was-ist-neu-auf-der-neuen-website/ ), der einfach kopiert werden kann.
  • Wissensbereich: Ein eigener Wissensbereich, der grundlegende Informationen zur Selbsthilfe, zu den Organen, ihren Krankheiten und Therapien sowie Informationen zu sozialen Rechten anbietet. Die Artikel können strukturiert werden, so dass Ratsuchende je nach Erkenntnisstand von einfachen Erklärungen, über Empfehlungen der medizinischen Leitlinien bis hin zu richtungsweisenden Studien sowie speziellen Erfahrungsberichten, die für sie richtigen Informationen finden.
  • Datensparsamkeit: Im Selbsthilfe-Forum können die Schreibenden nun einstellen, dass ein Thema nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden soll, – wenn sie es möchten.
  • Aktuelles: Unter Aktuelles finden sich die Neusten Themen/Beiträge aus den Foren, der Kalender, neue eingestellte Termine (in Arbeit), Neuigkeiten aus dem Wissensbereich (in Arbeit).
  • Forums-Beiträge können nun wie in einem Text-Programm geschrieben werden
  • Mit @nutzername in einem Forums-Beitrag erhält der Betreffende eine Nachricht, dass du ihn in diesem Beitrag erwähnt hast.
  • Profil-Einstellungen: Überblick über sämtliche Gruppen-Newsletter, Avatar-Bild auch über Kamera aufnehmen (nicht bei alle Browsern möglich)
  • Aktivitäten: Wie in anderen Sozial-Media Kanälen kann man über das Profil Aktivitätenkundtun und von anderen einsehen, wenn man dies möchte. Parallel und zusammen mit dem Selbsthilfe-Forum können so kurze Mitteilungen dazu beitragen, mehr Teilhabe am Befinden der anderen zu haben.
  • Was soll nach meinem Tod mit meinen Forums-Beiträge geschehen? Alle registrierten Nutzer*innen unseres Selbsthilfe-Forums können nun in ihrem Profil einstellen, was geschehen soll, wenn sie sterben: – alle Beiträge löschen / alle Beiträge erhalten / Benachrichtung der Forums-Freunde und Aufnahme in die Gruppe In Memoriam

Wie kann ich mitmachen?

Zunächst indem man keine Scheu hat, Fragen zu stellen. Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur schlechte Erklärungen. Zu jedem Wissensartikel kann man Fragen stellen!

Im Wissensbereich haben wir Informationen zu häufig gestellten Fragen zur Schilddrüse, den Nebenschilddrüsen, Krankheiten, Therapien sowie Patientenrechten erstellt.

Unter der Rubrik Hilfe zu … finden sich auch Tipps zur Nutzung unseres Selbsthilfe-Forums oder wie man selbst eine regionale Selbsthilfegruppe gründen kann.

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Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 11.11.2021 von Harald W-Nummer: 234112

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Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 11.11.2021 von Harald W-Nummer: 234112

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Endokrinolog*innen sind Ärzt*innen, die sich mit den endokrinen Organen („Hormondrüsen“) und der Wirkung von Hormonen im
Körper beschäftigen. Nuklearmediziner*innen setzen radioaktive Stoffe in der Diagnostik und Therapie ein. Nicht alle Endokrinolog*innen und Nuklearmediziner*innen richten ihren Schwerpunkt auf die Schilddrüse. Ferner gibt es auch Internist*innen mit dem Schwerpunkt Schilddrüse.

Eine Operation der Schilddrüse wird in Deutschland durch Allgemein und Viszeralchirurg*innen durchgeführt. Es gibt durch die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) zertifizierte Zentren (Karte).

Aus unserer Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben!

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Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 11.01.2022 von Harald W-Nummer: 1141

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 11.01.2022 von Harald W-Nummer: 1141

Einleitung

Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse des Körpers. Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfes und ist normalerweise von außen nicht sichtbar.


Grafik zur Lage der Schilddrüse am Hals
Die Schilddrüse hat eine Form wie ein Schmetterling und besteht aus zwei Lappen.

Schilddrüsenhormone

Mit Hilfe des mit der Nahrung aufgenommenen Jods produziert die Schilddrüse in den Follikelzellen Schilddrüsenhormone. Die beiden Schilddrüsenhormone Levothyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden über das Blut im ganzen Körper verteilt. Sie beeinflussen fast alle biologischen Prozesse, wie beispielsweise das Wachstum, die Tätigkeit von Herz, Kreislauf und Gehirn, Stoffwechsel, Darmtätigkeit, aber auch die Psyche.

Gesteuert wird die Tätigkeit der Schilddrüse durch den Hypothalamus und die Hirnanhangdrüse. Diese bildet das Hormon TSH (Schilddrüse = Thyroid (englisch) stimulierendes Hormon). Ein Anstieg des TSH veranlasst die Schilddrüse, mehr Schilddrüsenhormone zu bilden, ein Absinken des TSH drosselt hingegen die Hormonproduktion in der Schilddrüse.

Wenn sich zu wenige Hormone im Blut befinden, spricht man von einer Unterfunktion – Stoffwechselprozesse laufen verlangsamt ab. Der TSH-Wert ist erhöht, weil die Schilddrüse mehr Schilddrüsenhormone produzieren soll.

Befinden sich dagegen zu viele Hormone im Blut, so hat man eine Überfunktion – die Stoffwechselprozesse sind beschleunigt. Der TSH-Wert ist erniedrigt, damit nicht noch mehr Schilddrüsenhormone in den Blutkreislauf von der Schilddrüse ausgeschüttet werden.


Regelkreis und Aktivierung der Schilddrüsenhormone

RegelkreisGrafik zur Erklärung des Regelkreis der Schilddrüsenhromonsteueurng

C-Zellen in der Schilddrüse

In den parafollikulären Zellen der Schilddrüse wird das Hormon Calcitonin (Ctn) produziert. Die Zellen heißen daher auch C-Zellen. Das Calcitonin ist der Gegenspieler zum Parathormon der Nebenschilddrüsen und führt zu einer Reduzierung des Calcium im Blut. Nach einer Schilddrüsenoperation muss meist mit Schilddrüsenhormonen substituiert werden. Calcitonin wird hingegen nicht subsituiert, da es für die Calcium Regulation im Blut weitere Regelmechanismen gibt, siehe Vitamin D -Synthese (Grundlagen)

Die C-Zellen können jedoch ebenso wie die Follikelzellen der Schilddrüse zu Krebs mutieren, dem sehr seltenen medullären Schilddrüsenkrebs (auch C-Zell-Karzinom genannt); siehe Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie? , und insbesondere: Medullärer Schilddrüsenkrebs

An wen wende ich mich bei Schilddrüsenproblemen?

Erster Ansprechpartner bei Problemen mit der Schilddrüse ist Ihr Hausarzt. Er wird Sie dann zur weiteren Diagnostik zu einem Facharzt überweisen. Dies sind zumeist Endokrinologen oder Nuklearmediziner.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann durch größere Mengen an Jod noch verstärkt werden. Sofern bei Ihnen eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde, sollten Sie deshalb keinesfalls Jodtabletten oder andere jod­haltige Medikamente (z.B. bestimmte Röntgenkontrastmittel, Desinfektionsmittel) einnehmen bzw. anwenden. Auch sollten Sie jodreiche Nahrung wie Meeresfische und Algenprodukte, ebenso Multivitaminprodukte mit Jod meiden. Kochen mit Jodsalz ist im Allgemeinen unbedenklich, da darin nur eine geringe Menge Jod enthalten ist.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) liegen vor, wenn das Immunsystem Antikörper produziert, die sich gegen die Schilddrüse richten. Bein einem Morbus Basedow sollten keine Jodtabletten eingenommen werden.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Knoten der Schilddrüse

Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten/behandeln oder operieren.

siehe Infomaterial

Schilddrüsenhormone

Mit Schilddrüsenhormonen leben! Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

siehe Infomaterial


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 312

Diagnostik des Knoten der Schilddrüse

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich in der Schilddrüse Knoten bilden. Eine häufige Ursache kann Jodmangel sein. Nur wenn das Spurenelement Jod in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Schilddrüse ihre Hormone erzeugen.

Bei normal großer Schilddrüse und guter Jodversorgung ist die notwendige Hormonsynthese kein Problem. Bei schlechter Jodversorgung dagegen kommt die Schilddrüse in eine Notsituation: Der Körper fordert die notwendigen Schilddrüsenhormone an, die Schilddrüse leidet jedoch an einem Rohstoffmangel und fängt an zu wachsen. Durch eine solche Vergrößerung des Organs kann es über lange Zeit gelingen, den Jodmangel funktionell auszugleichen. Dies aber führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, zur Ausbildung einer Struma, umgangssprachlich als Kropf bezeichnet.

Bei Vorliegen einer Struma wird Ihr Arzt zunächst den Halsbereich durch Abtasten untersuchen (Tastuntersuchung = Palpation) und anschließend eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchführen. Falls Knoten in der Schilddrüse vorhanden sind, lassen sich damit deren Merkmale und Größe erkennen.

Bild eines Ultraschalls
Sonografie der Schilddrüse

Knoten, die durch ihre Größe und Lage Luft- oder Speiseröhre einengen und dadurch beim Atmen oder Schlucken behindern, können operativ (siehe Kap. 5) oder nuklearmedizinisch mit einer Radiojodtherapie (siehe Kap. 6) behandelt werden.

Schilddrüsenwerte im Blut

Die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut (siehe auch Kap.2) liefert weitere Anhaltspunkte für die Diagnostik.

Im Allgemeinen wird zunächst der TSH – Wert bestimmt, und bei einer Abweichung danach die freien Schilddrüsenwerte fT3 und fT4, um die Schilddrüsenstoffwechsellage zu bestimmen.

Findet man Knoten (≥1 cm) in der Schilddrüse und ist der TSH-Wert erniedrigt (Schilddrüsenüberfunktion) oder im Referenzbereich kann die Funktion vorhandener Knoten mit einer Szintigrafie abgeklärt werden (siehe unten).

Blutwerte und Autoimmunerkrankungen:

Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung werden die Antikörper bestimmt:

  • TRAK = Thyreoidea Rezeptor Antikörper. TRAK sind Antikörper, die bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow gebildet werden. Es gibt zwei verschiedene Typen: die einen wirken wie TSH, die anderen haben die entgegengesetzte Wirkung.
  • TPO-AK = die Thyrodieale Peroxidase Antikörper. Eine Erhöhung der TPO-Antikörper kann auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten. Ein erhöhter TPO-AK Wert kann jedoch auch andere Ursachen haben (Addison-Krankheit, Typ-1-Diabetes mellitus, chronische Hepatites B und C). Zu dem kommt eine leichte Erhöhung auch bei gesunden Menschen vor.

Szintigrafie

Die über aktiven Bereiche werden auch als heiße Knoten bezeichnet. Sie sind behandlungsbedürftig, wenn sie eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen, die mit Medikamenten, so genannten Thyreostatika nicht in den Griff zu bekommen ist. Thyreostatika stoppen die Hormonproduktion der Schilddrüse. Heiße Knoten sind fast immer gutartig und brauchen nicht mit der Feinnadelpunktion untersucht werden.

Bei den wenig oder gar nicht aktiven Bereichen spricht man von kalten Knoten.

Auch wenn fast alle Schilddrüsenkarzinome sich als kalte Knoten zeigen, ist die Diagnose eines kalten Knotens für sich allein keine Indikation für eine Schilddrüsenoperation, da es sonst zu viele falsch positive Ergebnisse (=unnötige Operationen) gibt (siehe 1.3. Risiken verstehen).

Technetium – Schilddrüsenszintigrafie:

Untersuchung der Schilddrüse, um Knoten als heiß oder kalt zu identifizieren. Dabei wird schwach radioaktives Technetium in die Vene gespritzt, das von den Schilddrüsenzellen wie Jod aufgenommen wird.
Mittels einer speziellen Kamera lässt sich sodann erkennen, wo sich das Technetium angereichert hat.

Heiße Knoten der Schilddrüse nehmen besonders viel Technetium auf und sind im Szintigramm „merhspeichernd“.

Kalte Knoten nehmen weniger Material auf als normales Schilddrüsengewebe, sie stellen sich minderspeichernd im Vergleich zur Umgebung dar.

Szintigrafie einer gesunden Schilddrüse
Szintigrafie einer gesunden Schilddrüse
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem heißen Knoten
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem heißen Knoten
 Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem kalten Knoten
Szintigrafie einer Schilddrüse mit einem kalten Knoten

Knoten und Krebsverdacht

Verdächtig sind schnell wachsende Knoten sowie Knoten, die sich bei der Tastuntersuchung durch den Arzt nicht verschiebbar zeigen.

Verdacht auf Bösartigkeit besteht insbesondere, wenn sich im Ultraschall eine Kombination folgender Merkmale darstellt:

  • echoarm (hypoechogen)
  • Mikroverkalkungen
  • Fehlen eines Randsaums (Halo-Zeichen)
  • unregelmäßige Form
  • verstärkte Durchblutung (Hypervaskularität)
  • Veränderungen benachbarter Lymphknoten
  • elastographisch hartes Gewebe (siehe Elastographie)

Ein Merkmal allein ist nicht ausreichend für einen Krebsverdacht. Es empmfiehlt sich die Anwendung eines TIRADS (Kalkulationssystem);
mehr im Detail: Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TI-RADS oder TIRADS))

Feinnadelpunktion

Bei einzelnen Knoten, die größer als 1 cm, im Szintigramm „kalt“ erscheinen oder im Ultraschall verdächtig sind, wird zur weiteren Abklärung eine Feinnadelpunktion durchgeführt werden. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Gewebe aus dem betroffenen Schilddrüsenbereich entnommen und mikroskopisch untersucht.

Die Ergebnisse der Feinnadelpunktion können dabei recht unterschiedlich ausfallen:

  1. Kann nicht diagnostiziert werden, weil das Material zu wenig oder unbrauchbar (z.B. zystisch) war => Wiederholung der Feinnadelpunktion
  2. Benigne = gutartig => 4. Beobachten und Medikamente
  3. Follikuläre Neoplasie =>diagnostische Operation (Molekular-genetische Tests; siehe unten)
  4. Malignitätsverdächtig =>diagnostische Operation (Molekular-genetische Tests; siehe unten)
  5. Maligne = Krebs => Operation (5. Schilddrüsenoperation)

Selbst wenn man die Feinnadelpunktion nur einsetzt, wenn im Ultraschall wenigstens zwei krebsverdächtige Kriterien vorliegen, so liefern doch ca. 20% der Feinnadelpunktionsergebnisse das Ergebnis follikuläre Neoplasie, welches sowohl ein gutartiges follikuläres Adenom als auch ein follikuläres Schilddrüsenkarzinom oder die follikuläre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms sein kann. Bei einer follikulären Neoplasie wird daher heute noch zur Operation geraten, wenn nicht in einer Szintigraphie ein konkordanter autonomer Knoten zur Darstellung kommt. Nach der Operation und der histologischen Aufbereitung durch den Pathologen erweisen sich derzeit ca. 20% dieser follikulären Neoplasien als Schilddrüsenkarzinome. Sofern nicht andere Gründe für eine Operation vorlagen wie zum Beispiel Schluck– und Atembeschwerden, waren die anderen Operationen aus therapeutischer Perspektive unnötig. Es war dann nur eine Operation zur diagnostischen Abklärung.

Diagnostische Schilddrüsenoperation

Bei einer diagnostischen Operation wird meist zunächst nur die Hälfte der Schilddrüse entfernt, die den verdächtigen Knoten bzw. die follikuläre Neoplasie enthält. Je nach Befund des Schnellschnitts bzw. der histologischen Aufbereitung bei einer follikulären Neoplasie wird dann auch die andere Hälfte der Schilddrüse in dieser bzw. einer zweiten Operation entfernt.

Sofern bei der Feinnadelpunktion bösartige Zellen gefunden werden und damit feststeht, dass Schilddrüsenkrebs vorliegt, werden bei der dann notwendigen Operation die ganze Schilddrüse und ggf. auch einige Lymphknoten entfernt, so dass keine zweite Operation mehr erforderlich ist.

Welche Formen des Schilddrüsenkrebs es gibt, wird in diesem Beitrag beschrieben:
Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Molekular-genetische Diagnostik

Es gibt inzwischen auch erste diagnostische Tests, die nach genetischen Veränderungen (BRAF, HRAS, KRAS, NRAS, RET, PAX8/PPARG) im bei der Feinnadelpunktion entnommenen Material suchen. Die Tests kommen vor allem bei follikulären Neoplasien und verdächtigen Feinnadelpunktionsergebnissen zum Einsatz, um unnötige Operationen zu vermeiden, oder bei positiven Befunden, damit in der Operation dann gleich die ganze Schilddrüse entfernt wird. Auch bei den molekular-genetischen Tests besteht das Problem falsch positiver und falsch negativer Befunde, so dass auch diese Tests nur gezielt angewendet werden sollten (siehe Risiken verstehen).

Tumormarker im Blut?

Die meisten Schilddrüsenkarzinome gehen mit normalen Schilddrüsenwerten einher. Nur für das seltene medulläre Schilddrüsenkarzinom gibt es einen Tumormarker im Blut, das Calcitonin (Siehe Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?), der bestimmt wird, wenn ein Knoten im Ultraschall verdächtig ist.
In den Leitlinien wird empfohlen, vor jeder Schilddrüsenoperation den Calcitonin-Wert zu bestimmen.

PET-CT

= Positronen-Emissions-Tomographie kombiniert mit einer Computertomographie (CT). Die PET ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, in dem mit Hilfe radioaktiver Substanzen biochemische und physiologische Funktionen sichtbar gemacht werden. Die PET-CT wird in den Leitlinien nicht als regelhafte Diagnostik zur Abklärung von Schilddrüsenknoten empfohlen.

Tc-99m-MIBI-Szintigraphie

Die MIBI-Szintigraphie ist ein weiteres nuklearmedizinisches Verfahren, um Knoten bezüglich eines Krebsverdachts beurteilen zu können bzw. um einen Krebsverdacht auszuschließen. In den nationalen und internationalen Leitlinien bzw. Empfehlungen zur Abklärung des Schilddrüsenknotens gibt es keine Empfehlung für die MIBI-Szintigraphie.
Eine verminderte Anreicherung im Szintigramm lässt mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 97 % vermuten, dass der Knoten gutartig ist (=negativer prädiktiver Wert).

Bei einer vermehrten Anreicherung ist allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Knoten um ein Karzinom handelt, gering. In Studien werden Zahlen von unter 10% bis 65% genannt.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TI-RADS oder TIRADS)

Die Anwendung eines TIRADS bei einer Ultraschalluntersuchung eines Knotens in der Schilddrüse kann als ein Qualitätskriterium betrachtet werden, da es besser zwischen gutartigen und krebsverdächtigen Knoten der Schilddrüse unterscheidet als eine grobe Einschätzung durch Expert*innen.

TIRADS ist ein Kalkulationssystem, in dem verschiedene Merkmale eines Knoten in der Schilddrüse (=Thyroid), die im Ultraschall (=Imaging) zu sehen sind, dokumentiert und bezüglich des Krebsrisikos gewichtet werden.
Es gibt verschieden Versionen des Thyroid Imaging, Reporting and Data System (TIRADS), die nach Autor*innen bzw. nach Fachgesellschaften unterschieden werden.
Allen TIRADS ist gemeinsam, dass in der Regel um die 5 Gruppen unterschieden werden und es entsprechend eine Empfehlung gibt, ob der Knoten und ab welcher Größe dieser punktiert werden soll, oder ob eine Feinnadelpunktion unnötig ist, da gutartig bzw. nur ein sehr geringes Krebsrisiko besteht:

Es gibt verschiedene TIRADS, die sich in Puncto Komplexität für die Untersucher*innen, Sensitivität, Spezifität und damit Akkuratheit der diagnostischen Urteile unterscheiden:

Links zu TIRADS:

Bethesda Category / Kategorie

Kategorien zur Einordnung von Feinnadelpunktions (GlossarFNA)-Ergebnissen (direkt in der Klammer dahinter wie häufig die jeweilige Kategorie/Ergebnis auftritt, wenn man eine FNA macht):

  • I (<10%) – (Entnommenes Material nicht ausreichend / unbefriedigend) (Risiko, dass Krebs 5-10%; Empfehlung FNA zu wiederholen)
  • II (60-70%) – gutartig / benigne (Risko, dass doch Krebs 0-3%)
  • III (<7%) –AUS/FLUS – Material lässt sich nicht beurteilen (Risiko, dass Krebs 6-18%; Empfehlung FNA zu wiederholen)
  • IV (keine Angaben) – verdächtig bzgl einer follikulären Neoplasie (FN/SFN; Risiko, dass Krebs 10-40%)
  • V (keine Angaben) – krebsverdächtig (= SUSP; Risiko, dass Krebs 45-60%)
  • VI (3-7%) – bösartig/maligne = Krebs (Risiko, dass tatsächlich Krebs 94-96%)

Molekular-genetische Diagnostik

  • Luc G. T. Morris (2020): Molecular Profiling of Thyroid Nodules—Are These Findings Meaningful, or Merely Measurable?A Review
    in: JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. Published online July 30, 2020. doi:10.1001/jamaoto.2020.1851

    Die Test werden in den Amerikanischen und europäischen Leitlinien nicht empfohlen, da Nutzen noch unklar ist, selbst bei „intermediate“ Knoten der Schilddrüse. Es ist zu klären wie die Ergebnisse dieser sehr teuren Tests im Vergleich zu anderen klinischen und radiologischen Merkmalen stehen.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 25.06.2021 von Harald W-Nummer: 740

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.
(siehe auch: Diagnostik des Knoten der Schilddüse)

differenzierter Schilddrüsenkrebs

Das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom sind die beiden häufigsten Arten von Schilddrüsenkrebs. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Krebszellen normalen Schilddrüsenzellen noch sehr ähnlich und deshalb in der Regel – nach einer Schilddrüsenoperation – sehr gut mit einer Radiojodtherapie behandelbar sind, weil die Schilddrüsenkrebszellen wie gesunde Schilddrüsenzellen (radioaktives) Jod aufnehmen. Weil sie diese Eigenschaft der gesunden Schilddrüsenzellen haben, nennt man diese beiden Formen auch differenzierter Schilddrüsenkrebs.
Die Heilungschancen sind mit Operation und Radiojodtherapie sehr gut. Sind diese beiden Therapien erfolgreich, hat man eine ganz normale Lebenserwartung wie jeder andere Mensch.

