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OP Entscheidungsschwierigkeiten – 2 Kalte Knoten

Stine
Gast

Hallo, ich (43) habe im April durch Zufall (Heiserkeit beim Singen) bemerkt, dass ich auf meiner linken Halsseite eine kleine Verdickung habe. Mein Hausarzt hat dann bestätigt, dass es sich um 2 kalte Knoten in der Schilddrüse handelt. Diese wurden daraufhin zweimal untersucht, zuerst im Mai und dann nochmal im September, da ich mich nicht gleich nach dem ersten Befund operieren lassen wollte.

Im zweiten Befund hieß es dann wir folgt:

SonographieTSH normal, Gesamt-Volumen 12,5ml, links 5, rechts 7,5, Isthmus 4mm (normal), 1 SD-Knoten im mittleren linken SD-Lappen (echoarm ohne nennenswerten Randsaum, 2,0ml, im Mai noch 1,4ml), daneben cranial auch links 1 Knoten (echoreich-echoarm mit Verkalkungen* gegenüber dem umgebenen Gewebe schlecht abgegrenzt, 2,2ml, im Mai noch 1,5ml), Das paranoduläres Gewebe zeigt eine inhomogene, echanormale Binnenstruktur, keine vergrößerten Lymphknoten

*Anmerkung. Ich habe nicht herausfinden können, ob es sich hierbei um Microkalk handelt. Die untersuchende Ärztin ließ keine Fragen zu.

Die Szintigrafie zeigt eine inhomogene Traceraufnahme. Umschriebene heiße Areale lassen sich nicht abgrenzen. Die Knoten sind bei geringer Speicherung insgesamt als kalt einzustufen. Technikum-99m Uptake 0,93% (re 0,52%, li 0,41%)

Bei einer zusätzlichen Tc-99m MIBI war ein Knoten Tc-99 MIBI positiv.

Daraufhin wurde erneut die Links-Hemi-TE (mit Schnellschnittuntersuchung) empfohlen.

Eine Feinnadelpunktion wollte die Ärztin nicht durchführen, da „beide Knoten songrafisch nicht ganz unauffällig und auch dicht nebeneinander liegen.“

Der Chirurg, der beide Befunde las, möchte noch dieses Jahr operieren. Doch immer wieder hört man, dass zuviel operiert wird und unnötig. Ich soll die Entscheidung fällen und verantworten, kann aber nicht einschätzen, ob ich den Empfehlungen einfach folgen soll oder nicht, ob es nicht noch vorher andere Untersuchungsmöglichkeiten gibt oder man noch länger warten könnte. Sind die Knoten in den letzten 4 Monaten zu schnell gewachsen? Momentan funktioniere ich ohne Medikamente. Nach der OP werde ich um eine lebenslange Einnahme dieser nicht mehr herumkommen. Und sollten meine Schweißausbrüche, die ich seit einem Jahr während meiner Tage habe, mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen? Ich dachte, das sind normale Veränderungen im Alter. Nun schleppe ich die Entscheidung schon ein halbes Jahr mit mir rum und bin mir immernoch nicht sicher, dass ich mit der OP den richtigen Schritt mache.

Hat jemand dazu ein paar hilfreiche Gedanken oder Erfahrungen, wie mit solch einem Befund umzugehen ist?

Vielen Dank im Voraus!

Bianca
Teilnehmer

Hallo Stine,

herzlich willkommen im Forum!

Deine Bedenken kann ich voll und ganz nachvollziehen. Eine Operation ist immer ein Einschnitt und lässt sich nicht rückgängig machen. Bei der Entscheidung kann ich Dir leider nicht helfen, die wirst Du ganz allein treffen müssen.
Kennst Du unsere Broschüre zu dem Thema bereits?

Broschüre: Knoten der Schilddrüse. Beobachten oder behandeln/operieren?

Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenhormone | SD-Krebs
Eventuell hilft Dir dies bereits ein wenig weiter.

Hier im Forum wirst Du hauptsächlich auf Betroffene nach Schilddrüsenkrebs treffen, insofern ist die Chance hoch, hier OP-Empfehlungen zu erhalten.

Wie haben sich denn Deine Beschwerden entwickelt? Ist nicht bereits die Heiserkeit und die Verdickung für Dich persönlich ein OP-Grund?

