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Medullärer Schilddrüsenkrebs

Krankheitsbild

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den Calcitonin produzierenden C-Zellen aus, die in der Schilddrüse liegen, es heißt daher auch treffender C-Zell-Karzinom.

siehe auch: Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Die C-Zellen nehmen kein radioaktives Jod auf, eine Radioiodtherapie ist daher beim medullären Schilddrüsenkrebs nicht von Nutzen.

Für das medulläre Schilddüsenkarzinom wird oft die englische Abkürzung MTC (=medullary Thyroid Cancer) benutzt.

Es gehört zu den sehr selten Erkrankungen mit einer Inzidenz (Erkrankungshäufigkeit) von 1,8 bis 3 neue Erkrankungen pro eine Million Einwohner pro Jahr. Es macht 1-5 % aller Schilddrüsenkarzinome aus, jedoch ca. 18% aller Todesfälle
(Quelle: Gortzki 2019).

Primär Diagnostik

Primäre Therapie

Die primäre Therapie des medullären Schilddrüsenkrebs besteht aus einer totalen Schilddrüsenoperation, und gegebenenfalls einer Entfernung der Lymphknoten, da der Krebs früh in die loko-regionären Lymphknoten streut.

Die Operation eines medullären Schildddrüsenkrebs sollte möglichst in einem Zentrum durchgeführt werden.

Diagnostik in der Nachsorge

Die Nachsorge erfolgt angepasst auf das individuelle Risiko für ein Rezidiv (= Wiederauftreten des Krebses) und nicht nach einem gleichen Nachsorgeschema für alle Schilddrüsenkrebspatient*innen.

Für alle Patient*innen mit dem medullären Schilddrüsenkrebs sieht die Nachsorge in den Leitlinien jedoch vor:

  • Ultraschall des Halses durch einen mit Schilddrüsenkrebs erfahrenen Arzt;
  • Bestimmung der Tumormarker Calcitonin (Ct) – Hormon, das von den C-Zellen innerhalb der Schilddrüse bzw. C-Zell-Krebszellen produziert wird – sowie des Carcino-embryonalen Antigens (CEA).

Ist der basale Calcitonin-Wert normal und steigt das Calcitonin bei einer Stimulation nicht an, gilt der Patient als geheilt. Der TSH-Wert sollte unter der Thyroxin-Therapie im altersspezifischen Referenzbereich (z. B. 0,4-3,6 mU/l) liegen.

Wenn 2-3 Monate nach der ersten Operation das Calcitonin erhöht ist, stellt sich als Erstes die Frage, ob die Operation ausreichend war. Falls nein, erfolgt eine Nachoperation. Der Umfang dieser Operation ist abhängig vom Ausmaß der Erkrankung. Die Operation sollte in einem Zentrum mit Erfahrung erfolgen.

Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, wird empfohlen alle 6 Monate eine Calcitonin- und CEA-Bestimmung durchzuführen. Wenn der Calcitoninwert unter 150 pg/ml liegt, ist eine Bildgebung nicht erfolgversprechend. Ansonsten wird eine Bildgebung alle 6-12 Monate angeraten. Es sollte zumindest ein Ultraschall von Hals und Bauch und ggf. CT oder MRT durchgeführt werden.

aus: Nachsorgeheft – medullärer Schilddrüsenkrebs

Therapie des fortgeschrittenen, symptomatischen medullären Schilddrüsenkrebs

Nuklearmedizinische Therapieansätze:

Termine:

Archiv (Infotage – Protokolle jeweils im ersten Beitrag):


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Medullärer Schilddrüsenkrebs | Letzte Aktualisierung: 29.07.2021 von Harald W-Nummer: 371

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