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Magnesium ist die Lösung

Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 244729

Magnesium ist die Lösung

Hallo zusammen

Schon am Tag nach der Total-OP der SD (5.2.2009) hat die Kribbelei leider angefangen und ich habe sofort angefangen mit Calcium.
Obwohl die schlaue Krankenschwester gemeint hat, Calcium-Mangel würde sich anders äussern, nämlich mit Pfötchenstellung und Krämpfen. Da ich mich glücklicherweise schon vor der OP gut über mögliche Probleme informiert habe, konnte ich ihr entgegnen, dass man ja nicht so lange warten müsse mit Calcium-Gaben bis sich schon alle Muskeln verkrampft haben.

Meine Calcium- und Parathormon-Werte sind erwiesener-Massen zu tief, jener von Phosphor zu hoch.

Je öfter ich Calcium nehme, umso schneller und intensiver ist das Kribbeln in Händen und Füssen wieder da. Calcium scheint kontraproduktiv und den Calcium-Durchzug eher noch anzuheizen. Manchmal ist das Kribbeln sogar eher ein Nageln, und es gibt auch Zuckungen und leichte Krämpfe. Grobe Krämpfe sind mir bis jetzt glücklicherweise erspart geblieben.

Mit 2g Calcium pro Tag verschwindet das Kribbeln nicht und auch nicht bei 6g/Tag. Die Kribbelei macht höchstens längere oder kürzere Pausen, ist stärker oder schwächer. Ja, ich weiss, man sollte keinesfalls mehr als 2g/Tag nehmen. Aber manchmal hilft experimentieren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen!

Die Mega Vitamin-D-Spritze (300’000 iE) vom 20.2.2009 konnte den Calcium-Durchzug auch nicht stoppen!! Dafür hat dieses Steroid-Hormon meine Östrogen-Ersatztherapie (fehlende Eierstöcke) massiv gestört! Denn auch die Geschlechts­hormone sind Steroid-Hormone, und diese beeinflussen sich alle gegenseitig.
Die Einstichstelle der Spritze 3 cm neben dem Östrogenpflaster hat dieses regelrecht lahmgelegt, und ich hatte schon 2-3 Stunden danach massive, ungemütliche Zustände.

Ja ich weiss, man muss möglicherweise mehrere Wochen Geduld haben bis Vitamin D wirkt (falls es ohne Parathormon überhaupt jemals in die aktive Form ungewandelt werden kann) und sollte besser die aktive Form des Vitamin D verwenden, z.B. Rocalterol. Bevor ich nun aber zu Rocalterol greife, habe ich mit gutem Erfolg mit Magnesium experimentiert.

BEWEGUNG IST HILFREICH.
Solange ich mich bewege kribbelt es nicht, aber sobald ich mich hinsetze.
Je mehr ich mich bewegt habe, um so mehr kribbelt es danach beim sitzen.
Manchmal vergeht das Kribbeln von selbst wieder oder wird schwächer, auch ohne Calcium. Die Kribbelei könnte auch von zuviel Phosphor sein.

Aber nun hört, wozu Magnesium gut ist. Es hilft …
… Calcium im Körper zurück zu behalten und den Ca-Spiegel zu normalisieren
Vitamin D in die aktive Form umzuwandeln (dafür wäre auch PTH zuständig)
Nierensteine zu verhindern
… das Herz zu beruhigen und den Blutdruck zu senken
… den Blutzuckerspiegel zu normalisieren (weniger Insulin nötig)
… Energie zu liefern
… und vieles mehr

und vorallem erhöht Magnesium den Phosphor-Spiegel nicht, wie es Vitamin D leider tut.

Dies und vieles mehr habe ich einem englischen Artikel entnommen, der unter nachfolgendem Link zu finden ist:

Magnesium metabolism and its disorders.
http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?pubmedid=18568054

Es gibt endlos viele Artikel über Magnesium, auch auf deutsch. Dies ist der erste, der mir in die Hände fiel und mir die Augen geöffnet hat.

