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Hypopara in den Bergen

Veroline
Nutzer*In
Pap. Karzinom, Hypopara, Stimmbandparese links

Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451761

Guten Morgen allerseits,

ich bin ja seit 7 Jahren Hypopara und komme eigentlich gut klar.  Bin gerade im Urlaub in Südtirol und die Gruppe möchte gerne mal hoch auf 3000m fahren und die Aussicht genießen.

ich frage mich, ob diese Höhen wegen des veränderten Drucks Auswirkungen auf die Blutgase haben, und ich mit dem Calcium irgendwie in Schwierigkeiten kommen könnte.  Hat da jemand Info oder Erfahrung?  Oder mache ich mir da unnötig Gedanken?

Liebe Grüße,

Veronika

StefanFLeitungsteam NW Hypopara OP 1996, Follikuläres SD-CA, Hypopara, endokrinologisches Sonderexemplar

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451762

Hallo Veronika,

der andere Luftdruck wird kein Problem sein.

Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass die körperliche Anstrengung und Schweiss durchaus einen Einfluss auf den Mineralhaushalt haben. Das gilt aber für alle und nicht nur für Hypoparas. Selbst Gesunde „dopen“ sich da vorab mit Calcium und Magnesium um Krämpfen oder Muskelkater vorzubeugen.

Daher ist eine leichte Mineralunterstützung, z.B. durch Getränke mit Mineralien durchaus nicht schlecht.

Und Du wirst ja auch nicht dauerhaft auf über 3000m sein.

VG

StefanF

  • Diese Antwort wurde geändert vor 10 Monaten, 2 Wochen von StefanF.
    Diese Antwort wurde 2-mal bearbeitet.

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451766

Hallo Veronika, Dein Beitrag macht mir Mut…ich wette, Du kannst dies nur selbst austesten..ich bin hypopara seit Januar, 3 nebenschilddruesen wurden entfernt. das pth fiel in den Keller und so auch das kalzium. Im Januar war ich noch sehr sportlich unterwegs. Die endokrinologin meinte nach der OP ich kann alles wieder machen, arbeiten Sport…hattw immer wieder geänderte medikation.da aber gar nichts mehr ging, war ich selbst 6 Wochen in einer Klinik…hätte mir gewünscht, sie begleiten mich zur Verbesserung der körperlichen Belastung…seit ein paar wochen habe ich wieder angefangen mich ähnlich wie vorher zu belasten, schwimmen 3000 m, laufen, Radeln in den Bergen 80km auf und ab…einen Tag danach bin ich oft in eine Depression gefallen, Angstzustaende, innerlichen zittern…ein allgemein Ärztin hatte dann nach einer Aktivität das kalzium gemessen, was passend zu den Symptomen sehr niedrig war 2,05…wars eigentlich die ganze Zeit macht aber bei Aktivität probleme…das pth ist jetzt bei 20, steuert aber nicht nicht genug…jetzt Versuche ich die Selbsterfahrung aufzuschreiben.. habe angefangen ein Tagebuch zu führen, Medikation Symptome..kraempfe, kribbeln ist hier noch leicht zu identifizieren…die Depression, Angst wird hier eher nicht mit dem Kalzium nach einer Aktivität in Verbindung gebracht..gleich will man hier mir psychopillen verschreiben…also mein weg ist jetzt Selbsterfahrung, Tagebuch, versuchen danach Blutcheck…se würde mich aber interessieren, was passiert In 3000 m Höhe..dann viel Spass und geniesse die aussicht

Veroline
Nutzer*In
Pap. Karzinom, Hypopara, Stimmbandparese links

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451770

Danke für die Antworten.  Die 3000 m werde ich nicht testen, wir gehen jetzt auf knapp 2000m und das sollte eigentlich kein Problem sein, da ist der Luftdruck ähnlich wie im Flugzeug, und geflogen bin ich schon öfter und auch lange.



@Ulrike
Angst und Depression kann meines Wissens nach sehr wohl mit einem niedrigen Kalziumspiegel zusammen hängen.  Bei so viel Aktivität musst du sicher auch nachjustieren bei der Einnahme.  Ich mache Fitness und spiele regelmäßig Basketball, und merke sehr wohl dass ich dann höher dosieren muss mit den Brausetabletten.

Bei mir ist PTh auch immer nachweisbar, aber deutlich zu niedrig.

Grüße

Veronika

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451771

Hallo Veronika,

ja Angst und Depri können mit Kalzium/parathormon zusammen hängen. Das kann man selbst als Laie nachlesen.