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom metastasiert vor allem über die Lymphbahnen. Je nach Stadium empfehlen die Leitlinien auch die prophylaktische chirurgische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich.

Beim unifokalen papillären Mikrokarzinom (kleiner 1 cm) und wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen, ist die operative Entfernung des Knoten als Therapie ausreichend.

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom bildet in der Regel keine Metastasen über die Lymphbahnen. Eine prophylaktische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich wird von den Leitlinien daher nicht empfohlen. Beim follikulären Schilddrüsenkarzinom unterscheidet man zwischen einer minimal-invasiven und einer grob-invasiven Form.

Ein minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (MIFCT) liegt dann vor, wenn weniger als 5 Gefäßinvasionen und/oder weniger als 5 Kapselpenetrationen vorliegen. Wenn der Pathologe keine Gefäßinvasion im entnommenen Gewebe nach einer Teil-Operation der Schilddrüse findet, so gilt hier unabhängig von der Größe des Tumors die chirurgische Entfernung des Knotens als ausreichende Therapie. Andernfalls sowie beim grob-invasiven follikulären Schilddüsenkrebs (WIFTC) wird immer eine Komplettierungsoperation empfohlen.
Mehr im Detail: differenzierter Schilddüsenkrebs (nach ICD-O)

wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs

Der wenig-differenzierte Schilddrüsenkrebs speichert kein oder nur wenig Jod. Eine Radiojodtherapie ist daher nicht immer erfolgversprechend. Eine Schilddrüsenoperation ist auch hier der erste Schritt.

medullärer Schilddrüsenkrebs

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den Calcitonin-produzierenden C-Zellen in der Schilddrüse aus; daher auch C-Zell-Karzinom genannt. Die Heilungschancen hängen wesentlich davon ab, wie weit der Krankheitsverlauf bereits fortgeschritten ist. Aufgrund des langsamen Wachstums des medullären Schilddrüsenkarzinoms ist jedoch auch bei fortgeschrittenem Stadium ein Leben mit der Erkrankung möglich. Da das medulläre Schilddrüsenkarzinom von den C-Zellen ausgeht, ist eine Radiojodtherapie nach der Operation nicht sinnvoll.

Mehr unter: medullärer Schilddrüsenkrebs (Überblick)

anaplastischer Schilddrüsenkrebs

Das anaplastische (undifferenzierte) Schilddrüsenkarzinom ist extrem selten. Es wächst im Gegensatz zu den anderen Formen sehr schnell, und die Heilungschancen sind entsprechend schlecht.
mehr Informationen unter anaplastischer Schilddrüsenkrebs (Überblick)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

Knoten der Schilddrüse

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.

Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?

Alle Schilddrüsenkarzinome, speziell differenzierte Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber Krebs der Schilddrüse

Die blauen Ratgeber Nr. 9, Krebs der Schilddrüse; Herausgeber Deutsche Krebshilfe.

medulläre Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber: Diagnose medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom)

anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Weiterführende Ratgeber:
Psychosoziale Unterstützung für Menschen mit Krebs – ein Wegweiser. Hrsg. Krebs-Selbsthilfe-Organisationen im Haus der Krebs-Selbsthilfe

Alle aufgeführten Ratgeber sind über den Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. (Link innerhalb des ForumsInfomaterial) beziehbar

Weiterführende Links zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

Alle Schilddrüsenkarzinome haben den ICD-10-Schlüssel C73 (= Bösartige Neubildung der Schilddrüse). Dieser Schlüssel ist jedoch wenig brauchbar, da sich die Schilddrüsenkarzinome in ihrer Prognose und Therapie sehr unterscheiden

International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O)

Eine wichtige weitere Unterscheidung aller Arten von Schilddrüsenkrebs ist die Klassifikation nach dem International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O), kurz ICD-O . Entsprechend der ICD-O sind die einzelnen Schilddrüsenkarzinome aufgeleistet und ihre Therapieoptionen kurz erklärt:

Schilddrüsenkrebs nach ICD-O

Maligne Genveränderungen

Beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs sind diese ICD-O zunehmend zweitrangig, und es wird wichtiger welche Genveränderung vorliegt. Da der Begriff Mutation meist mit bösartig (maligne) in Verbindung gebracht wird, es jedoch eine Vielzahl von Mutationen gibt, die für die Gesundheit nicht in Verbindung gebracht werden, und weil es andere Genveränderungen wie z.B. Fusionen, Rearrangement, .. gibt, wird vorgeschlagen stattdessen den Begriff maligne Genveränderungen zu benutzen:
Genetische Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

1. Was ist Hypoparathyreoidismus?

Wie entsteht eine Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus)?

2. Informationen

3. Diagnostik

4. Therapie

5. Kontrolluntersuchungen während der Therapie

6. Wie oft soll im verlauf der Erkrankung kontrolliert werden?

7. Probleme, Komplikationen und Langzeitfolgen

8. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

9. Schwangerschaft bei Hypopara

10. Alltag mit Hypopara

11. Rechtsfragen

  • 11.1 Bekommt man wegen Hypopara einen Behindertenausweis? (in Bearbeitung)

Mitarbeit willkommen – Anmeldung unter
Netzwerk Hypopara (ehemals Arbeitsgruppe Hypopara)
.


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 07.02.2022 von Harald W-Nummer: 187992

Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Titelblatt des Merkblatt Hypoparathyreoidismus
Merkblatt: Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Was man darüber schon vor der Schilddrüsenoperation wissen sollte.

Um die Aufklärung vor einer Schilddrüsenoperation zu verbessern wurde ein von der Netzwerk Hypopara unseres Vereins ein von der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) unterstütztes und geprüftes Merkblatt Hypoparathyreoidismus erstellt, das ein Arzt dem Patienten als Ergänzung zum Aufklärungsbogen über Schilddrüsen­operationen mitgeben kann bzw. sollte.

Das Merkblatt kann in unserer Bundesgeschäftsstelle kostenlos bestellt werden und wird von uns an die Chirurgischen Kliniken in größerer Stückzahl verschickt.

Hier auch als PDF zum Downloaden.

Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Vorschau des Falblattes
Patienten-Information über die Behandlung von chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Erwachsenen

Das Patienten-Faltblatt basiert auf der Europäischen Leitlinie zum Hypoparathyreoidismus, die zusammen mit den Selbsthilfegruppen entwickelt wurde. Unsere Netzwerk Hypopara war auch aktiv dabei und wird auch unter den (Patienten-)Organisationen gelistet, die weitere Informationen anbieten.

Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Vorschau Hypopara-Pass
Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass für Erwachsene mit Nebenschilddrüsenunterfunktion

Der Hypoparathyreoidismus-Patient*innen-Pass löst den alten Notfallausweis für Patienten mit Nebenschilddrüsenunterfunktion ab.

Der Pass wird herausgegeben durch das Netzwerk Hypopara im Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.. Der Ausweis wird unterstützt durch die Sektion Knochenstoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Er hat das praktische DIN-A7-Format und ist ein kleiner Pass von 12 Seiten für das Portmonee.

Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.

Patienten-Information zur Ernährung beim chronischem Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Studien über die richtige Ernährung bei Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) gibt es bislang nicht. Das Netzwerk Hypopara hat deshalb anhand von Literatur und Nährwerttabellen Hinweise zusammengestellt, die Betroffenen helfen sollen, hier die richtige Wahl zu treffen. Weil der Hypoparathyreoidismus Auswirkungen auf den Calcium- und Phosphathaushalt hat, gilt es neben der Einnahme der entsprechenden Medikamente auch verstärkt auf diese Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Getränken zu achten. Anhand dieser Broschüre kann man die Zusammenhänge besser verstehen und sich dann eine abwechslungsreiche, aber an die speziellen Gegebenheiten angepasste Ernährung zusammenstellen, die zum Wohlbefinden beiträgt.


Im Selbsthilfe-Forum ist die Broschüre zu finden unter FAQ: Ernährung und Hypopara

Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor

Vroschau des Flyers
Flyer in dem sich das Netzwerk Hypopara vorstellt.

Mit diesem Flyer Das Netzwerk Hypopara stellt sich vor gibt diese Arbeitsgruppe zum Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) unseres Bundesverbandes einen Überblick über ihre Arbeit. Wer unseren Bundesverband und die Arbeit des Netzwerk Hypoapra unterstützen möte – Online-Formulare:

Dieser Flyer im DIN-Lang-Format (8 Seiten) kann bei unserer Geschäftsstelle bestellt werden.
Bitte in der E-Mail angeben wie viele Exemplare und wo ihr sie verteilen möchtet.


Autor: Lottilein | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 07.02.2022 von Harald W-Nummer: 187992

Lage

Die Nebenschilddrüsen (Parathyroidea), auch Epithelkörperchen genannt, meistens vier, liegen rechts und links am oberen und unteren Ende hinter der Schilddrüse. Größere Variationen sind möglich, sie können auch innerhalb der Schilddrüse liegen oder im Mediastinum, (= Brustraum hinter dem Brustbein). Die Nebenschilddrüsen sind etwa so groß wie Weizenkörner. Oft werden sie durch die gleichen Arterien mit Nährstoffen versorgt wie die Schilddrüse.

Grafik einer Schilddrüse mit en vier erbsengroßen Nebenschilddrüsen

Funktion

Die Nebenschilddrüsen, befinden sich, wie der Name schon sagt, in der Nähe der Schilddrüse, sie haben aber eine andere Funktion. Sie steuern den Calcium- und Phosphatstoffwechsel durch die Ausschüttung von Parathormon (PTH). Calcium wird außer zum Knochenaufbau im Körper vor allem zur Signalübertragung benötigt. Calciummangel im Blut (Hypocalcämie) führt zu einer Übererregbarkeit des Nervensystems, was sich in Kribbeln und Krämpfen der Muskulatur äußern kann. Bei der Regulation des Calcium-Haushalts durch das Parathormon, geschieht dies u.a. durch die Einwirkung auf die Vitamin D – (Grundlagen).


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 06.08.2021 von Harald W-Nummer: 945

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 06.08.2021 von Harald W-Nummer: 945

Vitamin D (Grundlagen)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 06.08.2021 von Harald W-Nummer: 945

Wirkung des Schilddrüsenhormone in den Zellen: Transportmoleküle, Deiodasen und T3-Rezeptoren

Organe

Die Schilddrüsenhormone wirken in einer Vielzahl von Organen. Dies tun Sie jedoch nicht überall gleich.

Der Regelkreis: Die Hypophyse produziert das TSH, welches die Schilddrüse veranlasst, Schilddrüsenhormone zu produzieren und
freizusetzen. Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut, so ist die negative Rückkopplung über den Hypothalamus und die Hypophyse vermindert, so dass die Hypophyse mehr TSH ausschüttet. Die Schilddrüse produziert überwiegend T4, in geringen Mengen auch das aktive Schilddrüsenhormon T3.

Speicher-Hormon und aktives Schilddrüsen-Hormon

Das aktive Schilddrüsen-Hormon ist T3.
T4 ist das Speicher-Hormon, aus dem sich der Körper selbst das aktive T3 herstellt.
Diese Umwandlung von T4 in T3 kann gestört sein und aus unterschiedlichen Gründen schlechter funktionieren.

Transportmoleküle

Etwa 20 % des im Blut vorhandenen T3 stammt dabei direkt von der Schilddrüse, die übrigen 80 % werden durch die sogenannte Dejodase, vor allem in den Zellen von Leber und Muskeln, aus dem Schilddrüsenhormon T4 gebildet. Damit die Schilddrüsenhormone in diese Zielzellen gelangen können, braucht es Transportmoleküle.

In den letzten Jahren wurde hier eine Reihe unterschiedlicher Moleküle entdeckt, die den Transport der Schilddrüsenhormone in
die Zellen stören.

Allan-Herndon-Dudley-Syndrom
Ein Transportmolekül, welches Schilddrüsenhormone in die Zelle transportiert, ist der Monocarboxylase Transporter 8 (MCT8). Kinder mit einer MCT8-Mutation weisen durch die Störung des Transportes der Schilddrüsenhormone in das Gehirn schwere neurologische Defekte auf. Diese Krankheit wurde erstmals 1944 beschrieben und nach ihren Entdeckern Allan-Herndon-Dudley-Syndrom benannt.
Dass eine MCT8-Mutation die Ursache dieser Krankheit ist, wurde erst im 21. Jahrhundert entdeckt.

Mittlerweile wurden eine ganze Reihe von Transportmolekülen für die Schilddrüsenhormone entdeckt (MCT8, MCT10, OATP1C, LAT2…). Je nach Zielorganen spielen die einzelnen Transportmoleküle eine unterschiedliche Rolle, so dass es auch an dieser Stelle zu einer Regulierung der Aktivität der Schilddrüsenhormone kommt. Diese unterschiedliche Aufnahme der Schilddrüsenhormone in die einzelnen Zellen der Zielorgane könnte eine der möglichen Erklärungen sein, dass Patient*innen Beschwerden einer Schilddrüsenüber- und -unterfunktion völlig unterschiedlich, auch je nach Organ, erfahren können. Dies ist selbst dann der Fall, wenn die Schilddrüsenwerte im Blut innerhalb der Referenzwerte liegen.

Dejodase (Deiodase)

In den Zellen finden sich bestimmte Enzyme: Dejodasen (siehe Grafik). Bei der Dejodase wird aus dem Depot-Schilddrüsenhormon T4 ein Jod-Atom gelöst und so u. a. in das aktive Schilddrüsenhormon T3 oder in das inaktive Reverse-T3 (rT3) umgewandelt. Im Körper kommen 3 Dejodasen vor, die je nach Organ unterschiedlich stark von Bedeutung sind: Die Typ 1 Dejodase kommt so z. B. vor allem in der Leber vor, während Typ 2 vor allem im Gehirn und in der Hypophyse von Bedeutung ist. Für die Herstellung der Dejodasen wird zudem das Spurenelement Selen benötigt. Auch innerhalb der Zielzellen kommt es so zu einem eigenen Aktivierungs- und Regulierungsmechanismus der Schilddrüsenhormone.

Low-T3-Syndrom
Bei schweren Erkrankungen kommt es zu einer stärkeren Dejodase Aktivität hin zu rT3, so dass weniger vom aktiven Schilddrüsenhormon T3 gebildet werden kann. Dies ist einer der möglichen Mechanismen, die zu dem Low-T3-Syndrom führen. Es wird vermutet, dass dies ein Schutzmechanismus des Körpers ist, um den Stoffwechsel herunterzufahren.

T3-Rezeptoren

Ein weiterer Regulierungsmechanismus der Schilddrüsenhormone sind die T3-Rezeptoren (Schlüssel-Schloss-Prinzip), die in allen Zellen vorhanden und zur Aktivierung der einzelnen Stoffwechselprozesse der Zellen notwendig sind. Auch hier gibt es ganze Familien von T3-Rezeptoren: TRα (= Thyroid Hormone Receptor alpha), TRβ1 und TRβ2 (= Thyroid Hormone Receptor beta1 bzw. 2). Neuere Studien (Flamant 2017) legen nahe, dass man diese jedoch besser entsprechend der Signalwege in vier Typen (siehe Grafik) unterscheiden sollte. Physiologisch relevant scheinen v.a. die Mechanismen 1 und 2 zu sein: Bei der Schilddrüsenhormonwirkung Typ 1 bindet der TR im Zellkern an die DNA und beeinflusst die Genexpression und letztlich auch die Proteinausstattung der Zelle.
Dieser Mechanismus vermittelt u.a. die TSH-Suppression in der Hirnanhangdrüse und die Entwicklung des Hörvermögens.
Beim Typ 2 Mechanismus aktiviert der TR direkt verschiedene Signalwege. Dieser Mechanismus ist daher unabhängig von Genexpression und Proteinsynthese und trägt zur Gefäßerweiterung und möglicherweise zur Feineinstellung des Blutdrucks bei.

In unterschiedlichen Organen finden sich unterschiedliche Formen der T3-Rezeptoren und diese können sich noch mit anderen Rezeptoren, wie denen von Retinsäure oder Vitamin D, verbinden. Diese Prozesse ändern die Aktivierung der T3-Rezeptoren, d. h. eine identische Konzentration von T3 im Blut oder in der Zelle hat eine unterschiedlich starke Wirkung. Dies gilt auch für andere Substanzen wie z. B. das L-Carnitin, welches sich vor allem an die T3-Rezeptoren der Herzmuskelzellen heften kann, und so das T3 in
seiner Wirkung auf das Herz blockiert (siehe Kapitel: L-Carnitin zur Minderung von Überfunktionssymptomen, S. 82)

Betrachtet man den komplexen Aktivierungs- und Regelmechanismus
der Schilddrüsenhormone, so wird klar, dass die Schilddrüsenwerte im Blut ( Surrogatparameter) nur einen Anhalt für deren Wirkung in den einzelnen Zielorganen geben. Auch unterliegen diese gemessenen Schilddrüsenwerte im Blut noch anderen Faktoren, so dass die Interpretation nicht immer ganz leicht ist und für eine Therapieentscheidung oft weitere Aspekte einbezogen werden müssen. Meist braucht man die Bestätigung durch eine zweite Messung und die individuelle Betrachtung der Beschwerden des Betroffenen.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 233938

Die Radiojodtherapie ist eine Behandlungsmethode sowohl für gutartige als auch für bösartige Schilddrüsenerkrankungen.

Schilddrüsenzellen speichern radioaktives Jod ebenso wie normales Jod und werden durch die davon ausgehende β-Strahlung (Reichweite wenige Millimeter) gezielt zerstört.

Zur Durchführung einer Radiojodtherapie ist es notwendig, sich in eine Klinik mit nuklearmedizinischer Station zu begeben, die nach Einnahme des radioaktiven Jods einige Tage nicht verlassen werden darf.

Nahaufnahme der offenen Blei-Box von Iod 131(I-131)Radioaktive Isotope zur Behandlung von einer Hyperthyreose oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms
Nahaufnahme der offenen Blei-Box von Iod 131(I-131)Radioaktive Isotope zur Behandlung von einer Hyperthyreose oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms

Eine Schwangerschaft sollte in den ersten Monaten nach der Radiojodtherapie vermieden werden.

Bei der Radiojodtherapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen geht es meist um die Zerstörung von Schild­drüsenzellen, die zu viele Schilddrüsenhormone produ­zieren. Bei der Therapie von Schilddrüsenkrebs geht es darum, nach einer Schilddrüsenoperation noch vorhandenes Schilddrüsenrestgewebe und eventuell vorhandene Metastasen zu zerstören.

Die beiden Radiojodtherapien unterscheiden sich in der eingesetzten Strahlenaktivität und in ihrer Durchführung zum Teil erheblich:

  1. RJT bei gutartigen Erkrankungen
  2. RJT bei bösartigen Erkrankungen

siehe auch unsere Merkblätter

1. RJT bei gutartigen Erkrankungen

Heiße Knoten, autonome Bereiche in der Schilddrüse, vergrößerte Schilddrüsen, die z.B. nicht operiert werden können, oder Morbus Basedow können in vielen Fällen mit einer Radiojodtherapie behandelt werden.
Eine Radiojodtherapie ist Erfolg versprechend, wenn die Knoten nicht zu groß sind, kein Verdacht auf Bösartigkeit besteht und die vergrößerte Schilddrüse kleiner als 60 ml ist und die Luftröhre nicht einengt. Diese Form der Therapie hat gegenüber der Operation den Vorteil, dass die bei Schilddrüsenoperationen möglichen Nebenwirkungen nicht auftreten können. Da jedoch eine radioaktive Substanz verabreicht wird, darf zum Zeitpunkt der Behandlung keinesfalls eine Schwangerschaft vorliegen.

Kalte Knoten lassen sich durch eine Radiojodtherapie dagegen nicht behandeln, da sie kein oder nur wenig Jod aufnehmen. Zudem können sie in manchen Fällen bösartig sein und müssen deshalb nach Entfernung pathologisch untersucht werden. Je größer die Schilddrüse ist und je schlechter die Jodaufnahme, desto eher ist eine Operation anzuraten. Auch das Ausmaß einer etwaigen Schilddrüsenüberfunktion und die Frage, wie schnell der Therapieerfolg eintreten soll, spielen bei der Entscheidung eine Rolle.

Falls ein niedriger TSH nicht bereits vorliegt werden vor der Radiojodtherapie die gesunden Schilddrüsenzellen durch Herbeiführung eines niedrigen TSH-Wertes „stillgelegt“ (ggf. durch Einnahme von Schild­drüsenhormonen). Die autonomen Schilddrüsenzellen dagegen nehmen das radioaktive Jod auf und werden davon zerstört. Das gesunde Gewebe wird gleichzeitig weitestgehend geschont.

Der Erfolg der Radiojodtherapie zeigt sich nach etwa drei Monaten.

Nebenwirkungen

  • Schilddrüsenunterfunktion (siehe Kap. 7. Nach OP und/oder RJT)
  • Strahlenthyreoiditis (selten): Vorübergehende Schwellung der Schilddrüse und Druckschmerzen
  • Chronische Entzündung der Speicheldrüsen (selten bei RIT gutartiger Schilddrüsenerkrankungen)
  • Entwicklung einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse
  • Erstmanifestation oder Zunahme der endokrinen Orbitopathie bei Morbus Basedow

Weiterführende Links:

2. RJT bei bösartigen Erkrankungen

Wenn bei einer Operation ein papilläres oder folli­kuläres Karzinom gefunden wurde, wird danach üblicherweise eine Radiojodtherapie durchgeführt. Sie dient dazu, vereinzelte noch vorhandene Schilddrüsenzellen (Ablation) sowie etwaige Metastasen zu zerstören.

Schilddrüsenkrebs ist in der Regel mit der Radiojodtherapie gut zu behandeln.

Damit das radioaktive Jod möglichst gut von den Schilddrüsen– bzw. Schilddrüsenkrebszellen aufgenommen wird, darf in den letzten 3 Monaten vor einer RJT keine Computertomographie (CT) mit jodhaltigem Kontrastmittel erfolgt sein. Auch dürfen 4-6 Wochen vor einer RJT keine jodhaltigen Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Desinfektionsmittel verwendet werden, und in den letzten 1-2 Wochen vor der RJT ist auf eine jodarme Ernährung zu achten.