Im Kapitel „Magnesium Deficiency and Hypomagnesaemia“ steht unter „Hypomagnesaemia due to redistribution“:

Hypomagnesaemia due to the shift of magnesium form extracellular fluid into cells or bone is seen in hungry bone syndrome which ist seen after parathyroidectomy“,

was ungefähr soviel heisst wie
Nach Entfernung der Nebenschilddrüsen, wird nicht nur Calcium, sondern auch Magnesium vermehrt vom Blut in die Zellen verschoben, was nebst Calciummangel auch einen Magnesiummangel bewirken kann.

Ungefähr selbes steht unter „Endocrine Causes“, nämlich:
„Hypomagnesaemia may develop after parathyreoidectomy due to the entry of magnesium into cells as part oft the hungry bone syndrome.“

Besonders interessant ist der Abschnitt „b) Hypocalcaemia“ im Kapitel „Biochemical Manifestations“. Da steht unter anderem:

„Even mild degrees of magnesium depletion can cause a significant decrease in serum calcium concentration. Hypocalcaemia of magnesium deficiency cannot be corrected by treatment with calcium, vitamin D or both. Magnesium therapy alone will restore serum calcium concentration to normal“ !!

was sich auf deutsch ungefähr so liest:
Auch leichter Magnesium-Mangel kann starken Serum-Calcium-Mangel verursachen. Calcium-Mangel aufgrund von Magnesium-Mangel kann nicht korrigiert werden mit Calcium, Vitamin D oder beidem. Alleine Magnesium kann dann den Serum-Calcium-Spiegel wieder normalisieren !!!

Daselbst steht ausserdem:
„In magnesium deficiency, vitamin D metabolism is altered with a decrease in serum 1,25 dihydroxyvitamin D, due to impairment in conversison of 25 hydroxyvitamin D to 1,25 dihydroxyvitamin D. There is also evidence for increased clearance of 1.25 dihydroxyvitamin D.“

übersetzt:
Bei Magnesium-Mangel ist der Vitamin-D-Stoffwechsel verändert, mit einer Verminderung von 1.25 dihydroxyvitamin D (die aktive Form), wegen Beeinträchtigung der Umwandlung von 25 hydroxyvitain D (Speicherform) in 1,25 dihydroxyvitamin D (aktive Form).

Und jetzt haltet euch fest! Magnesium-Mangel macht dieselben Erst-Symptome wie Calcium-Mangel.

Im Kapitel „Magnesium Deficiency and Hypomagnesaemia“ unter „Neuromuscular and Central Nervous System Manifestations“ steht:

„The earliest manifestations of magnesium deficiency are usually neuromuscular and neuropsychiatric disturbances. The most common clinical manifestations are hyperexcitability, including positiv Chvostek’s and Trousseau’s signs, tremor, fasciculations and tetany“.

was in etwa soviel heisst wie:
Die ersten Zeichen eines Magnesiummangels sind gewöhnlich neuro­muskuläre und neuropsychiatrischen Störungen. Die häufigsten klinischen Symptome sind Übererregbarkeit, positives Chvostek und Trousseau Zeichen inbegriffen (!!), Zittern, Zuckungen und Krämpfe.

Kommt euch das irgendwie bekannt vor?

Und weiter heisst es daselbst:
„In magnesium deficiency, the release of calcium from the sarcoplasmic reticulum is increased. In addition, magnesium is required for the re-uptake of calcium.“

will heissen:
Bei Magnesium-Mangel ist das Ausschwemmen von Calcium im Darm erhöht. Im weiteren braucht es Magnesium, um das Calcium wieder aufzunehmen.

Bei fehlendem Parathormon entsteht ein Elektrolyt-Ungleichgewicht, von dem nicht nur Calcium betroffen ist!!

Im oben angegebenen Artikel steht im Kapitel „Magnesium Deficiency and Hypomagnesaemia“:

„Total body magnesium depletion can be present with normal serum magnesium concentration“.
Frei übersetzt: Kompletter Magnesium-Mangel kann vorhanden sein, trotz normaler Magnesium-Serum-Konzentration“!!!