Ich war immerhin in einer psychosomatischen Klinik. Mein Kalziumwert während der 6 Wochen, wenn sie denn mal nach langem Kampf gemessen haben, lag immer um die 2,05. Der Psychologe meinte sogar, dass wäre ein Zwang immer das Kalzium zu kontrollieren, also Angst und verlorenes Selbstvertrauen zum Körper. Kein Arzt hat hier etwas zum niedrigen Wert gesagt geschweige denn in Verbindung mit der Depression. Meine Endokrinologin in der Uniklinik München – da sind wohl die Spezialisten hier in München – meinte vor 2 Wochen ebenfalls bei 2,05 und Angst, Deprisymptomen weiter so mit der Einnahme. Nun habe ich im Anschluss an die Klinik einen Psychotherapeuten/Arzt der mich erstmal von den Psychopharmaka fernhält. Hatte hier schon Psychopharmaka genommen vor dem Klinikaufenthalt, mit enormen Nebenwirkungen und weiteren Problemen. Bin jetzt aber alles wieder los zum Glück. Und das ich jetzt durch Zufall nach 6 Monaten eine Allgemeinärztin gefunden habe, welche einen Wert von 2,05 bedenklich (gefährlich so sagt sie) findet bei Aktivitäten und bereits nach einer Woche wieder kontrollieren will, ist schon ein bisschen eine Ironie. Erst Zwangstörung und jetzt wird das Kalzium wieder kontrolliert. Ist auf alle Fälle immer gut zu hören, dass es anderen auch so ging/geht bei dieser vielfach nicht verstandenen Krankheit …Ich teste mich jetzt auf alle Fälle weiter voran 🙂 und werde weiter ausprobieren und nachzujustieren. Dann viel Freude auf dem 2000 ender.. ist eh angenehmer und nicht so wetteranfällig 🙂 Liebe Gruesse Ulrike

Veroline
Nutzer*In
Pap. Karzinom, Hypopara, Stimmbandparese links

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451772

Hallo Ulrike,

ist 2,05 eigentlich schon der korrigierte Wert, oder der einfache Gesamtwert?  Hab das gerade nicht ganz im Kopf, ich glaube bei mir ist der mit Albumin korrigierte Wert dann noch mit aufgeführt, das ist dann auch der Wert der zählt.
Und wenn man noch nicht gut eingestellt ist, muss man definitiv regelmäßig testen, das hat doch nichts mit Zwang zu tun.  Wer das zu dir sagt ist wirklich ahnungslos, und hat von dieser Stoffwechselstörung einfach null Ahnung.

Gruß

Veronika

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451777

Hallo Veronika,

auch auf 2.500 Metern herrschen noch Druckverhältnisse wie in der Flugzeugkabine;)

Die Veränderung in den Blutgasen besteht in einer Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration im Blut, denn je höher man kommt, desto weniger Sauerstoff ist in der Atemluft. Da Du schreibst, dass Deine Gruppe hoch „fahren“ möchte, gehe ich davon aus, dass Ihr die 3.000 Meter nicht selbst hochkraxelt. Offensichtlich bist Du auch trainiert.

Wie bist Du während der Corona-Zeit denn mit dem Maskentragen klargekommen? Auch beim Maskentragen verändert sich die Zusammensetzung der Blutgase. Zwar nicht so, dass man sofort in Ohnmacht fällt, aber deutlich nachweisbar (deswegen schreibt der Arbeitsschutz für FFP2-Masken eine maximale Tragezeit vor).

Ich denke nicht, dass Du Dir Sorgen machen müsstest. Ausschlaggebend ist natürlich Deine persönliche Einschätzung.

Liebe Grüße & noch einen schönen Urlaub

Simone

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451778

Hallo Veronika,

in diesem Fall ist 2,05 das Gesamtkalzium vom allgemeinarzt (normal 2,08 – 2,65 bei dem Labor). Beim Endo bekomme ich immer ionisiert, albumin + eiweisskorrigiert und Gesamt –> 4 Werte. ionisiert ist wohl der wünschenswerte Wert oder alternativ korrigiert.

In dem Fall habe ich nur den Gesamtwert und da dieser seit ca. 8 Wochen immer bei 2,05 als Gesamtkalzium lag und die anderen Werte dabei im unteren Normbereich, ists diesmal OK.. Ich nehme jetzt bis zur nächsten Kontrolle nächste Wochen die 3 fache menge kalzium, 1500 mg am Tag.. mal sehen was passiert und ob die Angstattacken weniger werden..