Zur Vorbereitung der Radiojodtherapie muss ein TSH-Wert von mindestens 30 mU/l vorliegen. Dies kann auf zwei Wegen erreicht werden: Entweder wird eine Schilddrüsenunterfunktion herbeigeführt, indem nach der Operation keine Schilddrüsenhormone eingenommen werden dürfen, oder der notwendig hohe TSH-Spiegel wird durch Spritzen von gentechnisch hergestelltem TSH erzeugt.

Bei Vorliegen eines papillären Mikrokarzinoms (Durchmesser kleiner als 1 cm) oder eines minimal-invasiven follikulären Schilddrüsenkarzinoms kann unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Komplettierungsoperation und Radiojodtherapie verzichtet werden (siehe Kapitel 3.2 Schilddrüsenkrebs)

Mehr Infos zur Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs im durch die Deutsche Krebshilfe herausgegebenen blauen Ratgeber (Nr.9): Krebs der Schilddrüse sowie unsere Merkblätter zum Strahlenschutz und der jodarmen Ernährung (siehe Infomaterial).

nächstes Kapitel: 7. Nach OP und/oder RJT
siehe auch:


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Die Radiojodtherapie (RJT) wird mit unterschiedlichen Aktivitäten durchgeführt. Es gibt keine feste Einteilung für eine niedrige bzw. hohe Aktivität ( im englischen low bzw. high activites). In der Regel versteht man unter:

  • niedrig = 1110 MBq = 30 mCi
  • hoch = 3700 MBq = 100 mCi

Bei Metastasen werden höhere Standardaktivität bzw. höhere Aktivitäten mit Hilfe einer Dosimetrie eingesetzt:

siehe auch:

Für die Strahlenbelastung des Patienten bzw. der Patientin ist jedoch die Äquivalentdosis im Blut/Körper von Bedeutung; die Maßeinheit ist Sv (Sievert) (siehe Diagnostische Referenzwerte im Strahlenschutz)


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Meine RJT im Rechts der Isar Klinikum / München (Nov 2012) von Glückskinder

Hallo zusammen!

Ich möchte euch auch von meine RJT berichten, zumal ich es für mich immer sehr wichtig fand, DIE Erfahrungsberichte zu lesen, von der Klinik, wo man hingeht. Daher habe ich mich auch dafür entschieden. Aber Achtung: lang Wink

Meine Diagnose: nach SD Operation: pap. SD Mikrokarzinom links.

Montag – Donnerstag (November 2012) RJT / Rechts der Isar in München

Am Sonntag und Montag habe ich je eine Thyrogenspritze erhalten. Am Samstag musste ich nur kurz wegen der Spritze ins KH, dann konnte ich wieder heim. Am Montag vormittag bin ich dann stationär aufgenommen worden und bekam gleich zu Beginn meine 2. Spritze.

Nach der 2. Spritze habe ich ca. nach 1-2 Stunde eine sog. Mini-Kapsel erhalten, nur ganz wenig Jod, wichtig für die 1. Ganzkörperszintigrafie, um messen zu können, wieviel Restgewebe noch vorhanden ist.
Von der Mini Kapsel habe ich aber gar nichts gemerkt und ich konnte noch den Rest des Tages auf der Station rumlaufen bzw. hätte ich das KH auch noch verlassen können mit Unterschrift. Das war der Montag.

Dienstag früh dann die GKS und noch ein paar weitere Untersuchungen wie Blutabnahme etc. Dienstag nachmittag 14.30 Uhr Visite, dann umziehen in das schöne Krankenhaushemd (aber nur wegen dem vielen ausspucken der Zitronen… mehr dazu später) und um 15.30 Uhr kam DIE Pille. Alles sehr unheimlich und beängstigend, aber da muss man wohl durch. Pille wird auf einem Wagen angeschoben, man darf nichts berühren, muss die Pille über ein Reagenzglas gleich in den Mund fallen lassen, ja nicht anfassen die Pille! „Meine“ Pille: 3700 MBq.

Kurz nach Einnahme der Pille habe ich leider schon relativ heftige Kopfschmerzen bekommen, aber ich habe mich ins Bett gelegt und Musik gehört – Zeit hat man ja nun genug. Ab dato hatte ich Ruhe und keiner kam mehr. 1/2 nach Pilleneinnahme musste ich mich den Zitronen anfangen (diese muss man auslutschen und gleich wieder ausspucken, um die Speicheldrüsen anzuregen, da sich im Kiefer und Co. auch das radioaktive Zeug lagert und damit das schnell wieder ausgespült wird.)

Wichtig: selber mitnehmen!!! Zitronenbonbons o.ä (alles,was sauer ist) oder das kauen anregt wie Kaugummis etc.

Die Kopfschmerzen haben die ganze Nacht angedauert. Nachts kam auch 2-3x eine Schwester und hat mich geweckt wegen der Zitronen. Zudem muss man mit Eismanchetten die ganze Zeit den Hals kühlen.

Am Mittwoch früh dann erste Messung. Wert ist schon deutlich runter. Zitronen auslutschen geht weiter und es stellte sich heraus, das Krankenhaushemd macht Sinn, denn es kleckert schon überall, da man das Zeug ja gleich wieder inkl. Spucke ausspucken muss. Mittwoch nachmittag dann Visite, aber nichts neues dazu. Leider hatte ich morgens an dem Mittwoch schon recht Halsschmerzen und meine Speicheldrüsen haben sich entzündet – was angeblich lt. Ärzte nur selten vorkommt. Ich bekam Schmerztabletten und langsam geht das wieder.
Was ich schlimmer fand: mein Zahnschmelz war so in Mitleidenschaft geraten von den Zitronen,dass mir alle Zähne weh taten – das ist/war furchtbar. Das war der Mittwoch.

Donnerstag früh dann Messung und Wert lag im grünen Bereich. Ich darf entlassen werden. Es wurde dann vormittags nochmals ein PET-CT gemacht um zu schauen, ob irgendwo Metastasen sind bzw. zu schauen, wie die SD auf das Jod reagiert hat. Bei mir aber alles im grünen Bereich. Dann nochmals Blutabnahme und noch eine zweite Untersuchung in einer anderen Röhre – dann konnte ich ca. um 13h nach Hause gehen.

Die RJT hat quasi für mich ca. 4 Tage gedauert.

Jetzt zum KH ansich. Ich war eigentlich sehr skeptisch, da ich in der Schilddrüsenambulanz schlechte Erfahrungen mit einem bestimmten Arzt gemacht habe und mein Vertrauen schon dahin war. Aber meine NUK meinte, dass ich dort in den richtigen Händen bin und ich habe ihr vertraut … und habe es nicht bereut. Ganz besonderen Dank an Dr. S., der wirklich sehr nett war und alle Pfleger/Schwestern.

Man hat alles erklärt bekommen, bis ins kleinste Detail, man kam sich nicht doof vor, man hatte das Gefühl, man wird ernst genommen.

Okay, die Räumlichkeiten könnten deutlich schöner sein. Aufgrund meiner Hochtherapie wg. Krebs war ich nochmals abgeschirmter von den anderen Patienten mit RJT. Meine Zimmertür war ungefähr 35 cm breit und ließ sich nur elektronisch öffnen. Es war ein 2-Bett-Zimmer, man wird aber alleine reingelegt und bekommt das Bett zum Fenster. Gut so und für das KH mit Sinn dahinter, man ist so weiter von der Türe weg. Man hat ein kleines WC mit Waschbecken im Zimmer, Dusche auf dem Flur, man darf aber nur alle 2 Tage duschen. Dafür bekommt man 1-2 Münzen, zusammen kann man damit 6 Minuten duschen,das hat aber vollkommen gereicht. Große, gepflegte Dusche mit reichlich Platz. Ansonsten Fernseher und DVD Player auf dem Zimmer, man kann selber seine DVD´s mitbringen oder sich über das KH welche ausleihen. Essen war meiner Meinung nach lecker, hab schon schlechter in KH gegessen. Das Fenster konnte man auch kippen, was wohl auf anderen Isolierstationen auch nicht geht. Modern ist was anderes, aber es war okay für die Zeit dort.

Es gibt einen kleinen Aufenthaltsbereich, wo man sich Getränke holen kann, frisches Obst, wo mal jemand vielleicht sitzt und Mittwoch abends spielt da für 1/2 ein Klavierspieler.

Alles in allem habe ich von den anderen Mitpatienten aber gar nichts mitbekommen, jeder macht dort „sein“ Ding.

Die RJT war für mich nicht wirklich toll. Ich habe es mir ehrlich gesagt leichter vorgestellt. Ich bin leider nicht der Typ Mensch, der lange alleine sein kann bzw. diese Ruhe hat mich wahnsinnig gemacht. Auch,dass man doch nur selten jemanden zu Gesicht bekommt. Ich bin froh, dass ich es erstmal rum habe.

In 4-6 Monaten muss man meist nochmals hin zur RJD (Diagnostik), aber nur für 2 Tage, um zu schauen, was sich getan hat. Die Pille hat dann auch nur noch 10% der Erstmenge.

Ach ja, nehmt nicht zu viel mit. Handtücher bekommt man vom Krankenhaus, damit alles gleich richtig gewaschen werden kann. Es heißt, man kann alles mit nach Hause nehmen, aber komisch ist das schon. Ich habe erstmal alles gewaschen und was nicht zu waschen geht, in einen Sack verstaut und in die Garage gelegt, da liegts jetzt erstmal – bis ich es irgendwann wieder hervor hole Wink

Viel Glück bei eurer Therapie und alles Gute!

Valentina


Autor: Harald | Letzte Aktualisierung: 10.07.2021 von Harald W-Nummer: 380

Was möchte ich? Was sind meine Ziele?

Was möchte ich selbst?

Welche persönlichen Wünsche und Ziele habe ich mit meiner Selbsthilfegruppe? Möchte ich den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen oder Mitgliedern aus dem Forum persönlich kennenlernen? Anderen Menschen mit Informationen und / oder Vorträgen von Fachleuten helfen? Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

Wen möchte ich erreichen?

Betroffene und ggf. deren Angehörige aus meiner Region könnten eine Zielgruppe sein, oder nur Mitglieder aus dem Selbsthilfe-Forum sowie Patient*innen mit Schilddrüsenkrebs oder weiteren Erkrankungen der Schilddrüse oder auch mit anderen Krebserkrankungen.

Wie häufig sollten die Treffen stattfinden
Zeitlicher Vorlauf zu den Treffen


Aus unserer Erfahrung sollten mindestens 4 Treffen pro Jahr stattfinden (Gruppenzusammenhalt).

Mindestens zwei Wochen vor den Treffen sollten die Termine im Kalender und in
der Mitgliedergruppe des Forums eingetragen werden, Rundmails an selten oder nicht aktive Teilnehmer*innen im Forum versandt werden und ggf. eine Bekanntmachung über die sozialen Medien stattfinden.
Siehe: Thema: FAQ: Wie setzte ich einen Termin für die Gruppe ins Forum.

Wo sollten die Treffen stattfinden

Der Raum muss nicht besonders groß sein. Je nachdem was für einen Charakter die Treffen haben sollen, kann dies auch ein Raum / Tisch in einem Restaurant oder Café sein. Zu einem normalen Treffen werden meist so um die 10 Personen kommen, es können aber auch nur 4 oder bis zu 20 sein. Letzteres dürfte bei Schilddrüsenkrebs eher die Ausnahme sein.

Der Raum sollte auf jeden Fall möglichst rauchfrei und ruhig sein (wichtig vor allem für Betroffene mit Verletzung des Stimmbandnervs), so dass man sich ohne Mühe mit allen verständigen kann.

Räumlichkeiten werden über die regionalen Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstellen empfohlen (siehe regionale Unterstützung), aber auch Arztpraxen, Kliniken, Krankenkassen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Städte und Gemeinden können Räume zur Verfügung stellen.

Bitte bei Treffen in der Gastronomie unbedingt vorher die Rahmenbedingungen wie z.B. Mindestumsatz oder Raummiete abklären.

Auf jeden Fall sollte der Raum zentral liegen und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Unterstützung

Unterstützung durch den Bundesverband

Um leichter Treffen organisieren zu können, wird im Forum eine Mitgliedergruppe eingerichtet. Dadurch hat die Gruppenleitung einen Überblick über Interessenten und kann per Rundmail z.B. Informationen über das nächste Treffen verschicken.

Unterstützung der Gruppenleitung vor Ort

In jeder Region gibt es Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen, je nach Stadt und Bundesland nennen sich diese Anlaufstellen unterschiedlich (z.B. KiBis, Kiss, usw.), daher sollte hier eine Suche mit den Begriffen *Selbsthilfe Ort* im Internet passende Einträge bringen.

Diese Kontaktstellen der SHG sind für die regionalen Besonderheiten die richtigen Ansprechpartner*in, wenn es zum Beispiel um Förderanträge, Räumlichkeiten und Werbung geht. Darüber hinaus stellen sie ggf. gerne einen Kontakt zu anderen regionalen Selbsthilfegruppen zum Austausch her.

Gruppenname

Sinnvoll ist es das angesprochene Krankheitsbild im Namen sowie den Ort aufzunehmen (z.B. SHG Schilddrüsenkrebs Braunschweig).

Finanzierung

Für die Finanzierung der Selbsthilfegruppe u.a. für Flyer, Raummiete, Visitenkarten, Honorare und andere Dinge gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der passenden Förderung. Genauere Informationen hierzu sind unter 5. Finanzen aufgeführt.

Link zum Merkblatt Reiseosten und Ehrenamtspauschale noch einfügen.

Werbung

Werbung und Bekanntmachung der Gruppe

Zum einen erfolgt die Werbung für die Gruppe über das Selbsthilfe-Forum im Unter-Forum Termin/Treffen und über die Liste Gruppen: Regionen

Flyer bieten die Möglichkeit auf die Gruppe bei endokrinologischen, onkologischen und nuklearmedizinischen Praxen sowie in Kliniken mit passenden Schwerpunkten aufmerksam zu machen. Wichtig ist, dass man die Ärzt*innen vor Ort nicht nur um Erlaubnis bittet, das Informationsmaterial auszulegen, sondern auch darum, die Patient*innen direkt auf die Gruppe aufmerksam zu machen. Vielleicht ergibt sich so auch die Möglichkeit, dass ein*e Ärzt*in sich bereit erklärt, vor der Gruppe einen Vortrag zu einem speziellen Thema zu halten, dann kommen sicher auch mehr Teilnehmer*innen zu den Treffen.

Unser Bundesverband hat umfangreiche Adresslisten von Ärzt*innen und Kliniken. Die Geschäftsstelle versendet für euch gerne die Flyer in der Region (bitte teilt uns die PLZ-Bereiche mit). Ihr bekommt dann von uns auch eine Liste mit den angeschriebenen Ärzt*innen und Kliniken.

Internetadresse

Du kannst die Gruppenbeschreibung als Website für deine eigene Gruppe benutzen. Wir können dir eine einfache URL einrichten, die direkt zur Forums-Gruppe führt; zum Beispiel:

E-Mail-Adresse

Wir können dir eine E-Mail-Adresse mit (Name SHG) @sd-krebs.de einrichten.

Die örtlichen Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstellen bieten ebenfalls die Möglichkeit der Werbung über deren Homepage sowie in regionalen Flyern an.

Soziale Medien sind inzwischen auch in der Selbsthilfe angekommen, gerade bei Facebook gibt es einige Gruppen von Betroffenen zum Austausch. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Werbung für die eigene Selbsthilfegruppe.

Über die regionalen Tages- und kostenlosen Wochenzeitungen kann ebenfalls Werbung über z.B. den Veranstaltungskalender oder im Rahmen einer Vorstellung der SHG bzw. Berichte über Treffen erfolgen.

Pharmaunternehmen?

Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen und Wirtschaftsunternehmen

In der Zusammenarbeit mit Pharma- und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitswesen gelten die „ergänzenden Bewilligungsbedingungen
für Krebs-Selbsthilfeorganisationen und deren Untergliederungen zur Zusammenarbeit mit Pharma- und anderen Wirtschaftsunternehmen im
Gesundheitswesen“, welche durch die Deutsche Krebshilfe vorgeben werden in der jeweils aktuellsten Fassung.

Es werden z.B. Fragen von Zuwendungen sowie zur Neutralität gegenüber Anbieter*innen von Produkten und Gesundheitsleistungen (z.B. Kliniken) angesprochen und ab wann ein Logo verwendet werden darf.

Es gelten zudem auch die „Leitsätze der Selbsthilfe für die Zusammenarbeit mit Personen des privaten und öffentlichen Rechts, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen, insbesondere im Gesundheitswesen“.

Haftung

Seit Januar 2013 gilt, dass ehrenamtlich für den Verband tätige Personen von Schäden durch den Verband freizuhalten sind, die durch leichte Fahrlässigkeit entstehen. Grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzlich begangene Handlungen sind nach wie vor nicht versichert.

Treffen der Gruppenleiter*innen

Jährliche Treffen der Gruppenleiter*innen des Bundesverbandes

Die Gruppenleiter*innen treffen sich einmal pro Jahr zu einem gemeinsamen Treffen. Zu dieser Weiterbildung sind die Gruppenleiter*innen und bis zu zwei Stellvertreter*innen eingeladen. Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist nicht notwendig.

Über diese Treffen wollen wir eine persönliche Vernetzung der einzelnen Gruppen untereinander fördern, aktuelle anstehende Themen gemeinsam diskutieren sowie eine bessere Verzahnung der einzelnen Gruppen mit unserem Informationsmaterial erreichen.
Ebenso gibt es regelmäßig Vorträge von Referent*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Aufwandsentschädigung

Für die Gruppenleitung wird unter bestimmten Voraussetzungen eine jährliche Aufwandsentschädigung bezahlt.
Siehe hierzu auch 5. Finanzen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 227106

Broschüren

Fortbildungsveranstaltungen

Über die regionalen Selbsthilfekontaktstellen sowie Krebsgesellschaften werden diverse Fortbildungsveranstaltungen für Leiter*innen von Selbsthilfegruppen angeboten.

Unser Bundesverband bietet zu dem spezifisch für Selbsthilfegruppen zu Schilddrüsenkrankheiten und insbesondere zu Schilddrüsenkrebs an. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppenleiter*innen ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 23.06.2021 von Harald W-Nummer: 227106

Allgemeine Informationen zu Calcium-Präparaten

Hier der Stand der Dinge zum Thema Calciumpräparate nach meinem aktuellen Kenntnisstand. Da sich hier fast täglich wieder was ändert, sind alle Angaben zu Präparaten, ohne Gewähr und ich empfehle, sich den jeweils ganz aktuellen Stand vom Apotheker erläutern zu lassen!

Calciumpräparate sind für Hypoparathyreoidismus-Patienten verschreibungsfähig! Nachzulesen in der OTC-Liste unter

https://www.g-ba.de/downloads/83-691-654/AM-RL-I-OTC_2021-04-15.pdf


Allerdings sind einige beliebte Präparate inzwischen aus der Apothekenpflicht genommen worden. Damit sind sie nicht mehr verschreibungsfähig, weil nur apothekenpflichtige Mittel von den Kassen erstattungsfähig sind.

Außerdem kann die freie Wahl noch durch die Rabattverträge der Krankenkassen eingeschränkt sein. Dann muss der Hausarzt auf dem Rezept das aut idem durchkreuzen, damit man auch wirklich das verschriebene Präparat kriegt.

Calciumpräparate gibt es als Brausetablette, Brausegranulat, Kautablette, Filmtablette und Trinkampulle. Die einzigen Trinkampullen, die es derzeit gibt (frubiase calcium forte 500), enthalten allerdings nur ca. 90 mg Calcium pro Stück aber auch Phosphorsäure, was für uns ungünstig ist, weil oft auch unser Phosphatwert zu hoch ist. Auch die Kautablette Calcipot enthält neben 77 mg Calcium leider etwas Phosphat. Wer mit Brause Schwierigkeiten hat, kann Kau- oder Filmtabletten nehmen. Film- und Kautabletten mit Calciumcarbonat können wegen Kohlensäurebildung allerdings auch im Magen Probleme machen.

Leider enthalten heute aus Kostengründen fast alle Präparate nur Calciumcarbonat. Bei Brausetabletten, die auch Zitronensäure enthalten, kann sich beim Auflösen allerdings wohl auch schon im Glas Calciumcitrat bilden. Calcium als Citrat stört den Verdauungsvorgang wahrscheinlich weniger als Calciumcarbonat, das Magensäure „verbraucht“. Ein verschreibungsfähiges Präparat mit Citrat gibt es derzeit (7/2021) leider nicht mehr. Im Extremfall können große Mengen Calciumcarbonat wahrscheinlich auch zu einer metabolischen Alkalose führen. Neben Calciumcitrat gibt es auch noch eine andere Alternative zum Carbonat, nämlich Calciumgluconat. Meines Wissens ist das einzige Präparat mit diesem Wirkstoff die Calcium Sandoz Brause.

Ein wichtiger Hinweis von loupeur ( Ausfalldauer der NSD):

Hier etwas für manche sehr wichtiges!!!!, ich hatte von einem Apotheker Calcium forte 500 Brausetabl. als Reimport aus Frankreich erhalten, mit einer anderen Zusammensetzung
Frankreich :1132mg Calcium-D-gluconat + 875mg Calciumcarbonat = 12,5mmol Calcium
Deutschland :2940mg Calcium-D-gluconat + 300mg Calciumcarbonat = 12,5mmol Calcium
In mehren intensiven Gesprächen mit Sandoz wurde mir dringend empfohlen die deutsche Version mit dem höheren Calcium-D-gluconat-Gehalt einzunehmen, da SANDOZ auf Grund vieler Probleme der Patienten diese alte Version wieder auf den Markt gebracht hat.

Durchfall lässt sich oft vermeiden, wenn man Präparate ohne die (in größeren Mengen) abführend wirkenden Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Xylit, Mannit) wählt.

