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Fallberichte: Everolimus bei ATC (Wagle 2014 und Harris 2019)

Fallberichte: Everolimus bei ATC (Wagle 2014 und Harris 2019)

| Beitrags-ID: 254280

Fallberichte: Everolimus beim anaplasitschen Schilddrüenkrebs (=Anaplastic Thyroid Cancer = ATC)

Hallo,

Einzelfallberichte sind immer mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Die angesehene medzinische Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ hat in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober 2014 erneut einen Fallbericht zu einem anaplasitschen Schilddrüsenkarzinom beschrieben.

 

(siehe Fallbericht: Vemurafenib beim anaplastischen SD-Krebs 2013)

Everolimus ist ein mTOR-Inhibitor (Handelsnamen: Certican®, Zortress® und Afinitor® – zugelassen u.a. für die Behandlung von Nierenzellkarzinom und Pankreaskrebs).

Everolimus hat bei der Patientin anfänglich sehr gut gewirkt, später jedoch entwickelte sich eine Resistenz und die Patientin ist am anaplastischen Schilddrüsenkrebs gestorben.

Die Autoren des Fallberichts um Nikhil Wagle, M.D. von der Dana–Farber Cancer Institute and Harvard Medical School, Boston, haben den Tumor nach dem Tod der Patientin genauer untersucht, und haben dabei zwei neue Mutationen entdeckt: Eine die verantwortlich gemacht wird, dass die Frau relativ lange unter Everolimus lebte, und eine die zur Resistenz gegenüber Everolimus führte.

Die Patientin war 2010 erkrankt und der Tumor breitete sich trotz Operation, Bestrahlung und Chemotherpie in der Lunge aus. Nach Beginn mit der Behandlung mit Everolimus schrumpfte der Tumor bis auf einen kleinen Rest und blieb so 18 Monate stabil, bis er wieder wuchs und dann zum Tode führte.

Es wurde wiederholt die DNA untersucht (Sequenzierung). Zu Beginn der Krankheit fand man eine Mutation, die zeigte, dass der Krebs empfindlich auf Everolimus reagieren würde (eine Mutation des TSC2-Gen, welche mTOR negativ reguliert). Nach dem die Resistenz auftrat wurde erneut die DNA untersucht, und man fand eine weitere Mutation, die verantwortlich war, dass Everolimus nicht mehr wirkte.

Kommentar:

Der Fallbericht macht deutlich, dass ein Fortschritt in der Behandlung des anaplastischen Schilddrüsenkarzinom nur möglich ist, wenn die Patienten in Zentren behandelt werden.

Viele Grüße
Harald


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  • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Jahr, 12 Monaten von Harald.
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Antwort auf: Fallberichte: Everolimus bei ATC (Wagle 2014 und Harris 2019)

| Beitrags-ID: 415322

Hallo,

es gibt eine weitere Fallserie von 4 Patienten und einer Patientin mit anaplastischem Schilddrüsenkrebs, die auf experimentelle Ebene Everolimus bekommen haben:

Everolimus in Anaplastic Thyroid Cancer: A Case Series
Ethan J Harris, et. al.
in: Front Oncol  2019 Feb 26;9:106. doi: 10.3389/fonc.2019.00106. eCollection 2019.
PMID: 30863722  DOI: 10.3389/fonc.2019.00106

Dies ist eine retrospektive Auswertung. Bei 3 von 5 Patient*innen zeigte Everolimus eine Wirkung.

Zwei hatten eine Stabilisierung der Erkrankung für 3,7 und 5,9 Monate. Ein Patient hatte gar einen partiellen Rückgang für die Dauer von 27,9 Monaten.

Bei zweien dieser Patient*innen konnte Aktivierung des PIK3/mTOR Signalwegs nachgewiesen werden.

Das Alter der 5 Patient*innen war zwischen 62 und 79 Jahre.

Drei hatten schon Fermetastasen bei der Diagnose, zwei ein lokalen Tumor der nicht mehr chirurgisch entfernt werden konnte. Eine Patientin hatte auch ein papilläres Schilddrüsenkarzinom.

Zwei Patienten wurden vor Everolimus mit einer simultanen Chemotherapie mit Carboplatin mit  Paclitaxel und einer Strahlentherapie behandelt.

Ein Patient hatte vor 12 Jahre ein papilläre Schilddürsenkarzinom bevor es zu einem anaplastischen wurde, und wurde zu Beginn mit einer Radioiodtherapie behandelt.

Das mittlere Überleben dieser 5 Patient*innen betrug 7,4 Monaten .

Aufgrund dieser Ergebnisse, gehen die Autor*innen dieser Studie davon aus, dass es gerechtfertig ist weitere Studien mit Everolimus bei Patient*innen zu machen, deren Schilddrüsenkrebs eine Aktivierung des  PIK3/mTOR Signalwegs haben.

Viele Grüße,

Harald

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