Und weiter vorne im Kapitel „Assessment of Magnesium Status“ steht:

„The correlation between serum total magnesium and total body magnesium status ist poor.“
Was ungefähr soviel heisst wie:
Die Übereinstimmung zwischen dem Serum-Magnesium und dem effektiv im Körper vorhandenen Magnesium ist gering.

Da der Magnesium-Serumspiegel nicht aussagekräftig ist, wird das Magnesium leider in der Behandlung von NSU vernachlässigt und ausser Acht gelassen und die Werte falsch interpretiert, dabei ist Magensium die Lösung!!

ALSO MEHR MAGNESIUM NEHMEN
UND WENIGER CALCIUM UND VITAMIN D !!

Bei mir scheint sich diese Theorie zu bestätigen. Ich nehme erst seit dem 4.3.2009 Magnesium und seit 11.3.09 verabschieden sich die Kribbeleien zusehends und Calcium ist nebst meiner Milch- und Käse-reichen Ernährung kaum mehr nötig.

Auch Mechtild schreibt im Schmetterlingsforum (siehe nachfolgenden Link):
Vitamin D und Magnesium in Höchstmengen da die Nebenschilddrüse noch nicht arbeitet, Calcium brauche ich glücklicherweise relativ wenig.“ !!!

Frust ablassen, aber nicht unterkriegen lassen
http://www.sd-bv.de/thread.php?threadid=2022

Im obigen, englischen Artikel wird für orale Gaben Magnesium-Glukonat empfohlen, da es gut aufgenommen werden kann. Ich habe noch nicht nach solchen Produkten geforscht und mit dem weniger geeigneten, aber weit verbreiteten Magnesium-Oxid und einem Produkt mit gemischten Magnesium-Complexen (Mg-aspartat, Mg-orotat, Mg-glycerophosphat, Mg-glutamat, Mg-chlorid) experimentiert. Die Idee hinter diesem Präparat aus verschiedenen Mg-Verbindungen ist, dass der Körper eine Auswahl hat und eine Mg-Verbindung findet, die er auch gut aufnehmen kann.

Zur Dosierung wird im erwähnten, englischen Artikel (Kapitel „Magnesium Metabolis“ unter „Magnesium balance“ bzw. Kapitel „Magnesium Deficiency and Hypomagnesaemia“ unter „Treatment“) folgendes empfohlen:
Normale Dosis ist 4,5 mg pro kg Körpergewicht und Tag, also ca 300 mg pro Tag. Um die Depots aufzufüllen kann man bis zur vierfachen Dosis, also 1200 mg pro Tag gehen, am besten in 3-4 Portionen über den Tag verteilt.

Tip: Da Magnesium die Magensäure neutralisieren kann, sollte es besser nach dem Essen eingenommen werden. Einnahme vor dem Essen beschleunigt allerdings die Aufnahme.

Es gibt Quellen, die besagen, dass Calcium die Aufnahme von Magnesium behindert. Wenn man also möglichst viel Magnesium aufnehmen will, sollte man dieses vor dem Essen und nicht zusammen mit Calcium nehmen.

Zu beachten ist auch hier, dass z.B. 400 mg Mg-Oratat nur 25 mg Magnesium enthalten, und dass Mg-Oxid von vielen Menschen weniger gut aufgenommen werden kann als eben z.B. Glutamat.

Im englischen Artikel sind die Angaben unter „Treatment“ in mmol:
„An initial dose of 12 mmol per day increasing to 48 mmol a day can be given“.

Mein Magnesium-Complex besteht aus Kapseln mit je 380 mg von verschiedenen Magnesium-Verbindungen, welche dann insgesamt nur 30 mg Magnesium enthalten, was 1.25 mmol entspricht. Werde mich bei Gelegenheit nach einem ergiebigeren Produkt umsehen.

Ich hoffe, dass diese Infos auch für Euch hilfreich sind.

Es würde mich interessieren, was „die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie“ von meinen Erkenntnissen hält. In deren offiziellen Empfehlung zur Behandlung des postoperativen Hypoparathyreoidismus kommt Magnesium jedenfalls leider nicht vor.

