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Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 242772

Hallo zusammen,

Hier zum besseren Verständnis noch einmal die Unterschiede zwischen den verschiedenen Präparaten, die leider allgemein auch von Ärzten alle als „Vitamin-D-Präparate“ bezeichnet werden:

STAND 05.10.2017

1. Colecalciferol (enthalten in Vigantoletten® , Vigantol®-Öl, Dekristol®) ist das „wirkliche“ Vitamin D . Man spricht auch von „nativen Vitamin D“. Es handelt sich um Vitamin D3. Dies ist das Vitamin, das der Körper selbst durch Aufnahme von Sonnenstrahlung (hierzulande nur zwischen April und Oktober) produzieren kann. Es ist nur in sehr wenigen Lebensmitteln enthalten und wird zum größten Teil des Gesamtbedarfs durch Aufenthalt im Freien erzeugt. Der Körper kann es im Fettgewebe speichern und bei Bedarf wieder freisetzen (Wintervorrat).

In Calcium-D3-Kombi-Präparaten enthaltene Mengen:
300 – 1000 Internationale Einheiten (I.E.) entsprechend 7,5 – 25 Mikrogramm (µg) Colecalciferol

Für die Behandlung eines echten Hypoparathyreoidismus, bei dem die Umwandlung von Colecalciferol in die Wirkform Calcitriol durch Parathormon-Mangel gestört ist (siehe unten!), benötigt man in der Regel deutlich größeren Mengen Colecalciferol. 10.000 bis 100.000 I.E. entsprechend 250 bis 2500 µg pro Tag sind üblich.

Weil man mit Calcium-Vitamin-D-Kombipräparaten diese Menge nicht erreichen kann, ohne viel zu viel Calcium zu sich zu nehmen, sind die Kombipräparate zur Behandlung des Hypoparathyreoidismus nicht geeignet und auch nicht verschreibungsfähig.

Wenn Vitamin D3 als Tablette zugeführt wird, sollte dies in täglich gleicher Dosis erfolgen. Wer Calcium je nach Bedarf auch mal in geringeren oder größeren Mengen nehmen möchte, führt gleichzeitig wechselnde Vitamin D Mengen zu, wenn er ein Kombi Präparat einnimmt. Das kann die Gesamteinstellung im Endergebnis zu einer Zickzackkurve werden lassen.

Fazit: Calcium bei Hypoparathyreoidismus immer als Monopräparat einnehmen. Wenn Vitamin D dazu, dann ebenfalls als Monopräparat und täglich die gleiche Menge.

Vergiftungsgefahr besteht, weil man erst nach Wochen merkt, wie stark der Calciumwert von der gewählten Menge Vitamin D erhöht wird, und weil im Fettgewebe gespeichertes Vitamin D sich summieren kann. Die Vergiftung erfolgt in der Regel nicht durch das Vitamin D selbst, sondern durch den (mit zu hohen Vitamin D-Mengen) dauerhaft überhöhten Calciumswert im Blut. Nach Absetzen von Vitamin D hält dessen Wirkung noch wochenlang an. Das macht die Wirkung auf den Calciumwert so schlecht kontrollierbar. Solche Vergiftungen können – wenn überhaupt – nur in der Klinik noch erfolgreich behandelt werden.

2. Calcitriol (enthalten z.B. in Decostriol®, Rocaltrol®, Calcitriol Kyramed) ist das Vitamin D-Hormon. Es ist also nicht das gleiche wie Colecalciferol! Trotzdem werden die drei Präparate fälschlich oft als „Vitamin-D-Präparate“ bezeichnet. Hier also aufpassen!

Es ist komplizierter: Normalerweise macht der Körper aus Colecalciferol in der Leber Calcifediol (25-OH-D3). Daraus wird dann, gesteuert durch Parathormon, bei Bedarf in den Nieren Calcitriol (1,25-OH-D3) hergestellt. Dies Calcitriol ist der Stoff der die Calciumaufnahme im Darm erhöht.
Calcitriol hat eine relativ kurze Lebensdauer, so dass der Blutspiegel stark schwanken kann, weshalb dieser Wert nur in Ausnahmefälle bei der Laborkontrolle eine Rolle spielt.
Da die bedarfgerechte Produktion bei Hypoparathyreoidismus durch den Parathormon Mangel gestört ist, ist es sinnvoll, hier gleich das fertige Calcitriol als Medikament zu geben. Colecalciferol wirkt bei Hypoparathyreoidismus, wenn überhaupt, nur in unnormal hohen Dosierungen (siehe oben) auf den Calciumspiegel, dann aber viel langanhaltender.

