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Anstieg des Calciumwerts

Nordfriesin

Anstieg des Calciumwerts

| Beitrags-ID: 402499

Hallo Zusammen,

ich habe seit 2019 nach einer Komplettentfernung der SD wegen papilären Karzinoms Hypopara.

Der Calciumwert war immer im höheren Normbereich. Das Calcium habe ich seit 2019 von 2000 mg auf aktuell 450 mg gesenkt.

Ich nehme zusätzlich Calcitrol 0,25 morgens und abends ein und 1 x täglich  500 i.E. Vigantol Öl Vitamin D. Sowie L-Thyroxin aktuell 125 µg täglich.

Aufgrund einer Gastritis und Ernährungsumstellung habe ich innerhalb eines Jahres 14 kg abgenommen und das L-Thyroxin musste reduziert werden.

Gestern hatte ich zum ersten Mal einen Calciumwert von 2,54 mmol/l (2,15-2,50)

Bei der letzten Untersuchung beim Nephrologen Anfang September hatte ich folgende Werte:

Calcium 2,34 mmol (2,15-2,50)

Calcium im 24 h Urin 5,7 mmol (2,5-7,5)

Phosphat 1,35 (0,81-1,45)

TSH 0,08 (0,27-4,20)

25-OH-Vitamin D 106 (75-125)

PTH 10,6 (15-65)

Mir macht der hohe Calciumwert jetzt etwas Sorge zumal ich meinen Hausarzt heute Nachmittag da nicht zu befragen kann sondern erst Montag. Was meint Ihr, soll ich das Calcium reduzieren.

Ich hatte eigentlich, damit gerechnet, dass der Calciumwert gesunken wäre, weil ich Kribbeln habe. Leider habe ich bis jetzt keinen ordentlichen Endokrinologen gefunden und mein NUK möchte das nicht mit behandeln.

Wie kann das sein, dass der Wert gestiegen ist, bei Reduzierung des Calciums, das Vigantol Öl habe ich nicht mehr genommen.

Vielleicht hat ja einer eine Idee, ich habe Angst, dass ich nachher eine Hyperkalzämie bekomme.

LG

 

 

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Anstieg des Calciumwerts

| Beitrags-ID: 403166

Hallo Nordfriesin,

Durch die starke Gewichtsabnahme kann  der Gesamtbedarf an Calcium natürlich sinken, denn die zu versorgenden Körpermasse hat ja abgenommen. Ist der aktuellere Werte morgens nüchtern gemessen worden? Cirka zwei Stunden nach Einnahme von Calcium oder Calcium-reicher Kost steigt der Calciumwert im Blut deutlich an. Der Zielwert (unterer Normbereich) wird angegeben für nüchterne Messung, also nach mindestens 4 Stunden ohne Nahrung/Tabletten.

Die Calciumtablette wegzulassen ist bei dem Wert vermutlich möglich. Kribbelgefühl kann auch andere Ursachen haben. Schau dazu mal hier:

https://www.sd-krebs.de/foren/forum/substitution-schilddruesenhormone-und-calcium/calcium-substitution-nebenschilddruesenunterfunktion/topic/faq-ursachen-fuer-symptome-trotz-guter-calciumwerte/

Du schreibst:

„Der Calciumwert war immer im höheren Normbereich.“

Warum wurde er nicht wie in den Behandlungsempfehlungen empfohlen im UNTEREN Normbereich gehalten?

https://hypopara.de/cms/wp-content/uploads/2021/09/BehandlungsempfHypopara-20210615-Online.pdf

Die Symptome einer Hypercalciämie stehen im Patient*innen Pass

https://hypopara.de/cms/neuer-hypopara-patientinnen-und-patienten-pass/

Solltest du also dergleichen bemerken, könntest du im Zweifelsfall einen Notarzt konsultieren. Wichtig ist jedenfalls, dass du in dieser Situation genug trinkst. Damit hilfst du den Nieren, überflüssiges Calcium auszuscheiden. Auch an Salz im Essen solltest du aktuell nicht sparen, weil dies auch die Calcium-Ausscheidung fördert.

Ich drücke die Daumen, dass alles gutgeht und dein Arzt Montag weiterhelfen kann. Es sollte nochmals Calcium nüchtern gemssen werden und dazu Albumin. Dann kann man das Albumin-korrigierte Calcium ausrechnen, das den Status noch präzieser abbildet als das einfache Gesamtcalcium.

Viele Grüße

Frauke

 

 

 

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Nordfriesin

Antwort auf: Anstieg des Calciumwerts

| Beitrags-ID: 403174

Liebe Frauke,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, der Calciumwert wird immer morgens nüchtern gemessen, ich trinke lediglich 3 Gläser Leitungswasser, damit die Blutabnahme besser klappt, das ist bei mir immer eine Katastrophe wegen der schlechten Venen.