Empfohlen werden möglichst nicht mehr als 2000 mg Calcium pro Tag und in möglichst kleine Portionen über den Tag verteilt. Gelangt zu viel Calcium auf einmal ins Blut, wird die „Nierenschwelle“ vorübergehend überschritten, das Calcium wird teilweise wieder aus dem Blut herausgezogen und der Calciumgehalt im Urin steigt. Das kann auf die Dauer zu Nierensteinen führen.

Der Calciumgehalt im Urin sollte mindestens jährlich geprüft werden. Wenn er trotz niedriger Werte im Blut zu hoch ist, können manchmal Thiazid-Diuretika helfen. Sie senken die Calciumausscheidung im Urin, so dass mehr im Blut bleibt. Allerdings wirken sie sich auf den Flüssigkeitshaushalt aus (genug trinken!) und können den Kaliumwert senken. Deshalb sollte die Einnahme labormäßig gut überwacht werden.

Wenn 2000 mg pro Tag nicht für einen guten Calciumwert reicht, ist es sinnvoller, die Dosis des resorptionsfördernden Mittels (z.B. Rocaltrol) zu erhöhen (erst mit Arzt absprechen!), als die Calciumdosis zu steigern.

Tabellen mit dem Calcium- und Phosphat-Gehalt von Lebensmitteln findet man auf diversen Seiten über Osteoporose im Internet und in unserer Ernährungsbroschüre.

Achtung! Die Zahl im Namen diverser Calciumpräparate gibt nicht immer den tatsächlichen Anteil Calcium an, sondern manchmal nur die Menge Calciumcarbonat. In 1000 mg Calciumcarbonat stecken etwa 400 mg Calcium.

Calcium kann die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen. Beipackzettel lesen!!!

Viele Grüße an alle „Hypoparas“
von Frauke

Ergänzung vom 12.10.2012

Für Nierenpatienten gibt es (als Phosphatbinder) noch Calciumverbindungen der Essigsäure. Eine Filmtablette mit 950 mg Calciumacetat enthält dabei 240,2 mg elementares Calcium, also etwa 25 %. Das wäre auch eine gute Teilportion und müßte als Monopräparat (und weil wir ja oft auch zu viel Phosphat im Blut haben) auch verschreibungsfähig sein.

Das Mittel Rennie gegen Sodbrennen enthält pro Kautablette etwa 270 mg Calcium als Carbonat.

In mit Calcium angereicherten Lebensmitteln wie Säften und Joghurt (meist für Kinder angeboten) findet man auch einiges an Calcium in gut aufnehmbaren organischen Verbindungen.

Frauke

Ergänzung vom 28.5.2015:

Eine Tabelle mit vielen Calciumpräparaten, ihren Inhaltsstoffen und Erläuterungen/Links dazu gibt es Dank Elke seit kurzem hier:
Beitrag (FAQ: Kalziumpräparate und ihre Zusatzstoffe)


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 08.09.2021 von InSeNSU W-Nummer: 166803


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 08.09.2021 von InSeNSU W-Nummer: 166803


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 08.09.2021 von InSeNSU W-Nummer: 166803

Vorwort

Die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe – Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten!

Liebe*r Gruppenleiter*in,

wir wollen dir mit diesem Ordner eine kleine Hilfestellung zur Gründung bzw. langfristigen Führung einer Selbsthilfegruppe an die Hand geben.

Die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe läuft unter dem Motto:
„Alles kann, nichts muss.“

Du selbst als Leitung der Selbsthilfegruppe entscheidest über die Häufigkeit der Treffen, ob es einen reinen Erfahrungsaustausch gibt oder weitere Aktivitäten wie z.B. Vorträge oder Informationstage.

Selbsthilfearbeit erfolgt immer auf freiwilliger Basis.

Und somit sind deinen Vorstellungen und Ideen keine Grenzen gesetzt.

Unterstützung

Örtliche Unterstützung findest du über die regionalen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen.
Die Kontaktstellen sind im Internet unter
https://www.nakos.de/adressen/rot/ aufgeführt.

Der Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. unterstützt dich sehr gerne über diesen Ordner hinaus. Die AG SHG Unterstützung, die für alle Belange der Gruppenleiter*innen erste Ansprechpartnerin ist, ist per Mail unter

shg-unterstuetzung@sd-krebs.de

zu erreichen.

Viele weitere Informationen sind auch auf unserer Homepage www.sd-krebs.de zu finden.

Wir wünschen dir ganz viel Spaß und Erfolg bei der Führung deiner Selbsthilfegruppe, gute Gespräche und einen regen Erfahrungsaustausch sowie ganz tolle neue Impulse auch für dich.

Viele Grüße

Die AG SHG-Unterstützung
des Bundesverbandes Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.

Inhaltsverzeichnis


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1290

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Selbsthilfegruppen – Unterstützung | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1290

In diesem Beitrag sind alle Beiträge zum Thema Anschlussheilbehandlung (AHB) und Rehabilitation (Reha) aufgelistet.

Eine AHB/Reha Beantragen

FAQ: Vorgehen bei KUR-Antrag / Reha / AHB

FAQ: Fragenkatalog an die REHA-Kliniken zu Schilddrüsenkrebs (Klinik-Suche)

Musterschreiben für Wunsch Reha-Klinik(Musterbrief)

AHB / REHA – Patientenfragebogen (für Erfahrungsberichte)

Gesund fühlen trotz Krebs- Ziel auch der Psychoonkologie

Heckenlabyrint mit Aussichtsturm zur Orientierung

Wiedereingliederung

Nachsorge

Adressen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 21.01.2022 von Harald W-Nummer: 377

Unser Faltblatt

Mit diesem Faltblatt AHB* /Reha bei Schilddrüsenkrebs. Was bringt mir das möchten wir Schilddrüsenkrebspatienten für die Sinnhaftigkeit und Ziele einer Reha sensibilisieren:

Vorschau des Faltblattes AHB*/Reha bei Schilddrüsenkrebs
  • Folgen der Operation
  • Eine bedrohlich empfundenen Diagnose
  • Wiedereinstieg
  • Eine Erfahrung
  • Ihr gutes Recht
  • Wo soll die Reha stattfinden?
  • Wahlrecht des Patienten
  • Was sind ihre Reha-Ziele?
  • Ihre Mitarbeit ist gefragt
  • Gut vorbereitet
  • Eine Klinik finden
  • Wie komme Sie zu Ihrer AHB/Reha?

Unser Faltblatt: AHB/Reha bei Schilddrüsenkrebs. Was bringt mir das? ( Beitrag oder PDF – über die Geschäftsstelle auch kostenlos zu bestellen)

*AHB = Anschlussheilbehandlung

Broschüren


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 21.01.2022 von Harald W-Nummer: 377

Gerichtsurteile


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Reha | Letzte Aktualisierung: 21.01.2022 von Harald W-Nummer: 377

Literatur

Gerichtsurteile

Urteil: GdB bei Schilddrüsenkrebs und Stimmbandlähmung


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schwerbehinderung | Letzte Aktualisierung: 07.07.2021 von Harald W-Nummer: 234073

Resolution


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schwerbehinderung | Letzte Aktualisierung: 07.07.2021 von Harald W-Nummer: 234073

Anmeldung zu unserem 22. Großenherbsttreffen in Tavemünde 23.-25.09.2022

Tagungshaus Theodor-Schwartz Haus

Unser 22. Großes Herbsttreffen 2022 findet vom 23. bis 25.09.2022, in Travemünde, statt.

Im Tagungshaus sind bis zum 15.06.2022 vorreserviert: 45 EZ und 5 DZ.
Ab diesem Zeitpunkt gehen nicht genutzte Zimmer in den freien Verkauf zurück.

Zur Forums-Ankündigung mit weiteren Informationen

Und hier direkt zur Anmeldung über eveeno.

Online-Vortrag

In der Reihe der Online Vorträge des CIO Köln, findet am Montag, 16. Mai 2022, 17.00 bis ca. 18.00 Uhr ein Online-Vortrag statt zum Thema:

Aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms
Prof. Dr. Matthias Schmidt, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Uniklinik Köln

Anmeldung über die Seite: https://cio.uk-koeln.de/informationenkontakt/patiententag/

Man bekommt dann eine E-Mail mit den Zugangsdaten

Online-Gesprächskreis

Die offenen Online-Gesprächskreise für alle Interessierten finden meist am 3. Mittwoch des Monats statt, es sei denn es kommen andere Termin in die Quere, dann alternativ an einem Freitag:

Im Mai ist es Freitag der 20.05.2022, 19.30-21.00 Uhr

Themenwünsche sowie die Zugangsdaten zur gegebner Zeit im Forenthema: Offener Online-Gesprächskreis für alle Interessierten 20.05.2022, 19.30 Uhr

Hypopara: Natpar – Lieferengpass im Juli

Mit einem sogenannten Rote-Hand-Brief macht der Hersteller von rhPTH(1-84) (Hansdelsname Natpar) auf einen vorraussichtlichen Lieferengpass der  Stärke 100 Mikrogramm aufmerksam.

Der Engpass soll ab 1. Juli 2022 bestehen.

Mehr Informationen über die Seite des BfArM (5.5.2022), dort kann man auch den Rote-Hand-Brief herunterladen.

Diskusion im Forenthema: Roter-Hand-Brief zu Natpar: Lieferengpass bei der Stärke 100 Mikrokgramm

Studienergebnisse: Foggy Brain

Ergebnisse der ATA-Umfrage zu Foggy Brain unter Schilddrüsensubstitution sind nun publiziert:

Ettleson, Matthew D et. al.:
Brain Fog in Hypothyroidism: Understanding the Patient’s Perspective
in: Endocr Pract. 2022 Mar;28(3):257-264.
doi: 10.1016/j.eprac.2021.12.003
Der volle Text seht auf PMC zur Verfügung

Zur Diskussion im Forenthema: ATA-Umfrage zu Foggy Brain unter Schilddrüsensubstitution

Infos vom Verein

Freie Stelle

wir suchen zur kurzfristigen Verstärkung unserer Geschäftsstelle baldmöglichst in Teilzeit (20 Stunden) eine*n Referenten/in als Vertretung unserer Geschäftsstellen-Leiterin
Die Stelle ist bis 31.03.2023 befristet, mit Option auf Verlängerung.

Der Dienstort ist Berlin. Ein Teil der Arbeiten kann auch im Home-Office erledigt werden.
Bewerbung bitte bis 18. Mai. 2022.

Näheres siehe Anlage:  Stellenausschreibung_BV_SD-Krebs_20220426

Newsletter abonieren oder abbestellen

Der allgemeine Newsletter von www.sd-krebs.de wird aboniert oder abbestellt unter Profil bearbeiten


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Offline – Newsletter | Letzte Aktualisierung: 12.05.2022 von Harald W-Nummer: 413010

Die Studie ist eine retrospektive Auswertung eines US-amerikanischen Krebsregisters. Es soll untersucht werden wie sich die amerikanische Leitlinien der ATA 2009 und 2015 zum differenzierten Schilddrüsenkrebs auf die Häufigkeit (Inzidenz) und Sterblichkeit (Mortalität) ausgewirkt hat.

Dr. Uchechukwu Megwalu and Mr. Peter K Moon
Thyroid Cancer Incidence and Mortality Trends in the United States: 2000 – 2018
in: Thyroid, 2022 Feb 8. doi: 10.1089/thy.2021.0662 . Online ahead of print.

Hier erst mal nur die Schlussfolgerung der Studie.

Für wen von Interesse?

Bei dieser Studie geht es um Empfehlungen der amerikanischen ATA-Leitlinie: Differenzierter Schilddrüsenkrebs (2015), die weniger totale Entfernungen der Schilddrüse empfiehlt und weniger Radioiodtherapien. Diese Empfehlungen werden nicht von allen Fachgruppen geteilt. Die europäische Fachgesellschaft der Nuklearmedizin (EANM) hat so früh, die Empfehlungen kritisiert, siehe EANM kritisiert ATA-Leitlinie 2015 zum dif. SD-Krebs

Fragestellung

Hintergrund der Studie ist, dass in den USA in den letzten Jahrzehnten die Inzidenz von Schilddrüsenkrebs zugenommen hat, und es ab 2013 vermutlich eine Umkehr gab. Diese wollte man genauer untersuchen.

Methode

Um die Inzidenz und die Steblichkeit pro Inzidenz beim Schilddrüsenkrebs zu ermitteln, wurden die Daten aus dem Krebsregister (im Abstract nicht genannt; vermutlich das US-amerikansiche Krebsregister SEER) ausgewertet. Es wurden die Daten von Schilddüsenkrebserkrankten und Todesfällen im Zeitraum 2010 bis 2018 erfasst. Und es wurden die jährlichen Veränderungen nach einer statistischen Methode in Prozent-Werten erfasst.

Ergebnisse

Es wurden insgesamt 197.070 Patient*innen mit Schilddrüsenkrebs erfasst:

  • 75,6 % waren Frauen
  • 81,0% waren Weiße
  • 89,1% hatten das papilläre Schilddrüsenkarzinom (PTC)

Die Inzidenzrate stieg vom Jahr 2000 bis 2009 pro Jahr um 6,80 % (Annual percent change = APC).

Von 2009 bis 2014 stieg die Inzidenz nur um 2,58%.

Und von 2014 bis 2018 (Ende des Untersuchungszeitraums) ist die Inzidenz um 2,33 % pro Jahr gefallen.

Dieser allgemeine Trend entspricht auch dem Trend beim papillären Schilddrüsenkrebs (PTC) ingesamt, dem PTC, welches auf die Schilddrüse begrenzt ist, und den pappillären Mikrokarzinomen (≤ 1,0 cm; PMTC). Die Inzidenz von Fernmetastase ist im Zeitraum 2015 bis 2018 gefallen (-17,86 % APC)

In den letzten 4 bis 6 Jahre (2012/14- 2018) zeigte sich bei der Tumorgröße:

  • ≤ 1,0 cm: Inzidenz ist stark gefallen um 5,83 % pro Jahr
  • 1,1 bis 2,0 cm: Inzidenz ist leicht gefallen um 0,10 %
  • 2,1-4,0 cm: Inzidenz ist leicht gestiegen 1,12%
  • >4, 0 cm: Inzidenz ist leicht gefallen um 1,13%

Die Sterblichkeit bezogen auf die Inzidenz ist den Jahren 2000-2018 im Durchschnitt um 1.35% pro Jahr gestiegen.

Schlussfolgerung

Die Autoren dieser Studie kommen zum Schluss, dass die Empfehlungen der amerikanischen ATA-Leitlinie: Differenzierter Schilddrüsenkrebs (2015) (Wiki), auf der einen Seite dazu geführt hat, dass weniger kleinst Tumore entdeckt werden, und damit Betroffene weniger unnötigen Therapien zugeführt wurden. Auf der anderen Seite werden aber auch weniger fortgeschrittene Tumore >2 cm erkannt, und es wird vermutet, dass dies zu einer inzidenz-bezogenen Steigerung der Sterblichkeit (Mortalität) beim Schilddrüsenkrebs in den USA geführt hat.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 22.02.2022 von Harald W-Nummer: 414533

Knoten der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse kommen relativ häufig vor.

Schilddrüsenkrebs ist hingegen eine seltene Erkrankung.

Um gute von bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden braucht es ein gute Diagnostik.

Eine Einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenknoten – Diagnostik

Welcher Schilddrüsenkrebs, welche Therapie?

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.

Eine einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenkrebs

Was ist eine Leitlinie, was ist eine Richtlinie?

In Leitlinien ….


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 22.02.2022 von Harald W-Nummer: 414533

Insbesondere die US-amerikanische Leitlinie der ATA 2015, die die Risikoklassifizierung weiter dahin veränderte, dass weniger Tumore eine vollständige Entfernung der Schilddüse (Total Thyreoidektomie) erhielten und weniger eine Radioiodtherapie (RIT), hat bei den europäischen Nuklearmediziner*innen Widerspruch hervorgerufen:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 22.02.2022 von Harald W-Nummer: 414533

Weltkrebstag 2022

Informationen zu bestimmten Medikamenten

Nahaufnahme der offenen Blei-Box von Iod 131(I-131)Radioaktive Isotope zur Behandlung von einer Hyperthyreose oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms

Lieferengpass bei I-131 – Brief an die chirurgischen Kliniken

Im Frühjahr 2022 gab es bis Anfang März Lieferschwierigkeiten beim I-131 u.a. für die Radioiodtherapien.
Es mussten daher unter Umständen öfters Radioiodtherapien verschoben werden. Unser Bundesverband machte darauf aufmerksam, dass Patient*innen nicht unnötig in eine Schilddrüsenunterfunktion versetzt werden.

Kompletten Beitrag lesen

Termine

Aktuelle Termine sind über den Kalender zu finden.

Termine der regionalen Selbsthilfegruppen sind hier auch zu finden, besser ist es jedoch über regionale Selbsthilfegruppe zu gehen, die nächste regionale Selbsthilfegruppe findet man über die Karte – regionaler Selbsthilfegruppen.

Überregional gib es Online-Treffen:

  • meist am 3. Mittwoch im Monat: offene Online-Gesprächskreis für alle Interessierte,
    nächster Termin: 16.02.2022, 19.30 Uhr
  • jeden 1. Mittwoch im Monat: Online-Treffen der Medullären,
    nächster Termin: 02.03.2020, 19.30 Uhr

Fortbildung für Engagierte

[glossary_exclude]Zentrum für Kompetenzentwicklung in der Krebs-Selbsthilfe (ZfK KSH),[glossary_exclude]

Fortbildungsveranstaltungen für Engagierte in der Selbsthilfe 1. Hälfte 2022 (ZfK KSH)

Fortbildungsveranstaltungen des [glossary_exclude]Zentrum für Kompetenzentwicklung in der Krebs-Selbsthilfe (ZfK KSH),[glossary_exclude] Freiburg,  sind noch in der Pilotphase. In der Pilotphase sind die Angebote exklusiv für das HKSH-BV und seine Mitgliedsverbände (dazu gehört unser Bundesverband).

Die Veranstaltungen sind auf der E-Learning-Plattform online geschaltet und teilweise zur Anmeldung freigegeben: https://zfk.ksh.uniklinik-freiburg.de/lernplattform/veranstaltungen/

Save-the-Date:

14. Treffen der Gruppenleiter*innen von SHGs in Kassel, 7./8.5.2022

Eingeladen sind Mitglieder unseres Vereins, die eine regionale Gruppen gründen möchten und die regionalen Gruppenleiter*innen und bis zu zwei Stellvertreter*innen.
Programm-Entwurf und weitere Infos im Forums-Beitrag

22. Großes Herbsttreffen 23.-25.09.2022 in Travemünde

Studienteilnahme

Die Reduct-Studie der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen hat das Ziel, die psychoonkologische Versorgung durch digitale und ergänzende Versorgungsangebote auszubauen. Im Rahmen der Reduct-Studie kann das digitale, interaktive Make It Training Tumorekrankte auf ihrem Weg begleiten und unterstützen.

mehr unter Studienteilnahme: digitales psychoonkologisches Unterstützungsangebot Tübignen

Studienergebnisse – Patientenbeteiligung

Ergebnisse einer Online-Umfrage bei Selbsthilfe-Leiter*innen im Jahr 2020 zur Patientenbeteiligung in gesundheitspolitische Gremien, medizinische Versorgung, Forschung, Lehre …. wurden nun veröffentlicht: Online-Umfrage zur Patientenbeteiligung an die SHG-Leitungen

Verein

Mitgliederversammlung 2022: Versand der Tagesordnung 21.02.2022

Im Jahr 2022 finden Wahlen zum Mitglieder-Beirat statt. 3 von 6 Mitgliedern des Mitglieder-Beirates kandidieren nicht wieder. Wir suchen daher ehrenamtlich Engagierte , die sich diese Aufgabe vorstellen können und sich auf unserer Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. Bitte melde Deine Kandidatur bis 20.2.2021 in der Bundesgeschäftsstelle an.

Kompletten Beitrag lesen

Die Spendenbescheinigungen für das Jahr 2021 werden versandt, so bald die Vorbereitungen für die Mitgliederversammlung abgeschlossen sind. Voraussichtlich Ende Februar.

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Diesen allgemeinen Newsletter von www.sd-krebs.de kann man über das Nutzerprofil bestellen und abbestellen: Profil bearbeiten

Dieser Newsletter erscheint ca. 6-mal im Jahr. Es gibt auch themenspezifische Newsletter einzelner Forums-Gruppen; z.B. der Gruppe Nebenschilddrüseunterfunktion


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 04.02.2022 von Harald W-Nummer: 410877

Du kannst jederzeit deine Beiträge und dein Nutzerprofil löschen.

Mein Thema löschen

Um ein Thema, das du eröffnet hast, und alle seine Antworten zu löschen. Gehst Du in dem Thema, das du löschen möchtest auf Bearbeiten.

Screenshot, um den Button "Bearbeiten" eines Beitrag zu finden.

danach lässt sich im Formular zur Bearbeitung des Beitrages unterhalb des Textes, die Zeitsteuerung aktivieren.

Screenshot des Eingabeformulars, mit Hervorhebung, wo der Haken zur Aktivierung der Zeitsteueung gesetzt werden muss.

und danach Zeitpunkt und die Löschung des gesamten Themas auswählen. Nutzer*innen, die dir geantwortet haben, bekommen dann eine E-Mail-Benachrichtigung, dass dieses Thema gelöscht wird, und dass sie zwei Tage Zeit haben, ihr Thema zu sichern.

Screenshot des Formulars in dem ausgwählt wurde, das Thema vollständig zu löschen.

Achtung: Die Löschung funktioniert nicht genau zu dieser Zeit. Die Website führt nur alle 15 Minuten eine Routine zum Löschen durch, es kann also bis zu 15 Minuten später die Löschung erfolgen.

Mein Beitrag löschen

Einen Beitrag löschen kann ich augenblicklich nur, in dem ich über den Button Bearbeiten. Dein Inhalt des Beitrag durch einen Text ersetze wie zum Beispiel: „Beitrag gelöscht„. Es muss ein Text eingegeben werden, sonst lässt sich der Beitrag nicht bearbeiten.

Gast Beitrag löschen

Wenn du aus Versehen einen Gast-Beitrag geschrieben hast, schreibe (kopiere) einfach den Beitrag noch einmal als Mitglied, bei der Routine-Durchsicht lösche ich den Gast-Beitrag dann automatisch.