Da fertiges Calcitriol erheblich effektiver wirkt als Colecalciferol, sind viel kleinere Mengen erforderlich! Man benötigt pro Tag zwischen 0,25 bis 1,5 Mikrogramm (also nicht 25!) für die Behandlung des Hypoparathyreoidismus.

Außerdem beginnt es binnen 3-4 Tagen zu wirken und seine Wirkung läßt nach vier bis sieben Tagen ohne Einnahme wieder nach. So ist die Vergiftungsgefahr deutlich geringer als beim Colecalciferol. Man ermittelt die nötige Dosis, indem man mit der kleinsten Menge anfängt und dann nach und nach steigert, bis der gewünschte Calciumwert von 2,1-2,3 mmol/l stabil erreicht ist. Wenn er zu hoch wird, kann man ihn meist relativ schnell durch Erniedrigung der Dosis wieder senken.

Wichtig: Wer mit „Vitamin-D-Präparat“ ein Präparat mit Calcitriol meint, sollte darauf achten, die Dosis korrekt anzugeben!!!
Mit 25 µg Calcitriol pro Tag würde man sicherlich einen Exitus riskieren, mit 25 µg Colecalciferol pro Tag ist beim Hypopara noch nicht viel zu erreichen.

Bitte deshalb auch nicht Dekristol (Colecalciferol) und Decostriol (Calcitriol) verwechseln!!!

3. Noch unpräziser ist die Bezeichnung „Vitamin-D-Präparat“ für die beiden anderen bei Hypopara einsetzbaren Wirkstoffe Dihydrotachysterol, kurz DHT (A.T.10®) und Alfacalcidol (z.B. Bondiol®, Doss®, EinsAlpha®).

DHT ist aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt. Aus diesem Stoff wird im Körper trotz Umwandlung kein Calcitriol. Man kann also unter A.T.10 bei gut eingestelltem Calcium einen „Vitamin-D3-Mangel“ und auch Calcitriol-Mangel haben! Da über mögliche Interaktionen zwischen DHT und Colecalciferol kaum etwas bekannt ist, ist die zusätzliche Behebung eines Vitamin-D-Mangels unter A.T.10 möglicherweise nicht unproblematisch. In jedem Fall ist der Calciumspiegel dabei längerfristig engmaschig zu kontrollieren.

Alphacalcidol ist ein Calcitriol-ähnlicher Stoff, der in der Leber relativ schnell in Calcitriol und andere Metaboliten umgewandelt wird.

Beide Wirkstoffe sind also mit dem „echten“ Vitamin D3 nur „verwandt“, helfen allerdings auch, die Calciumaufnahme im Darm und damit den Blutcalciumwert beim Hypopara zu erhöhen.

Noch eine Falle:
Den sogenannten „Vitamin-D-Spiegel“ (gemessen als 25-OH-D3) kann man nur mit Colecalciferol erhöhen. DHT und Alphacalcidol sind dafür nicht geeignet! Siehe dazu:
http://blog.endokrinologie.net/fallstricke-behandlung-vitamin-d-mangel-694/

-Fazit: Es ist so kompliziert, dass selbst Ärzte durcheinander kommen. Also selbst schlau machen und gut aufpassen!

Viele Grüße
Frauke

 

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  • Dieses Thema wurde geändert vor 2 Monaten, 1 Woche von InSeNSU.
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chou chou
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Sd-Total-OP 1977, T2, Lympfknotenbefall,Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307297

Hallo,

ich habe den Bericht „Der „Nadelmann“: Mehr als 40.000 Spritzen in 40 Jahren“ gelesen.

Also, das ist doch vollkommen unmöglich, 40 Jahre, das sind 14.600Tage das hieße, er hat täglich 2-3 Spritzen bekommen, sonntags auch…

Das ist doch irreal!!!
Wer glaubt denn sowas?[/b]

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307298

Hallo Chou chou,

nach Gesprächen und Schriftwechsel mit inzwischen mehr als 200 Hypopara-Patienten glaube ich leider durchaus, was die UK Heidelberg da veröffentlicht hat. Ich kenne mittlerweile diverse ähnliche Fälle!

