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Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

| Beitrags-ID: 252821

Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

Hallo,

auf dem DGE-Kongress 2014 in Dresden wurde in einem Poster auch ein Fall einer aggressiven Behandlung eines anaplastischen Schilddüsenkarzinoms an der Klinik für Endokrinologie des Universitätsklinikums Essen von Dr. Vera Tiedje vorgestellt.

Der 51-jährige Patient kam wegen heiserer Stimme zum Arzt im Dezember 2012. Die Schilddrüse wurde entfernt und ein anaplastisches Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert. Es gab keine Fernmetastasen, jedoch war – wie bei den meisten anaplastischen Schiddrüsenkarzinomen wegen des raschen infiltrativen Wachstums – keine R0-Resektion mehr möglich:
Tumor-Klassifikation pT4, R1, M0
Es fanden sich keine Mutation von: BRAF, KRAS , HRAS, ALK, EGFR und PI3KCa

Da es keine Standard-Therapie für das anaplasitsche Schilddrüsenkarzinom gibt erfolgte die Behandlung zunächst nach den Empfehlungen der amerikanischen Leitlinie (ATA-Leitlinie: anaplastischer Schilddrüsenkrebs 2012):

  • 12.2013: chirurgische Entfernung der Schilddrüse
    (3.2013)
  • 1. Behandlung: Bestrahlung (kumulative Dosis 60,4 Gy) und 3 Zyklen mit Carboplatin +Paclitaxel
    Im CT wurden Lungenmetastasen gefunden
  • 2. Behandlung: CA4P+ Carboplatin +Paclitaxel; mit höheren Dosen wie in der Phase III-Studie CA4P – anaplastisches Schilddrüsenkarzinom.
    (7.2013)
    Da der Patienten nach 3 Zyklen Progress zeigte, bot man dem Patienten
  • 3. Behandlung an: Sorafenib. Unter Sorafenib gab es eine Teilweise Schrumpfung des Tumors, und führte zu 4 Monaten weiterer Stabilität und keinem weiteren Fortschreiten der Krankheit.
    (12.2013)
    Danach trat jedoch wieder ein Progress auf. Da der Patient insgesamt eine gute Konstitution hatte, bot man ihm eine
  • 4.Behandlung an: Vandetanib. Der Zustand des Patienten verschlechterte sich dann im Januar / Februar 2014 jedoch zunehmend. Der Patient verstarb dann im März 2014.

Die Essener stellten diesen Fall auf dem Kongress vor, weil es so wenig prospektive Daten zum anaplastischen Schilddrüsenkarzinom gibt. Da es keine Standard-Therapie gibt, versuchen die Essener Ärzte damit ein deutsches Behandlungsprotokoll zu beschreiben, welches die wenigen prospektiven Daten sowie molekular genetischen Erkenntnisse verbindet.

Anmerkung von mir
Auch wenn der Patient letztlich am anaplastischen Schilddrüsenkarzinom verstarb, so scheint – selbst wenn keine BRAF-Mutation vorliegt, mit einem TKI der sonst normaler weise sehr schnell verlaufende Progress beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom um einige Monate verzögert werden.

Siehe auch Fallbericht: Vemurafenib beim anaplastischen SD-Krebs bei BRAF-Mutation (N Engl J Med 2013).

Viele Grüße
Harald


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1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.

Antwort auf: Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

| Beitrags-ID: 357401

Ich danke für diesen Fallbericht. Mein Vater (geb 1963) ist an diesem analplastischen SD Karzinom erkrankt. Seine SD wurde im Januar vollständig entfernt. V0 L0 , keine Fernmetastasen. Im MRT vor einer Woche war der Krebs sichtbar und ist wieder gewachsen. Bisher keine weitere Behandlung erfolgt. Essen hat einen Aufnahmestopp aufgrund der aktuellen Lage. Wir wissen nicht wie es weiter gehen soll…

Antwort auf: Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

| Beitrags-ID: 357402

Hallo,

beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom kann man nicht warten, dies muss man klar und deutlich formulieren.
Weiß nicht wer der Kontakt in Essen war und wo zuerst operiert wurde.

Es gibt ja je nach Mutation dann auch verschiedene Therapien im Offlabel ( Studie: Dabrafenib in Kombination mit Trametinib beim ATC) bzw. in (Laufende-)Studie: Pembrolizumab u Lenvatinib (Phase II).

Diese Links sind zu auch finden über die Beschreibung Forums-Gruppe : anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (auch Angehörige)

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Fallbericht: Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (Sorafenib)

| Beitrags-ID: 357403

Hallo,

es ging da scheinbar einiges drunter und drüber. Aktueller Stand, er wird im Krankenhaus Zwickau behandelt ab nächster Woche, da er von Essen die Info bekommen hat es gibt einen Aufnahmestopp. Er bekommt Bestrahlung und Chemo. Betreut wird er dann von einer Ärtztin, die zuvor in Essen praktiziert hat.

Also Glück im Unglück.

:D

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