Grüsse von Lupine

Desperate Silly
Pap. SD-C pT1(1,5 cm), NX MX G1-2, R0 Stadium I

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316208

Hallo Lupine,
ist sehr interessant, was Du geschrieben hast.
Deine „Kribbel-Symthome“ sind genau wie bei mir.
Ich dachte schon, ich spinne, weil nämlich mein
Calcium-Spiegel eigentlich recht gut ist (mit 2 –
3 Calcium à 500 mg/tgl.). Aber das Kribbeln will
nicht aufhören. Und wie bei Dir ist es in Bewegung
so gut wie nicht da, in Ruhe dann um so mehr.
Mit Magnesium habe ich es ab und zu probiert, aber
nicht dauernd – daher vielleicht keine Änderung ver-
spürt.
Was mich noch interessiert, hast Du noch Nebenschild-
drüsen? Bei mir wurden 2 reimplantiert, tukkern aber nur
so vor sich hin, soll heißen der Wert ist noch zu nierdrig.
Da meine OP aber nun schon 7 Monate her ist, habe ich keine
Hoffnung mehr auf Besserung.
Gruß, Sylvia

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316209

Hallo Lupine,

vielen Dank für Deinen Beitrag und die interessanten Links!

Dass auch der Magnesiumspiegel wichtig bei der Therapie bei Hypoparathyreoidismus ist, ist (auch der DGE) seit langem bekannt. Es gibt ja sogar eine Störung der Nebenschilddrüsen, die durch Magnesiummangel direkt ausgelöst wird (siehe http://www.insensu.de/SymptomeUrsachen/ Zeile 3).

Es gibt noch viele weitere Details, die in den Behandlungsempfehlungen keinen Platz gefunden haben, weil Professor Kasperk sich unbedingt auf eine DIN A4-Seite beschränken wollte („Mehr zu lesen hat ein Arzt keine Zeit!“).

Viele Ärzte und auch die InSeNSU empfehlen tatsächlich zusätzlich Magnesiumpräparate bei Hypopara, vor allem wenn trotz guter Calciumwerte Beschwerden auftreten. Eigentlich müsste man meines Erachtens sogar das Zusammenspiel aller Elektrolyte überwachen, da sie sich gegenseitig stark beeinflussen. Auch Kalium, Natrium, Bicarbonat und Phosphat arbeiten an der Gesamtbalance mit, die natürlich durch Fehlen/Zufuhr eines einzelnen Elektrolyten in Bewegung und womöglich ganz aus dem Gleichgewicht gerät.

Eine sehr gute Zusammenfassung dazu findet man auf den Seiten der Firma Bastian, die ein (für Hypoparas als Kombi eher nicht geeignetes) Elektrolyt-Präparat namens Zentramin anbietet:
http://www.bastian-werk.de/fachkreise/zentramin/pharmakologie/physiologie.htm

Das Problem ist eben, dass man die Elektrolyte, deren Hauptanteil sich in der Regel in den Zellen (und nicht im Blut) befindet, nicht über Blutwerte einschätzen kann. Einfach auszuprobieren, ob die Gabe eines Elektrolyten bei bestimmten Symptomen „hilft“, ist aber auch nicht ohne Risiko, da sie zum Beispiel auch die Herzfunktion mit steuern. Zu viel kann da z.B. bei Kalium richtig gefährlich werden.

Durch den Ortswechsel von Elektrolyten aus den Körperflüssigkeiten zum Zell-Innenraum und zurück werden grundlegende Funktionen im Körper ausgeführt. Das hängt auch wieder mit dem Wasserhaushalt und den Nieren und der Atmung und den Blutgasen und dem Säure-Basen-Verhältnis zusammen, und, und, und…

Mit diesen höllisch komplizierten Fragen schlage ich mich seit langem herum. Daraus EINFACHE Tipps für die Hypoparatherapie abzuleiten ist aber schwierig. Da brauche ich einfach noch mehr fachliche Unterstützung, die ich auch schon lange suche. Endos kennen sich da scheins doch eher weniger aus.

