FAQ: Was tun, wenn das Calcium akut zu niedrig/zu hoch ist?
- Dieses Thema hat und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 16.01.2013 - 12:33 von
NW Hypopara.
FAQ: Was tun, wenn das Calcium akut zu niedrig/zu hoch ist?
Verfasst am: 16. Januar 2013 um 12:33 Uhr
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Beitrags-ID: 251481
Was tun, wenn das Calcium akut viel zu niedrig ist?
(Zielwerte siehe FAQ: Wie hoch sollte der Calciumwert sein?)
- Eine Hypocalcämie kann z. B. nach großer Anstrengung/Stress oder auch bei gut eingestellten Hypopara nach einem Magen-Darm-Infekt passieren. Anzeichen dafür sind unter anderem: Kribbelgefühle in Armen, Beinen und um den Mund, Zucken der Oberlippe beim Beklopfen der Wange, unerklärliche Angstgefühle, Atemnot, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe an Händen und Füßen, Karpfenmund, selten Kehlkopfkrampf, Herzbeschwerden. (Quelle: Notfallausweis für Pat. mit Hypoparathyreoidismus)
- Um eine Tetanie abzuwenden, ist es nötig, sofort ausreichend Calcium zu nehmen.
- Ganz wichtig ist: ruhig atmen! Denn durch Hyperventilation (schnelles Atmen) kann man die Situation noch verschärfen. (evtl. in Tüte atmen)
- Man sollte sich nicht scheuen, im Fall einer Tetanie einen Notarzt zu rufen, oder die Notaufnahme aufzusuchen. Das Krankenhaus bietet den Vorteil gegenüber dem Hausarzt, dass man schnell den aktuellen Calcium-Wert bekommt und wenn nötig, auch eine Ca.-Infusion (10%-ige Calcium-Lösung i.V.). Die Infusion sollte sehr langsam erfolgen (über min. 20 Minuten), wenn möglich unter Herzrhythmuskontrolle/EKG. Sie wirkt aber nicht lange (etwa 2-3 Stunden), man muss also trotzdem weiter Calcium einnehmen.
- Die Medikamenteneinstellung mit Calcium und Vitamin D sollte in der Folge überprüft werden, der Calcium-Wert nüchtern zwischen 2,1 und 2,3 mmol/l betragen.
Was tun, wenn der Calcium-Wert akut viel zu hoch ist?
(Zielwerte siehe FAQ: Wie hoch sollte der Calciumwert sein?)
- Das kann z. B. bei langer Bettlägerigkeit, bei der Überdosierung von Vitamin D oder Umstellung von einem Vitamin D-Medikament auf ein anderes passieren. Anzeichen für eine Hypercalcämie sind unter anderem: stark vermehrtes Wasserlassen, Durst, Übelkeit, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, anhaltende psychische Verstimmung, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. (Quelle: Notfallausweis) Bei entsprechenden Symptomen ist eine Ca.-Wert-Bestimmung unumgänglich. Sind die Symptome sehr stark, dann sollte man dafür die Notaufnahme aufsuchen bzw. den Notarzt rufen, weil Lebensgefahr bestehen kann. Bei Werten über der Norm empfiehlt es sich nach Absprache mit dem Arzt, die Calcium-Medikamente und evtl. auch Vitamin D vorübergehend entsprechend zu reduzieren oder (lt. Beipackzettel Rocaltrol ab einem GesamtCalcium von 3 mmol/l) sogar ganz abzusetzen. Schlimmstenfalls kann eine Dialyse notwendig sein.
- Wichtig ist: viel Flüssigkeit zuführen, (auch als Kochsalzlösungstropf), möglichst Calcium-arm essen und trinken.
- Das Absenken des Calcium-Wertes sollte unter häufiger ärztlicher Kontrolle erfolgen, um eine zu schnelle und zu tiefe Absenkung des Calcium-Wertes und somit eine Hypocalcämie und Tetanien zu vermeiden.
- Nach einer Hypercalcämie ist eine Kontrolle der Nierentätigkeit, der Elektrolyte und eine Optimierung des Calcium-Wertes zwischen 2,1-2,3 mmol/l zu empfehlen.
- Eine Hypercalcämie ist für den Körper eine große Strapaze und kann nicht nur die Elektrolyte sondern den ganzen Organismus durcheinander bringen. Auch nach der Normalisierung des Calcium-Wertes dauert es deshalb oft noch einige Zeit, ehe sich alles wieder normalisiert hat.
Erst Autor*in: firiel für das Leitungsteam
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