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L-Carnitin zur Minderung von Überfunktions-Symptomen

Titelbild der Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben!

Dies ist das Kapitel 2.4 unserer Broschüre:

Mit Schilddrüsenhormonen leben.
Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

Über das Inhaltsverzeichnis kommt man zu den einzelnen Kapiteln der Broschüre.


Diese Broschüre sowie anderes Infomaterial werden kostenfrei versandt: Infomaterial.

Berlin, 2020

L-Carnitin zur Minderung von Überfunktions- Beschwerden?

Exkurs: L-Carnitin zur Minderung von Überfunktions-Symptomen

Bei Patient*innen, bei denen eine leichte Schilddrüsenüberfunktion gewollt ist und die unter den Beschwerden dieser Überfunktion leiden, sollte zunächst mit Hilfe der Fachärzt*innen und unter Abwägung der Risiken die Dosis der Schilddrüsenhormone geringfügig reduziert werden (siehe vorangehendes Kapitel). Führt dies nicht zur Linderung der Beschwerden, so kann auf experimenteller Ebene die Abendeinnahme der Schilddrüsenhormone versucht werden, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen.

Führt auch dies nicht zur Linderung der Beschwerden, so besteht ebenfalls auf experimenteller Ebene die Möglichkeit mit L-Carnitin die Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion zu lindern. Die Wirkung der Schilddrüsen-Hormone auf den TSH-Wert wird dadurch nicht beeinflusst.

L-Carnitin ist eine Aminosäure, die vor allem im Fleisch vorkommt und die auch vom Körper selbst hergestellt wird.

L-Carnitin ist als Nahrungsergänzungsmittel äußerst umstritten, da es als Schlankmacher und Muskelaufbaupräparat in Bodybuilding Studios vor allem vermarktet wurde und wird. Kontrollierte Studien gibt es zu diesen Behauptungen nicht.

Zu bedenken ist vor allem auch, dass es keine Studien gibt, die die Auswirkungen der Gabe von L-Carnitin über einen längeren Zeitraum auf den Schilddrüsenhormonstoffwechsel untersuchten. Die Einnahme von L-Carnitin sollte daher immer auch in Absprache mit den Fachärzt*innen erfolgen.

Es ist immer ratsam, die Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion zunächst auf andere Weise anzugehen.

Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben! – Inhaltsverzeichnis


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 18.06.2025 von Harald | W-Nummer: 431619

Das war das letzte Kapitel unserer Broschüre.

vorangehendes Kapitel: Wiki: Individualisierte TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

Alle Kapitel unserer Broschüre erreicht man über das Inhaltsverzeichnis

Titelbild der Broschüre: Mit Schilddrüsenhormonen leben!
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Broschüre:
Mit Schilddrüsenhormonen leben!
Ein Ratgeber, was bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen zu beachten ist.

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.

Alle Kapitel und mehr Informationen können über das Inhaltsverzeichnis gelesen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Funktion der Schilddrüse

3. Einnahme von Schilddrüsenhormonpräparaten

3.1 Welche Schilddrüsenhormonpräparate gibt es?

3.2 Schilddrüsenhormoneinstellung und Blutwerte

3.3 Beschwerden einer Über- oder Unterdosierung

3.4. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln

4. Individualisierte TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

5. Quellen

6. Verzeichnisse

7. Glossar

8. Selbsthilfe-Adressen

9. Broschüren/Infomaterial (Bestellformular)

Unserer Infomaterialien sind kostenfrei bestellbar.


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 18.06.2025 von Harald | W-Nummer: 431619

Erfahrungsbericht: L-Carnitin zur Minderung von Überfkunktionsbeschwerden

Hallo,
ich nehme nun seit zweieinhalb Wochen eine Kapsel täglich vom L-Carnitin (250 mg) auf Anraten meiner Nuk-Ärztin. Es wirkt auch schon in dieser Menge, zumindest bei mir und mein Herzrasen und meine Schwitzanfälle sind weitgehend verschwunden… Meine Ärztin meint, langsam rantasten an die Dosis und noch nicht mit 2 g gleich anfangen. Wenn weniger wirkt ist es umso besser. Das Mittel ist nämlich noch völlig unerforscht, warum es wirkt und welche Nebenwirkungen auftreten können bei längerer Einnahme, laut ihrer Aussage. Da ist vielleicht Vorsicht das Beste und wenn weniger hilft, ist es doch gut! Probier‘ es doch einfach mal aus.

Wink

Gute Besserung !

Tvista Antwort auf: Exkurs: L-Carnitin zur Minderung von Überfunktions-Symptomen

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Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 18.06.2025 von Harald | W-Nummer: 431619

Ausführlich

L-Carnitin ist eine Aminosäure, die vor allem im Fleisch vorkommt und die auch vom Körper selbst hergestellt wird.
Carnitin wird für den Transport von Fettsäuren in die Mitochondrien benötigt, wo diese zur Energiegewinnung gebraucht werden. Außerdem bindet es überschüssige, langkettige Fettsäuren, die so über die Niere ausgeschieden werden können.

L-Carnitin ist als Nahrungsergänzungsmittel äußerst umstritten, da es als Schlankmacher und Muskelaufbaupräparat in Bodybuilding Studios vor allem vermarktet wurde und wird. Kontrollierte Studien gibt es zu diesen Behauptungen nicht.