Mit den Elektrolyten kennen sich die Nierenfachärzte wohl noch am besten aus. Deswegen plane ich für dieses Jahr (so weit die Arbeit an unserer Studie es erlaubt) nach Chirurgen, Endokrinologen und Osteologen nun die Nephrologen etwas intensiver mit den Hypoparathyreoidismus-Problemen zu befassen. Mal sehen, wo ich da offene Ohren finde, auch bezüglich weiterer Forschung.

Jedenfalls: Magnesium ist nützlich aber leider kein Allheilmittel. Es gibt auch hierfür eine gefährliche Obergrenze. Man sollte es deshalb in größeren Mengen und über längere Zeit auch nicht ohne ärztliche Begleitung der Therapie einnehmen!

Viele Grüße
Frauke

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316210

Hallo Silly

Laut Chirurg sind alle meine NSD noch vorhanden und am Leben. Solange noch Parathormone nachweisbar sind, sind wohl auch noch nicht alle NSD tot, sondern es besteht zumindest eine Unterfunktion.
Die Hoffnung auf Besserung solltest Du noch nicht aufgeben. Magnesium könnte die Symptome bessern. Ich habe auch von einer Frau gelesen, bei der es erst nach 1,5 Jahren noch wieder besser wurde.

Grüsse von Lupine

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316211

Hallo Frauke

Ich finde es toll, mit welchem Fachwissen und Engagement Du Dich für die NSD-Patienten einsetzt, informierst und hilfst. Ein riesen grosses Dankschön für Deinen grossen Einsatz.

Allerdings finde ich nicht, dass Magnesium in der Behandlung von Hypoparathyreoidismus ein Detail ist, das man in der Behandlungsempfehlung einfach weglassen kann.

Es ist doch altbekanntes Grundlagen-Wissen, dass Ca und Mg zusammengehören und enge Wechselwirkungen haben, und dass man nie das eine ohne das andere in grösseren Mengen einnehmen soll. Gemeinhin wird empfohlen, Calcium und Magnesium im Verhältnis 2:1 einzunehmen, also doppelt soviel Calcium wie Magnesium.

Ja, man müsste das Zusammenspiel aller Elektrolyte überwachen.

Es gilt nicht nur für Elektrolyte, sondern auch für sämtliche Vitamine und Mineralstoffe, dass man das ausgeklügelte Gleichgewicht durcheinander bringt und empfindlich stört, wenn man einen einzlnen Stoff plötzlich in Megadosen zuführt, ohne die anderen Stoffe zu berücksichtigen.

Es kann also auch schlimme Folgen haben, nur Calcium (und Vitamin D) zusätzlich einzunehmen, besonders wenn die Dosierung auch noch relativ hoch ist und dessen Effekt wie bei mir kontraproduktiv ist. Wenn ich Calcium nehme, kribbelt und krampft es erst recht.

Und ja, einfach auszuprobieren, ob die Gabe eines Elektrolyten bei bestimmten Symptomen „hilft“, ist auch nicht ohne Risiko. Das ganze Leben ist gefährlich und nicht ohne Risiko. Wenn man aber mit der Dosis nicht zu sehr übertreibt, und es nicht zu lange nimmt, richtet man meistens nicht all zu viel Schaden an.

Man sollte sich immer an die Devise halten „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Man sollte auch merken, wann wieder genug ist und immer wieder eine Dosis-Reduktion versuchen, sich also über die entsprechenden Überfunktions-Symptome informieren, auf diese achten und die Dosis rechtzeitig auch wieder reduzieren oder absetzen.

Da sich das meiste Calcium in den Zellen befindet und nicht im Blut, und es keine aussagekräftige und zuverlässige Messwerte und -Methoden für Magnesium gibt, nicht im Blut und schon gar nicht für Knochen-, Zell- oder Gesamtkörperwerte, muss man sich eh an die Symptome halten und den Körper gut beobachten und eben ausprobieren. Das Ziel ist ja wohl Wohlbefinden und möglichst Beschwerdefreiheit im hier und jetzt.