Ich kenne auch beteiligte Personen bei dem Nadelmann-Fall, die durchaus glaubwürdig sind, wie etwa den Pharma-Berater, der in einem zufälligen Wartezimmer-Gespräch mit dem Patienten diesen endlich auf den richtigen Weg (zu Dr. Schilling nach Heidelberg) gebracht hat.

Und selbst wenn vielleicht ein gewisser Anteil Übertreibung seitens des Patienten dabei wäre: In Sachen Hypopara völlig unerfahrene Hausärzte gibt es hierzulande leider noch immer jede Menge. Deshalb gibt es ja seit nunmehr gut 4 Jahren die InSeNSU, die diesem Mißstand abzuhelfen versucht. Jeder ist zur Mitarbeit willkommen!

Viele Grüße
Frauke

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Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307296

Hallo Frau Frauke,

bin zufällig auf deinen Bericht gestoßen.
Er ist sehr interessant. Man könnte sagen, du weißt mehr
wie ein Arzt.
Muß mir nun deinen Bericht genauer durchlesen u. dann handeln.
Vielen Dank!
Es grüßt Vivien

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307299

Hallo Frauke,
der Beitrag ist sehr gut zu den D-Präparaten. Ergänzend dazu: Alfacalcidol wird über einen anderen Weg in der Leber zu Calcitriol aktiviert und ist dadurch stufenweise (retardiert) verfügbar.
Nutzen/Risiko Profil ist dadurch besser- also besser verträglich.
Lg Birte

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307300

Hallo Birte,

bist Du vom Fach? Gibt es Studien, die tatsächlich bessere Verträglichkeit (was bedeutet das?) und das bessere „Nutzen/Risiko Profil“ (welche Risiken?) belegen? Dann würde ich mich sehr für entsprechende Literaturhinweise interessieren.

Viele Grüße
Frauke

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Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307301

Ja- bin vom Fach und lebe ohne SD.
Literatur zum Thema VitD und Alfacalcidol:
AMT (Arzneimitteltherapie) 23.Jahrgang Heft 2 Februar 2005 (S.48)
Autoren Ringe und Schacht, Natives VitD od. Alfacalcidol
LG
Birte

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307302

Hallo Birte,

Danke, hab den Artikel in meiner Sammlung gefunden. Der Artikel und die zitierten Studien sind aber nicht mit Hypoparathyreoidismus-Patienten sondern im Hinblick auf Osteoporose-Patienten durchgeführt worden. Hier ist der Nutzen der allmähliche Knochenaufbau durch verbesserte Calciumaufnahme und das Risiko die Hypercalciämie.

In der Osteoporose-Prophylaxe ist ja von zu wenig Vitamin D (als Colecalciferol) aber reaktiv eher von zu viel PTH auszugehen, wodurch immer mehr Calcium aus den Knochen mobilisiert wird, damit im Blut kein Mangel auftritt. Es besteht zu Beginn der Behandlung meist kein Calciummangel im Blut! Das Calcium fehlt in den Knochen. Deshalb wird meist nicht nur Calcium plus ein „Vitamin-D-Präparat“ gegeben, sondern auch Wirkstoffe, wie Bisphosphonate, die das Calcium dann aus dem Blut in die Knochen lenken (mal vereinfacht gesagt).

Beim Hypopara ist die Ausgangslage völlig anders. Wer vor Beginn des Hypopara keine Osteoporose hatte, wird auch von dieser Erkrankung keine Osteoporose bekommen, weil das PTH ja gerade fehlt und somit weniger Calcium aus den Knochen ins Blut geholt werden kann. Oft findet man beim behandelten Hypopara deshalb sogar eine höhere Knochendichte.

Wir brauchen Calcium also nicht im Knochen, sondern im Blut, und das gerne auch schnell. Das Argument:

Während Calcitriol … zur 1,25(OH)2D-Erhöhung im Serum und zur akut gesteigerten Calciumionen-Absorption führt, ist der flache Anstieg von 1,25(OH)2D3 nach Alfacalcidol-Gabe aufgrund der retardierenden Aktivierung in der Leber, der zusätzlichen Aktivierung im Knochen…verständlich.

ist also bei der Behandlung des Hypopara gar nicht so eindeutig ein Vorteil. Und ein höheres Risiko im Sinne einer höheren Hypercalciämie-Gefahr gibt es beim Hypopara auch nicht, da Calcitriol und Alfacalcidol verglichen mit Colecalciferol fast gleiche – nämlich sehr kurze – Halbwertzeiten haben. Man kann mit beiden den Calciumspiegel im Blut gut richtig einstellen.