Wenn du einen Gast-Beitrag gelöscht haben möchtest, schreib mir eine E-Mail mit dem Grund, warum du ihn gelöscht haben möchtest, da ich nicht nachprüfen kann, ob der Gast-Beitrag wirklich von dir ist. Und bitte den genauen Titel bzw. Link hinzufügen, dies erleichtert uns die Arbeit: Kontakt

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Wenn du einen Beitrag gelöscht haben möchtest, weil er gegen die Forums-Regeln verstößt, dann kannst du als eingeloggter Nutzer diesen Beitrag melden.

Der Button „Diesen Beitrag melden“ findet sich links unterhalb eines jeden Beitrags (nicht in der Mobil-Version).

Screenshot wie der Buttone "Diesen Beitrag melden" aussieht.

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Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 15.01.2022 von Harald W-Nummer: 410937
Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 15.01.2022 von Harald W-Nummer: 410937

Namen und Abkürzungen

[glossary_exclude]Poly-Zinc-Liothyronine (PZL)[/glossary_exclude] ist ein LT3-Schilddrüssenhormonpräparat, das zu fT3-Werten im Blut führt, ohne die Spitzenwerte wie bei den herkömmlichen LT3-Präparaten, und mehr den Blutwerten eines Menschen mit einer gesunden (euthyroten) Schilddrüse entspricht.

Zulassung

[glossary_exclude]Poly-Zinc-Liothyronine (PZL)[/glossary_exclude] wird in Studien noch untersucht.

Nutzenbewertung

[glossary_exclude]Poly-Zinc-Liothyronine (PZL)[/glossary_exclude] wird in Studien noch untersucht; siehe dazu auch das Konsensus-Statement von ATA und ETA 2021.

Konsensus-Statements und Leitlinien

Evidence-Based Use of Levothyroxine/Liothyronine Combinations in Treating Hypothyroidism: A Consensus Document
Autor*innen: Jacqueline Jonklaas (Washington), Antonio C. Bianco (Chicago), Anne R. Cappola (Philadelphia), Francesco S. Celi (Richmond), Eric Fliers (Amsterdam), Heike Heuer (Uniklinik Essen), Elizabeth A. McAninch (Chicago), Lars C. Moeller (Uniklinik Essen), Birte Nygaard (Dänemark), Anna M. Sawka (Toronto), Torquil Watt (Kopenhagen), and Colin M. Dayan (Cardiff)

In: Thyroid Vol. 31, No. 2 , S. 156-182,
Published Online:12 Feb 2021 https://doi.org/10.1089/thy.2020.0720

Dieses Konsensus-Statement der American Thyroid Association (ATA), British Thyroid Assocation (BTA) und der European Thyroid Association (ETA) kam auf einer Online-Konferenz am 03.11.2019 zustande; mehr unter:

Schon etwas älter ist die (Forenthema: )Europäische Leitlinie zur L-T4 und L-T3-Substitution (2012)

Studien

In Tier-Experimenten konnte damit ein stabiler fT3-Wert erreicht werden:
Mr. Rodrigo Rodrigues Da Conceição: [glossary_exclude]Metal Coordinated Poly-Zinc Liothyronine Provides Stable Circulating T3 Levels in Hypothyroid Rats; in Thyroid DOI: 10.1089/thy.2018.0205[/glossary_exclude]

In einer ersten Phase-I-Studie wurden die Ergebnisse aus den Tierversuchen bestätigt:
[glossary_exclude]Dumitrescu AM, Hanlon EC, Arosemena M, Duchon O, Ettleson MD, Giurcanu M, Bianco AC 2021 Extended absorption of liothyronine from poly-zinc-liothyronine (PZL): Results from a phase 1, double-blind, randomized, and controlled study in humans. Thyroid. Epub 2021 Oct 12. PMID: 34641706[/glossary_exclude]

  • Eine Besprechung dieser Studie in Clinical Thyroidology, 2022, Vol. 34, No. 1 von Elizabeth A. McAninch:
    Phase 1 Clinical Trial of Poly-Zinc-Liothyronine Demonstrates Slow-Release Serum T3 Kinetics


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 07.01.2022 von Harald W-Nummer: 400841

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 07.01.2022 von Harald W-Nummer: 400841

Diese Studie ist nur für Patient*innen von Interesse, deren zuvor iod-speichernder differenzierter Schilddrüsenkrebs (DTC) nicht mehr auf eine Radioiodtherapie (RIT) anspricht, dem radioiod-refraktären differenzierten Schilddrüsenkrebs (RR-DTC).

siehe auch: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Publikation

[glossary_exclude]Apatinib vs Placebo in Patients With Locally Advanced or Metastatic, Radioactive Iodine–Refractory Differentiated Thyroid Cancer
The REALITY Randomized Clinical Trial
Autor*innen: Yansong Lin, et. al.
JAMA Oncology, Online 16. Dezember 16, 2021
doi:10.1001/jamaoncol.2021.6268
[/glossary_exclude]

Studiendesign

Diese Studie wurde in Peking und Nanjing, Jiangsu, China an 21 Standorten durchgeführt und auf ClinicalTrial.gov registriert: NCT03048877
Es handelt sich um eine randomisierte, doppelt-verblindete, placebo-controllierte Phase-III-Studie.
In der Zeit von 2017 bis 2. März 2020 wurden 92 Patient*innen in die Studie eingeschlossen. Geplant waren nach ClinicalTrial.gov der Einschluss von 118 Patient*innen.

Der Datenschnitt für diese Publikation wurde am 25. März 2020 gemacht.
Die Patient*innen wurden je zur Hälfte per Zufall einem Studienarm zugeordnet. Die einen bekamen 500 mg pro Tag Apatinib und die anderen ein Placebo.

Die Patient*innen durften zuvor einen anderen TKI erhalten haben, jedoch nicht einen Monat vor dem Einschluss in die Studien.

Primäres Studienziel war wie bei den anderen Phase-III-Studien beim radioiod-refraktären Schilddrüsenkrebs das Progressionsfreie Überleben (Progression free survival = PFS), also die Zeit zwischen Studienaufnahme bis zu jenem Zeitpunkt, wann ein weiterer Progress/Wachstum der Metastasen diagnostiziert wurde.

Ergebnisse

Die mittlere Beobachtungszeit zum Datenschnitt am 25. März 2020 war 18,1 (12,7-22,2) Monate.

Es zeigte sich, dass das Progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu Placebo deutlich verlängert war:

  • [glossary_exclude]Apatinib: PFS = 22,2 Monate (die Spanne reicht von 10,91 Monaten, und das Ende ist noch nicht erreicht, da eine Reihe von Patient*innen unter Apatinib weithin eine stabile Erkrankung haben); Zum Vergleich bei Lenvatinib wares es 18,3 Monate; siehe Forenthema: Phase-III-Studie: Lenvatinib -wenig-differenzierten SD-Krebs)
  • Placebo: PFS = 4,5 (die Spanne reichte von 1,94 bis 9,17 Monaten); Zum Vergleich in der Phase-III-Studie zu Lenvatinib waren es 3,6 Monate (hier zeigt sich, dass die Patient*innen in der Lenvatinib Studie ein etwas fortgeschrittenere Erkrankung zu Studienbeginn hatten).
  • 12 Monate PFS hatten 60,3% der Patient*innen mit Apatinib und 12,4% mit Placebo
  • 24 Monate PFS hatten 37,2% der Patient*innen mit Apatinib und 4,1% mit Placebo

Bislang konnte keine Phase-III-Studie beim RR-DTC zeigen, dass das Progressions-freie Überleben (PFS) auch zu einer [/glossary_exclude]Verlängerung des Gesamtüberlebens (overall suvival =OS) führt, da durch das Studiendesign (Cross-over) oder durch weitere Therapien mit anderen TKI nach Studienende keine Aussage möglich war. Auch in dieser Studie war es den Patient*innen mit Placebo möglich, wenn eine Progress eintrat (erstes Studienziel), dann open-label Apatinib zu bekommen (Cross-over).[glossary_exclude]

  • Apatinib: OS; Der mittlere Wert konnte nicht ermittelt werden, da mehr als die Hälfte der Patient*innen noch am Leben ist. Die untere Wert bei der Spanne beginnt bei 26,25 Monaten (dies ist der Zeitpunkt als der erste Patient*in in diesem Studienarm verstorben ist).
  • Placebo: OS = der mittlere Wert beträgt hier bei 29,9 Monaten; der untere Wert liegt bei 18,96 Monaten; der obere Wert ist hier auch noch nicht erreicht, da auch hier noch ein paar Patient*innen am Leben sind.

Die Hazard Ratio beim OS beträgt 0,42; Die Hazard Ratio ist nur ein deskriptive Beschreibung und gibt ein relatives Risiko wieder. Das bedeutet, die Patient*innen, die Apatanib bekamen, haben ein um den Faktor 0,42 geringeres Sterberisiko, als die Patient*innen, welche nur ein Placebo bekamen. Allerdings ist anzumerken, dass dieser Unterschied noch nicht statistisch signifikant ist (es kann also auch Zufall sein).

Die Nebenwirkungen von Apatinib (Grad 3 und schwerer) sind wie bei den anderen TKI (mit Ausnahme der selektiven Inhibitoren bei RET-Fusionen und NTRK-Fusionen):[/glossary_exclude]

  • Bluthochdruck 34,8%
  • Hand-Fuß-Syndrom 17,4%
  • Proteinurie 15,2%
  • Durchfall 15,2%

Bei zu starken Nebenwirkungen wurde die Dosis von Apatinib reduziert auf 250 mg täglich. Während bei den Patient*innen, welche von Beginn an Apatinib bekamen, keine Dosisreduktion vorgenommen wurde, und keiner die Therapie abgebrochen hat, haben Patient*innen, die zuerst Placebo bekommen haben, und dann nach Progress Apatinib bei 13 von 35 (37,1%) die Dosis reduziert wurde, und 2 (5,7%) Patient*innen die Behandlung mit Apatinib abrachen.
Kein Patient starb durch die Therapie mit Apatinib.

Diskussion

In der Diskussion vergleichen die Autor*innen der Studie, die Ergebnisse mit den Phase-III-Studien von Sorafenib und Lenvatinib

Die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (im Vergleich zur Placebo-Gruppe):

  • Apatinib 17,6 Monate
  • Lenvatinib 14,7 Monate
  • Sorafenib 5,0 Monate

Wobei in einer Studie an chinesischen Patient*innen zu Lenvatinib das PFS um 20,2 Monate verlängert wurde (Gao M 2020; doi:10.1016/j.annonc.2020.10.413)

Dass die Studie nur in China durchgeführt wurde, wird von den Autor*innen ebenso als Limitation angesehen, als auch dass nur mit Placebo verglichen wurde, da zum Zeitpunkt der Durchführung der Studie Sorafenib und Lenvatinib in China nicht zur Verfügung standen. Auch wurden keine Biomarker und genetische Veränderung in der Studie erhoben.

Schlussfolgerung

Für die Klinik sehen die Autor*innen in Apatinib ein neue Therapieoption.

Kommentar / Einschätzung

Es bleibt abzuwarten, wann Apatinib in der EU zugelassen wird und auf den Markt kommt. In der Nutzenbewertung werden dann diese Ergebnisse noch genauer betrachtet werden.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 29.12.2021 von Harald W-Nummer: 409371

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Diese Beitrag ist nur für Schilddrüsenkrebspatient*innen von Bedeutung, die einen fortgeschrittenen nicht-jod-speichernden differenzierten Schilddrüsenkrebs haben, und deren Zellen kein Jod mehr in der Radiojodtherapie (RJT) speichern, und darum auch radioiod-refraktärer differenzierter Schilddrüsenkrebs (RR-DTC) genannt wird.

Einfach erklärt:

Kap. 3.2. Schilddrüsenkrebs unserer Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 29.12.2021 von Harald W-Nummer: 409371

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 29.12.2021 von Harald W-Nummer: 409371

Namen

  • [glossary_exclude]Apatinib[/glossary_exclude] (Freiname = Wirkstoffname von der WHO festgelegt)
  • YN968D1 (Namen in der Produktentwicklung)
  • Handelsname noch nicht bekannt.

Wirkmechanismus

[glossary_exclude]Apatinib[/glossary_exclude] ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), der vor allem VEGFR-2 hemmt, welches ein Wachstumsfaktor für die Blutversorgung der Tumore ist.

Ilustration von gesunden und Krebszellen mit Blutversorgung. Durch eine aktivierte Angiogenese versorgen sich die Krebszellen mit neuen und mehr Blutgefäßen
Sauerstoffversorgung und Nährstoffversorgung für normale somatische und Tumorzellen , Angiogenese von Blutgefäßen mit Hämoglobin und Wachstumsfaktor: VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) verursacht die Proliferation, das ungebremste Wachstum der Krebszellen

Zulassungen

Noch keine bekannt

Studien (Publizierte Ergebnisse)

Studien zum radioiod-refraktären differenzierten Schilddrüsenkrebs (RR-DTC):


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 24.12.2021 von Harald W-Nummer: 409641

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Diese Beitrag ist nur für Schilddrüsenkrebspatient*innen von Bedeutung, die einen fortgeschrittenen nicht-jod-speichernden differenzierten Schilddrüsenkrebs haben, und deren Zellen kein Jod mehr in der Radiojodtherapie (RJT) speichern, und darum auch radioiod-refraktärer differenzierter Schilddrüsenkrebs (RR-DTC) genannt wird.

Einfach erklärt:

Kap. 3.2. Schilddrüsenkrebs unserer Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 24.12.2021 von Harald W-Nummer: 409641

Zugelassene Substanzen für die Therapie des radioiod-refraktäre Schilddrüsenkarzinoms (RR-DTC):

  • Cabozantinib
  • Lenvatinib
  • Sorafenib
  • Selpercatinib (bei Vorliegen einer RET-Fusion)
  • Entrectinib (bei Vorliegen einer NTRK-Fusion)
  • Larotrectinib (bei Vorliegen einer NTRK-Fusion)

siehe dazu auch:

Studien zu Apatinib:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Zentren | Letzte Aktualisierung: 24.12.2021 von Harald W-Nummer: 409641

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Diese Update zum Management der Therapie und Nachsorge des Schilddrüsenkrebs wurde 2019 erstellt von drei Endokrinolg*innen aus den USA:

  • Katherine A. Araque
    Endocrinology Department, Pacific Neuroscience Institute, John Wayne Cancer Institute, Santa Monica, CA, USA
  • Sriram Gubbi
    Metabolic Diseases Branch, National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK), National Institutes of Health (NIH), Bethesda, MD, USA
  • Joanna Klubo-Gwiezdzinska
    Metabolic Diseases Branch, National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK), National Institutes of Health (NIH), Bethesda, MD, USA

Updates on the Management of Thyroid Cancer; Horm Metab Res 2020; 52: 562–577, DOI https://doi.org/10.1055/a-1089-7870

Das Update betrifft alle Schilddrüsenkarzinome: Differenziertes, wenig-differenziertes, medulläres und anaplastisches Schilddrüsenkarzinom;
siehe auch: Wiki: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Das Update umfasst 16 Seiten und versteht sich vor allem als ein Update der Umfangreichen ATA-Leitlinie: Differenzierter Schilddrüsenkrebs (2015).

Differenzierter Schilddrüsenkrebs
Differentiated Thyroid Cancer (DTC)

Medullärer Schilddrüsenkrebs
Medullary thyroid cancer (MTC)

Anaplastischer Schilddrüsenkrebs
Anaplastic thyroid carcinoma (ATC)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 21.12.2021 von Harald W-Nummer: 409504

Hier eine kurze Beschreibung der Vorgehensweise, um einen Newsletter für eine Gruppe zu versenden:

1. Aktivieren des Newsletter-Versandes über die Website:

In den Gruppen-Einstellungen gibt es eine neue Einstellung „Soll der Newsletter per CleverReach verschickt werden?“. Diese Option ist bei allen Gruppen, bei denen keine neue Einstellung gesetzt wurde, auf „Ja“ gesetzt. Ändern die Einstellung auf „Nein“, um den Versand des Gruppen-Newsletters über den Web-Server zu aktivieren, und speichere die Änderungen.

Wichtig: Hat die Gruppe sehr viele Mitglieder (über 100), dann ist der Versand über CleverReach empfohlen. Der Versand erfolgt dann über die Bundesgeschäftsstelle. Damit eine Sprechendes Segment bei CleverReach für die Gruppe angelegt wird, muss 1.) hier auf Ja gestellt werden und 2.) auf der Gruppen-Navigation danach Newsletter angeklickt werden.

2. Gehen Sie nun auf den Gruppenbereich „Newsletter“. Sofern Sie ein Gruppen-Administrator oder -Moderator, oder ein Website-Administrator sind, werden Ihnen zusätzlich zu der Einstellung, dass Sie Newsletter von dieser Gruppe erhalten möchten, neue Bedienelemente zum Versand eines Newsletters angezeigt.

3. Tragen Sie in die entsprechenden Felder die gewünschten Inhalte ein. Achtung: HTML wird nicht unterstützt, es werden lediglich Nur-Text-E-Mails versendet.- Wenn Sie die Felder entsprechend gefüllt haben, klicken Sie die Schaltfläche „Überprüfen und Versenden“.- Auf dem nächsten Bildschirm können Sie den Newsletter noch einmal überprüfen und eine Test-E-Mail Versenden.

Sollte der Inhalt oder Betreff fehlerhaft sein, können Sie die Vorlage per Klick auf die Schaltfläche „Vorlage löschen“ löschen und kommen zurück in die Eingabemaske.
Solange der Newsletter nicht versendet oder die Vorlage gelöscht wurde, kommen Sie immer, wenn Sie den Bereich „Newsletter“ aufrufen, auf diesen Bildschirm. So wird der letzte Entwurf zwischengespeichert, falls zwischen Verfassen und Versenden des Newsletters etwas dazwischenkommen sollte.

4. Der Button „Newsletter versenden“ ist beim Aufruf des Bildschirms gesperrt. Zunächst muss über den Button „Sende eine Testmail an <Benutzer-E-Mail-Adresse>“ eine Testmail versendet werden. Wenn diese erfolgreich versendet wurde, wird der Button „Newsletter versenden“ freigeschaltet.
In den Button für die Testmail wird automatisch die E-Mail-Adresse des aktuell aktiven Benutzers eingefügt. 

5. Unterhalb dem Testmail-Button wird eine Statistik über die Empfänger des Newsletters angezeigt (an wieviele Mitglieder der Gruppe der Newsletter versendet wird bzw. Wieviele Benutzer den Bounce-Status haben bzw. Nicht zugestimmt haben, Newsletter zu empfangen)


6. Wenn die Testmail erfolgreich verschickt wurde kann auf die Schaltfläche „Newsletter versenden“ geklickt werden. Der Seitenaufbau kann, besonders wenn es sich um eine große Gruppe handelt, etwas dauern, bitte haben Sie Geduld. Es wird dann angezeigt, an wie viele Mitglieder der Newsletter versendet wurde. 

Glückwunsch! Der Gruppennewsletter wurde erfolgreich versendet. Die Gruppenmitglieder, die dem Empfang zugestimmt haben, sollten den Newsletter zeitnah erhalten.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 26.02.2022 von Harald W-Nummer: 399803

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 26.02.2022 von Harald W-Nummer: 399803

Wir haben eine eigenen Forums-Gruppe Zweitkrebs: Leukämie, Brust- und andere Krebserkrankungen in der Betroffene sind, die nach einer Schilddrüsenkrebsdiagnose, zum Teil Jahre später, eine weitere Krebs-Diagnose erhalten.

Ursachen?

Es gibt verschiedene mögliche Ursachen, warum Betroffene mit Schilddrüsenkrebs eine zweite, gar dritte Diagnose für einen weitere Krebserkrankung erhalten:

  • in jedem Menschen entstehen immer wieder Krebszellen, die jedoch meist durch das eigene Immunsystem wieder ausgeschaltet werde. Denkbar ist eine genetische Veranlagung im Immunsystem, so dieses nicht so gut aufgestellt ist, wie bei anderen Menschen.
  • Spezielle Umweltbedingungen, die verschiedene Krebsarten begünstigen.
  • Therapien, hier bei uns insbesondere die Radioiodtherapie, die einen Zweitkrebs begünstigen
  • Die Therapie mit Schilddrüsenhormonen steht auch unter Verdacht, Krebs zu begünstigen
  • weitere Therapien …
  • Maßnahme zur Früherkennung von anderen Krebsarten, werden von Schilddrüsenkrebspatient*innen eher wahrgenommen.

Über den Reiter Studien, dieses Beitrags, sind einzelne Studien, meist mit geringer Evidenz aufgelistet. Wichtig ist daher die Empfehlung der Leitlinien.

Empfehlungen der Leitlinien

In der ATA-Leitlinie differenzierter Schilddrüsenkrebs 2015 wird keine spezielle Früherkennung nach RIT empfohlen:
.

RECOMMENDATION 86

Although patients should be counseled on the risks of second primary malignancy with RAI treatment for DTC, the absolute increase in risk of developing a second primary malignancy attributable to RAI treatment is considered small and does not warrant specific screening to any extent greater than age-appropriate general population health screening. (Weak recommendation, Low-quality evidence)

Übersetzung für uns Patient*innen von Harald:

Empfehlung 86

Obgleich die Patient*innen über das Risiko eines Zweitkrebs durch eine Radioiodtherapie (RIT) aufgeklärt werden müssen, so ist doch das absolute Risiko einen Zweitkrebs durch die RIT zu erhalten sehr klein, so dass eine spezielle Früherkennung, zusätzlich zu den alter-spezifischen Früherkennungsmaßnahmen für die allgemein Bevölkerung, nicht gerechtfertigt ist. (Schwache Empfehlung, Geringe Qualität der Studien)

Zum Verständnis von absoluten und relativen Risiko, siehe Kapitel: 1.3. Risiken verstehen – Broschüre Knoten

Krebsfrüherkennung

Bei der Krebsführerkennung wird bei Gesunden, ab einem bestimmten Alter in bestimmten Zeitabständen mit eine diagnostischen Methode nach frühen Stadien einer Krebserkrankung gesucht. Dieses Vorgehen bei Gesunden nennt man auch Screening.

