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FAQ: Radioioddiagnostik (RID) in der Nachsorge

FAQ: Radioioddiagnostik (RID) in der Nachsorge

| Beitrags-ID: 258625

Update: 20.08.2019

FAQ: Radioioddiagnostik (RID) in der Nachsorge.
Was sagen die Leitlinien?

Eine immer wieder auftauchende Frage:

Inhalt dieses Beitrages:

Überblick und einfach erklärt:

siehe folgende Kapitel in unserer Broschüre:

    Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
    Beobachten oder behandeln/operieren?

Warum sollte eine Radioioddiagnostik durchgeführt werden? (Indikation)

In den derzeitigen Leitlinien gibt es unterschiedliche Empfehlungen, warum einen Radioioddiagnostik (RID) durchgeführt werden soll (Indikation).

In der deutschen S1-Leitlinie (niedrigste Stufe) der Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) wird eine RID Regelhaft zum Abschluss einer Therapie empfohlen.

Die S1-Leitlinie der DGN kennt jedoch auch Ausnahmen.

Die europäischen und amerikanischen Leitlinien sehen in der Regel keine Radioioddiagnostik vor.

Die Ausnahmen der DGN und die Indikationsstellungen für eine Radioioddiagnostik haben sich dabei über die Jahre immer mehr angenähert.

In der Frage, wann eine ablative Radioiodtherapaie (RIT) als erfolgreich zu werten ist, gibt es jedoch unterschiedliche Ansichten (vor allem in Abhängigkeit von der Einteilung in unterschiedliche Risikogruppen).

Für den Erfolg einer ablativen Radioiodtherapie (vollständige Entfernung der Schilddrüse) reicht der ATA bei low-risk und intermediate risk Patient*innen:

Ausführlich siehe: ⬇ ATA-Leitlinie (2015): Die Rolle der Radiojodiagnostik

In der S1-Leitlinie der DGN (2019) wird betont, dass es keine einheitliche Definition für den Erfolg der RIT gibt.

    Anmerkung in der Version 2017 hat man noch versucht eine eigene Definition für den Erfolg der Ablation zu geben.

Es wird hervorgehoben, dass mit der Ganzkörperszintigraphie nach Radioiodtherapie ein nennenswerte Zahl von low-risk Patient*innen mit einem niedrigen bzw. nicht-nachweisebaren Tg-Wert im Szinitgramm Lymphknotenmetastasen zu finden waren. Es wird auf die Studie: Post-operativer Tg-Wert u Metastasen (Campennì 2018) verwiesen.
Außerdem werden mit Hilfe der SPECT/CT mehr Lymphknotenmetastasen entdeckt.

Es werden nun Vorraussetzungen aufgeführt, wann auf eine RID verzichtet werden kann. Die Erfolgskontrolle geschieht dann durch regelmäßige Tg-Wert Bestimmung.

Vorraussetzungen für den Verzicht sind:

Wann wird eine Radiioddiagnostik durchgeführt?(Zeitpunkt)

Früher wurde eine Radioioddiagnostik (RID) oftmals bereits nach 3 Monaten durchgeführt. Dieses Vorgehen führte jedoch oft zu falsch positiven Befunden und einer Übertherapie, da eine Radioiodtherapie zum Teil sehr lange nachwirkt (bis zu zwölf Monate).

In den aktuelleren S1-Leitlinien der DGN wird daher der Zeitpunkt einer RID nach einer ablativen Radioiodtherapie wie in der amerikanischen Leitline (ATA (2015)) in ein Zeitraum von 6 bis 12 Monaten empfohlen.

Ist unter TSH-Unterdrückung der Tg-Wert >=1 ng/ml nach 6-12 Monaten nach ersten RIT ein weitere RIT indiziert, so sollte dies ohne vorherige RID durchgeführt werden, um die Iod-Aufnahme nicht negativ zu beeinflussen. Dies gilt auch für Patient*innen bei denen bei der ersten RIT ein größerer Schilddrüsenrest vorlag.

Wie wird eine Radiioddiagnostik durchgeführt?
Die RID ist ein Verfahren in der Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkrebs, das ähnlich wie eine Radiojodtherapie abläuft, jedoch mit einer geringen Aktivität: in der Regel mit 150 bis 370 MBq I-131 oder seltener mit 10 bis 40 MBq für die Halsregion (bei Verdacht auf Metastasen 100 MBq oder Höher) I-123, welches ein reiner γ-(=Gamma)-Strahler ist und nur eine Halbwertszeit von 13 Stunden hat.

Damit das radioaktive Iod möglichst gut durch eventuell noch vorhandenes Schilddrüsenrestgewebe bzw. Schilddrüsenkrebszellen aufgenommen wird, wird zur Vorbereitung einer RID – wie bei der Radioiodtherapie – empfohlen:

Wie oft wird eine Radiioddiagnostik durchgeführt?

Früher wurde in Intervallen von 1, 3 und/oder 5 Jahren Radioioddiagnostiken durchgeführt. Von diesen Zeit-Intervallen ist man abgekommen.
Besteht nach einer Radioiodtherapie (RIT) keine Indikation für die Kontrolle einer Radioioddiagnostik (RID) so wird auch gar keine durchgeführt.

Sind Thyreoglobulin-Antikörper (TAK) vorhanden, so findet mindestens einmal eine RID statt. Bei konstant bleibenden TAK-Werten – in bestimmten Abständen – oder bei steigenden TAK-Werten RID statt.
Entsprechend häufig kann eine RID durchgeführt werden.
siehe : Statement: TAK in der Nachsorge des Schilddrüsenkrebs.

War eine Ganzkörperszintigraphie unauffällig und sind Tg- und TAK-Werte gleichfalls unauffällig, kann auf eine weitere RID verzichtet werden.

Es gibt gar eine neuere Studie, die zum Ergebnis kommt: Ultraschall des Halses bei nicht-nachweisbarem und niedrigem Tg-Wert in der Nachsorge nicht notwendig (Verburg 2018).

Leitlinien und andere Quellen:

Leitlinien und Behandlungsempfehlungen:

Weitere Quellen:

Weiterführende Informationen über:

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.

Antwort auf: FAQ: Radioioddiagnostik (RID) in der Nachsorge

| Beitrags-ID: 383524

Vielen Dank für diese genaue Darstellung. Das war einmal mehr absolut hilfreich für mich.

Mit vielen Grüßen und besten Wünschen
Martin

Anonym
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