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Welcher Schilddrüsenkrebs? Welche Therapie?

Falls bei Ihnen Schilddrüsenkrebs festgestellt wurde, richten sich die weitere Behandlung sowie die Heilungschancen danach, um welche Form von Schilddrüsenkrebs es sich handelt.
(siehe auch: Diagnostik des Knoten der Schilddüse)

differenzierter Schilddrüsenkrebs

Das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom sind die beiden häufigsten Arten von Schilddrüsenkrebs. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Krebszellen normalen Schilddrüsenzellen noch sehr ähnlich und deshalb in der Regel – nach einer Schilddrüsenoperation – sehr gut mit einer Radiojodtherapie behandelbar sind, weil die Schilddrüsenkrebszellen wie gesunde Schilddrüsenzellen (radioaktives) Jod aufnehmen. Weil sie diese Eigenschaft der gesunden Schilddrüsenzellen haben, nennt man diese beiden Formen auch differenzierter Schilddrüsenkrebs.
Die Heilungschancen sind mit Operation und Radiojodtherapie sehr gut. Sind diese beiden Therapien erfolgreich, hat man eine ganz normale Lebenserwartung wie jeder andere Mensch.

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom metastasiert vor allem über die Lymphbahnen. Je nach Stadium empfehlen die Leitlinien auch die prophylaktische chirurgische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich.

Beim unifokalen papillären Mikrokarzinom (kleiner 1 cm) und wenn keine weiteren Risikofaktoren (gehäuftes Auftreten in einer Familie, Vorbestrahlung der Halsweichteile, Hinweis auf Lymph- und Fernmetastasen) vorliegen, ist die operative Entfernung des Knoten als Therapie ausreichend.

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom bildet in der Regel keine Metastasen über die Lymphbahnen. Eine prophylaktische Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich wird von den Leitlinien daher nicht empfohlen. Beim follikulären Schilddrüsenkarzinom unterscheidet man zwischen einer minimal-invasiven und einer grob-invasiven Form.

Ein minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (MIFCT) liegt dann vor, wenn weniger als 5 Gefäßinvasionen und/oder weniger als 5 Kapselpenetrationen vorliegen. Wenn der Pathologe keine Gefäßinvasion im entnommenen Gewebe nach einer Teil-Operation der Schilddrüse findet, so gilt hier unabhängig von der Größe des Tumors die chirurgische Entfernung des Knotens als ausreichende Therapie. Andernfalls sowie beim grob-invasiven follikulären Schilddüsenkrebs (WIFTC) wird immer eine Komplettierungsoperation empfohlen.
Mehr im Detail: differenzierter Schilddüsenkrebs (nach ICD-O)

wenig-differenzierter Schilddrüsenkrebs

Der wenig-differenzierte Schilddrüsenkrebs speichert kein oder nur wenig Jod. Eine Radiojodtherapie ist daher nicht immer erfolgversprechend. Eine Schilddrüsenoperation ist auch hier der erste Schritt.

medullärer Schilddrüsenkrebs

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den Calcitonin-produzierenden C-Zellen in der Schilddrüse aus; daher auch C-Zell-Karzinom genannt. Die Heilungschancen hängen wesentlich davon ab, wie weit der Krankheitsverlauf bereits fortgeschritten ist. Aufgrund des langsamen Wachstums des medullären Schilddrüsenkarzinoms ist jedoch auch bei fortgeschrittenem Stadium ein Leben mit der Erkrankung möglich. Da das medulläre Schilddrüsenkarzinom von den C-Zellen ausgeht, ist eine Radiojodtherapie nach der Operation nicht sinnvoll.

Mehr unter: medullärer Schilddrüsenkrebs (Überblick)

anaplastischer Schilddrüsenkrebs

Das anaplastische (undifferenzierte) Schilddrüsenkarzinom ist extrem selten. Es wächst im Gegensatz zu den anderen Formen sehr schnell, und die Heilungschancen sind entsprechend schlecht.
mehr Informationen unter anaplastischer Schilddrüsenkrebs (Überblick)


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

Knoten der Schilddrüse

Titel der Broschüre Knoten der Schilddrüse. Es werden anhand einer Grafik Sensitivität, Spezifität und ihre Auswirkung bei seltenen Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs auf falsch positive und negative Befunde.

Broschüre:
Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung
Beobachten oder behandeln/operieren?

Alle Schilddrüsenkarzinome, speziell differenzierte Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber Krebs der Schilddrüse

Die blauen Ratgeber Nr. 9, Krebs der Schilddrüse; Herausgeber Deutsche Krebshilfe.

medulläre Schilddrüsenkarzinome

Ratgeber: Diagnose medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom)

anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Weiterführende Ratgeber:
Psychosoziale Unterstützung für Menschen mit Krebs – ein Wegweiser. Hrsg. Krebs-Selbsthilfe-Organisationen im Haus der Krebs-Selbsthilfe

Alle aufgeführten Ratgeber sind über den Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. (Link innerhalb des ForumsInfomaterial) beziehbar

Weiterführende Links zum anaplastischen Schilddrüsenkrebs:


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

Alle Schilddrüsenkarzinome haben den ICD-10-Schlüssel C73 (= Bösartige Neubildung der Schilddrüse). Dieser Schlüssel ist jedoch wenig brauchbar, da sich die Schilddrüsenkarzinome in ihrer Prognose und Therapie sehr unterscheiden

International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O)

Eine wichtige weitere Unterscheidung aller Arten von Schilddrüsenkrebs ist die Klassifikation nach dem International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O), kurz ICD-O . Entsprechend der ICD-O sind die einzelnen Schilddrüsenkarzinome aufgeleistet und ihre Therapieoptionen kurz erklärt:

Schilddrüsenkrebs nach ICD-O

Maligne Genveränderungen

Beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs sind diese ICD-O zunehmend zweitrangig, und es wird wichtiger welche Genveränderung vorliegt. Da der Begriff Mutation meist mit bösartig (maligne) in Verbindung gebracht wird, es jedoch eine Vielzahl von Mutationen gibt, die für die Gesundheit nicht in Verbindung gebracht werden, und weil es andere Genveränderungen wie z.B. Fusionen, Rearrangement, .. gibt, wird vorgeschlagen stattdessen den Begriff maligne Genveränderungen zu benutzen:
Genetische Veränderungen beim Schilddrüsenkrebs


Autor: Harald | Arbeitsgruppe: Arbeitsgruppe Knoten der Schilddrüse und benigne Schilddrüsenerkrankungen | Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 von Harald W-Nummer: 518

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