Nicht jeder diagnostische Methode zur Früherkennung ist von Vorteil. So wird bei Gesunden ein Screening der Schilddrüse mit dem Ultraschall nicht empfohlen, da dies nur mehr weitere Diagnostik nach sich zieht und zu unnötigen Therapien, weil die überwiegende Mehrzahl der Knoten der Schilddrüse, die dadurch entdeckt werden, den Betroffenen nie geschadet hätte.

Bei einigen anderen Krebserkrankungen bringt die Therapie eines früh erkannten Tumors jedoch Vorteile. Vor- und Nachteile müssen daher individuell je nach Krebsart abgewogen werden. Krebsfrüherkennungen, die nicht durch die Krankenkasse bezahlt werden, konnten bislang keinen Vorteil nachweisen. Aber auch bei den durch die Krankenkassen erstatteten Früherkennungen ist individuell Schaden und Nutzen abzuwägen.

Eine Früherkennung ist keine Vorsorge, eine Früherkennung schützt nicht vor Krebs.

Die Deutsche Krebshilfe bietet auf ihrer Seite Hilfen an: Krebsfrüherkennung

Andere Betroffene

Andere Betroffene mit einem Zweikrebs findet man in der Forums-Gruppe: Zweitkrebs: Leukämie, Brust- und andere Krebserkrankungen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 18.10.2021 von Harald W-Nummer: 399590

Eine Liste von Studien, die im Selbsthilfe-Forum diskutiert wurden:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 18.10.2021 von Harald W-Nummer: 399590

In unserem Selbsthilfe-Forum gibt es unterschiedliche Formen von Benachrichtigungen.

Zum einen als Benachrichtigung in Meinem Profil und/oder per E-Mail.

Themen abonnieren oder als Favorit speichern

Es gibt die Möglichkeit Foren oder Themen zu abonnieren:

  • Forum abonnieren: Hier bekommt man eine Nachricht, wenn in diesem Forum ein neues Thema geschrieben wird
  • Thema abonnieren: Hier bekommt man eine Nachricht, wenn jemand eine neue Antwort zu diesem Thema schreibt
SCreenshot, um zu zeigen wo sich die Button "Abonnieren" und "Favoriten" befinden.

Artikel im Wissensbereich und Themen im Forum kann man auch als Favorit speichern.

Über Antworten bei Favoriten wirst Du auch benachrichtigt. Der Unterschied zum „Abonnieren“ ist, dass du die Favoriten in deinem Profil gelistet hast, um so besser diesen Wissensartikel bzw. Forums-Thema wieder zu finden; siehe auch: Wie finde ich Informationen auf dieser Seite?

Wen mich jemand in einem Beitrag erwähnt:

Wenn Dich jemand in einem Forums-Beitrag mit @nutzername erwähnt, so bekommst Du eine E-Mail-Benachrichtigung.

Dies kann man abbestellen in Meinem Profil Einstellungen.

Anfragen zu Freundschaften

(in arbeit)

Neue Gruppenmitglieder

(in Arbeit)

Neue Termine einer Gruppe

(in Arbeit)

E-Mails direkt oder täglich

Eine Benachrichtigung kann man direkt bekommen oder als Zusammenfassung nur einmal täglich.

Die Einstellung findet sich am Ende von Mein Profil Einstellungen Benachrichtigungen per E-Mail


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 397780

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 28.07.2021 von Harald W-Nummer: 397780

Ein neues Thema eröffnen

Wenn Du ein neues Thema eröffnen möchtest, dann gehst Du zunächst in das Forum, in welchem das neue Thema erscheinen soll.

Ein Überblick über alle Foren erhältst Du über den Link: Foren

Sowohl beim Überblick der Foren als auch bei jedem einzelnen Forum, findest du oben einen blauen Botton „Neues Thema schreiben bzw. „Neues Thema

Wenn man über ein bestimmtes Forum geht, wird das Thema in diesem Forum platziert. Ruft man das Formular über die Forums-Übersicht aus, muss man ein Forum auswählen.

Screenshot eines Formulars, in dem nach dem Beitragstext das Forum zur Auswahl markiert ist.

Wie schreibe ich eine Antwort?

Am Ende eines jeden Themas findet sich ein Formular um eine Antwort zu schreiben.

Im alten Forum konnte man einfach eine URL einfügen wie z.B. https://www.nuklearmedizin.de/ .

Diese URL wurde dann automatisch erkannt.

Im neuen Forum haben wir einen Visuellen Editor. Mit dem kann man den Link auch schöner einfügen.

Die obige URL führt zur Seite der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Wir markieren zunächst den Text, auf den wir einen Link setzen möchten und klicken dann auf den Link-Verknüpfungs-Button, den man auch mit der Tasten-Kombination (Ctrl+K) auswählen kann.

Screenshot des Formulars, in dem der Text "Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin" markiert ist, und der Button "Link einfügen/ändern" ausgewählt wurde.

Es öffnet sich ein kleines Fenster, Eingabe-Formular, in das man die URL einfügen kann.

Wichtig: Nach dem Einfügen oder Ändern der URL muss man auf den Blauen „Enter-Button“ in diesem kleinen Eingabe-Formular drücken, damit der Link bzw. die Änderung übernommen wird.

Screenshot des Formulars mit dem Eingabefenster, und Hervorhebung des Enter-Buttons, damit der Link bzw. die Linkänderung übernommen wird.

Danach ist der Link eingefügt und sieht dann so wie hier im Wissensbereich aus: Link zur Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Verlinken von Seiten von sd-krebs.de

Auf eine Seite oder einen Forums-Beitrag von www.sd-krebs.de kann man sehr leicht verlinken:

Zum einen wie oben, in dem man die URL kopiert,
oder
in dem man am Ende eines Beitrags, Themas, Artikel im Wissensbereich auf den Teilen-Button klickt, es erscheint üdann ein Pop-up Menü. Im ersten Feld wird der Short Code angeboten und im zweiten, die vollständige URL.

Klickt man auf eines dieser Felder, in unserem Fall auf das Code-Feld, so wird dieses vollständig markiert. Mit der äußeren Maustaste kann das ganze Feld kopiert werden.

Es wird das Pop-up-Menü gezeigt, welches erscheint wenn man den Teilen-Button anklicktu
Der Teilen-Code wurde im Fenster anklickt und markiert. Mit der äußeren Maustase erhält man ein Menü des Browsers zum kopieren.

Im Forums-Beitrag kann man dann den Code einfügen. Der Code besteht aus Eckigen-Klammern und dem Wort „Linktext„. Diese Linktext kann ich nach belieben ändern, z.B. Link zum Hilfe – Übersichtsbeitrag

Es wird der Short Code, der in Eckigen-Klammern erscheint, für den Link angezeigt. Das Wort Linktext ist markiert, als Zeichen dafür, dass diese Teil nach belieben geädenrt werden kann.

Ich kann jedoch auch das Wort Linktext und den schließen Code entfernen, dann wird automatisch der Titel des Artikels bzw. Forums-Beitrag als Linktext angezeigt.

Bild mit dem Short Code für den Link. Blau markiert ist der Teil, der entfernt werden kann. Wird dieser Teil entfernt, wird der Link mit dem Titel automatisch eingefügt.

Dies ergibt dann im Forums-Beitrag:

Link auf eine Übersicht der Hilfe-Artikel
bzw.
Einen Forums-Beitrag schreiben

Verweisen auf die Nummer

Man kann auch auf die Nummer eines Artikels oder Beitrags verweisen. Beim Artikel im Wissensbereich befindet sich die W-Nummer am Ende. Bei einem Forums-Beitrag oben.

Screen Shot um zu zeige, wo am Ende eines Wissensartikels die W-Nummer ist.
Screen Shot um zu zeigen, wo sich die Nummer des Beitrags, die Beitrags-ID, sich befindet

Mit der W-Nummer und der Beitrags-ID lassen sich die Artikel im Wissensbereich bzw. die Forums-Einträge über unsere Suche direkt aufrufen. W-Nummer und Beitrags-ID sind vor allem dann nützlich, wenn man keine lange URL teilen kann, z.B. in gedruckten Informationen.

Eine meist 6-stellige Zahl ist, dann wesentlich einfach in unsere Suche einzugeben.

Smilies, Emojis und Sonderzeichen einfügen

Bei einem Tablet und Smarthone lässt sich einfach die Tastur wechseln, zu den Auswahlmenüs für die Smilies.

Beim Windows-Desktop Computer drückt man die Windows-Taste + die Punkt-Taste. Es öffnet sich dann ein Auswahl-Menü

Screen-Shot vom Emoji-Menü beim Windows-Desktop-PV

Zeitsteuerung

Mit der Zeitsteuerung kann man beim ersten Beitrag eines Themas einstellen, dass zu einer bestimmten Zeitpunk das ganze Thema mit den Antworten wieder gelöscht wird, wenn man einen Beitrag nicht für immer der Nachwelt überlassen möchte.

Screenshot des Eingabeformulars, mit Hervorhebung, wo der Haken zur Aktivierung der Zeitsteueung gesetzt werden muss.

Nach der Aktivierung zeigt sich ein Untermenü, in dem man die Zeit eingeben kann, wann die Änderung stattfinden soll. Bei Nutzer*innen mit mehr Rechten, gibt es auch die Möglichkeit, den Status eines Themas zu ändern. Zum Beispiel wann ein Termin hervorgehoben wird, wenn die Zeit naht, oder eben nicht mehr, wenn der Termin verstrichen ist.

Screenshot nach Aktivierung der Zeitsteuerung.

Bei Nutzer*innen mit mehr Rechten, gibt es auch die Möglichkeit, den Status eines Themas zu ändern. Zum Beispiel wann ein Termin hervorgehoben wird, wenn die Zeit naht, oder eben nicht mehr, wenn der Termin verstrichen ist.

Screenshot des Formulars in dem ausgwählt wurde, das Thema vollständig zu löschen.

Danach unten im Formular noch auf „Absenden“ klicken.
Die Löschung erfolgt nicht immer sofort zum ausgewählten Zeitpunkt. Ein Programm für die Löschroutine erfolgt alle 15 Minuten, so dass die Verzögerung bis zu 15 Minuten dauern kann.

Dateien und Bilder einfügen

Am Ende des Formulars lassen sich Dateien und Bilder einfügen

Scrennshot des Eingabeformualr um eine Datei hochzuladen
Und auch danach direkt wieder entfernen bzw. später im Bearbeitungsmodus

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 14.01.2022 von Harald W-Nummer: 397009

Hilfe zum Forum – Übersicht der Hilfe-Artikel


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 14.01.2022 von Harald W-Nummer: 397009

Titelbild der Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben!

Broschüre:
Mit Schilddrüsenhormonen leben!
Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.

Zusammenfassung

Unsere Broschüre bietet sowohl ausführliche Erklärungen, zur Funktion und Wirkung der Schilddrüsenhormone, zu den Schilddrüsenwerten im Blut und was bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten ist, als auch Hinweise in einfacher Sprache.

Ergänzt werden diese Informationen mit Erfahrungsberichten – von „Alles Gut!“ bis zu Berichten zur Geduld bei der Einstellung, der Abendeinnahme und der Substitution mit L-T4 und L-T3. (Verzeichnis der Erfahrungsberichte)

Mit Hilfe dieser unterschiedlichen Erfahrungsberichten zur Substitution mit Schilddrüsenhormonen, zeigen wir Lösungswege auf, wenn es mit der Schilddrüsenhormoneinstellung mal nicht auf Anhieb funktioniert und die Betroffenen über eine geringere Lebensqualität klagen.

In speziellen Kapiteln wird auf die Risikoabwägung der TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs, die Schilddrüsenhormonsubstitution in der : Schwangerschaft oder auf Probleme wie Haarverlust oder Gewichtszunahme unter einer Schilddrüsenhormonsubstitution eingegangen.

Der Ratgeber basiert auf den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung und räumt mit vielen überholten Vorstellungen zu den Wirkungen der Schilddrüsenhormone sowie der Substitution mit Schilddrüsenhormonen auf. Die medizinische Beratung erfolgte durch namhafte Fachärzt*innen aus Endokrinologie und Nuklearmedizin.

Medizinische Beratung:

  • PD Dr. med. Joachim Feldkamp, Klinikum Bielefeld Mitte
  • Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Markus Luster, Universitätsklinikum Marburg
  • Prof. Dr. med. Lars Möller, Universitätsklinikum Essen

Redaktion:

  • Bella, dkr, Harald, Herkulessa, MareikeP, Maria2, Mausi2, Mrs. Watson, Tvista, UteSt

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 20.01.2022 von Harald W-Nummer: 233379

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Funktion der Schilddrüse

3. Einnahme von Schilddrüsenhormonpräparaten

3.1 Welche Schilddrüsenhormonpräparate gibt es?

3.2 Schilddrüsenhormoneinstellung und Blutwerte

3.3 Beschwerden einer Über- oder Unterdosierung

3.4. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln

4. Individualisierte TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

5. Quellen

6. Verzeichnisse

7. Glossar

8. Selbsthilfe-Adressen

9. Broschüren/Infomaterial (Bestellformular)

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 20.01.2022 von Harald W-Nummer: 233379

Der Erfahrungsaustausch findet hier bei uns im Selbsthilfe-Forum, in den regionalen Selbsthilfegruppen sowie über Forum-Gruppen zu speziellen Therapien und Problemen statt.

Selbsthilfe-Forum

Die Selbsthilfe-Foren zur Substitution sind wie folgt untergliedert:

Regionale Selbsthilfegruppen

Die regionalen Selbsthilfegruppen finden sich gelistet unter Gruppen -> Regionen. Die nächste regionale Gruppe findet man über die Karte der regionalen Selbsthilfegruppen.

Forums-Gruppen zu speziellen Therapien, Problemen und Beschwerden

Gruppenlogo von Schilddrüsenhormone: Probleme mit der Substitution

Forums-Gruppen sind dazu da andere Betroffene, mit einer speziellen Therapie, Problemen und Beschwerden zu finden. Sie dienen dem direkten Erfahrungsaustausch über Private Nachrichten, es können spezielle Newsletter versandt werden, oder auch auf Wunsch Online-Video-Gesprächsrunden eingerichtet werden.

Forums-Gruppen zu speziellen Therapien bei der Substitution

Forums-Gruppen zu speziellen Problemen bei der Substitution

Forums-Gruppen zu speziellen Beschwerden bei der Substitution


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 20.01.2022 von Harald W-Nummer: 233379

[glossary_exclude]Dieser Beitrag beruht auf einem frei zugänglichen Artikel der beiden Pathologen Susan J Hsiao und Yuri E Nikiforov (2014). Er gibt einen guten Überblick über den Stand des Wissen über somatische Mutationen und Genveränderungen beim Schilddrüsenkrebs.
Als weiteren Überblickartikel haben wir die [/glossary_exclude]ESMO[glossary_exclude]-Leitlinie 2019 herangezogen:

  • Molecular approaches to thyroid cancer diagnosis. Thematic Review
    Autor*innen:
    Susan J Hsiao und Yuri E Nikiforov
    in: Endocr Relat Cancer. 2014 Oct; 21(5):T301-13. doi: 10.1530/ERC-14-0166 Artikel frei zugänglich.
  • Thyroid cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up
    Autor*innen:
    S. Filetti, C. Durante, D. Hartl, S. Leboulleux, L. D. Locati, K. Newbold , M. G. Papotti & A. Berruti, on behalf of the ESMO Guidelines Committee*
    in: Annals of Oncology 30: 1856–1883, 2019; doi:10.1093/annonc/mdz400 ;Published online 24 September 2019

Diesen Wiki-Artikel zum Überblick über die genetischen Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs wird von uns durch weitere speziellere Studien ergänzt und aktualisiert.

Wozu ist das Wissen über genetische Veränderungen nützlich?

Das Wissen kann/könnte (!) hilfreich sein bei der:

  • Diagnostik des Schilddrüsenkarzinoms (z.B. BRAF-Mutation = papilläres Schilddrüsenkarzinom)
  • Wahl der Therapie; z.B.: Ausmaß der Schilddrüsenoperation; Wahl der Therapie mit TKI
    siehe: Neue Therapieoptionen für fortgeschrittene (SD-)Karzinome
  • Prognose (z.B. die Kombination von BRAF und TERT hat eine schlechtere Prognose)

Hierzu braucht es jedoch noch mehr Wissen und Studien.
In allen neueren Leitlinien zu den Schilddrüsenkarzinomen wird auf diese Mutationen bereits eingegangen.
Am weitesten ist das Wissen beim familiären medullären Schilddüsenkarzinom (RET-Mutation); siehe dazu auch die Broschüre Familiäres medulläres Schilddrüsenkarzinom (MEN2).

Dieser Beitrag hier soll ein wenig helfen Ausführungen zu genetischen Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs zu verstehen.
Diese ist im wesentlichen eine gekürzte und von uns übersetzte Wiedergabe des ersten angeführten Artikels (ohne Gewähr!).
Auf die verschieden Einsatzmöglichkeiten neuer molekularer Marker bei der Feinnadelpunktion und genexpressions Test mit mRNA, die ein groß Teil des Textes ausmachen, gehen wir ins diesem Beitrag nicht ein.

Mutation? – Anmerkungen zur Begrifflichkeit

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist der Begriff „Mutation“ gebraucht, wenn es um genetische Veränderungen geht, die zu Krebs führen. Eine Mutation ist jedoch nur eine von vielen Veränderungen des Bauplans einer Zelle, die zu Krebs führen können. Es gibt zu dem Mutationen, die völlig harmlos sind. Auch zeigt sich, dass manche genetische Veränderungen weniger, und andere stärker das Wachstum von Krebszellen bestimmen (Treiber), oder erst die Kombination mehrerer Veränderungen zu einem Wachstum des Tumor führen.

Für das Verständnis dieser Veränderungen, ist es nützlich, zu wissen wie eine Zelle funktioniert und wie sie zu einer Krebszelle wird.
Hier empfiehlt sich die Buch-Lektüre: Transformation eine Zelle wird zu Krebs (Klußmeier 2016).

Liste der genetischen Veränderungen

Konnte man 1990 die Pathogenese der Schilddrüsenkarzinome zu ca. 25 % verstehen (RAS und RET/PTC), so liegt dies im Jahr 2014 nach Hsiao & Nikiforov bei ca. 90%:

Somatische Mutationen beim Schilddrüsenkrebs:

  • RAS
  • RET/PTC [RET-Fusion beim paillären Schilddrüsenkarzinom (PTC)]
  • TP53
  • TRK
  • PTEN
  • β-catenin
  • PAX8/PPARγ
  • BRAF
  • PIK3CA
  • BRAF/AKAP9
  • AKT1
  • ETV6/NTRK3
  • STRN/ALK
  • [RET-Mutation beim medullären Schilddrüsenkrebs]

(Hsiao & Nikiforov 2014)

Liste der Karzinome und deren genetischen Veränderungen

Aus der Thyroid cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines (2019) stammt folgende gekürzte Tabelle (1), die durch uns weiter ergänzt wurde:

Folgende Mutationen / Genveränderungen können (!; nicht müssen) bei folgenden Schilddrüsenkarzinomen vorkommen:
(siehe auch Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie? ) [/glossary_exclude]

Signalwege (engl. Pathways)

Man hat vor allem zwei so genannte Signalwege identifiziert, die für das Wachstum von Schilddüsenkrebszellen verantwortlich sind:

  • MAPK – Signalweg

  • PI3K/AKT – Signalweg
    auch MET (hepatocyte growth factor receptor)-PI3K (phosphoinositide-3-kinase)-AKT (α-serine/threonine-protein kinase) Signalweg

Molecular approaches to thyroid cancer diagnosis. Thematic Review
Autor*innen:
Susan J Hsiao and Yuri E Nikiforov
in: Endocr Relat Cancer. 2014 Oct;21(5): T301-13.
doi: 10.1530/ERC-14-0166

Der MAPK-Signalweg ist meist aktiviert / hoch reguliert durch ein Punktmutationen des BRAF und RAS-Gens sowie Rearrangements (=Umstrukturierung) der RET/PTC und TRK.

Vorschau für die Signalwege beim Schilddrüsenkrebs

(Figur 2; Vergrößerung im original Artikel auch als Powerpoint-Download für die Lehre möglich.)

Diagnose anhand der Mutation?

Die Punktmutation BRAF findet man bei ca. 45% der Papillären Schilddrüsenkarzinome (die Spanne reicht je nach Land jedoch zwischen 20-80%; in Deutschland bei 40-50 %; Musholt 2104). Zu 98-99% handelt es sich um die BRAF V600E (Betrifft Codon 600), in den anderen Fällen u.a. um BRAF K601E.

RAS-Gene (HRAS,KRAS und NRAS) sind G-Proteine die beide Signalwege betreffen.
Punktmutation der RAS-Genen findet man bei 40-50% der follikulären Schilddrüsenkrarzinome und bei 10-20% der papillären Schilddrüsenkarzinome (meist die follikuläre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms)
Allerdings sieht man auch in 20-40% in den gutartigen follikulären Adenomen RAS-Mutation. HRAS und KRAS (und sehr selten NRAS) Mutationen findet man auch im medullären Schilddrüsenkarzinom.

  • Update 5.6.2020: RAS-mutated sporadic medullary thyroid cancer: A single-center experience.
    (Quelle: ASCO 2020, Spandana Brown, et.al, The University of Texas MD Anderson Cancer Center; DOI:
    10.1200/JCO.2020.38.15_suppl.6584 )
    Unter 218 Patient*innen mit sporaischen Medullären Schilddrüsenkrebs (sMTC) hatten 42 (19%) eine RAS-Mutation; davon
    • 28 eine HRAS-Mutation (meist HRAS Q61R)
    • 14 eine KRAS-MutationDie Patient*inne waren bei erst Diagnose im Mittel 50 Jahre (28-78 Jahre); 26 (63%) hatten brereits Stage IV.
      Zitat: HRAS Q61R mutations were associated with a better prognosis, with 100% 10-year OS compared with 10-year OS of 39% and 51% (p = 0.02) for other HRAS and KRAS mutations respectively.

