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Surrogatparameter(Synonym: Surrogatmarker)

sind Blutwerte oder auch andere diagnostische Werte, mit denen Mediziner versuchen, den Ausbruch einer Krankheit vorherzusagen, den Verlauf und die Schwere einer Krankheit zu beschreiben oder auch den Erfolg einer Behandlung zu kontrollieren. Dieses Ansinnen ist sehr vernünftig, wenn es sich um langsam fortschreitende Krankheiten handelt und wenn durch die Kontrolle der Surrogatparameter weniger invasive und körperlich belastende diagnostische und therapeutische Behandlungen vermieden werden.
Die Tumormarker Thyreoglobulin und Calcitonin sind solche Surrogatparameter.
Surrogatparameter werden durch die moderne Evidenzbasierte Medizin (EBM) heftigst kritisiert, weil die Surrogatparameter oftmals nicht mit dem wirklichen Krankheitsverlauf übereinstimmen. Die EBM fordert daher, dass über Fragebögen, die Lebensqualität und Zufriedenheit der Patient*innen erfragt und gemessen weriden; siehe dazu PROMs und PREMs;
siehe auch Evidenzbasierte Medizin (EBM) - Was sind patientenrelevante Endpunkte?
sowie FAQ: Lebensqualität und Schilddrüsenwerte im Blut.

Letzte Aktualisierung: 05.05.2022
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accelerated approval

= beschleunigte Zulassung; die accelerated approval durch die us-amerikanische Zulassungsbehörde FDA geschieht, wenn ein beträchtlicher Zusatznutzen vermutet wird. Die Zulassung basiert dabei einzig auf Daten von Surrogatparametern (z.B. Verringerung der Tumorgröße) und nicht auf Patienten relevanten Endpunkten (z.B. Lebensverlängerung oder Reduzierung von Schmerzen).
Die beschleunigte Zulassung bedarf jedoch noch weiterer Phase-IV-Bestätigungsstudien.
Die beschleunigte Zulassung sowie das europäische Pendant das Conditional Marketing Authorisation sind in der Evidenzbasierten Medizin (EbM) umstritten, weil nur Surrogatparameter für die Zulassung herangezogen werden und doppelt-verblindete, randomisierte Studie (RCT) mit der höchsten Evidenz erschwert bzw. unmöglich gemacht werden.
Siehe auch:

Letzte Aktualisierung: 01.10.2021
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biochemisch unvollständiges Ansprechen der Therapie(BIR)(Synonyme: biochemisch inkompletten Ansprechen, biochemical incomplete response)

ist eine Risikoeinstufung für das Auftreten eines Rezidivs nach einer ersten Therapie, wenn kein Tumor mehr in der Bilddiagnostik nachweisbar ist, jedoch ein Tumormarker über einem Grenzwert liegt, dass ein Rezidiv sehr wahrscheinlich ist.

Früher wurde auch der Begriff biochemical disease (biochemische Krankheit) benutzt, dieser Begriff führt jedoch oft zur Übertherapie, weil es sich nur um Laborwerte (= Surrogatparameter) handelt mit einem bestimmten Risiko für eine Erkrankung bzw. Rezidiv.

Veröffentlicht am 24.01.2022
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Blutwerte

Fast alle Blutwerte, die man in einem Labor bestimmt, sind Surrogatparameter für das Befinden der Patient*innen, da die meisten Substanzen, z.B. Hormone nicht im Blut wirken, sondern in den verschiedenen Körperzellen. Die Bestimmung in diesen Körperzellen würde jedoch vielfach invasivere Methoden erfordern bzw.dürften gar unmöglich am Lebendenobjekt zu bestimmen sein;
siehe dazu FAQ: Lebensqualität und Schilddrüsenwerte im Blut

Veröffentlicht am 30.09.2021
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Conditional Marketing Authorisation(CMA)

Wenn eine Therapie bei einer schwerwiegenden Krankheit, wo es keine anderen therapeutischen Optionen gibt, einen beträchtlicher Zusatznutzen vermuten lässt, kann die EMA bereits auf Grund der Basis von Phase I und II -Studien eine bedingte Marktzulassung erteilen.
Durch die us-amerikanische Zulassungsbehörde FDA gibt es die beschleunigte Zulassung (=accelerated approval).
Diese beiden Zulassungsverfahren sind in der Evidenzbasierten Medizin (EbM) umstritten, weil nur Surrogatparameter für die Zulassung herangezogen werden und doppelt-verblindete, randomisierte Studie (RCT) mit der höchsten Evidenz erschwert bzw. unmöglich gemacht werden.

siehe auch Zulassung von Arzneimitteln (übergeordneter Beitrag)

Veröffentlicht am 23.08.2021
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humoral(Synonym: humores)