„Und wenn man noch nicht gut eingestellt ist, muss man definitiv regelmäßig testen, das hat doch nichts mit Zwang zu tun.  Wer das zu dir sagt ist wirklich ahnungslos, und hat von dieser Stoffwechselstörung einfach null Ahnung.“

Ja, das ist ein interessanter Punkt.. Ich hatte ja nach der OP 10 mal Notaufnahme, wegen Infusion, Überosierung Kalzium und die letzten 4 Male war es sehr hoher Blutdruck und damit eine diagnostizierte Angststörung/Panik..

Die Endokrinologin bestätigte ja nun sehr stabile Blutwerte..

Daher behandelten die Psychosomatische Klinik hier auf Angststörung; die Angst das Kalzium zu verlieren, vor Symptomen und immer Kalzium kontrollieren zu wollen. Mir ging es ja nicht gut..Das Ziel war hier wieder dem Körper zu vertrauen.

Aber auf die Idee, dass gestörte Elektrolyte – hier Kalzium, als Voraussetzung für funktionierende Nerven, Muskeln, Hormone Übertragung was auch immer  – Angst verursachen kann, sind sie überhaupt nicht gekommen.

Ich würde im Nachhinein auch erwarten von einer Psychoklinik, dass sie Mikronährstoffe bei jedem Patienten kontrollieren und die richtige Versorgung mit in die Behandlung einbeziehen.

Die Ärzte wissen/sagen auch mittlerweile, dass Meditation besser hilft bei mittleren Depressionen als Psychopillen. Aber hier gab es gar keine Angebote für Meditation. Da kann man sich nur seinen eigenen Reim darauf machen. Es geht nur um die Verschreibung von Tabletten, um Auslastung. Aber das ist wieder eine andere Baustelle.

Ich habe zumindestens eine ganze Menge Erfahrung sammeln können, und habe hoffentlich wieder die Kontrolle über mich zurück. LG Ulrike

 

 

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451792

Liebe Veronika, liebe Simone,

bitte lest euch hier mal den Abschnitt „Ursachen und Verlauf“ durch:

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6henkrankheit

Wenn es tatsächlich zu einer Alkalose durch Hyperventilation kommt, sinkt der ionisierte Calciumanteil im  Blut. Insofern verstehe ich Veronikas Bedenken und würde mich zumindest auf einen evtl. vorübergehend erhöhten Calciumbedarf einstellen.

Da die Bicarbonat-Auscheidung beim Hypopara auch etwas beeinträchtigt sein kann, ist es meines Erachtens durchaus eine größere Herausforderung für uns, mit großer Höhe klarzukommen.

Da die Kompensation von Blutgasstörungen einen kurzfristige und einen langfristigen Aspekt hat, kommt es auch auf die Dauer des Aufenthaltes in großer Höhe an. Es kann dann auch eine Weile nach der Rückkehr in „normale“ Höhe noch eine Reaktion erfolgen.

Mit den Blutgasen kennen sich neben Lungenärzten die Dialyse-Ärzte gut aus und können entsprechende Messungen vornehmen. Ich hoffe aber, das du, Veronika, das Abenteuer ohne ärztliche Unterstützung bewältigen kannst, wenn du es wagst.

In jedem Fall bin gespannt auf deinen Bericht, denn wir Hypoparas sind ja bei vielen Fragen selbst die Forschenden, weil es schlicht keine wissenschaftlichen Untersuchtungen zu solchen speziellen Fragen gibt.

Viele Grüße

Frauke

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Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 451795

Liebe Frauke,

wie im Wikipedia-Artikel auch steht, sind in 2.500 Metern nur „10 bis 25 Prozent der nicht akklimatisierten Bergsteiger“ (= Leute, die da selbst hochlaufen, nicht: Seilbahnfahrer) betroffen, mit Symptomen, die „jedoch meist mild sind und die Aktivität nicht einschränken“. In der Bergmedizin ist der Bereich 1.500 bis 3.500 Meter übrigens eine Klasse („Große Höhe“).

Wie schon gesagt: während Corona haben wir alle (FFP2-)Maske getragen und den erhöhten Atemwiderstand, verlängerten Atemzyklus, verringerten Sauerstoff- und erhöhten CO2-Partialdruck im Blut auch überlebt …

Liebe Grüße & allen einen schönen Sonntag!

Simone

Vanny
2007 Morbus Basedow 2008 Thyreoidektomie 2008 Hypopara

Antwort auf: Hypopara in den Bergen

| Beitrags-ID: 452111

Hallo Veronika,

ich war auch erst in Südtirol / Dolomiten und mehrmals auf 3000 (hochgelaufen) hatte keine Probleme (bin mit Natpar relativ stabil, habe es aber für den Notfall im Rucksack.

Liebe Grüße,
Vanny

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