Leistungsportler nehmen in der Regel – sofern sie nicht eh alles mögliche schlucken – denn auch kein zusätzliches L-Carnitin zu sich, sondern essen eher täglich Fleisch. Reine Vegetarier dürften hingegen eher weniger Carnitin zur Verfügung haben.

Damit der Körper selber L-Carnitin herstellen kann braucht er Vitamin C, B6, B12, Niacin und Folsäure. Bei einer Lebercirrhose oder und chronischer Niereninsuffizienz (geschwächte Nierenfunktion) besteht gleichfalls ein L-Carnitin-Mangel (Gärtner 2004, S. 65).

Hinweis
Billige Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet und auch aus Drogeriemärkten werden oft nicht ausreichend kontrolliert dahingehend, was die Hersteller alles noch dazu fügen. Gerade bei dem als „Fettverbrenner“-Beworbenen L-Carnintin sollte man achtgeben. Ein qualitiativ gute Studie, dass L-Carnintin Fett verbrennt, gibt es übrignes bislang nicht.

Siehe auch: Review: Nahrungsergänzungsmittel u. Schilddrüsenhormone.

L-Carnitin sollte man mit Absprache des Arztes nehmen, und wohl auch besser aus der Apotheke beziehen.

L-Carnitin wird auch von der Krankenkasse bezahlt, wenn ein L-Carnitin-Mangel durch den Arzt im Blut festgestellt wird.

Und vielleicht sollte man, wenn man an den Überfunktionssymptomen leidet (Wobei immer zuerst auch die Hormoneinstellung überprüft werden sollte; siehe hierzu Wiki: Individualisierte TSH-Unterdrückung beim differenzierten Schilddrüsenkrebs), auch erst mal schauen, ob es kleinere Mengen L-Carnitin auch tut, oder auch nur eine Ernährungsumstellung, in der man/frau ausreichend Fleisch zu sich nimmt.

Studien

Achtung dies ist nur eine Auswahl von Studien. Um evidenzbasierte Aussagen machen zu können, ist es notwendig die Literatur-Datenbanken systematisch zu durchsuchen und in Evidenz-Tabellen auszuwerten. In hochwertigen Leitlinien wird dies gemacht, darum verweisen wir in erster Linie auf Leitlinien und nicht auf einzelne Studien.

  • Benvenga, S. et al.: Usefulness of L-Carnitine, a natural occuring peripheral antagonist of thyroid hormone action, in iatrogenic hyperthyroidism: A randomized, double blind, placebo-controlled clinical trial. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolismus Vol. 86, S. 3579–3594, 2001 (Abstract) Freier Artikel
    In dieser Placebo-kontrollierten Studie an 50 Frauen, die gutartige Knoten in der Schilddrüse hatten und einen unterdrücktem TSH, konnten italienische Forscher aus Messina zeigen, dass durch die Gabe von L-Carnitin sowohl typische Symptome der (leichten) Überfunktion gemindert werden als auch einzelne Blut-Werte verbessert werden konnten
    Es konnte gezeigt werden, dass bei einer Gabe von 2 bzw. 4g L-Carnitin täglich (2g zeigten den selben Effekt wie 4g) typische Symptome der Schilddrüsenüberfunktion verschwanden bzw. gemindert wurden:
    • Nervosität
    • Schlaflosigkeit
    • Tremor (Muskelzittern)
    • Tachykardie (beschleunigter Puls,)
    • Palpitation (Herzklopfen, Herzrasen)
    • Gewichtsverlust

      Ferner zeigte sich, dass L-Carnitin ein positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel hat sowie auf weitere Blut-Werte.

      Man geht davon aus, dass L-Carnitin ein Gegenspieler der Schilddrüsenhormone ist und als solches verhindert, dass die Schilddrüsenhormone in den Zellkern der Leberzellen, Nervenzellen und Fibroblasten (im Bindegewebe vorkommende Zellen) gelangen.
      Obgleich L-Carnitin außerhalb der Schilddrüse ein Gegenspieler der Schilddrüsenhormone ist, hat es keinen Einfluss auf den Regelkreis der für die TSH-Ausschüttung zuständig ist. Dies ist für uns Schilddrüsenkrebspatienten sehr wichtig, da ja der TSH-Wert unterdrückt bleiben soll.

      Gärtner schlägt nun eben auch für uns Schilddrüsenkrebspatienten, die unter Überfunktions-Symptomen leiden, eine ergänzende „adjuvante Substitution mit 2g L-Carnitin pro Tag“ vor. Auch habe L-Carnitin bislang „keine negativen eher positive Wirkungen, vor allem bei Vorliegen einer Herzerkrankung.“

      Eingeschränkt wird diese Aussage allerdings dadurch, dass es noch keine Untersuchung gibt, wie sich bei Gesunden die Gabe von L-Carnitin auf den Schilddrüsenstoffwechsel auf Dauer auswirkt.
      Gärtner, Roland: Neue Therapien in der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen – Was ist belegt? in: Schilddrüse und Arzneimitteltherapien. Probleme und offene Fragen. Referate des Wiesbadener Schilddrüsensymposium 2004. Hrsg. von K.-M.Derwahl und J.Spit. UMD Medizin Verlag Berlin 2004 (Buch ist vergriffen, ein unfertiges Manuskript dieses Buches gibt es als PDF online)

Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Schilddrüsenhormonsubstitution | Letzte Aktualisierung: 18.06.2025 von Harald | W-Nummer: 431619

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