      Die Patient*inne waren bei erst Diagnose im Mittel 50 Jahre (28-78 Jahre); 26 (63%) hatten brereits Stage IV: „HRAS Q61R mutations were associated with a better prognosis, with 100% 10-year OS compared with 10-year OS of 39% and 51% (p = 0.02) for other HRAS and KRAS mutations respectively“.
  • Update: 2.6.2016: Not All RAS Mutations Mean Thyroid Cancer, New Review Finds
    American Association of Clinical Endocrinologists 2016 Annual Meeting; May 28, 2016; Orlando, FL. Abstract 1168 (Quelle: medscape.com(2.6.2016)

Das RET-Gen eine Rezeptor Tyrosinkinase und kommt in den C-Zellen vor. Die RET-Muation findet man daher beim medullären Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom), sowohl bei den familiären (>90%) als auch in der sporadischen (>60%) Fällen (Quelle: Drilon, ASCO2018; siehe (Laufende-)Studie: LOXO-292 bei Tumoren mit RET-Aktivierung) Ausführliche Infos zum familiären Schilddrüsenkrebs und seinen Mutationen findet man in der Broschüre: Broschüre: Familiäres medulläres Schilddrüsenkarzinom (MEN2)

RET-Rearrangements kommen hingegen bei 10-20% der papillären Schildrüsenkarzinome vor. Am häufigsten sind die Typen RET/PTC1 und RET/PTC3. Diese werden meist bei Kindern und Jugendlichen sowie Patienten, die in der Vergangenheit erhöhter Strahlung ausgesetzt waren, gefunden.

PAX8/PPARγ – Rearrangements werden in 30-40% der follikulären Schilddrüsenkarzinome gefunden, aber auch in geringem Maße auch bei der follikulären variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms als auch gutartigen follikulären Adenomen/Neoplasien.

Die Bedeutung des PI3K/AKT Signalweg wird durch Mutationen in PIK3CA und AKT1 genauso aktiviert wie druch die Inktivierung von PTEN (negative Regulierung). die PTEN-Mutationen wurden in follikulären und anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen gefunden.
PIK3CA wurde in follikulären, wenig-differenzierten und anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen gefunden.
AKT1 findet man in Metastasen des Schilddrüsenkarzinoms.
In der ATA-Leitlinie: anaplastischer Schilddrüsenkrebs 2021 wird ausgeführt, dass bei 30-40% der anaplastischen Schilddrüsenkarzinome (ATC) eine Aktivierung des PI3K/AKT Signalweg vorliegt:

  • bei ca. 10-18% durch eine PIK3CA-Mutation
  • bei ca. 10-15% durch eine PTEN-Mutation
  • bei weniger wie 5% durch AKT1 udn AKT2 Mutationen

Da diese Mutationen meist im Zusammenhang mit BRAF oder RAS Mutationen vorliegen, geht man davon aus, dass diese Mutationen meist erst später auftreten (ATA 2021, S. 348)

Weitere Genmutation betreffen TP53 und CTNNB1 (β-catenin).

TP53 ist ein Tumorsuppressor-Gen, das eine wichtige Rolle in der der Regulation des Zell-Zyklus und der DNA-Reperatur spielt. Diese Gen-Mutationen betreffen vor allem mehr aggressive Tumore (anaplastische Schilddrüsentumore sowie in 22% von onkozytären follikulären Schilddrüsenkarzinomen). TP53 Mutation kommen häufig in wenig- und undifferenzierten Schilddrüsenkarzinomonen vor, und sehr selten bei den gut differenzierten papillären (<1%) und follikulären (11%) Schilddrüsenkarzinomen (Paula Soares 2017).
Eine umfrangreiche Auswertung von Feinnadelpunktionsergebnissen zeigte, dass lediglich 0,6% eine TP53-Mutation hatten. Von allen Knoten die eine TP53 Mutation hatten waren 86% gutartige Adenome. 87% von diesen hatte zudem  weitere  Genveränderungen.  Es bleibt die offene Frage, ob gutartige Adenome mit einer TP53-Mutation Vorläufer eines anaplastischen Schilddrüsenkarzinom (ATC) sind ( Nikitski 2021)

Ferner spielen Mutationen beim TSH-Rezeptor (TSHR) eine Rolle bei der Entwicklung von gut und bösartigen Schilddrüsentumoren. Kommt zusätzlich eine Mutation in GNAS vor, dann sei dies ein Marker für einen gutartigen Tumor.

Neue molekulare Marker zur Diagnose von Schilddrüsenkrebs

Zusätzlich zu den Rearrangements von RET/PTC und PAX8/PPARg , welche in ca. 15% der Schilddrüsentumore gefunden werden, werden neue Rearrangements gefunden, welche NTRK und BRAF betreffen.
Weitere neue Rearrangements, die eher selten sind: AKAP9, NTRK1, MAPK, ETV6-NTRK3, STRN, ALK.

Von größerem Interesse ist eine Mutation des Telomerase reverse transcriptase (TERT) promoter. TERT wird nicht in gutartigen Tumoren gefunden, und scheint vor allem einer Rolle beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinom zu spielen.

  • 8% (n=25) beim PTC
  • 17% (n=12) beim FTC
  • 29% (n=9) beim PDTC
  • 33% (n=12) beim ATC

Quelle:
TERT promoter mutations are a major indicator of poor outcome in differentiated thyroid carcinomas.
Autoren: Melo M, Soares, P et.al.
in: J Clin Endocrinol Metab. 2014 (Freier Artikel über pubMed)

Molekulare Marker und Prognose für Schilddrüsenkrebspatient*innen

Molekulare Marker dürften in der Zukunft eine größere Rolle bei der Prognose haben, und besser die Patienten zu identifizieren, welcher einer aggressiveren Behandlung bedürfen.
Am meisten dürfte hier BRAF V600E beim papillären Schilddüsenkrebs von Bedeutung sein, es wird jedoch betont, dass das Risiko für ein Rezidiv auch bei vorliegen einer BRAF-Mutation immer noch sehr gering ist, auch wenn es schlechter ist, wie wenn diese Mutation nicht vorliegt. Mit BRAF lässt sich sehr sicher ein pappilläres Schidldüsenkarzinom erkennen (hohe Senistiviät), die BRAF-Mutation sage jedoch wenig über die Prognose aus, ob es sich um eine aggressivere Variante des Schilddrüsenkrebs handelt (geringe Spezifität).

In der amerikanischen Leitlinie 2015 spielen molekulare Marker noch eine geringe Rolle mit Ausnahme von BRAF V600E, siehe ATA: Risikogruppen beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

Aggressiver seien vor allem Tumore bei denen mehrere Mutationen vorliegen (PIK3CA, AKT1, oder TP53) zusätzlich zu BRAF oder RAS.
Ebenso spielten Mutationen des TERT Promoter ein Rolle beim aggressiven Schilddrüsenkrebs. Beim follikulären Schilddrüsenkrebs wurden die TERT-Mutationen C228T und C250T gefunden.

weitere Marker, die nicht in diesem Artikel erwähnt werden:

  • Lopez-Campistrous A 2016: PDGFRα Regulates Follicular Cell Differentiation Driving Treatment Resistance and Disease Recurrence in Papillary Thyroid Cancer.

Neue Therapieoptionen bei bestimmten Genveränderungen

Siehe Neue Therapieoptionen für fortgeschrittene (Schilddrüsen-)Karzinome (2020)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 25.02.2022 von Harald W-Nummer: 233344

Genetische Veränderungen spielen je nach Art des Schilddrüsenkrebs eine unterschiedliche Rolle in der Diagnostik und je nachdem wie weit fortgeschritten der Schilddrüsenkrebs ist.
Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Buch: Transformation eine Zelle wird zu Krebs (Klußmeier 2016)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 25.02.2022 von Harald W-Nummer: 233344

weitere Marker, die nicht in Artikeln der beiden Pathologen Susan J Hsiao und Yuri E Nikiforov (2014) erwähnt werden:

  • Lopez-Campistrous A 2016: PDGFRα Regulates Follicular Cell Differentiation Driving Treatment Resistance and Disease Recurrence in Papillary Thyroid Cancer.

weitere Literatur:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 25.02.2022 von Harald W-Nummer: 233344

[glossary_exclude]Es gibt mehrere Arten von Vitamin D!

Formen von Vitamin D und ihre Namen:

  1. Colecalciferol, (Cholecalciferol, Calciol, „natives Vitamin D3“ ), wird vom Körper selbst mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut erstellt, kann als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden und in geringem Maße auch über Nahrungsmittel aufgenommen werden.
  2. Calcidiol wird in der Leber aus Colecalciferol gebildet.
  3. Calcitriol wird in den Nieren aus Calcidiol hergestellt. Dieser Prozess wird vom Parathormon (PTH) der Nebenschilddrüsen in Gang gesetzt.

Vitamin-D-Analoga sind dem Vitamin D ähnliche Präparate. Siehe dazu unten die Fallstricke sowie den Artikel Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“. In diesem Artikel finden sich auch die Handelsnamen bekannter Vitamin-D-Präparate.

Synthese – Haut, Leber, Nebenschilddrüse und Niere

Grafik zur Veranschaulichung der Vitamin D Synthese über Haut, Leber und Niere, sowie die Rolle des Parathormons dabei

1. Colecalciferol (Cholecalciferol,natives Vitamin D3)

Mit Hilfe des Sonnenlichts kann der Körper über die Haut Colecalciferol selbst herstellen. Das fettlösliche Colecalciferol findet sich auch in Nahrungsmitteln wie fetten Fischen. Nahrungsmittel ohne Zusätze können jedoch nur in geringem Maß den Vitamin-D3-Bedarf decken. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Colecalcifereol in Apotheken und Drogerien erhältlich. Hoch dosierte Präparate sind verschreibungspflichtig; siehe dazu Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

Im Blut nachweisbar:
Nach der Bildung von Colecalciferol über die Haut oder durch die Zuführung über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel ist Colecalciferol im Blut nur kurz nachweisbar, so dass die Bestimmung von Colecalcifereol im Blut wenig über den Vitamin-D-Status aussagt. In der Regel wird zur Prüfung der Versorgungssituation der Calcidiol-Spiegel bestimmt und dabei etwas ungenau als „Vitamin D-Spiegel“ bezeichnet.

2. Calcidiol

Über die Leber wird Calcidiol aus Colecalciferol gebildet.

Im Blut nachweisbar:
Calcidiol ist im Körper längere Zeit (einige Monate) speicherfähig und im Blut nachweisbar als 25-OH-D3

Ein sogenannter Vitamin-D-Mangel entsteht meist im Winter, wenn die Haut zu wenig Sonnenlicht bekommt. Ein Vitamin-D-Mangel wird über 25-OH-D3 im Blut nachgewiesen. Der Mangel kann durch Einnahme von Colecalciferol ausgeglichen werden, z.B. Vigantol mit 500 oder 1000 Internationalen Einheiten pro Tablette. Höher dosierte Präparate, wie Vigantol-Öl oder Dekristol 20 000 I.E. sind verschreibungspflichtig.

Achtung: Das 25-OH-D3 im Blut kann durch die Gabe von Calcitriol oder Alphacalcidol (im Arztjargon auch oft als „Vitamin-D-Präparat“ bezeichnet) NICHT erhöht werden!

3. Calcitriol

Damit die Nieren aus Calcidiol das aktive „Vitamin-D-Hormon“ Calcitriol machen, benötigen sie den Befehl dazu von den Nebenschilddrüsen über das Parathormon (PTH). Bei einer Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus) sollte daher das aktive Vitamin-D-Hormon, Calcitriol, gegeben werden, um die Calciumaufnahme im Darm zu erhöhen.

Im Blut nachweisbar:
Calcitriol wird in den Nieren aus Calcidiol hergestellt, sobald Calciummangel im Blut auftritt. Wenn der Calciummangel behoben ist, wird Calcitriol wieder abgebaut. Calcitriol ist daher sehr kurzlebig, so dass der Blutspiegel von Probe zu Probe stark schwanken kann. Die Formel dafür ist 1,25-OH-D3

Calcium Regulation im Blut

Zu wenig wie auch zu viel Calcium im Blut kann zu erheblichen Beschwerden und Schäden führen. Im Körper gibt es daher verschieden Regelmechanismen um das Calcium im Blut zu regulieren:

  1. Erhöhte Aufnahme von Calcium über den Darm durch Calcitriolbildung bei Calciummangel im Blut.
  2. Verringerung der Calciumausscheidung durch die Nieren bei Calciummangel, Erhöhung der Ausscheidung bei zu großem Calciumangebot.
  3. Bei Mangel an Calcium im Blut kurzfristig vermehrter Abbau von Calcium aus den Knochen durch das Parathormon (PTH) der Nebenschilddrüsen[/glossary_exclude]
  4. Bei hohem Calciumangebot Hemmung des Abbaus von Calcium aus den Knochen durch Calcitonin. Calcitonin ist ein Gegenspieler des Parathormon und wird von den C-Zellen der Schilddrüsen produziert.

Fallstricke in der Behandlung eines Hypoparathyreoidismus:

  1. Die Gabe von extrem viel Cholecalciferol kann die Calciumaufnahme im Darm auch ohne den Umweg über die Calcitriol-Bildung, aber somit auch ohne Mengenkontrolle durch die Nebenschilddrüsen erhöhen. Jede Einnahme von hoch dosiertem Cholecalciferol ist genau wie die Gabe von Calcidiol oder Calcitriol stets mit engmaschiger und langfristiger Kontrolle von Calcium im Blut und auch von der Calciumausscheidung im Urin (24-Std-Sammelurin) zu begleiten!
  2. Zur Behandlung des Hypoparathyreoidismus wird auch ein Präparat namens A.T.10 eingesetzt. Dessen Wirkstoff Dihydrotachysterol, der aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt wird, erhöht weder den Spiegel an 25-OH-D3 noch das 1,25-OH-D3! Er erhöht aber trotzdem den Calciumspiegel im Blut.
  3. Zu viel Calcium im Blut und im Urin kann großen Schaden anrichten. Entscheidend für Gabe jeglicher Vitamin-D-Präparate beim Hypoparathyreoidismus ist deshalb nicht irgendein Vitamin-D-Wert im Blut, sondern die daraus resultierenden Calciumwerte in Blut und Urin!


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 05.08.2021 von Harald W-Nummer: 233430

Therapie des Vitamin D Mangels

Für Ärzt*innen zu diesem Thema kann man diesen Text der DGE ausdrucken:
http://blog.endokrinologie.net/fallstricke-behandlung-vitamin-d-mangel-694/

Achtung:A.T.10. dessen Wirkstoff DHT aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt wird, erhöht weder den Spiegel an 25-OH-D3 noch das 1,25-OH-D3! Es erhöht aber trotzdem den Calciumspiegel im Blut.

Es gibt einen ausführlichen Text zu den sonstigen Wirkungen von Vitamin D3 von der Dt. Ges. für Ernährung hier:
http://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf

Therapie des Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Therapie des Hypoparathyreoidismus

Übersicht zu Beiträgen zum Themenkomplex Hypoparathyreoidismus

Hypoparathyreoidismus – Überblick


Autor: InSeNSU | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe: Netzwerk Hypopara | Letzte Aktualisierung: 05.08.2021 von Harald W-Nummer: 233430

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

Betroffene mit dem differenzierten (papillär, follikulär, …) Schilddrüsenkrebs in der Nachsorge
siehe dazu auch: Welcher Schilddrüsenkrebs und welche Therapie?

Einfach erklärt:

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papilläre, follikulär) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele:

  • Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen.
    siehe Broschüre Mit Schilddrüsenhormonen leben
  • Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 1153

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papillär, follikulär, …) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele: Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen. Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen beim differenzierten (papilläre, follikulär) Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele: Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen. Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulären Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.

Individualisierte Risikoabwägungen bei der TSH-Unterdrückung
Empfehlungen der amerikanischen Leitlinie für die Langzeitnachsorge von Patient*innen mit dem differenzierten Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 02.07.2021 von Harald W-Nummer: 1153

Termine werden auf unserer neuen Website über die Gruppen eingegeben und zugeordnet.

Kalender-Einträge sind völlig unabhängig vom Forum.

Termin erstellen

Screenshot vom Kalender und Formular

Zunächst auf die Gruppe gehen, dann im Untermenü der Gruppe auf Kalender und unter dem Monats-Kalenderblatt findet sich das Formular für die Termin-Eingabe.

Wenn der Termin eingetragen ist, kann man in dem man den Link auswählt um mehr Informationen zu diesem Termin zu bekommen.

Gruppe über neuen Termin benachrichtigen? (Gruppen-Einstellung)

Als Gruppen-Administrator*in kannst die Gruppen bearbeiten, und in den Einstellungen vornehmen, ob bei einem neuen Kalender Eintrag die Gruppen-Mitglieder benachrichtigt werden sollen oder nicht.

Screenshot von der der Gruppen Bearbeitung und Einstellung, damit die Links leichter gefunden werden

Gibt man z. B. mehrere Termine ein , dann empfiehlt es sich die „E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Events aktivieren“ auszuschalten („Nein„).

Screenshot zur Einstellung für die Benachrichtigung.

Termin im Forum bekannt geben

(Ankündigung im Forum erstellen)

Wichtig: Um einen Termin im Forum bekannt zu geben, muss der Gruppe ein Forum zugeordnet sein (in den obigen Einstellungen).

Mehr Infos zum Termin anzeigen

Den Termin im Forum bekannt geben, über den Button: Ankündigung erstellen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Website-Überarbeitung | Letzte Aktualisierung: 09.08.2021 von Harald W-Nummer: 233568

Inhalt dieses Beitrags:

In diesem Beitrag werden alle Arten von Schilddrüsenkrebs entsprechend der International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O) aufgelistet und ihre Therapieoptionen kurz erklärt.

Alle Schilddrüsenkarzinome haben den ICD-10-Schlüssel C73 (= Bösartige Neubildung der Schilddrüse). Dieser Schlüssel ist jedoch wenig brauchbar, da sich die Schilddrüsenkarzinome in ihrer Prognose und Therapie sehr unterscheiden

Man unterscheidet im groben vier verschiedene Arten des Schilddrüsenkrebs, die in sich noch weitere Unterarten kennen:

  1. differenzierter (papillärer, follikulärer, onkozytärer) Schilddrüsenkrebs (DTC)
    1. papillärer Schilddrüsenkrebs
    2. follikulärer Schilddrüsenkrebs
    3. Hürthle-Zell-Karzinom (onkozytäres Schilddrüsenkarzinom)
  2. wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs (PDTC)
  3. medullärer Schilddrüsenkrebs (MTC), auch C-Zell-Karzinom
  4. anaplastischer Schilddrüsenkrebs (ATC) (= undifferenzierter Schilddrüsenkrebs)
    siehe auch:
  5. Gutartige Tumore und Tumore mit unsicherem Malignitätspotential der Schilddrüse

Hier nun im einzelnen:

1. differenzierter (papillärer, follikulärer, onkozytärer) Schilddrüsenkrebs (DTC)

differenzierter (papillären oder follikulären) Schilddrüsenkrebs (DTC). Dieser Schilddrüsenkrebs ist im allgemeinen nach einer teil- oder vollständigen operativen Entfernung der Schilddrüse, und je nach Risikoklassifikation mit einer anschließenden Radiojodtherapie (RJT) sehr gut behandel und heilbar. Diese Krebszellen haben die Eigenschaft Jod aufzunehmen (=differenzierter Schilddrüsenkrebs). Nimmt man radioaktives Jod in der RJT auf, so werden die Zellen von innen durch die Strahlung zerstört (siehe auch FAQ: Was für Strahlen gehen vom radioaktivem Jod aus?). Es ist allerdings nicht immer eine totale Schilddrüsenoperation und RJT notwendig, oftmals reicht bereits die Entfernung des Tumors je nach Untergruppe.

Man unterscheidet beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom weiter:

1.1. Papilläre Schilddrüsenkarzinome

  • papilläres Mikrokarzinom (Forums-Gruppe: Mikrokarzinom; RJT meist nicht notwendig) ICD-O code: 8341/3
  • papilläres Schilddrüsenkarzinom (Forums-Gruppe: Papilläres Schilddrüsenkarzinom (engl.: papillary thyroid carcinoma = PTC); Metastasenbildung über die Lymphknoten);
    in Abgrenzung zur follikulären Variante des papillären auch als klassische Variante bezeichnet (engl.: classical ; cPTC oder C-PTC)
    Das papilläre Schilddrüsenkarzinom hat den ICD-O code: 8260/3
  • Tall-Cell (= großzellige Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom) hat eine etwas schlechtere Prognose

weitere Unterformen:

  • columnar-cell = Kolumnäre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom ICD-O code: 8344/3
  • onkozytäre Variante des papillären Schilddrüsenkarzinom
  • hobnail Variante des papillären Schilddüsenkarzinom

1.2. follikuläre Schilddrüsenkarzinome ICD-O code: 8330/3

  • Gekapselt angioinvasive follikuläre Schzilddrüsenkarzinome ICD-O code: 8339/3

1.3. Hürthle-Zell-Karzinom (onkozytäres Schilddrüsenkarzinom)

Eine weitere Unterform ist das onkozytäre Schilddrüsenkarzinom(Forums-Gruppe; = oxyphiles Karzinom = engl. Hurthle Cell Carzinoma).
Das sind Tumore mit Gefäßinvasion und/oder Kapseldurchbruch ICD-O code: 8290/3. Onkozytäre Tumore speichern in der Regel nicht so gut Jod wie die anderen differenzierten, papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom.
Wichtig:
Nicht-invasive Tumore werden als Hürthle-Zell-Adenome bezeichnet (ICD-O code: 8290/0)
Für die Beurteilung, ob eine Hürthle-Zell-Tumor eher benigne oder eher maligne ist, gelten die selben Kriterien (Gefäßeinbruch, Kapseldruchbruch) wie beim follikulären Schilddrüsenkarzinom (Quelle: Vortrag Schmid 2017).
siehe insbesondere auch:

2. wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs

wenig-differenzierter bzw. gering-differenzierter Schilddrüsenkrebs (poorly differentiated thyroid carcinoma = PDTC) – speichert kein oder nur wenig Jod. Eine Radiojodtherapie hat daher zum Teil nur wenig Sinn.
(ICD-O code: 8337/3)
Das PDTC ist in sich keine einheitliche Tumorentität. Es gibt verschiedenen Varianten: solide/insulär/trabeculär. Manche Tumore speichern noch Iod andere nicht mehr. Im Jahr 2006 gab es das Turin Proposal für eine einheitliche Diagnostik des PDTC (Volante 2007) Nach dieser Definition machen PDTC weniger als 0,5% aller Schilddrüsentumore aus (Akaishi J. 2019).
Es gibt inzwischen eine Reihe neuer Substanzen zur Behandlung dieser Krebsformen.
Hier ist es wichtig, dass man am besten in eines der Zentren für den nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs geht.
siehe insbesondere auch unsere Forums-Gruppe: wenig differenzierter Schilddrüsenkrebs sowie FAQ: Was kann man tun, wenn die Radioiodtherapie versagt?.

