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Diagnose SD-Krebs Arbeitgeber mitteilen?

Wish
Nutzer*In

Diagnose SD-Krebs Arbeitgeber mitteilen?

| Beitrags-ID: 456550

Hallo zusammen,

ich habe meine Diagnose, papilläres SD-Karzinom, im Nov 2023 erhalten. Eine Hemi-Thyreoidektomie wurde Mitte Januar 2024 durchgeführt. Nun hat man festgestellt, dass die Kapsel doch infiltriert wurde und die Rest-Thyreoidektomie erforderlich ist.

Das bedeutet einen wiederholten Krankenhausaufenthalt und im Falle einer anschl. Radiojodtherapie ein weiterer Ausfall. Nun überlege ich, ob es eine gute Idee wäre meinen Arbeitgeber darüber aufzuklären.

Einerseits möchte ich nicht, dass sich der AG irgendetwas zusammenreimt und mir vielleicht eine schlechte Arbeitsmoral unterstellt oder kündigt – vor allem da ich vor einigen Monaten wegen starker Überlastung (unter dem alten Chef) meine leitendende Position aufgegeben habe. Andererseits befürchte ich, dass die Offenheit über mein SD-Karzinom zum Nachteil ausgelegt werden kann.

Wie seid ihr damit umgegangen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

LG, Wish

Julian
Moderator

Antwort auf: Diagnose SD-Krebs Arbeitgeber mitteilen?

| Beitrags-ID: 456570

Hi Wish,

ich habe die Diagnose offen kommuniziert und auch Rückschläge mit erneuten Krankenhausaufenthalten gemeinsam besprochen. Ich denke grundsätzlich, dass es sinnvoll ist offen zu kommunizieren, da dann alle Beteiligten wissen um was es geht.

Offiziell bist du bei einem elektiven (geplanten) Krankenhausaufenthalt nicht „arbeitsunfähig“, sprich der Hausarzt stellt keine AU aus, sodass der Arbeitgeber lediglich eine formlose Information von deiner Seite und ggf. im Verlauf eine Liegebescheinigung benötigt. Eine elektrische Information wie bei der eAU erfolgt meines Wissens nach noch nicht.

Sofern du aus der Probezeit bist und dein Betrieb über 10 Vollzeitmitarbeiter hat genießt du in der Regel einen Kündigungsschutz. Rechtlich kann das aber sehr hässlich werden und im Zweifel würde ich versuchen einen Rechtsstreit zu vermeiden.

Dein Arbeitgeber hat grundsätzlich aber keinen Anspruch zu wissen was dir fehlt, kann im Zweifel aber eine Prüfung über den medizinischen Dienst der Kassen (MDK) verlangen. In diesem wird dir meiner Einschätzung nach aber problemlos eine zeitweise Arbeitsunfähigkeit attestiert.

Kurz: Wenn du ein gutes Verhältnis hast würde ich es teilen. Wenn du berechtigte Sorgen hast vor einer negativen Auswirkung darfst du es bei einer formlosen Information der krankheitsbedingten Abwesenheit belassen.

Die Chancen stehen ja generell sehr gut, dass das nur noch eine – zugegeben etwas längere – Arbeitsunfähigkeit hast, da nach der vollständigen Entfernung in der Regel eine Hypothyreose vor der Radiojodtherapie erzwungen wird und diese in den Wochen nach der OP meist direkt erfolgt. Bei mir war es nach ca. 3 Wochen, nach 5 Wochen war ich wieder arbeiten.

Liebe Grüße

Julian

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Antwort auf: Diagnose SD-Krebs Arbeitgeber mitteilen?

| Beitrags-ID: 456608

Hallo,

in Ergänzung zu Julian. Eine Radioiodtherapie muss nicht mit einer Schilddrüsenuntefunktion (Hypotherose) durchgeführt werden, sondern auch mit zwei Spritzen rhTSH (Handelsname: Thyrogen). Man nimmt dabei nach der Schilddrüsenoperation bereits Schilddrüsenhormone.

Der Vorteil ist nicht nur, dass man vor der Radioiodtherapie keine Schilddrüsenunterfunktion hat,  sondern auch nach der Radioiodtherapie in der Regel schneller wieder das alte Aktivitätsniveau erreicht.

Zu Bedenken ist allerdings immer, dass die statistische Werte sind. Es gibt Betroffene, denen macht die Schilddrüsenunterfunktion kaum Beschwerden, und andere wiederum, die auch mit rhTSH länger brauchen, bis sie wieder voll einsatzfähig sind. In der Regel wird jedoch die Radioiodtherapie mit rhTSH besser vertragen.

Wichtig ist bei der Information des Arbeitsgebers, diesen auch darüber auzuklären, dass Schilddrüsenkrebs nicht mit anderen Krebsarten zu vergleichen ist und gut zu therapieren ist.

Viele Grüße

Harald

 

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