Leider fehlt es an einem guten Endokrinologen, der sich auskennt, ich werde mich jetzt aber nach Hamburg orientieren, auch wenn das über 200 km weit weg ist.

Das Calcium wurde immer weiter reduziert, aber mehr auch mein Drängen, als durch die Ärzte, ich habe in der jetzigen Situation auf 300 mg reduziert und werden morgen um 7.00 Uhr vor der Türe meiner Hausärztin stehen.

Nochmals vielen Dank für Deine Antwort und ein schönes Wochenende.

LG

 

Nordfriesin

Antwort auf: Anstieg des Calciumwerts

| Beitrags-ID: 407154

Hallo Zusammen,

obwohl ich das Calcium auf 150 mg reduziert habe, blieb der Calciumwert hoch, am 29.10.21 lag er bei 2,52 (2,15-2,50).

Ich hatte danach einen Termin beim Endokrinologen, der hat mir geraten, dass Calcium ganz abzusetzen und auch das Calcitriol um die Hälfte zu reduzieren (ich nehme jetzt noch 1 x morgens 0,25)

Bei der erneuten Blutabnahme 10 Tage nach der Reduzierung lag der Calciumwert immer noch sehr hoch bei 2,42. Ich hatte ca. 1 Woche nach dem Absetzen bzw. Reduzierung der Medikamente wieder Kribbeln, ich kann nicht sagen, ob das jetzt physisch ist, man traut seinem Körper überhaupt nicht mehr.

Ich hatte dann mit meiner Ärztin eine heftige Diskussion, weil sie meinte, das wäre doch sehr gut, ich meinte der muss noch runter, ich konnte sie überzeugen, dass sie mir in 2 Wochen nochmal Blut abnimmt und dann korrigiertes Calcium und ich ihr Fachaufsätze mitbringe mit den Empfehlungen bei Hypopara.

Jetzt meine Frage: Kann es sein, dass der Calciumwert erhöht ist, weil ich vor der Blutabnahme 3 Gläser Leitungswasser trinke (sonst klappt die Blutabnahme nicht), wir haben hartes Wasser und ich habe recherchiert, dass ich dann ca. 50 mg Calcium zur mir nehme?

Und noch eine Frage, die Werte des Calciums im unteren Bereich 2,1 bis 2,3 sind korrigierte Werte?

Gerne höre ich Eure Meinung dazu.

LG und schönes Wochenende.

 

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Anstieg des Calciumwerts

| Beitrags-ID: 407162

Hallo Nordfriesin,

Das Wasser dürfte keinen wesentlichen Beitrag zum Laborwert ergeben haben meines Erachtens

Dass du dir Gedanken machst verstehe ich gut. Solange deine Nierenfunktion in Ordnung ist, würde eine vorrübergehende Erhöhung von Calcium im Urin aber nicht tragisch sein. Die zu vermeiden ist ja der Grund für die Einstellung im unteren Normbereich.

Gut dass du deiner Ärztin eine „Fortbildung“ zuteil werden lassen kannst! Vielleicht legst du die Infos nicht direkt vor, sondern schickst sie ihr vorab per Post. Es ist ja nicht wenig, was sie sonst vor deinen Augen lesen müßte. Das ist immer nicht so angenehm. Du kannst dich ja im Begleitbrief auf eure Diskussion beziehen und ihr dann Zeit zum Studieren geben.

Die Zielwerte im unteren Normbereich bei den Empfehlungen sind natürlich im Optimalfall korrigiert. Gerade in deiner Situation könnte ja auch der Eiweiss-Stoffwechsel verändert sein. Dann macht die Berechnung über den Albuminwert noch mehr Sinn, wenn man keine Möglichkeit hat, das ionisierte Calcium direkt zu prüfen.

Vielleicht sollte aber auch einmal wieder das PTH gemessen werden und wegen der Kribbelbeschwerden auch die anderen Elektrolyte incl. Phosphat. Dann kann man besser einschätzen, ob sich in Sachen Hypopara was geändert hat oder an anderer Stelle. Es ist ja ein Erholung der Nebenschilddrüsenfunktion auch nach längerer Zeit nicht ganz auszuschließen.

Auch der aktuelle Status des Morbus Crohn und die Ernährungsumstellung (in welche Richtung?) können natürlich eine Rolle spielen, weil die Nahrung und deren Aufnahme vom Darm ins Blut für die Elektrolyte ganz wesentlich sind.

Aber vielleicht findet einfach eine Erholung der Nebenschilddrüsenfunktion statt und das wäre doch toll.

Also immer mit der Ruhe und weiter forschen (lassen)!

Viele Grüße

Frauke

 

 

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  • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monaten, 1 Woche von InSeNSU.
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