= Körpersäfte; ein humoraler (lat.: humores) Tumormarker ist einer der über das Blut oder andere Körperflüssigkeiten bestimmbarer Marker, um Verlauf und Schwere einer Krebserkrankung zu bestimmen. siehe auch Surrogatparameter

Veröffentlicht am 30.09.2021
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Lebensqualität(QOL, QoL)(Synonym: quality of life)

wird im englischen Studien mit QOL (quality of life) abgekürzt. Gute Medikamenten- und Therapiestudien sollten immer auch die Lebensqualität der Patient*innen erheben (siehe PROMs), oftmals werden jedoch nur Surrogatparameter erhoben. Es gibt dann noch Studien, die sich ganz speziell um die Lebensqualität einer Therapie / Krankheit kümmern:

Letzte Aktualisierung: 05.05.2022
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Objective Response Rate(ORR)

deutsch: objektive Ansprechrate ist ein Surrogatparameter der von den Zulassungsbehörden (FDA bzw. EMA) definiert wird, als ein Anteil der Patient*innen mit objektiviertem Ansprechen (nach zuvor definierter Vorgaben, z.B. RECIST-Kriterien, mit denen das Wachstum und das Ansprechen von Tumoren auf Therapien dokumentiert wird.)
(Quelle: FDA: Clinical Trial Endpoints for the Approval of Cancer Drugs and Biologics Guidance for Industry; Dezember 2018)

Letzte Aktualisierung: 05.10.2021
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Patient Reported Outcome Measures(PROM, PROMs)

sind Rückmeldungen der Patient*innnen zu ihrem Gesundheitszustand, zu ihrer Lebensqualität. Dies geschieht meist über allgemeine und krankheitsspezifische Fragebögen. Ergänzt werden können diese durch Patient-Reported Experience Measures (PREMs). Von der evidenzbasierten Medizin werden PROMs für die Nutzenbewertung von Therapien eingefordert, da Blutwerte oder z.B. Tumorwachstum (PFS) lediglich Surrogatparameter für die Lebensqualität sein können.

Veröffentlicht am 05.05.2022
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progression-free survival(PFS)

ist die  Zeit vom Beginn einer Studie bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Tumor weiter wächst. PFS ist ein Surrogatparameter wie ein Tumormarker im Blut. Ob eine Tumor gewachsen ist, wird nach den RECIST-Kriterien beurteilt.
siehe dazu FAQ-Hilfe: EBM - Was sind patientenrelevante Endpunkte?.

Veröffentlicht am 30.09.2021
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Response Evaluation Criteria in Solid Tumors(RECIST)

Mit den RECIST-Kriterien soll das Wachstum und das Ansprechen von Tumoren auf Therapien in Studien dokumentiert werden.
Im Jahr 2009 wurde die neue RECIST-Leitlinie (Version 1.1.) veröffentlicht:
New response evaluation criteria in solid tumours:
Revised RECIST guideline (version 1.1);
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine RECIST-Leitlinie herausgegeben zur "Genehmigungsbedürftigkeit radiologischer Untersuchungen zu Therapie-Monitoring und Follow-Up bei palliativen medikamentösen Therapien in der Onkologie".
Eine Veränderung des Tumorwachstum nach RECIST ist auch nur ein Surrogatparameter und kann patientenrelevante Endpunkte in Studien nur sehr eingeschränkt ersetzen (siehe: FAQ-Hilfe: EBM - Was sind patientenrelevante Endpunkte?).

Veröffentlicht am 30.09.2021
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Schulmedizin

dieser Begriff wird oft abfällig von Anhänger*innen der alternativen Medizin benutzt, im Sinne die Schulmedizin sei eine nicht-ganzheitliche Medizin, welche die Bedürfnisse der Patient*innen nicht berücksichtige. Kritiker der alternativ Medizin benutzen daher lieber den Begriff evidenzbasierte Medizin (EbM), um darauf zu Verweisen, dass ein Nutzen über Studien nachgewiesen ist, und jederzeit über qualitativ bessere Studien in Frage gestellt werden kann, in dem der Nutzen über patientenrelevante Endpunkte und nicht über Surrogatparameter nachgewiesen ist; siehe auch Forenthema: FAQ-Hilfe: EBM – Was sind patientenrelevante Endpunkte?

Veröffentlicht am 14.12.2021
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Tumormarker

sind Stoffe, die Rückschlüsse auf das Vorhandensein bzw. den Verlauf von (bösartigen) Tumoren ermöglichen: siehe Thyreoglobulin für den differenzierten Schilddrüsenkrebs (DTC) und Calcitonin für das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC).
Tumormarker sind Surrogatparameter und stehen in der Kritik der Evidenzbasierten Medizin (EBM)

Veröffentlicht am 22.09.2021
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