Auch der Arzt hat im Fall von Magnesium keine aussagekräftige Messwerte zur Verfügung, und deshalb „vergisst“ er diese Möglichkeit wohl lieber und gibt keine diesbezügliche Empfehlungen ab.

Wenn man immer warten wollte, bis alles wissenschaftlich bewiesen und messbar ist, könnte man lange warten. Es gibt Dinge, die funktionieren einfach, auch wenn man nicht weiss weshalb. Der englische Artikel liefert genug Argumente, warum Magnesium uns Hypoparas helfen könnte, und die Standard-Therapie ist doch offensichtlich oft ungenügend.

Schon möglich, dass Magnesium nicht das Allheilmittel ist und es nicht allen hilft. Mir hat es geholfen, und ich finde, dass man nicht genug auf die Möglichkeit mit Magnesium hinweisen kann und diese wahrscheinlich vielen nicht bewusst ist.

Man kann auch auf ärztlichen Rat hin grobe Irrtümer mit schlimmen Folgen begehen! Mir scheint, es gibt mehr inkompetente Ärtze als andere! Da muss man sich schon selber schlau machen. Allerdings sind Patienten, die es besser wissen, bei vielen Ärzten besonders unbeliebt.

Auch nichts tun kann Folgen haben. Die Verantwortung über sein Leben kann man nicht delegieren, auch nicht an einen Arzt. Man muss immer selber entscheiden, ob man tun will, was einem von sogenannten Fachleuten geraten wird. Die Folgen seiner Entscheidung muss man dann schliesslich auch selber tragen!

Es ist sicher empfehlenswert, sich von einem Arzt beraten zu lassen. Dieser könnte
möglicherweise auch kassenpflichtiges Calcium und Magnesium verschreiben.

Grüsse von Lupine

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316212

Hallo Lupine,

inzwischen habe ich mir noch mal den englischen Text vorgenommen und Deine Übersetzungen angeschaut. Da gibt es leider einige Ungenauigkeiten und auch Fehler:

1. Das mehrfach genannte „hungry bone syndrome“ kommt nur bei Operationen der NEBENschilddrüsen wegen HYPERpara vor! Da ist der Knochen vom vorausgegangenen Parathormon-Überschuss stark entkalkt. Wenn nun das PTH heruntergefahren wird durch Entfernen z.B. einer Nebenschilddrüse mit Adenom, kann der Körper den Knochen wieder reparieren. Dafür holt er Calcium aus dem Blut in die Knochen zurück, was für eine Übergangszeit Calciummangel im Blut auslöst, bevor ein neues Gleichgewicht bei (hoffentlich) dann normalisierter PTH-Produktion entsteht.

Beim postoperativen Hypopara nach Schilddrüsen-OP gibt es in der Regel kein „hungry bone syndrom“ sondern dauerhaft Calciummangel im Blut wegen PTH-Mangel! Der Knochen wird bei Hypopara im Lauf der Zeit dann sogar eher übermäßig kalkhaltig.

Hypomagnesaemia due to the shift of magnesium form extracellular fluid into cells or bone is seen in hungry bone syndrome which ist seen after parathyroidectomy“,

was ungefähr soviel heisst wie
Nach Entfernung der Nebenschilddrüsen, wird nicht nur Calcium, sondern auch Magnesium vermehrt vom Blut in die Zellen verschoben, was nebst Calciummangel auch einen Magnesiummangel bewirken kann.

Calcium wird nicht allgemein „in die Zellen“ sondern speziell in die Knochen verbracht. Calcium-Einstrom in die Zelle ist ein ständig vorkommendes Signal überall im Körper, z.B. bei Muskeltätigkeit, und hat mit diesem Vorgang nur in sofern zu tun, als dafür beim hungry bone u.U. zu wenig zur Verfügung steht, was dann erhöhte Krampfneigung verursacht.

„In magnesium deficiency, the release of calcium from the sarcoplasmic reticulum is increased. In addition, magnesium is required for the re-uptake of calcium.“

will heissen:
Bei Magnesium-Mangel ist das Ausschwemmen von Calcium im Darm erhöht. Im weiteren braucht es Magnesium, um das Calcium wieder aufzunehmen.