3. Medullärer Schilddrüsenkrebs (C-Zell-Karzinom)

medullärer Schilddrüsenkrebs, auch C-Zell-Karzinom genannt, tritt sehr selten auf (ICD-O code: 8345/3). Im ICD-O Code wird nicht unterschieden zwischen den spontanen, familiären medullären Schilddrüsenkarzinomen und MEN 2A sowie MEN 2B.
Dieser Schilddrüsenkrebs besitzt in Teilen auch eine erbliche Komponente, und mit dem Tumormarker Calcitonin kann man früh erkennen, ob ein medullärer Krebs vorliegt. Die Therapie besteht vor allem darin möglichst frühzeitig die Schilddrüse und eventuelle Metastasen operativ zu entfernen.
siehe FAQ: Medullärer Schilddrüsenkrebs?
sowie

4. Anaplastischer Schilddrüsenkrebs

anaplastischer Schilddrüsenkrebs (ATC) (= undifferenzierter Schilddrüsenkrebs), diese Krebsform ist sehr selten und wächst sehr schnell (ICD-O code: 8020/3) . Betroffen sind meist ältere Patienten. Die Chance einer Heilung (5-Jahres-Überlebensrate) liegt bei ca. 5%. Eine frühzeitige operativen Entfernung der Schilddrüse, äußere Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie ist die erste Therapie. Es können dann danach – am besten im Rahmen von Studien – auch neuere Substanzen eingesetzt werden.
Auch hier ist es wichtig in ein Zentren für den nicht-jod-speichernden Schilddrüsenkrebs aufzusuchen.

Zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs können wir bisher wenig Hilfe anbieten.
Bislang haben sich hierzu im Forum nur sehr selten Betroffene, meist auch Angehörige gemeldet. Wir habe auch hier eine Forums-Gruppe anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (und Angehörige).
mehr Informationen unter anaplastischer Schilddrüsenkrebs (Überblick)

Laufende europäische Studien: FAQ: Studien zu selten Erkrankungen


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Übersetzung medizinischer Texte | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1171

Eine einfache Erklärung zu den unterschiedlichen Arten des Schilddrüsenkrebs, mit ihren unterschiedlichen Therapien und Prognosen findet sich hier: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Ratgeber


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Übersetzung medizinischer Texte | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021 von Harald W-Nummer: 1171

Hat die Diagnose des Schilddrüsenknoten erbracht, dass eine [glossary_exclude]Schilddrüsenoperation notwendig ist, ist der weitere Ablauf dieser:[/glossary_exclude]

(siehe auch: Therapien zur Entfernung von gutartigen (benigne) Knoten der Schilddrüse – Überblick)

5. Schilddrüsenoperation

5.1. Vor der Operation

Klinik der Wahl sollte eine durch die CAEK zertifizierte Klinik für Schilddrüsenchirurgie (ML12) oder eine Klinik mit einigen hundert Schilddrüsenoperationen jährlich sein, da bei einem erfahrenen Operateur das Risiko von Nebenwirkungen wesentlich geringer ist.

Vor einer Operation der Schilddrüse sind folgende Unter­suchungen notwendig:

Darüber hinaus können – je nach Fragestellung – auch noch weitere bildgebende Verfahren eingesetzt werden, z.B. um zu kontrollieren, wie weit und wohin die Schilddrüse gewachsen ist.

Der Anästhesist (Narkosearzt) benötigt für die Narkose möglichst genaue Informationen über den Patienten. Im eigenen Interesse sollte man im Vorgespräch deshalb alle Fragen (z.B. nach Nikotin- und Alkoholgenuss, Medikamenteneinnahme und Gewicht) wahrheitsgemäß beantworten. Der Anästhesist beantwortet auch sonstige Fragen wie etwa zur Verträglichkeit der Narkose.

Blutverdünnende Medikamente müssen in der Regel vor der Operation abgesetzt werden. Bitte teilen Sie es rechtzeitig Ihrem Arzt mit, wenn Sie solche Medikamente einnehmen.

5.2. Operation

Schilddrüsenoperationen werden meist mit Hilfe des sogenannten Kocherschen Kragenschnittes durchgeführt. Dabei setzt der operierende Arzt den Schnitt im unteren Bereich des Halses möglichst in einer Hautfalte an, wodurch die Operationsnarbe später kaum noch auffallen wird.

Eine Alternative ist manchmal die Durchführung der Operation auf minimal-invasive Art, wodurch die Narbe am Hals sehr klein gehalten werden kann. Die Narbe ist allerdings immer mindestens so groß wie der größte entfernte Knoten.

Eine weitere Alternative ist die ABBA-Methode, durch die eine Narbe am Hals gänzlich vermieden werden soll. Die Schnitte liegen hier in der Achsel bzw. an der Brustwarze.

Darüber hinaus gibt es weitere Verfahren, bei denen der Schnitt hinter dem Ohr oder im Mundboden erfolgt.
Voraussetzung für all diese Operationsformen ist, dass das Volumen des Schilddrüsenlappens nicht mehr als 20 ml beträgt, der größte Knoten keinen größeren Durchmesser als 2-3 cm hat und kein Verdacht auf Bösartigkeit besteht.

Die minimal-invasive Schilddrüsenoperation hat gegenüber den anderen genannten Methoden den Vorteil, dass wenn sich während der Operation ein Krebsverdacht ergibt, sie in eine konventionelle Schilddrüsenoperation (Kocherscher Kragenschnitt) überführt werden kann.

Die Risiken der Verletzung des Stimmbandnervs oder der Nebenschilddrüsen bestehen bei allen genannten Operationsformen genauso wie bei der konventionellen Schilddrüsenchirurgie, ebenso auch das der Nachblutung. Ob das Risiko für solche Nebenwirkungen höher ist, dazu gibt es bislang keine aussagekräftigen Studien.

Aus medizinischer Sicht haben Operationsformen der Schilddrüse, die rein aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden, keinerlei Vorteile gegenüber einer konventionellen Operation.

Operationsnarbe:
Wie sichtbar eine Narbe später ist, hängt oft davon ab, ob jemand zur Keloidbildung (überschießende Bildung von Narbengewebe) neigt oder nicht. Damit eine Narbe möglichst unsichtbar wird, ist es wichtig, sie in den ersten Monaten vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Sobald die äußere Wundheilung abgeschlossen ist, kann man die Narbe mit einer einfachen Fettcreme gelegentlich massieren.

Eine abschließende Entscheidung, wie viel von der Schilddrüse entfernt werden muss, ist oft erst während der Operation möglich, wenn der Arzt das Gewebe und vorhandene Veränderungen direkt sieht.
Bei der Operation wird sämtliches knotig verändertes Gewebe entfernt, um das Risiko gering zu halten, dass später eine nochmalige Operation (mit höheren Operationsrisiken) erforderlich wird.

Ob intraoperatives Neuromonitoring das Risiko einer Verletzung der Stimmbandnerven (siehe Kapitel 5.3.5) bei einem Ersteingriff wirklich reduzieren kann, lässt sich schwer über Studien beweisen, da das Risiko bereits sehr gering ist. Bei Zweiteingriffen konnte man zeigen, dass das intraoperative Neuromonitoring das Risiko senken konnte.

Bei Ersteingriffen hat das intraoperative Neuromonitoring vor allem den Vorteil, dass bei einer durch das Monitoring vermuteten einseitigen Verletzung des Stimmbandnervs (Verlust des Signals) der Chirurg unter Abwägung der Risiken, die weitere Operation beenden kann, um eine beidseitige Verletzung der Stimmbandnerven zu vermeiden.

Neuromonitoring:

Das intraoperative Neuromonitoring ist eine Methode zur Identifizierung des Stimmbandnervs während der Operation. Dabei werden Nadel– bzw. Tubuselektroden in bzw. an der die Stimmbandmuskulatur platziert. Durch Reizstrom wird jede Muskeltätigkeit der Stimmbänder angezeigt, und der Verlauf des Stimmbandnervs kann genau verfolgt werden.

Neuromonitoring ist nur ein zusätzliches Hilfsmittel für den Chirurgen und sollte nicht das alleinige Kriterium bei der Klinikwahl sein.

Das Risiko einer Verletzung des Stimmbandnervs hängt hauptsächlich von der Erfahrung des operierenden Arztes ab – je mehr durchgeführte Schilddrüsenoperationen, desto geringer ist das Risiko.

Mit Hilfe eines sogenannten Schnellschnittes lassen sich bösartige Zellen evtl. schon während der Operation nachweisen, so dass eine zweite Operation vermieden werden kann.

Schnellschnitt:

Beim Schnellschnitt werden verdächtige Knoten noch während der Operation (intraoperativ) fein geweblich untersucht. Sollten dabei Krebszellen gefunden werden, kann gleich weiter operiert und die ganze Schilddrüse sowie einige Lymphknoten entfernt werden.
Nicht jedes Karzinom lässt sich allerdings im Schnellschnitt feststellen, manchmal wird deshalb trotz Schnellschnitt eine zweite Operation notwendig.
Der Schnellschnitt ist eine weitere wichtige Diagnosemethode, er ersetzt jedoch nicht die präoperative Feinnadelpunktion.

Nach jeder Schilddrüsenoperation wird das gesamte entnommene Gewebe nochmals pathologisch untersucht.

Eine Komplettierungsoperation der Schilddrüse ist ggf. notwendig, wenn nach einer Teiloperation der Schilddrüse durch den Pathologen nach histologischer Aufbereitung des entnommen Schilddrüsenknotens ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wurde.

Bei allen Schilddrüsenkarzinomen wird eine Komplettierungsoperation in den Leitlinien empfohlen. Eine Ausnahme ist das unifokale papilläre Mikrokarzinom (kleiner 1cm), wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, perkutane Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen. Eine Komplettierungsoperation wird dann in den Leitlinien nicht empfohlen.

In der AWMF-Leitlinie zur Schilddrüsenoperation (maligne) aus dem Jahr 2012 wird bei follikulären Schilddrüsenkarzinomen bis zu einer Größe von 4 cm zwischen minimal-invasiven follikulären (Verzicht auf eine Komplettierungsoperation) und grob-invasiven follikulären Schilddrüsekarzinomen (Komplettierungsoperation empfohlen) in der Therapie unterschieden. Die amerikanischen und europäischen Leitlinien äußern sich hierzu nicht.

Zeitpunkt der Komplettierungsoperation
„Der operativ-technisch günstigste Zeitpunkt für eine prophylaktische Komplettierungsoperation ist innerhalb der ersten vier postoperativen Tage oder 3 Monate nach dem Primäreingriff gegeben. Bei fehlenden Hinweisen für residuelles [=restliches] Tumorgewebe stellt die nach 3 Monaten durchgeführte Nachoperation kein erhöhtes onkologisches Risiko dar.“ (AWMF 2012)

Wie lange ist man im Krankenhaus?

Die durchschnittliche Liegedauer beträgt 4 bis 5 Tagen. Bei einer Kompletiterungsoperation verlängert sich die Zeit entsprechend.

Tipp:
Was hilft gegen Ängste vor einer Operation?. Hrsg. durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), letzte Aktualisierung 2018


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 06.09.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung

Das Kapitel Operation stammt aus unserer Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung. Beobachten oder behandeln/operieren?
hier das Inhaltsverzeichnis
nächstes Kapitel: Nebenwirkungen der Schilddrüsenoperation


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 06.09.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Erfahrungsbericht einer Schilddrüsenoperation:
„Ich bin 42 Jahre alt und seit einigen Jahren kämpfte ich mit mir und der Angst vor der SD Operation.
Nun habe ich sie hinter mir und bin total erleichtert.
Am OP Tag musste ich morgens kurz vor 7 im KH sein und um 7:15 ging es schon in Richtung OP. Die OP hat dann allerdings fast 3 Stunden gedauert. Im Aufwachraum ging es mir dann auch schnell gut und ich konnte schnell wieder in mein Zimmer zurück.
Den OP Tag hab ich dann nicht so bewusst mehr wahrgenommen. Schmerzen an der Wunde hatte ich gar keine. Schlucken war sehr anstrengend und mir tat dann mein Genick doch sehr heftig weh.
Essen gab es dann gleich am nächsten Morgen und ich war erstaunt, dass ich doch so gut schlucken konnte. Schmerzen im Genick ließen dann auch nach ..ich konnte mich immer mehr bewegen und somit wurde auch das besser.
Drei Tage später war auf der Histologie Befund da….SD wurde komplett entfernt … das ahnte ich allerdings vorher…beim Vorgespräch hieß es…wie viel entfernt wird oder ob alles wird während der OP entschieden.
Links war ein ziemlich großer Knoten, und rechts ein kleiner der dann allerdings bösartig war….Das ich mich nun endlich zur OP endschieden hatte, war also das absolut richtige…
Normal hätte ich nach 3 Tagen entlassen werden können…es ging mir auch total gut…dann fing das Kribbeln und die Krämpfe an. Kalziumwert war tief im Keller. Dann fing es an….erst eine Infusion mit Calciumspritze half sofort, nur kam das Kribbeln wieder. Dann Calcium Brause, Frubiose, Infusion… zum Schuss AT 10…und der Wert ging auf und ab: Eine Woche hat mich das zusätzlich im KH gehalten.“
( Link innerhalb des ForumsThema (Thema: OP am 17.08.2012) )

Im Selbsthilfe-Forum unter Thema: OP am 17.08.2012

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 06.09.2021 von Harald W-Nummer: 1067

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Patientenleitlinie

Es gibt bislang keine deutschsprachige Patientenleitlinie

Ärztliche Leitlinien

  • AACE / AME / ETA Guidelines (2010): Thyroid Nodul; in ENDOCRINE PRACTICE Vol. 16
  • Cooper, D.S., Doherty, G.M., Haugen, B.R. et al. (2009):
    American Thyroid Association (ATA) Guidelines Taskforce on Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Revised American Thyroid Association management guidelines for patients with thyroid nodules and differentiated thyroid cancer. Thyroid (19): S. 1167-1214.
  • Pacini, F. et al. and the European Thyroid Cancer Taskforce
    (2006): European consensus for the management of patients with differentiated thyroid carcinoma of the follicular epithelium. European Journal of Endocrinology (154): S. 787-803.

Übersichtsarbeiten

Cochraine: Minimalinvasive Therapien von gutartigen Knoten (2014)

Weitere Quellen

Die Liegedauer beträgt 4,3 (± 4,3) Tage und die Krankenhaussterblichkeit bei Schilddrüsenoperationen liegt bei 0,1%;

Philipp Baum, et.al. Sterblichkeit und Komplikationen nach viszeralchirurgischen Operationen, Eine bundesweite Analyse basierend auf den diagnosebezogenen Fallgruppen der deutschen Krankenhausabrechnungsdaten, Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 739-46;
DOI: 10.3238/arztebl.2019.0739



Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 06.09.2021 von Harald W-Nummer: 1067

Leitlinie der American Thyroid Association (ATA): differenzierter Schilddrüsenkrebs 2015: Übersicht, Übersetzungen & Kommentare

(vorangehende Leitlinie: ATA-Leitlinie differenzierter Schilddrüsenkrebs 2009: Übersetzungen & Kommentare).

Es ist wie man sieht eine sehr umfangreiche Leitlinie von insgesamt 134 Seiten.

Ein Inhaltsverzeichnis findet man im Original auf Seite 6ff. Hier in Tabelle 5 sind die Empfehlungen aufgelistet und sind auch wesentliche Änderungen zur vorangehenden Leitlinie gekennzeichnet.

Hier in diesem Beitrag findet ihr ein noch vollständig angelegtes Inhaltsverzeichnis, in dem wir einzelne Übersetzungen (hier ist Mitarbeit gefragt) von einzelnen Empfehlungen verlinken, ähnlich wie bei der FAQ: ATA-Leitlinie differenzierter Schilddrüsenkrebs 2009: Übersetzungen & Kommentare.

Nicht autorisierte Übersetzungen für uns Patienten. Übersetzungen ohne Gewähr!!

Übersicht:

Kapital A: Schilddrüsenknoten

A11 Was ist die Rolle der Feinnadelpunktion(FNA). Interpretation der Zytologie, Molekularertests bei Patienten mit Schilddrüsenknoten.

A12 Zytologie kann nichtuntersucht werden
A13 gutartige (=benigne) Zytologie
A14 bösartige (=maligne) Zytologie
A15 unbestimmbare (=indeterminate) Zytologie ( AUS/FLUS, FN, SUSP)
A16 Rolle von Molekularen Tests
A17 AUS/FLUS in der Zytologie
(Matetrial in der Feinnadelpunktion mit unbestimmter Bedeutung/ Follikuläre Läsion von unklarer Bedeutung)
A18 follikuläre Neoplasie (FN)/Verdächtig bezüglich einer follikulären Neoplasie (SFN) in der Zytologie
A19 Krebsvertächtig SUSP) in der Zytologie
A20 Rolle der PET bei unbestimmbaren Ergebnissen in der Zytologie
A21 Welches ist die richtige Operation bei unbestimmbarer Zytologie
A22 Wie sollen Schilddrüsen mit mehreren Knoten beurteilt werden.
A23 Langzeit Nachsorge von Patienten mit Schilddrüsenknoten
(….)
A28Schwangere mit Knoten in der Schilddrüse

  • ….
  • R31Schwangere mit einem Ergebnis maligne oder unbestimmbar in der Zytologie der Feinnadelpunktion (FNA)

Kapitel B: Differenzierter Schilddrüsenkrebs (DTC): Initiales Therapiemanagement

B2 – Ziele der ersten Therapie
B3 – Rolle der Bild-Diagnostikat und von Blutwerten vor der Operation
B4 – Ultraschall des Halses

B17 – Was ist die Bedeutung der postoperativen Risikoklassifizierung?
siehe: Risikogruppen beim differenzierten Schilddrüsenkrebs
B25 – Wie soll die initiale Risikoeinschätzung über die Jahre modifiziert werden?

B33Postoperativer Tg-Wert als Entscheidungshilfe, ob RJT bei low-risk und intermediate-risk Patienten indiziert ist.
B36 – Was ist die Rolle der Radioiodtherapie nach einer Operation?

B40 Welche Aktivität von I-131 sollte zur Ablation von Restschilddrüsengewebe und als ergänzende Therapie appliziert werden?

  • R55 (Ablation)
  • R56(Verdacht auf mikroskopische Schilddrüsenkrebsrestzellen)

B45 Gibt es eine Rolle für die adjuvante perkutane Strahlentherapie oder Chemotherapie?

Kapitel C: Langzeit Nachsorge und Therapie des fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs

C1 Was sind die angemessenen Methoden in der Langzeit-Nachsorge
C5 Welche Bedeutung hat die Tg-Wert Bestimmung in der Nachsorge

  • R62
  • R63

C9 Bedeutung des Ultraschall und anderer Bilddiagnostik (Radioiod, SECT/CT, MRT, PET/CT) in der Nachsorge.
C10 Die Rolle des Ultraschalls in der Nachsorge
C11 Die Rolle der Radiojodiagnostik

C12 FDG-PET.
C13 CT und MRT
C14 Risiko Stratifikation nach Erfolg bzw. nicht Erfolg von Therapien für die langzeit Beobachtung und das Therapiemanagement
C15 Bedeutung der TSH-Unterdrückung

  • R70

C16 Was ist das beste Management von Patienten mit Fernmetastasen
C17 Was ist die optimale Behandlung mit einem lokalen Rezidiv (Behandlung eines Rezidivs im Hals (Neck Dissection))

C23 Wie ist bei einem Eindringen des Tumors in den Bereich der Luft- oder Speiseröhre das operative Vorgehen?

C25 Welche Aktivität von I-131 zur Behandlung von regionalen oder Fernmetastasen (siehe auch I-124-PET – Übersichtsartikel)
C26 rhTSH zur Vorbereitung der Radioiodtherapie bei Metastasen (R74 u. R75)

C29 Behandlung von Lungenmetastasen

  • R77 Radioiodtherapie bei kleinen Mikrometastasen in der Lunge
  • R78 Radioiodtherapie bei großen Lungenmetastasen

C30 Behandlung von Knochenmetastasen

C31 Wann sollte eine empirische Radioiodtherapie (RIT) in Betracht gezogen werden, bei Tg-Positiven und negativen Ganzkörperszinti nach Radioioddiagnistik (RID)

  • R80 Beobachten oder Indikation für RIT
  • R81 Empirische Aktivität (100-200 mCi) oder Dosimetrie und Abwägung zu Langzeit Risiken; radioiodrefraktärer Schilddrüsenkrebs
  • R82 Wiederholung der RIT bei Erfolg

C32 Management von Komplikationen der RIT
….
C36 Definition des radioiodrefraktären Schilddrüsenkrebs
(siehe auch Bundesweites Register für seltene Tumore der Schilddrüse)
….
C39 Behandlung von Gehirnmetastasen
C40 Welche Patient*innen sollen für klinische Studien ausgewählt werden?
C41 Die Bedeutung von systemischen Therapien
C47 Substanzen gegen Knochenmetastasen

  • R101

Kapitel D: Zukünftige Forschungsfelder

D2 – Optimierung von molekularen Markern, Prognose und gezielter Therapie
….
D9 – Nachsorge der geheilten Schilddrüsenkrebspatienten (Survivor)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 13.08.2021 von Harald W-Nummer: 563

Knoten der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse kommen relativ häufig vor.

Schilddrüsenkrebs ist hingegen eine seltene Erkrankung.

Um gute von bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden braucht es ein gute Diagnostik.

Eine Einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenknoten – Diagnostik

Welcher Schilddrüsenkrebs, welche Therapie?

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.

Eine einfache Erklärung findet sich hier: Schilddrüsenkrebs

Was ist eine Leitlinie, was ist eine Richtlinie?

In Leitlinien ….


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Differenzierter Schilddrüsenkrebs |