 

 

Viele Grüße
Bianca

  • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monaten von Harald. Grund: Formatierung korrigiert

Hallo,

vielleicht hilft dir dies noch:
Es soll nur die halbe Schilddrüse entfernt werden, und nur wenn der Verdacht auch Schilddrüsenkrebs sich bestätigt, die ganze Schilddrüse.

Die Feinnadelpunktion kann helfen, unnötige Operationen zu vermeiden.
Wie stark die Kriterien im Ultraschall sind, dass es Krebs sein könnte, kann ich nicht beurteilen.
Wurde ein TIRADS System angewandt?

Bei nur einer Schilddrüsenhälfte wirst du vermutlich auch von außen Schilddrüsenhormone zuführen müssen, aber ein groß Teil der Schilddrüsenhormone wird immer noch durch dein eigenes Organ produziert.

Viele Grüße
Harald

Stine
Gast

Liebe Bianca, Lieber Harald,

vielen Dank, ass ihr euch die Mühe macht mir zu antworten.

ja, ich merke, dass meine Stimme immer schnell heiser ist und ich mich tagsüber ständig räspern muss. Ich habe mich daran gewöhnt. Ansonsten bin ich bisher beschwerdefrei, abgesehen vom Schwitzen, was ja auch andere Ursachen haben kann.

Ich habe wiederholt versucht herauszubekommen, warum keine FNP gemacht wird. Die Antwort der Ärtzin habe ich ja geschrieben, kann sie aber nicht nachvollziehen.

Ich weiß nicht, ob die Ärzte das TIRADS System angewandt haben. Ich weiß nur, was in den Befunden steht. Selbst der operierende Arzt meinte nur, dass lt. Statistik 1 von 3en in meinem Fall Krebs sei, bei ihm im Krankenhaus 1er von 10.

Ich bin eher der Typ, der abwartet. Nun versuche seit 6 Monaten mehr über die Knoten herauszufinden und weiß nur, dass sie weiter gewachsen sind und alle Ärzte, die ich dazu befragen konnte, mir zur OP raten.

Ich habe mal selbst nachgeschaut, welche Kriterien den Krebsverdacht erhöhen.

  • echoarm (hypoechogen) – Ja, lt. Befund.
  • Mikroverkalkungen Verkalkungen – Verkalkung Ja, aber keine Aussage zu Microkalk im Befund
  • Fehlen eines Randsaums (Halo-Zeichen) – lt. Befund schlecht abgegrenzter Randsaum
  • unregelmäßige Form – keine Ahnung, keine Aussage im Befund
  • verstärkte Durchblutung (Hypervaskularität) – ich nehme an ja, da in der MIBI Sinti positiv?
  • Veränderungen benachbarter Lymphknoten – NEIN!
  • elastographisch hartes Gewebe (siehe Elastographie) Keine Ahnung, wurde mir nie gesagt!

Ich glaube, deshalb habe ich mich so schwer mit der Entscheidung. Ich kann die Lage nicht beurteilen und traue Ärzten aufgrund früherer Erfahrungen nicht mehr blind. Jetzt versuche ich ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob man mich hier nur in eine OP drängen möchte 8der Arzt will mich am 16.12.2021 operieren), oder ob ein wirkliches Risiko besteht, ob die Kriterien ausreichen, die OP zu rechtfertigen.

Ich danke euch auf jeden Fall für jede Meinung dazu.

Bianca
Teilnehmer

Liebe Stine,

woher kommst Du denn?

Vielleicht kann Dir hier jemand aus Deiner Region mit einem Tipp für eine*n Doc weiterhelfen, die*der Dich und Deine Fragen ernst nimmt und Dir bei Deiner Entscheidung weiterhelfen kann. Vertrauen wäre hier offensichtlich ganz wichtig.

Ich persönlich würde -glaube ich- doch noch einmal eine Feinnadelpunktion machen lassen. Wobei diese natürlich auch falsch negativ sein kann.

Ich wünsche Dir ein gutes Händchen für die für Dich richtige Entscheidung und weiter alles Gute!

 

Viele Grüße
Bianca

Stine
Gast

Wollte noch ein kurzes Update geben:

Ich hatte mich für die OP entschieden. Dabei wurden beide Knoten als papiläre Karzinome identifiziert und festgestellt, dass ich Haschimoto habe!

Ich lese jetzt öfter in den Foren über die Erfahrungen anderer.

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Anonym
Gast

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