Das sarkoplasmatische Retikulum ist ein Organ der einzelnen Zelle ist. Hier geht es also nicht um Vorgänge im Darm, sondern um den Ionen-Austausch in den einzelnen Zellen, wie er bei Bastian (s.o.) unter „Ionenpumpen“ erklärt ist.

-Aber wie gesagt: Es ist alles sehr komplex…

Viele Grüße
Frauke

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316213

Hallo Frauke

Calcium wird nicht nur in die Zellen der Knochen verbracht, sondern u.a. auch in alle Muskeln, sonst hätten wir ja kaum diese Krampfprobleme. Ich weiss, dass die Oesteoporose ein Lieblingskind der Forschung ist, und es dazu deshalb viele Informationen gibt. Aber es gibt noch vieles mehr, als die löchrigen Knochen. Für anderes fehlen dann aber meist die Forschungsgelder und oft auch das Interesse der Ärzte.

Bei Hypopara wird offensichtlich zuviel Calcium in die Zellen gepumpt, so dass im Blut zu wenig übrig bleibt. In den Zellen, und zwar nicht in den Knochen, löst Calcium dann die Kribbelei und Krämpfe aus.

Zuviel Calcium ist kontraproduktiv, da bei akuten Calcium-Überschwemmungen der Überschuss offenbar möglichst rasch aus dem Blut in die Zellen versorgt wird und im Blut erst recht ein Mangel entsteht. Es ist ein ähnlicher Mechanismus wie beim Zucker und Insulin. Wenn man Zucker nimmt, wird Insulin gelockt und danach entsteht vom Zucker erst recht eine Unterzuckerung!

In meinem „Grossen Buch der Hausmittel“, welches von verschiedenen Ärzten verfasst wurde, steht im Kapitel Herzjagen (Tachykardie):

„Magnesium schützt die Zellen. In den Muskelzellen des Herzens gleicht Magnesium die Auswirkungen von Kalzium aus. Wenn Kalzium in die Zellen strömt, stimuliert es die Muskelkontratkion in den Zellen. Magensium ist wichtig für die Enzyme in der Zelle, mit deren Hilfe Kalzium aus der Zelle transportiert wird. Es führt zu rhytmischen Herzaktionen und macht das Herz widerstandfähiger.“

Nicht nur beim hungry bon syndrom (hbs), auch bei dauerhaftem Calcium-Mangel aus anderen Gründen, z.B. beim postoperativem Hypopara nach SD-OP, steht zu wenig Calcium im Serum zur Verfügung, was auch ohne hbs, wie wir alle am eigenen Leib erfahren konnten, Kribbelei und Krampfneigung auslöst, und dies auch nicht nur bei Muskeltätigkeit sondern auch in Ruhe.
Bei hbs wird das Calcium wohl tatsächlich tendenzielle vorwiegend in die Knochen verbracht. Bei Hypopara verursacht das viele Calcium in anderen Zellen, u.a. den Muskelzellen, Probleme.

In der „Introduction“ des vielzitierten englischen Artikels heisst es auch:
„Magensium helps to maintain a low resting intracellular free calcium ion concentration.“

Magnesium hat also sehr wohl mit dem Calcium-Einstrom in die Zellen zu tun und zwar nicht nur bei hbs.

Sorry, das ist ein peinlicher Fehler mit dem reticulum.

Grüsse von Lupine

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316214

Hallo Lupine,

ich fürchte, jetzt fangen wir an, aneinander vorbei zu reden. Natürlich verursacht nicht nur das hungry bone syndrome Calciummangel im Blut sondern auch der Hypopara nach Schilddrüsen-OP. Und natürlich macht das in beiden Fällen erhöhte Krampfneigung. Zum Zusammenhang von Calcium und Magnesium bei der Zellfunktion sei nochmals auf die Abbildung der Ionenpumpen bei dem Text von Bastian verwiesen!

