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FAQ-Hilfe: Redifferenzierung (Überblick)

FAQ-Hilfe: Redifferenzierung (Überblick)

| Beitrags-ID: 244031

Update: 17.10.2020

FAQ-Hilfe: Redifferenzierung (Überblick)

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?

    Betroffene mit dem differenzierten Schilddrüsenkrebs, deren Zelle bereits soweit entdifferenziert sind, dass sie das (radiioaktive) Iod bei der Radioiodtherapie nicht mehr so gut aufnehmen.
    siehe auch:

Einfach erklärt:

siehe auch:

Forums-Gruppen:


Inhalt dieses Beitrags:

Hallo,

Wirkmechanismus und Ziele

    Es gibt verschiedene Ansätze, um wenig-differenzierte Schilddrüsenkarzinome bzw. differenzierte Schilddrüsenkarzinome, die nur wenig Iod aufnehmen, zu redifferenzieren (siehe Glossar differenziert), so dass die Krebszellen wieder Jod aufnehmen, und somit einer Radiojodtherapie zugänglich sind.

    Es gibt dabei mehrere Substanzen, mit denen man versucht eine Reddifferenzierung zu erreichen, relativ neu sind dabei Studien mit zwei Tyrosinkinase-Inhibitoren (Dabrafenib und Selumetinib).

    Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein neuer Ansatz in der Krebstherapie (Die Arbeitsgruppe von Frau PD Dr. Christine Spitzweg an der Medizinische Klinik II – Campus Großhadern, Klinikum der Universität München erforscht hier wie der Jodtransporter der Schilddrüse ((Natrium-Jodid-Symporter = NIS) gezielt in Tumore gebracht werden kann. Mit Hilfe spezieller Stammzellen wurde NIS in Prostata- und Leberkrebszellen von Mäusen gebracht.
    Die Wilhelm-Sander-Stifung unterstützt hier dieses Forschungsprojekt mit 250.000 Euro (siehe Pressemitteilung auf idw, 14.11.2008)

    Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass man einen möglichen Erfolg einer Redifferenzierung nicht dadurch behindert, dass man mit Aprikosenkernen (Amygdalin, Laetrile, Vitamin B17 etc.), die Jod Aufnahme womöglich verhindert.
    (siehe ausführlicher FAQ-Warnung zu Aprikosenkerne – Amygdalin, Laetrile, Vitamin B17 etc.)

Zulassungen

Nutzenbewertung

    Da keine Zulassung gibt es auch keine unabhängige Nutzenbwertung.
    Allgemein wird festgestellt, dass der klinische Nutzen einer Iod-Aufnahme für dir Patient*innen nicht bekannt ist und es dafür weitere Studien bedarf.


Leitlinien

Studien (Publizierte Ergebnisse)

Keines der Medikamente hat bislang eine Zulassung für die Redifferenzierung.

Die Erfolge zeigen sich nur bei einem Teil der Patienten, da die Nebenwirkungen von Isotretinoin und Rosiglitazone relativ harmlos sein sollen (von Simvastatin weiß ich es nicht), wird es von einigen Nuklearmedizinern zumindest als mögliche Behandlungsversuche in Betracht gezogen.

Laufende Studien

Wenn die Behandlung nicht in einer Studie erfolgt, gibt es nur die Möglichkeit des Off-Label-Use
(siehe z.B.: FAQ zu Isotretinoin ).

Beim Tyrosinkinase-Inhibitor Dabrafenib ist theoretisch auch eine Anwendung im Off-Label-Use möglich.

Allgemein empfiehlt es sich bei diesen Therapieversuchen, sich damit in ein Zentrum zu begeben.
(siehe FAQ: Zentren für den nicht-jod speichernden Schilddrüsenkrebs) und im Kontakt mit dem Bundesweiten Register für seltene Tumore der Schilddrüse ist.

Erfarhungsberichte und Nebenwirkungen

(weitere) Quellen

Viele Grüße
Harald


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HectorMitglieder-Beirat pap. SD-Ca. pT1a(m) N1

Antwort auf: FAQ-Hilfe: Redifferenzierung (Überblick)

| Beitrags-ID: 312826

Hallo,

Bei der o.g. Studie MERAIODE mit Trametinib und Dabrafenib gab es Ende März eine Zwischenauswertung mit positiven Ergebnissen (21 Patienten nach 6-monatiger Therapie). Diese wurden auf der ENDO 2021 Konferenz präsentiert, mit folgendem Fazit:

„The association of dabrafenib and trametinib in BRAFV600E mutated patients is effective for restoring RAI uptake and is followed by a tumor control in 90% of patients and by tumor response in 38% with limited adverse events.“

https://www.abstractsonline.com/pp8/#!/9188/presentation/3044
(wegen der Raute kriege ich den Link nicht vernünftig eingefügt,sorry – einfach direkt in den Browser kopieren)

@Harald: Ich habe keinen eigenen Forumsbeitrag zu der Studie gefunden, deswegen erstmal hier unkommentiert eingefügt, um es nicht aus den Augen zu verlieren.

Grüße,
Hector

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