Allerdings wäre eine Vergleichsstudie mit Hypoparas zwischen Calcitriol und Alfacalcidol trotzdem mal interessant, weil in der Praxis gelegentlich davon geredet wird, dass unter Alfacalcidol die Calciumwerte im Blut weniger stark schwanken, als unter Calcitriol. Interessant wäre auch, ob die Knochendichte sich bei beiden gleich verhält, oder z.B. mit Alfacalcidol noch stärker steigt, als unter Calcitriol. Zu hohe Knochendichte ist vielleicht ja auch nicht so gut.

Wenn Du jemand weißt, den man für diese Fragestellung interessieren könnte, wäre ich sehr dankbar. Der Hypopara interessiert die Osteologen nach wie vor als Forschungsobjekt leider anscheinend überhaupt nicht…

Viele Grüße
Frauke

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alessi
Nutzer*In
Sd-Op 03/2008, Hypopara.

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307303

Hallo Frauke,

dem habe ich nichts hinzuzufügen…

Viele Grüße
Maria

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307304

Hallo, ich bräuchte mal Hilfe.
!988 habe ich die Schilddrüse und Nebenschilddrüse wegen einen Karzinoms entfernt bekommen. Seid dem habe ich Täglich 1 AT 10 Perle genommen.
Nun bin ich nach Spanien gezogen und hier gibt es dieses Medikament nicht.
Jetzt hat mir mein Arzt das Medikament
Rocaltrol 0,25 verschrieben mit dem Wirkstoff Calcitriol
und zusätzlich noch soll ich täglich 2 Kalziumtabletten je 500 mg nehmen

Mir ist jetzt aufgefallen das AT 10 und Rocaltrol o,25 je einen anderen Wirkstoff haben.

Jetzt habe ich hier was auf der Seite gefunden das ich aber nicht ganz verstehen.?
Heißt das jetzt das die 2 Medikamente aufs gleiche heraus kommen ?

Folgender Satz verstehe ich nicht.

3. Noch unpräziser ist die Bezeichnung „Vitamin-D-Präparat“ für die beiden anderen einsetzbaren Wirkstoffe Dihydrotachysterol (z.B. A.T.10, Tachystin) und Alfacalcidol (z.B. Bondiol, Doss, EinsAlpha). DHT ist aus pflanzlichem Vitamin D2 hergestellt, aus dem im Körper trotz Umwandlung kein Calcitriol wird. Alphacalcidol ist ein Calcitriol-ähnlicher Stoff, der in der Leber in Calcitriol umgewandelt wird. Beide sind also mit dem „echten“ Vitamin D3 nur „verwandt“, helfen allerdings auch, die Calciumaufnahme im Darm und damit den Blutcalciumwert zu erhöhen.

Ich wäre sehr Dankbar wenn mir jemand da weiter Helfen kann.
lg. Steffi

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307305

Hallo Steffi,

schau dir mal bitte die Tabelle im Anhang des Beitrags ganz oben an.

Wie du siehst, wirkt A.T.10 nach dem Absetzen noch wochenlang nach. Rocaltrol beginnt aber 3-4 Tage nach Einnahme schon zu wirken. Wenn du also heute mit A.T.10 aufhörst und morgen mit Rocaltrol anfängst kann es in 3-4 Tagen zu einer Überversorgung kommen, weil die Medikamente sich in ihrer Wirkung addieren. Das kann zu gefährlicher Hypercalciämie führen.

Man muß also nach dem Absetzen von A.T. 10 erst das Abklingen der Wirkung abwarten (Calcium sinkt unter 2,1 mmol/l), bevor man vorsichtig mit der niedrigsten Rocaltrol-Dosis beginnt. Auf jeden Fall muss in der Übergangszeit mindestens wöchentlich Calcium gemessen werden.