Ich lege einfach Wert darauf zu unterscheiden zwischen den funktionellen Vorgängen auf Zell-Ebene und den „großen“ Wegen, die Calcium und Magnesium im Körper nehmen.

Aus der Nahrung/Tabletten stammendes Calcium und Magnesium gelangen mittels verschiedener Mechanismen auf Zellebene (parazellulär und transzellulär) vom Darm ins Blut. Mit dem Blut werden sie zu ihren Wirkungsorten, also z.B. zu den Muskelzellen oder in das Knochengewebe transportiert. Am Wirkungsort befinden sie sich dann hauptsächlich intrazellulär oder extrazellulär, je nach Funktion.

Unser Wohlbefinden hängt also einerseits davon ab, dass mengenmäßig genug Ca und Mg aufgenommen werden. (Beim Calcium wird der Aufnahmevorgang mittels Calcitriol unterstützt. )
Andererseits ist entscheidend, WO der Körper die Stoffe HIN transportiert. Lenken die Hormone etc. Calcium vorrangig in die Knochen, wie beim hungry bone, gibt es z.B. Probleme mit zu wenig Calcium im Blut.

Je nach Gewebe-Bedarf macht ein Mangel an verschiedenen Stellen auch verschiedene Probleme. So macht z.B. ein Calciummangel im Gewebe der Augenlinse VERKALKUNGEN, die man deshalb paradox nennt. („Tetanie-Star“). Wahrscheinlich bleibt das Calcium hier wegen einer Elektrolyt-Dysbalance „auf der Strecke“. (Übrigens wird diskutiert, ob dabei auch ein Magnesiummangel eine Rolle spielt!) Es geht immer um die Gewebe-spezifische Elektrolyt-Situation bei Verkalkungsprozessen und dann spielen auch noch pH, Transportproteine und vieles andere eine Rolle.

Wer alles noch genauer wissen will, dem sei als Literatur empfohlen:
S. Silbernagl, A. Despopoulos: Taschenatlas der Physiologie, Thieme Verlag, 2007

Zum Thema Verkalkungen sehr interessant ist dieser Text:
http://www.biointerface.rwth-aachen.de/Web-Site/Publikationen_files/BiospektrumReview2004_1.pdf

Den Autor dieses Textes versuche ich derzeit für Forschung zu Verkalkungen bei Hypopara zu gewinnen.

Viele Grüße
Frauke

KaterVerstorben 1980 Morbus Hodgkin/papilläres Mikrokarzinom

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 316215

Hallo miteinander,
meine Diabetologin, hat mir empfohlen jeden Tag eine Braustablette Magnesium zu nehmen.

Habe mich leider noch nicht durchgerungen, aber werde dann mal berichten welche Auswirkungen es hatte.

Hatte in einer Gesundheitssendung gehört, dass ein niedriger Vitamin D Spiegel auch auf den Diabetes Auswirkungen hat. Sie wollte sich kundig machen. Mal sehen was sie Ende März berichtet.

Herzlich grüßt Katrin

Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben.

Pearl S. Buck, 1892-1973, Literatur-Nobelpreisträgerin 1938

Martin v.Baur
Gast

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 457954

Mir reichen die ganz normalen Magnesium Brausetabletten aus dem Supermarkt, wenn ich es nicht regelmäßig nehme, bekomme ich Krämpfe in den Beinen und das meist Nachts, habe keine Schilddrüse mehr, war Verkrebst. Nach Einnahme der Brausetablette hören die Krämpfe schlagartig auf, einfache und billige Lösung in meinem Fall.

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Magnesium ist die Lösung

| Beitrags-ID: 457962

Hallo Martin,

bei regelmäßiger Einnahme größerer Mengen Magnesium oder Calcium sollte auch immer mal die Nierenfunktion (GFR, Kreatinin) kontrolliert werden. Die Organe können durch ständige Notwendigkeit Überschüssiges abzutransportieren langfristig Schaden nehmen. Da sie „still leiden“ werden solche Nierenschäden leider oft sehr spät entdeckt.

Viele Grüße

Frauke

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