(Den schwer verständlichen Abschnitt hat Lotti dir prima an anderer Stelle beantwortet:
Antwort auf: Tabletten umstellung nach 26 Jahren Von AT 10 auf Rocaltrol )

Viele Grüße
Frauke

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Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307306

meine decostriol gehen jetzt zu ende und ich habe noch ein rest von rocaltrol.kann ich nach backunungsende gleich das rocaltrol einnehmen oder muss ich ein paar tage warten? welches von beiden ist eigentlich besser,oder ist das nur der preisunterschied?

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307295

Hallo beno,

eine Einnahmepause ist hier nicht erforderlich.

Der Wirkstoff ist der gleiche, aber durch unterschiedliche technische Hilfsstoffe könnte eventuell ein kleiner Unterschied in der Wirkung auftreten.

Die Wirkstoffdosis muss natürlich die gleiche und das Haltbarkeitsdatum darf nicht überschritten sein.

Viele Grüße
Frauke

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andreazett
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Total OP wg MB

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307307

Hallo,
ich habe jetzt neu Calcitriol-Gry 0,25 Mikrogramm verschrieben bekommen. Im Beipackzettel steht überhaupt nichts vom Hypopara; das Medikament ist zur Behandlung von Knochenerkrankungen bei Patienten mit Nierenproblemen und zur Behandlung von Knochenschwund bei Frauen in den Wechseljahren !?!!!
Kennt das jemand?
LG
Andrea

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307308

Hallo Andrea,

auch wenn es nicht im Beipackzettel steht: Calcitriol ist ein Mittel der Wahl zur Förderung der Calciumaufnahme im Darm und insofern ist dies Präparat auch zur Therapie des Hypopara geeignet. – Und eben auch noch zur Therapie anderer Erkrankungen, bei denen diese Wirkung nützlich ist.

Streng genommen ist es in deinem Fall eine „Off-label“ Verschreibung. Wenn du lieber ein Mittel möchtest, bei dem der Hypopara im Beipackzettel steht, kannst du deinen Arzt darauf hinweisen. Aber:

Calcitriol-Präparate mit Hypopara (oder einfach „erhöhtem Calciumbedarf“) im Beipackzettel sind unter Umständen exakt gleich zusammengesetzt!

Viele Grüße
Frauke

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Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307309

Hallo InSENSU,
du hast geschrieben: „auch wenn es nicht im Beipackzettel steht“. Kann es so überhaupt sein? Im Beipackzettel muss ausführliche Information sein.

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307310

Hallo Muffin,

Medikamente werden zwar für bzw. gegen bestimmte Krankheitsbilder entwickelt, können dann aber auch noch gegen weitere Erkrankungen eingesetzt werden. Verschreibungsfähig für ein bestimmtes Krankheitsbild sind sie aber nur, wenn dies auch im Beipackzettel steht. Dann sind sie offiziell dafür zugelassen.
Wer ein Medikament verschreibt, gegen eine Erkrankung, die nicht im Beipackzettel steht, tut das off-label.

Viele Grüße
Frauke

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InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307311

Hallo Celestina,

damit dieser Grundlagenbeitrag nicht zu lang und damit unübersichtlichn wird, habe ich deine Anfrage abgetrennt. Du findest sie samt Antwort nun hier:
Thema: pth plötzlich höher
Viele Grüße
Frauke

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InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 307312

Hallo,

dieses Thema wird auf Beschluss des Hypopara-Stammtisches vom 21.03.2018 nicht mehr als „wichtig“ (immer oben) gekennzeichnet, da es über die FAQ verlinkt und so auch schnell erreichbar ist.

Viele Grüße
Frauke

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Antwort auf: Calcium mit Vitamin D und „Vitamin-D-Präparate“

| Beitrags-ID: 400697

Hallo Frauke,  echt wirklich interessant deine Ausführungen zu den Vit. D Präparaten.

Noch eine Frage: Ich bin eingestellt auf 0,75 Mikrogramm Decostriol (0,5 morgens + 0,25 abends) und 600 mg Ca. Verla. Sollte man Decostriol und Ca. zusammen einnehmen oder hat es einen anderen Effekt, wenn

man z. B. Decostriol abends und morgens und die 600 mg Ca. mittags einnnimmt anstatt morgens und

abends jeweils beide Med. zusammen.

Viele Grüße Kulle

 

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